12. April
Eintracht – Real Madrid 2:0 (1:0)12.04.1978
Freundschaftsspiel – 1977/78
Am 12.4.1978 bestritt Eintracht im Stadion an der Hamburger Straße ein Freundschaftsspiel gegen Real Madrid.
Es handelte sich um das zweite Ablösespiel für Paul Breitner, den die "Löwen" vor der Saison von den "Königlichen" verpflichtet hatten. Die Ablösesumme von 1,6 Millionen DM war von Mäzen Günter Mast gezahlt worden. Das erste Ablösespiel hatte Real am 24.8.1977 in Madrid vor 80.000 Zuschauern mit 3:2 gewonnen
Längst stand fest, dass sich die Verpflichtung von Breitner nicht gelohnt hatte. Den hochgesteckten Erwartungen an die Bundesliga-Saison 1977/78, den Meister-Titel wieder einmal nach Braunschweig zu holen, waren die Blau-Gelben nicht einmal im Ansatz gerecht geworden. Uneinigkeit in der Mannschaft hatte dazu geführt, dass der BTSV zwei Spieltage vor Schluss mit 30:34-Punkten (2-Punkte-Wertung) und 41:50-Toren lediglich auf Platz 13 der Tabelle stand. Mittlerweile war auch schon klar, dass Breitner die Eintracht zum Saisonende in Richtung Bayern München wieder verlassen würde. Wenigstens die gezahlte Ablöse bekam man in etwa zurück.
Real dagegen war auf dem Weg, seine Saisonziele zu erreichen. Vier Spieltage vor Schluss führten die Madrilenen die Tabelle mit vier Punkten Vorsprung vor dem FC Barcelona an.
Das Spiel fand am Mittwochnachmittag bereits um 17 Uhr statt. Am Abend war Europapokal (FC Liverpool – Bor.M`Gladbach = 3:0). Eintracht hätte die Begegnung gern auf den Dienstag vorgezogen. Leider stimmte Madrid nicht zu.
So "verirrten" sich lediglich 12.700 Zuschauer im weiten Stadion-Rund.
Sie sahen eine Real-Mannschaft, in der mit Santillana, Juanito und Uli Stielike Spieler von internationalem Format standen. Allerdings wurden auch einige Stammspieler in Hinblick auf die noch anstehenden Meisterschaftsspiele geschont. Obwohl man den Madrilenen anmerkte, dass sie nicht mit vollem Einsatz spielten, dominierten sie die erste Halbzeit deutlich. Zwei Pfostenschüsse und mangelnde Konzentration beim Abschluss verhinderten, dass sich die Überlegenheit im Ergebnis niederschlug. Das Spiel änderte sich erst, als Spielmacher Stielike kurz vor der Pause ausgewechselt wurde. Danach gelangen Real kaum noch gefährliche Angriffe. Aber auch das Spiel der Blau-Gelben wurde nicht wesentlich besser. Dafür war es effektiv! Den "Löwen" gelangen zwei Treffer. Zunächst traf Dremmler (41.). Den Endstand von 2:0 stellte dann Lübeke mit einem herrlichen Freistoß kurz vor Spielende her (90.).
Real Madrid 2:0 besiegt. Nicht schlecht!
Die Enttäuschung über die verkorkste Saison konnte dieser Sieg aber nicht wettmachen.
Die "Löwen" schlossen die Saison als Dreizehnter ab. Real wurde spanischer Meister.

Eintracht - Preußen Münster 3:1 (2:0)12.04.2005
25. Spieltag Regionalliga Nord - 2004/05
Am 12.4.2005 stellte sich Preußen Münster zum Nachholspiel des 25. Spieltages der Regionalliga-Saison 2004/2005 im Eintracht-Stadion vor. Der ursprüngliche Spieltermin Mitte März war infolge Unbespielbarkeit des Platzes abgesagt worden.
Preußen Münster hatte sich in den letzten Jahren (mit Ausnahme des Spiels im Frühjahr 2002) eigentlich immer als dankbarer Gegner erwiesen, der die Punkte bereitwillig der Eintracht überließ. Das Hinspiel in Münster war von den Blau-Gelben auch souverän mit 5:0 gewonnen worden. Zudem stand Eintracht vor dem Spiel auf dem 2. Tabellenplatz, einem Aufstiegsplatz also, während die Preußen sich mit Tabellenplatz 14 begnügen mussten. Ein Sieg des Aufstiegsanwärters war daher in diesem Spiel Pflicht.
