30. April
Erzgebirge Aue – Eintracht 2:1 (0:0)30.04.2010
37. Spieltag 3. Liga – 2009/10
Am 30.4 2010, einem Freitag, machten sich ca. 1.500 Eintracht-Fans auf den Weg, um ihre Mannschaft im Auswärtsspiel bei Erzgebirge Aue zu unterstützen. Allein etwa 10 Busse waren unterwegs.
Nun kam es also darauf an ! Dieser 37. und gleichzeitig vorletzte Spieltag in der Drittliga-Saison 2009/10 musste die Vorentscheidung bringen, wer den Aufstieg in Liga 2 schafft und wer nicht.
Die Mannschaft von Erzgebirge Aue hatte dabei die besten Aussichten. Sie führte die Tabelle mit 65 Punkten (+16 Tore) an. Tabellenzweiter war der Zweitligaabsteiger VfL Osnabrück mit 63 Punkten (+15). Dahinter folgten Eintracht mit 61 Punkten (+19) vor dem FC Ingolstadt mit 60 (+22) und Carl Zeiß Jena mit 59 Punkten (+10). Während die Erzgebirgler nur noch einen Sieg zum Aufstieg brauchten, mussten die Blau-Gelben beide Spiele gewinnen, um den Relegationsplatz sicher zu behaupten. Die Voraussetzungen für den BTSV hätten noch besser sein können, wenn die Mannschaft nicht die beiden letzten Auswärtsspiele trotz jeweils großer Überlegenheit "nur" Unentschieden gespielt hätte (1:1 beim Tabellenelften SV Sandhausen und 1:1 beim Schlusslicht Holstein Kiel). Aber sollte man deshalb meckern als Eintracht-Fan? Wohl kaum! In Anbetracht der Vereinsvorgabe, sich in dieser Saison sicher im Mittelfeld der 3. Liga zu etablieren, hatte das Team die Erwartungen bereits mehr als erfüllt. Stolz konnte man als Braunschweiger in jedem Fall sein -- ganz gleich, wie die letzten beiden Begegnungen ausgingen. Aber vielleicht würde sogar ein Traum in Erfüllung gehen... So wie 2002, als die Eintracht am vorletzten Spieltag ebenfalls in Aue antreten musste und dann am letzten Spieltag den Aufstieg klarmachte.



Das Erzgebirgsstadion war mit knapp 16.000 Zuschauern ausverkauft. Sofern vor der Begegnung Gespräche zwischen den Fans beider Mannschaften stattfanden, verliefen diese meist entspannt. Man war sogar gewillt, sich auf ein Remis zu einigen unter der Voraussetzung, dass der SV Ingolstadt 04, ebenfalls Zweitligaabsteiger, sein Spiel nicht gewinnt. Aue wäre dann bereits aufgestiegen und die "Löwen" hätten die Chance gehabt, mit einem Heimsieg im letzten Spiel den 3. Platz zu sichern. Und dass die Ingolstädter an diesem Abend Punkte lassen würden, war so unwahrscheinlich nicht. Immerhin mussten sie beim Mitabsteiger SV Wehen Wiesbaden antraten, der aus den letzten 11 Partien 21 Punkte geholt und dabei nur 2x (bei Eintracht und Kickers Offenbach) verloren hatte.
Die "Löwen" gingen mit dem Handicap in die Partie, auf ihren Innenverteidiger Matthias Henn (5. gelbe Karte) verzichten zu müssen. Jan Schanda sprang für ihn ein. In der Begegnung wirkte sich der Umbau der Abwehr zunächst nicht aus. Eintracht stand in der Defensive sicher. Dasselbe galt aber auch für die Auer. So ergaben sich zunächst kaum zwingende Chancen auf beiden Seiten. Folgerichtig stand es beim Pausenpfiff 0:0.
Eigentlich hätten alle Blaugelb-Infizierten damit zufrieden sein können, wenn sich nicht rumgesprochen hätte, dass Ingolstadt zur Pause bereits 3:1 in Wehen führte. Was half es da, dass Osnabrück zu Hause gegen Kiel ebenso 0:1 zurücklag wie Jena in Wuppertal. Nichts! Offensichtlich musste ein Sieg für Eintracht her.
