9. März
1. FC Köln - Eintracht 1:1 (1:1)09.03.2003
24. Spieltag 2. Bundesliga - 2002/03
Am 9.3.2003 machten sich 1.500 Eintracht-Fans auf den Weg, um ihre "Löwen" im Auswärtsspiel beim 1. FC Köln zu unterstützen.
Eintracht, das im Sommer zuvor gerade erst in die 2. Bundesliga aufgestiegen war, hatte eine fürchterliche Hinrunde gespielt. In 17 Spielen konnten gerade einmal zwei Siege errungen werden (4:2 gegen Waldhof Mannheim und 1:0 gegen LR Ahlen). Mit 10 Punkten belegten die Blau-Gelben den 17. und vorletzten Tabellenplatz. Der erste Nicht-Abstiegsplatz war 7 Punkte entfernt.
Der Beginn der Rückrunde war etwas besser verlaufen. Auch dank der Verpflichtung von Karsten Hutwelker war es den "Löwen" gelungen, in 6 Partien 8 Punkte einzusammeln, wobei zweimal gewonnen wurde (1:0 beim SSV Reutlingen und 2:1 gegen RW Oberhausen). Das 0:1 zu Hause zwischendurch gegen den Tabellenletzten FC St.Pauli Mitte Februar hatte aber schon arg geschmerzt. Immerhin betrug der Rückstand des (nunmehr) Tabellenletzten Eintracht auf den rettenden 14. Tabellenplatz nun nur noch 3 Punkte.
Die Kölner fanden vor diesem 24. Spieltag der Saison 2002/2003 eine gänzlich andere Ausgangssituation vor. Der Bundesliga-Absteiger aus der vorangegangenen Saison führte die Tabelle souverän mit 4 Punkten Vorsprung (bei einem Spiel weniger) vor dem Tabellenzweiten an. Zudem war der FC zu Hause nun schon saisonübergreifend seit 18 Spielen (seit dem 17.2.2002) unter Trainer Friedhelm Funkel ungeschlagen, wie im "Geisbock Echo" zu diesem Spiel nachzulesen war. In der 2. Bundesliga hatten die Domstädter von ihren 12 Heimspielen 10 gewonnen.
Keine guten Voraussetzungen für die "Löwen" also, die kleine Erfolgsserie fortzusetzen, zumal es überhaupt erst einer Eintracht-Mannschaft gelungen war, in einem Punktspiel (seit Einführung der Bundesliga 1963) beim 1. FC Köln zu punkten: Dem Team um Bernd Franke, Frank, Gersdorff, Handschuh und Hollmann am 7.2.1976 beim 1:1. Alle anderen Vergleiche in Köln hatten die Geisböcke gewonnen. Wer allerdings den Dialog mit den FC-Fans suchte, fand schnell heraus, dass die "Löwen" vielleicht doch nicht so chancenlos waren. Die FC-Anhänger waren schon seit einigen Spielen nicht mehr mit der Leistung ihrer Mannschaft einverstanden. Aber wann sind sie das in Köln überhaupt einmal?
Da das Kölner Stadion gerade umgebaut wurde (Nordtribüne war Baustelle), nahm der blau-gelbe Anhang an diesem Sonntag seine Stehplätze auf der Osttribüne ein -- und machte Stimmung ohne Ende!!! Einen solchen Gäste-Support hatten die 29.000 FC-Fans sicherlich lange nicht mehr erlebt.
Das Spiel war auch dazu geeignet, die "Löwen"-Fans zu motivieren. Zwischen dem Tabellenersten und dem Tabellenletzten war kein Leistungsunterschied zu erkennen. Eintracht spielte munter mit und ging bereits in der 8. Minute durch "Texas" Teixeira in Führung. Dank einer unglücklichen Torwartaktion konnte der FC zwar bereits Mitte der ersten Hälfte ausgleichen, am Spielgeschehen änderte sich aber nichts. Der BTSV blieb gefährlich, zumal die Kölner Eintrachts Texaner Thomas nicht in den Griff bekamen. So wogte das Spiel auch nach dem Wechsel hin und her und endete schließlich ohne weitere Tore gerecht mit 1:1.
Die "Löwen"-Fans verließen Köln hochzufrieden. Wer konnte schon für sich in Anspruch nehmen, einen Punktgewinn beim 1. FC Köln miterlebt zu haben? Außerdem ließ sich auf der Leistung in Hinblick auf den Abstiegskampf aufbauen. Dass sich der Abstand zum "rettenden Ufer" an diesem Spieltag (durch den Sieg des SSV Reutlingen gegen RW Oberhausen) auf 4 Punkte vergrößert hatte, störte dabei nur wenig.
Trotz einer ordentlichen Rückrunde mit 24 Punkten gelang Eintracht zum Saisonende nicht der Klassenerhalt. Am 25.5.2003 stand es fest: Der BTSV musste als Tabellenfünfzehnter (und damit bester Absteiger) zurück in die Drittklassigkeit.