Eintracht wurde seiner Favoritenrolle gerecht und siegte verdient mit 3:1. Kuru (im Nachschuss nach vergebenem Foul-Elfmeter von Bick) und Graf hatten die sichere Halbzeitführung herausgeschossen. Kuru legte mit seinem zweiten Tor Mitte der 2. Halbzeit nach, bevor die Preußen gut 10 Minuten vor Schluss per Foulelfmeter verkürzen konnten.
Eintracht hatte sich damit wieder an die Tabellenspitze geschossen, da der SC Paderborn zeitgleich sein Spiel beim VfL Osnabrück verlor. Am Ende der Saison stieg Eintracht in die 2. Bundesliga auf.
Ahmet Kuru hatte seine Saisontore Nummern 18 und 19 erzielt. Am Ende der Saison wurde er Torschützenkönig der Regionalliga Nord mit 24 Treffern.
Das eigentlich Besondere an diesem Abend war aber weder der Kampf um den Aufstieg noch der um die Torjägerkanone. Dieser Dienstagabend wurde etwas ganz Besonderes allein durch die 11.700 anwesenden Fans der Braunschweiger Eintracht!
Es muss so um die 50. Minute herum gewesen sein, als in der Südkurve im Fan-Block 9 der Sprechgesang "Schaaa laaa lalalalala – Eiiintracht Braunschweiiig" angestimmt wurde.
Es war nicht das erste Mal, dass die Fans diesen Gesang anstimmten, dennoch sollte es dieses Mal ganz anders werden. Während der Gesang in der Vergangenheit immer nach wenigen Wiederholungen abgebrochen wurde, geschah das an diesem Abend nicht. In den Gesang stimmten alle anderen Blöcke der Südkurve (5-8) mit ein und hörten nicht mehr auf zu singen. Die Gegengerade schloss sich nahezu komplett an. Selbst auf der Haupttribüne wurde der Gesang mit getragen. Am Ende sang das ganze Stadion "Schaaa laaa lalalalala – Eiiintracht Braunschweiiig". Und das etwa eine halbe Stunde lang durchgehend!
Gänsehaut-Atmosphäre!
Diese Überschrift gab die "Braunschweiger Zeitung" dann auch ihrem Bericht vom folgenden Tag.
Mittelfeldspieler Torsten Lieberknecht erklärte im Interview: "Die Stimmung hat uns heute drei Punkte gebracht." Auch der Gästetrainer schwärmte über die Fans mit den Worten "Das hat kaum ein Zweitligist." Und Torwart Stuckmann gestand: "Ich hatte in der zweiten Halbzeit eine Gänsehaut."
Diese hatte er an diesem Abend, den kein Fan so schnell wieder vergessen hat, nicht allein.

SV Sandhausen – Eintracht 1:3 (0:2)12.04.2013
29. Spieltag 2. Bundesliga – 2012/13
Am 12.4.2013 musste Eintracht im Punktspiel der 2. Bundesliga beim Aufsteiger SV Sandhausen antreten.
Der BTSV stand kurz vor dem Aufstieg in die Bundesliga! Nach 28 Spieltagen der Saison 2012/13 belegten die „Löwen“ mit 58 Punkten hinter Hertha BSC Berlin (62 Punkte) Platz 2 der Tabelle. Der Tabellendritte, der immerhin noch in der Relegation (gegen den 16. der Bundesliga) um den Aufstieg spielen durfte, lag bereits 10 Punkte zurück. Zur Zeit war das wieder der 1.FC Kaiserslautern (48P.). Weitere zwei Punkte zurück folgte der 1.FC Köln auf Platz 4 (46P.).
Auch die deutliche 0:3-Niederlage am vergangenen Spieltag im „Gipfeltreffen“ (Überschrift in der Sportzeitung „Kicker“ vom 8.4.2013 anlässlich eines Interviews mit den beiden Managern Arnold und Preetz) bei Hertha vor über 50.000 Zuschauern, darunter 10.000 Eintracht-Fans, hatte die gute Ausgangsposition der Männer aus der Okerstadt nicht nennenswert verschlechtert, da am selben Spieltag auch Kaiserslautern und Köln aufeinandergetroffen waren. Die „Roten Teufel“ hatten dabei zu Hause mit 3:0 die Oberhand behalten und den Relegationsrang, den sie zuvor bereits lange Zeit inne hatten, von den Kölnern zurückerobert.