Den Blau-Gelben war gleich zu Beginn der 2. Hälfte anzumerken, dass sie nun gewillt waren, das Spiel an sich zu reißen. Eintracht agierte und Aue reagierte nur noch. Dennoch ging die Mannschaft aus dem Erzgebirge durch Hensel in Führung (55.). Einmal nicht aufgepasst! Der BTSV ließ sich jedoch nicht hängen und spielte nun noch zielstrebiger, noch druckvoller. Zwei neue Stürmer (Onuegbu und Morabit für Kumbela und Calamita) sollten helfen, das Spiel zu drehen. Und tatsächlich! 65. Minute, Boland fasste sich ein Herz und zog aus etwa 25 Metern ab. Unhaltbar schlug der Ball oben im Winkel ein. Toooor! 1:1! Der Gästeblock rockte. Nun aber weiter! Von Aue war erst einmal nichts mehr zu sehen. Nur die "Löwen" spielten. Zwischen der 70 und 80. Minute blieb den Fans dreimal der Torschrei im Halse stecken. Drei gute Möglichkeiten, aber kein Tor. Das eine Ding musste einfach rein, tat es aber nicht. Dann kam die 86. Minute. Bei einem seiner wenigen Entlastungsangriffe erzielte Aue das 2:1. Das war `s! Bis zum Schluss passierte nichts mehr.
Eintracht hatte 2:1 verloren!
Parallel dazu hatte der SV Ingolstadt in Wehen mit 5:1 und der VfL Osnabrück sein Heimspiel gegen die Kieler noch mit 3:1 gewonnen. Lediglich Jena hatte mit dem 1:1 beim Wuppertaler SV auch Federn lassen müssen. Der BTSV war hinter Ingolstadt auf den 4. Platz zurückgefallen.



[beide unteren Bilder von B.Grimm]
Die Auer dagegen hatten allen Grund zur Freude. Der Aufstieg war geschafft. Die Ordnungskräfte öffneten nach dem Schlusspfiff die Fluchttore und ließen die Fans zum Feiern auf den Rasen. Die Eintracht-Fans schauten traurig zu. Sie sahen auch einige Lila-Weiße, denen es offensichtlich wichtiger war, den "Löwen"-Fans zu höhnen anstatt das eigene Team zu feiern. Nun denn, Hohlköpfe gibt es überall.
Nach kurzer Zeit bahnten sich auch die Eintracht-Spieler den Weg durch die absperrende Polizeikette und bedankten sich mit traurigen Gesichtern bei ihren Fans. Unvergessen in diesem Zusammenhang Mirko Boland, der sich seiner Tränen auf dem Platz nicht schämte!
Traurig trat man danach die Heimreise an.
Wer durch die umliegenden Ortschaften rund um Aue fuhr, bekam noch ein Gespür dafür, welche Bedeutung der Fussballverein Erzgebirge Aue für die Region hat. In jedem Ort im Umkreis von 20 km standen Menschen mit Lila-Weißen Schals am Straßenrand und winkten den vorbeifahrenden Autos zu.
Die Chancen des BTSV auf einen Aufstieg waren durch die Niederlage auf ein Minimum gesunken. Ingolstadt musste sein Heimspiel gegen den SV Sandhausen schon verlieren, damit Eintracht mit einem Sieg zu Hause gegen RW Erfurt noch einmal vorbeiziehen konnte Und daran glaubten nicht mehr viele. Auch die Parallele zur Saison 2001/02, als man in Aue ebenfalls im vorletzten Spiel 1:2 verlor und den Aufstieg dennoch schaffte, konnte nicht wirklich Mut machen. Die Voraussetzungen waren einfach andere gewesen.
Aber egal! Es konnte kommen, was wolle: Stolz waren die "Löwen"-Fans in jedem Fall auf ihr Team. Die Mannschaft hatte nicht nur um den Aufstieg mitgespielt, sondern sie hatte ihrem Anhang auch das Gefühl gegeben, alles für die Eintracht und ihre Fans getan zu haben. In Zeiten, in denen manche Spieler die Vereine häufiger wechseln als das Trikot, ein gutes Gefühl für einen Fan!



Die Ultra-Gruppierung "Cattiva Brunsviga" sah das ebenso und brachte ihre Gefühle in einem offenen Brief an die Mannschaft zum Ausdruck. Diesen offenen Brief druckten sie noch einmal im "Südkurvenecho" Nr. 40 ab, das sie zum Spiel gegen Erfurt verteilten. In dem Brief hieß es u. a.:

"Wir teilen euch ... mit, dass wir verdammt stolz auf euch ... sind. Ganz egal, wie es nach dem letzten Spieltag ... aussieht, so habt ihr euch in unsere Herzen gespielt und diese zum Glühen gebracht. ... Ihr habt uns das Gefühl gegeben, dass euch Eintracht Braunschweig etwas bedeutet, dass wir Fans ein wichtiger Faktor sind, der euch ... Kraft gibt ... und dass eine gewisse Identifikation mit dem Umfeld unserer Stadt und unserem Verein vorhanden ist. Unbeschreiblich ist ... der Zusammenhalt ... in schlechten Zeiten. Am vergangenen Freitag habt ihr in Aue ... mit uns gemeinsam gelitten. Ihr ... seid ... in die Kurve gekommen. Wir haben gemeinsam getrauert, aber uns genauso wieder gegenseitig Mut zugesprochen. ... Diese emotionalen Momente schweissen einfach zusammen und diese Stärke kann uns keiner nehmen. ... Wir danken euch, dass ihr ... eine geile Saison gespielt habt. Es macht Spaß, eine Mannschaft mit Herz spielen zu sehen. ... lasst uns gemeinsam schauen, wohin uns der Weg führt!"

