13. Januar
Stürmer Hartmut Weiß13.01.1942
Ein Löwengeburtstag
Hartmut Weiß wurde am 13.1.1942 im Schwabenland geboren und erlernte das Fussballspielen beim TSV Bernhausen. Später wechselte er zum VfB Stuttgart und wurde dort am 5.12.1964 zum Bundesliga-Spieler.
Der gelernte Stürmer, zu dessen Stärken (bei einer Größe von 1,87m) das Kopfballspiel zählte, absolvierte in der Saison 1964/65 15 Spiele und schoss dabei 9 Tore. In der Folgesaison 1965/66 traf er in 13 Spielen 4x für den VfB. Es folgten in der Spielzeit 1966/67 25 Einsätze mit 8 Treffern und in der Spielzeit 1967/68 21 Einsätze mit nur noch 2 Treffern.
Obwohl die Entwicklung des Stürmers im Sommer 1968 (von den statistischen Zahlen her) eher nach unten zeigte, setzte sich Eintracht-Trainer Johannsen für eine Verpflichtung ein. Hartmut Weiß wechselte daher zur Saison 1968/69 zum BTSV. Gemeinsam mit ihm kam Außenstürmer und Nationalspieler Bernd Dörfel vom Hamburger SV zu den "Löwen". Dass Eintracht nun überhaupt so namhafte Spieler verpflichten konnte, lag daran, dass die ehemals "graue Maus" der Bundesliga seit dem Gewinn der Meisterschaft 1967 zu einer namhaften Adresse im Deutschen Fussball geworden war.
Johannsen lag mit seiner Einschätzung des Stürmers richtig. Weiß erwies sich sofort als die erhoffte Verstärkung und traf vom 2. bis zum 6. Spieltag 6x ins gegnerische Netz. Nach 7 Spieltagen war der BTSV noch unbesiegt. Weiß hatte daran seinen Anteil und trug ebenso dazu bei, dass die Blau-Gelben bis Ende Februar 1969 um die Meisterschaft mitspielten. Erst im März zog Bayern München allen anderen Teams davon. Eintracht belegte am Ende einen guten 4. Tabellenplatz. Weiß hatte in allen Begegnungen ab dem 2. Spieltag auf dem Platz gestanden und 15 Treffer erzielt. Hinter Gerd Müller (Bayern; 30 Tore), Uwe Seeler (HSV; 23) und Skoblar (von H96) reichte das zu Platz 4 der Torjägerliste.
Die Folgesaison 1969/70 wurde weder für Weiß noch für den BTSV sonderlich erfolgreich. Am Ende entgingen die Blau-Gelben dem Abstieg mit Platz 16 zur knapp (2 Absteiger!). Weiß kam in 26 Spielen zum Einsatz und traf dabei 5x.
Kuriosum am Rande: Immer wenn Weiß traf, verlor der BTSV nicht mehr. Von dieser Regel gab es sowohl in der Spielzeit 1968/69 als auch in der Spielzeit 1969/70 nur jeweils eine Ausnahme. 68/69 am 26. Spieltag gegen den VfB Stuttgart und 69/70 am 34. Spieltag beim ...VfB Stuttgart. Seinem Ex-Verein brachte der Stürmer also sogar dann noch Glück, wenn er gegen ihn ein Tor erzielte!
Der Ex-Verein des Stürmers wurde zugleich zu seinem neuen Verein. Im Sommer 1970 trennte sich Weiß von Eintracht und kehrte nach Stuttgart zurück. Für den VfB stand er in der Spielzeit 1970/71 in allen 34 Begegnungen auf dem Platz und schoss dabei 15 Tore. Das brachte ihm noch einmal den zehnten Platz der Torjägerliste (hinter Ulsass, 18 Tore) ein.
Nachdem Weiß vom VfB erfahren hatte, dass der Verein in der Folgesaison nicht mehr auf ihn, sondern auf Wolfgang Frank, der später auch bei Eintracht kickte, als Torjäger setzen wollte, wechselte er im Sommer 1971 zu den Stuttgarter Kickers in die Regionalliga.
Für die Kickers kam er jedoch nicht mehr zum Einsatz. Hartmut Weiß war am Bundesligaskandal beteiligt, in dem es um "verschobene" Spiele ging! Er gestand, die Rückrunden-Begegnung 1970/71 am 29.5.1971 zwischen Arminia Bielefeld und dem VfB (1:0) gegen Geld gemeinsam mit zwei anderen Stuttgarter Spielern manipuliert zu haben. Er verschoss in diesem Spiel absichtlich einen Elfmeter. Der DFB sperrte ihn daraufhin auf Lebenszeit und verhängte eine Geldstrafe von 15.000 DM.
Am 1.8.1973 wurde Weiß begnadigt. Seinen 167 Bundesligaspielen (mit 58 Toren) fügte er jedoch keine weiteren mehr hinzu.