Der SV Sandhausen dagegen kämpfte verzweifelt darum, das Fussball-Unterhaus nicht nach nur einer Saison wieder verlassen zu müssen. Als Tabellenvorletzter mit nur 23 Punkten und einem Rückstand von 4 Punkten auf den rettenden Platz 15 sah die Situation derzeit aber alles andere als rosig aus. Hin und wieder setzte der SVS zwar Ausrufezeichen, indem er beispielsweise gegen den 1.FC Köln in beiden Partien ungeschlagen blieb (0:0/1:1) und auch am vorletzten Spieltag gegen den 1.FC Kaiserslautern zu Hause ein 1:1 erreicht hatte, auch stand mit Löning ein treffsicherer Stürmer in ihren Reihen (bereits 11 Treffer), insgesamt bot der Aufsteiger aber zu wenig Klasse an.
Natürlich ging Eintracht als Favorit in diese Begegnung am Freitagabend. Bereits im Vorfeld hatten sich Veränderungen in der Mannschaft angekündigt. Zum einen galt es, den gelbgesperrten zuverlässigen Innenverteidiger Deniz Dogan zu ersetzen, zum anderen deuteten Aussagen von Trainer Lieberknecht darauf hin, dass er im Tor einen Wechsel vornehmen würde. Davaris Leistungen in der Rückrunde hatten zuvor auch schon öffentlich in der ansonsten meist wohlwollend berichtenden „Braunschweiger Zeitung“ Kritik ausgelöst (11.4.2013: „Heldentaten sind Mangelware“). So waren die mitgereisten „Löwen“-Fans im Hardtwald-Stadion, in dem nachmittags noch Regen niedergegangen war, nicht sonderlich überrascht, dass Marjan Petkovic für das Spiel warm geschossen wurde. Correia besetzte den vakanten Innenverteidigerplatz, dafür spielte Kessel außen in der Viererkette, und Kumbela lief in Abwesenheit von Kruppke und Dogan mit der Kapitänsbinde auf. Zudem stand Vrancic wieder einmal in der Startformation (für Pfitzner). Sandhausen wiederum musste verletzungsbedingt auf Stammkeeper Ischdonat und Goalgetter Löning verzichten, was die Chancen des Außenseiters weiter verringerte.
Die Gastgeber starteten mutig und setzten die ersten beiden Glanzlichter (1.Ecke und gefährlicher Fernschuss). Dann aber war der BTSV am Zug. In der 6. Minute passte Vrancic auf Kumbela, zwei Sandhäuser Spieler rannten sich gegenseitig um und Eintrachts Kongolese netzte flach links unten ein. Tooor, 0:1! Begleitet vom Gesang ihrer Fans („Traum von Liga 1! Nach München oder Mainz, nach Dortmund und zum S04, den Aufstieg wollen wir!“) erspielten sich die Blau-Gelben vier weitere gute Gelegenheiten (erneut Kumbela, Elabdellaoui, Ademi, Bohl), trafen aber nicht. Erst nach 25 Minuten fand Sandhausen wieder den Weg nach vorn. Danach sahen die 6.300 Zuschauer Groß-Chancen auf beiden Seiten.
Eintrachts Führung geriet in Gefahr! Wenn die vergebenen Torabschlüsse sich nur nicht rächten…! -- Taten sie nicht!
In Minute 39 spielte Boland auf Kessel. Dieser marschierte Richtung Grundlinie und passte nach innen zur blau-gelben Tormaschine. Kumbela nahm den Ball per Seitfallzieher und hämmerte ihn unter die Latte! Toooooor! 0:2!
Kumbelas 19. Saisontor! „Kumbela, oooho!“
„Nie mehr 2.Liga!“, „Nie mehr nach Sandhausen“ und „Wir steigen auf und Ihr steigt ab!“ klang es weiter aus dem Gästeblock. Kurz danach war Pause!