Ingolstadt spielte am letzten Spieltag 1:1. Genauso endete das (ausverkaufte) Spiel der Blau-Gelben gegen Rot-Weiß Erfurt. Eintracht blieb Tabellenvierter. Ingolstadt schaffte in den Relegationsspielen (gegen Hansa Rostock mit 1:0/2:0) den Aufstieg.
Der Weg führte Eintracht also zunächst nicht in die 2. Bundesliga. Ein Jahr später war das anders! Eine nahezu unveränderte Mannschaft belohnte sich und alle "Löwen"-Fans mit dem souveränen Aufstieg in Liga 2!
Einen Aufstieg gab es für die Eintracht aber dann doch bereits am Ende der Saison 2009/10 zu feiern. Die zweite Mannschaft stieg in die Regionalliga, die vierthöchste Spielklasse, auf. Respekt!

Eintracht – 1.FC Nürnberg 3:1 (1:0)30.04.2016
32. Spieltag 2.Bundesliga – 2015/2016
Endlich wieder ein Samstagsspiel zu Hause für Eintracht in der 2.Bundesliga!
In der Saison 2015/16 war es für die „Löwen“ erst die dritte (und letzte) Partie an einem Sonnabend (zuvor: zu Hause gg RB Leipzig am 3.SpT; auswärts beim KSC am 22.SpT). Der Spielplan der DFL meinte es wahrlich nicht gut mit dem BTSV!
Mit dem 1.FC Nürnberg reiste zudem ein Traditionsverein an, der sich noch berechtigte Hoffnungen auf den Aufstieg machte. Fussballherz, was willst Du also mehr? Ab ins Stadion an der Hamburger Straße! 21.145 folgten diesem Ruf.
Für den BTSV ging es in der Saison sportlich eigentlich um nichts mehr. Nach 31 Spieltagen mit einer Bilanz von 10 Siegen, 10 Unentschieden und 11 Niederlagen war weder der Abstieg noch der Aufstieg rechnerisch noch möglich. Mit 40 Punkten hatte man 12 Punkte mehr auf dem Konto als der Tabellensechzehnte, aber auch 19 Punkte weniger als der Dritte der Tabelle. Allerdings galt es für die Blau-Gelben, die katastrophale Leistung vom letzten Spieltag beim damaligen Vorletzten 1860 München (0:1) wiedergutzumachen. Außerdem zählte beim Kampf um die Fernsehgelder der nächsten Jahre jeder Tabellenplatz. Und schließlich gab es da noch den Fairplay-Gedanken, der es für die Spieler eigentlich selbstverständlich machen sollte, in jedem Spiel vollen Einsatz zu zeigen.
Gerade in dieser Begegnung vom 30.4.2016 dürfte das den blau-gelben Kickern nicht sonderlich schwer gefallen sein. Die Nürnberger reisten schließlich als Aufstiegsaspirant und bestes Rückrundenteam an (32 P. aus 14 Partien), und man konnte zeigen, dass man eigentlich nicht schlechter ist.
Der 1.FCN war souveräner Dritter der Tabelle und kämpfte mit RB Leipzig noch um den direkten Aufstieg. Nachdem sich der SC Freiburg am Tag zuvor, also am Freitag mit einem Sieg beim SC Paderborn den Aufstieg bereits gesichert hatte, war der Truppe von Getränkeproduzent Dietrich Mateschitz zu Hause nur ein 1:1 gegen Arminia Bielefeld gelungen. RB wies nun 64 Punkte auf. Bei einem Sieg in Braunschweig würde Nürnberg bis auf 2 Punkte aufschließen können. Für die Franken also noch ein zusätzlicher Motivationsschub!
