2. März
Eintracht - Fortuna Düsseldorf 1:0 (0:0)02.03.1985
21. Spieltag Bundesliga - 1984/85
Am 21. Spieltag der Bundesliga-Saison 1984/1985 musste Fortuna Düsseldorf im Stadion an der Hamburger Straße antreten.
Es galt an diesem 2.3.1985 für die "Löwen"!
Durch den Sieg drei Wochen zuvor gegen den VfB Stuttgart (3:1) hatten die Fans der Eintracht wieder Hoffnung geschöpft. Die "Rote Laterne" des Tabellenletzten, die der BTSV mit drei Unterbrechungen seit dem 2. Spieltag getragen hatte, war (bei nun 12:26-Punkten) an den BvB (11:25) weitergereicht worden. Mit dem KSC (13:27), Arminia Bielefeld (13:25) und Bayer Leverkusen (14:22) lagen drei weitere Mannschaften nur knapp vor den Blau-Gelben.
Es galt die Experten zu widerlegen, die die Eintracht angesichts der negativen Auswirkungen des Sparkurses von Präsident und Jägermeister-Boss Mast auf die Leistungsstärke im Mannschaftskader zum Abstiegskandidaten gestempelt hatten.
Es galt zu beweisen, dass die von Ronnie Worm im "Kicker"-Interview vom 18.2.1985 ("Nichts verlernt") geäußerte felsenfeste Überzeugung vom Klassenerhalt keine Worthülse war.
Es galt zu beweisen, dass der Bericht im "Kicker" vom 25.2.1985 ("Eintracht ist kein leeres Wort") über den Teamgeist, die gute Moral und das gute Klima bei den Blau-Gelben zutraf und der Sieg gegen den VfB tatsächlich Auftrieb gegeben hatte, wie es Peter Lux formulierte.
Es galt!
Bei einem Sieg winkte ein Nicht-Abstiegsplatz!
Trotz dieser Voraussetzungen passierten nur 13.000 Zuschauer die Stadiontore.
Es wurde ein Nervenspiel! Die "Löwen" wirkten zwar optisch überlegen, dafür besaß der Tabellendreizehnte aus Düsseldorf die deutlich besseren Chancen. Besonders in Halbzeit 1 stockte den Eintracht-Fans wiederholt der Atem. Beide Mannschaften bewegten sich absolut auf Augenhöhe. Keiner von ihnen schien der entscheidende Schlag zu gelingen. Dann aber die 82. Minute! Tripbacher spielte Worm an, dieser verlud seinen Gegenspieler und schoss ein. Tooor! 1:0 ! Nach acht weiteren Minuten des Zitterns war es geschafft. Eintracht hatte 1:0 gewonnen !
Da Bielefeld sein Heimspiel gegen Waldhof Mannheim verloren hatte (0:1) und der Karlsruher SC ohne Spiel war, verbesserte sich der BTSV auf Platz 15 der Tabelle. Endlich wieder einmal kein Abstiegsplatz !
Es blieb eine Momentaufnahme. Von den nächsten 10 Spielen gingen 8 verloren. Lediglich die Heimspiele gegen Schalke 04 (4:2 am 23. Spieltag) und gegen den 1. FC Kaiserslautern (2:1 am 29. Spieltag) wurden in diesem Zeitraum gewonnen. Der Abstieg war besiegelt!

Eintracht - VfB Lübeck 2:0 (0:0)02.03.2002
22. Spieltag Regionalliga Nord - 2001/02
Im Spitzenspiel der Regionalliga Nord empfing Eintracht am 2.3.2002 die Mannschaft des VfB Lübeck.
Nach der katastrophalen Rückserie der Vorsaison, die sämtliche Hoffnungen auf höherklassigen Fussball zunichte gemacht hatte, waren die Blau-Gelben in die Regionalligasaison 2001/2002 mit dem erklärten Ziel angetreten, den Aufstieg in die 2. Bundesliga unbedingt schaffen zu wollen. 'Wir müssen in dieser Saison aufsteigen, weil es wahrscheinlich die letzte Chance für uns ist', hatte Präsident Glogowski vor der Saison erklärt. Der neu unter Vertrag genommene Trainer Vollmann stellte sich dieser Zielsetzung. Die unter großem finanziellen Aufwand zusammengestellte Mannschaft (mit 13 Neuverpflichtungen), die gemeinsam mit dem VfL Osnabrück als Aufstiegsfavorit gehandelt wurde, startete dann auch erfolgreich in die Saison. Zum Ende der Hinrunde durften die 'Löwen', den Titel des Herbstmeisters feiern.
Der Beginn der Rückrunde verlief aus Braunschweiger Sicht mit 5 Punkten aus 4 Begegnungen nicht optimal. Die Mannschaft fiel in der Tabelle auf Platz 4 zurück. Neuer Tabellenführer war der VfB Lübeck. Der Vorsprung auf die Blau-Gelben betrug 2 Punkte.
Mit einem Sieg an diesem Samstag bestand für die 'Löwen' die Chance, die Marzipanstädter in der Tabelle zu überholen. Fast 14.000 Zuschauer wollten die Begegnung trotz kühler Witterung sehen.
Das Spiel wurde zugleich zum Duell der besten Abwehr gegen den besten Angriff. Eintracht hatte in 21 Begegnungen erst 14 Gegentore erhalten, der VfB Lübeck schon 46 Tore geschossen.
Bereits früh in der Begegnung (20. Minute) waren die Lübecker durch einen Platzverweis dezimiert worden. Ein VfB-Spieler hatte als 'letzter Mann' Eintrachts US-Amerikaner Jacob Thomas, der die 100 Meter unter 11 Sekunden laufen konnte, gefoult und dafür die Rote Karte vom Schiedsrichter gezeigt bekommen. Trotz der personellen Überlegenheit wurde die Partie kein Selbstläufer für die Blau-Gelben. Eintracht erspielte sich zwar einige Chancen, konnte aber nicht zu offensiv agieren, weil auch der VfB stets gefährlich in seinen Aktionen blieb. Bis weit in die 2. Halbzeit stand es daher noch 0:0. Zehn Minuten vor Schluss wurden die 'Löwen' für ihre Geduld belohnt. Thomas Piorunek erzielte unter dem Jubel der Zuschauer mit einem Hechtkopfball sein erstes Regionalligator. In den verbleibenden Minuten drängten die Lübecker auf den Ausgleich. Auch der Lübecker Torwart schaltete sich ein und ging bei einer Standardsituationen mit in den Eintracht-Strafraum. Das sollte sich rächen! Eintracht konnte klären, und der Ball kam zu Thomas. Dieser hatte freie Bahn, konnte allein auf das leere gegnerische Tor zulaufen und ungehindert zum 2:0 einschieben. Das Spiel war entschieden!
Dieter Hecking, zwei Jahre zuvor selbst noch Spieler bei der Eintracht und nun Trainer des VfB, sprach nach dem Spiel von einem verdienten Sieg für die Blau-Gelben.
Eintracht hatte sich mit dem Sieg die Tabellenführung zurückerobert, da auch die anderen Spiele günstig für die 'Löwen' gelaufen waren. Die Chancen, am Saisonende einen der beiden begehrten Aufstiegsplätze zu belegen, waren wieder gestiegen.
Dass an diesem Tag im Stadion an der Hamburger Straße tatsächlich die beiden späteren Aufsteiger in die 2. Bundesliga aufeinandergetroffen waren, wusste zu diesem Zeitpunkt noch niemand ...