Die 2.Halbzeit begann alles andere als gut für die „Löwen“. Nach der 4.Ecke für Sandhausen unterlief Petkovic den Ball, Mäkelä kam zum Schuss und traf (51.) – 1:2! Danach waren die Kontrahenten gleichwertig. Da die Defensivabteilungen beider Mannschaften nun aber sicher standen, ergaben sich hüben wie drüben kaum Gelegenheiten zu Treffern. Dennoch merkte man den Gastgebern an, dass sie wieder Hoffnung geschöpft hatten, etwas Zählbares mitzunehmen. Warum auch nicht, bei nur einem Tor Rückstand?
Eine Viertelstunde vor dem Ende wechselte Lieberknecht das erste Mal aus. Er brachte den lange Zeit verletzten Dennis Kruppke erstmalig wieder. Omar Elabdellaoui musste raus. Und Eintrachts nach 4 Monaten wiedergenesener nomineller Spielführer war es dann auch, der das Spiel entschied: 86.Minute, 5.Ecke Eintracht durch Vrancic, Kopfball Kruppke, Berührung Torwart, Innenpfosten, rein! Tooor ! 1:3 !
Die ganze Mannschaft stürmte zu Kruppke, um ihm zu gratulieren und sich mit ihm zu freuen. – Ein Bild, das sehr deutlich machte, wie außergewöhnlich der Mannschaftsgeist bei diesem Team war! „Eintracht ist Alles“, sangen die Fans passenderweise.
Danach tat sich noch Einiges auf dem Platz. Zwei Spielerwechsel (Merkel für Ademi, Henn für Kumbela), je 1 Ecke für beide Teams, 1 gehaltener Schuss von Kruppke und 1 Abseitstor von Boland. Am Ergebnis änderte sich jedoch nichts mehr.
Sieg für Braunschweig! 3:1!
61 Punkte!
Nach dem Abfeiern mit der Mannschaft erfuhren die „Löwen“-Fans, dass Hertha zeitgleich beim FC Ingolstadt 1:1 gespielt hatte. Das war schon ´mal gut, weil die Tabellenführung (63P.) damit wieder in Reichweite gerückt war. Wichtiger waren aber die Ergebnisse der „Roten Teufel“ und der „Geisböcke. Und die spielten erst am Samstag bzw. am Montag. Aber war das wirklich noch wichtig für Eintrachts Aufstieg? Eigentlich ging es doch gar nicht mehr um das „Ob“, sondern nur noch um das „Wann“.
Die Kölner gewannen am Samstag gegen den VfR Aalen mit 1:0. Der 1.FC Kaiserslautern führte bei Erzgebirge Aue am Montag lange Zeit durch ein Tor von Baumjohann mit 1:0, spielte die letzten 15 Minuten mit 11 gegen 9 Mann und kassierte 6 Minuten vor dem Ende dennoch den Ausgleich. Endstand 1:1!
Da waren sie wieder, die 12 Punkte Vorsprung des BTSV vor dem Tabellendritten!!!
12 Punkte Vorsprung 5 Spieltage vor Schluss! Theoretisch war der Aufstieg schon am nächsten Spieltag möglich. Maximal 4 Punkte benötigte Eintracht noch!
Wie wir wissen, mussten die „Löwen“ nicht mehr lange auf den Aufstieg warten. Am 31.Spieltag verwandelte Damir Vrancic einen Freistoß zum Siegtreffer beim FC Ingolstadt und beförderte Eintracht damit in die
B-u-n-d-e-s-l-i-g-a !
Recht kurios und ebenfalls glücklich endete die Saison auch für den SV Sandhausen. Nach 34. Spieltagen belegten die Sandhäuser den 17.Tabellenplatz und waren damit sportlich abgestiegen. Da aber dem 16. Dynamo Dresden in der Relegation (gegen den VfL Osnabrück) der Klassenerhalt gelang und der 11. MSV Duisburg keine Lizenz für die 2.Bundesliga erhielt, durfte der SVS in der Klasse bleiben. In den beiden folgenden Spielzeiten schaffte Sandhausen den Klassenerhalt aus eigener Kraft und wird damit auch in der Saison 2015/16 in der zweithöchsten deutschen Spielklasse antreten.
[Stand: Juni 2015]