Eintracht musste auf die Verletzten Baffo, Correia, Ofuso-Ayeh, Vrancic und Zuck verzichten und spielte in der Abwehr wieder mit einer Dreierkette. Kijewski, Decarli und Hochscheidt wurden bei Ballbesitz des Gegners von den Außenverteidigern Sauer und Reichel unterstützt. Im Mittelfeld stand der gebürtige Braunschweiger Pfitzner, dem die Vereinsführung ca. 2 Wochen vorher zwar keinen neuen Profivertrag, dafür aber einen Vertrag für die U23 angeboten hatte, wieder einmal in der Anfangself. Vor ihm und Boland sollten Khelifi, Ademi und Holtmann für die Angriffe sorgen. Die Nürnberger vertrauten im Sturm wieder auf die treffsicheren Füllkrug und Burgstaller, die zusammen bereits 25 Treffer erzielt hatten.
Pünktlich um 13 Uhr pfiff Schiedsrichter Dr. Robert Kamtka (Mainz) die Begegnung an. Begleitet wurde sein Anpfiff von einer schön anzuschauenden Pyro-Show in Rot des prall gefüllten Blocks der FC-Fans. Auf dem Platz dagegen zeigten die Blau-Gelben gleich, dass sie sich für dieses Spiel in der Tat etwas vorgenommen hatten. Reichel war es, der mit einem überraschenden Schrägschuss von links, der am Tor vorbeistrich, den Anfang machte (3.). Auch danach gab der BTSV den Ton an. Erst nach einem weiteren Schuss von Reichel (12.) fanden die Franken besser ins Spiel und kamen selbst zu Chancen. Zwei Kopfbälle von Gislason (14., 21.) verfehlten ihr Ziel nur knapp. Spätestens als ein Nürnberger Freistoß aus 17m um wenige Zentimeter am Eintracht-Gehäuse vorbei ging, mussten selbst die „Löwen“-Fans anerkennen, dass der FC inzwischen mindestens gleichwertig war. Und die Nürnberger wollten nun die Führung mit aller Macht. In der 39.Spielminute wäre es fast so weit gewesen. Ein Durcheinander im eigenen Strafraum konnten die Blau-Gelben noch gerade so beseitigen, indem sie zur Ecke klärten. Diese Ecke fand den Kopf eines Nürnberger Spielers und … Kijewski klärte auf der Torlinie. Puh! Glück gehabt! Vier Minuten später fiel dann aber doch das Tor, allerdings überraschenderweise auf der anderen Seite: In der Nähe des eigenen Strafraums auf der linken Seite schnappte sich Holtmann das Leder und lief in einem Wahnsinnstempo über 60, 70m in Richtung gegnerisches Tor und legte den Ball genau zum richtigen Zeitpunkt quer auf den mitgelaufenen Khelifi. Gegen die Laufrichtung des Keepers schloss dieser ganz cool ab (43.). Toooor! 1:0! Waaahnsinn! Mit diesem Ergebnis ging es auch in die Pause. Etwas glücklich und auch nicht ganz verdient, aber egal! Das Pausen-„Wolters“ schmeckte allen Eintracht-Fans trotzdem.
Die 2.Hälfte begann ausgeglichen mit je einer Chance. Erst traf Khelifi den Ball nach einer schönen Hereingabe von Holtmann nicht voll (47.), dann konnte Gikiewicz Füllkrugs Kopfball zur Ecke klären (54.). Fünf Minuten später hatten die „Löwen“ dann ein zweites Mal Grund zum Jubeln: Nach einer Balleroberung trieb Reichel den Ball zunächst vor sich her und passte dann nach außen auf Boland. Dieser wollte das Leder erneut in die Mitte vor´s Tor bringen, traf aber einen Abwehrspieler des FCN, der die Kugel in Richtung eigenes Tor abfälschte. Der überraschte Gäste-Torwart Rakowsky konnte nur abklatschen, Reichel durfte abstauben (59.). Tor! 2:0!
Die Franken antworteten direkt mit zwei Wechseln (Blum und Möhwald für Gislason und Sepsi), etwas Pyro in ihrem Fanblock und einer guten Chance für Burgstaller nach ihrer 4. Ecke, die Gikiewicz jedoch zunichte machte (64.). Zwei Minuten später fiel dann die Vorentscheidung. Stürmer Orhan Ademi, der mittlerweile wegen seiner Abschlussschwäche bei einem Teil der Fans umstritten, aber an diesem Tag gut drauf war, wie bereits eine tolle Ballbehauptung in der 11.Spielminute andeutete, erhielt den Ball an der Mittellinie. Er lief mit dem Leder die Außenlinie entlang, tanzte einen Verteidiger aus und passte in die Mitte, wo Sauer gänzlich unbewacht mitgelaufen war. Der musste nur noch den Fuß hinhalten und einnetzen (66.). Tooor! 3:0!
Der Nürnberger Trainer zog daraufhin seine letzte Wechseloption (Hercher für Kerk, 67.).
Da die Partie entschieden schien, fanden die Eintracht-Fans in der Südkurve nun Zeit und Gelegenheit, sich gesanglich schon mit dem wenig geliebten künftigen Gegner aus der Landeshauptstadt zu beschäftigen (72.). Künftiger Gegner? Wie denn, wo denn, was denn? Ja, es stimmte! Hannover 96 war bereits am Wochenende zuvor (am 31.Spieltag) rechnerisch aus der Bundesliga abgestiegen. Ooooh! Armer Premiumware-Verkäufer Kind! Vom Mitleid mit dem Hörgeräteproduzenten und (vor allem) mit den armen Menschen, die ihn als Präsidenten oder gar direkt im Ohr ertragen mussten, zurück zum Geschehen auf dem Rasen, denn da tat sich Einiges.
Der FCN hatte sich trotz des deutlichen Rückstands nicht aufgegeben und drängte auf eine Resultatsverbesserung. Während Pfitzner in der 76.Spielminute noch den Schuss eines Nürnbergers, der vermutlich im Eintracht-Tor eingeschlagen wäre, abblocken konnte, fiel zwei Minuten dann doch der Gegentreffer. Burgstaller hatte sich im Strafraum gegen Hochscheidt durchgesetzt und Gikiewicz mit einem Flachschuss ins kurze Eck überwunden (78.). 3:1.
Burgstaller, natürlich Burgstaller! Der österreichische Stürmer, der am Tag zuvor 27 Jahre alt geworden war, ließ sich nur schwer über 90 Minuten kontrollieren, wie Eintracht mehrfach leidvoll erfahren musste. Am Ende der Spielzeit hatte Guido Burgstaller 13x getroffen (6. der Torjägerliste) und zeigte diese Treffsicherheit auch in der Folgesaison 2016/17. Nachdem er in der Hinrunde bereits wieder 14 Tore erzielt hatte und damit die Torjägerliste deutlich (vor Kumbela mit 12 Treffern) anführte, kaufte ihn Schalke 04 aus seinem noch laufenden Vertrag raus. Für die 04er traf er in der Rückrunde dann auch noch 9x.
Nur noch 3:1! Sollte die Partie tatsächlich noch kippen? In der 84. Minute sah es kurz so aus. Einwechselspieler Hercher hatte sich im Strafraum der Blau-Gelben gut durchgesetzt und plötzlich freie Schussbahn. Sein Schuss ging jedoch genau auf Gikiewicz. Gutes Stellungspiel sagen die Einen, Glück die Anderen! Das war dann aber auch die letzte Großchance für die Franken. „Löwen“-Bändiger Lieberknecht nahm mit drei Wechseln Zeit von der Uhr, die Nürnberger kamen zu zwei weiteren Ecken und der eingewechselte Kumbela holte sich noch „Gelb“ ab. Das war´s! Endstand: 3:1! Sieg!
Der Gäste-Trainer Weiler sprach in der anschließenden Pressekonferenz sogar von einem verdienten Sieg. Sein Team wäre zwar von der 16. Minute bis zur Halbzeit das bessere gewesen, hätte aber zu schlecht verteidigt. Volle Konzentration gelte nun den Relegationsspielen.
Durch den Sieg verbesserte sich der BTSV vom 10. auf den 8. Tabellenplatz. Das sah nun schon wieder besser aus -- angesichts des vor der Saison ausgegebenen Ziels „TOP 5“.
Die Eintracht-Fans gingen jedenfalls zufrieden nach Hause. Nach Hause? Es war ja ein Samstagsspiel, da konnte man doch am nächsten Tag ausschlafen. Für das eine oder/und andere Bier war da auf jeden Fall noch Zeit.
Für die Nürnberg-Fans wird es dagegen keine schöne Rückfahrt gewesen sein. Am Saisonende landete ihr FC lediglich 2 Punkte hinter RB Leipzig auf Platz 3 (65:67) und scheiterte danach auch in der Relegation an Eintracht Frankfurt (auswärts 1:1, zu Hause 0:1).
Was wäre gewesen, wenn der 1.FC Nürnberg in Braunschweig gewonnen hätte...? Jedenfalls in einem Punkt können Nürnberg und seine Fans sicher sein: Eintracht hatte bestimmt nicht so stark aufgespielt, um RB Leipzig zu helfen. Nein, gewiss nicht! Igitt, Nein und nochmals Nein
[Stand: Juni 2017]