4. Juni
Eintracht - Arm. Bielefeld Amat. 3:2 (1:2)04.06.2005
38. Spieltag Regionalliga Nord - 2004/05
Das Finale der Saison 2004/2005 bestritt Eintracht am Samstag, den 4.6.2005 zu Hause gegen die zweite Mannschaft von Arminia Bielefeld.
Eintracht hatte sich die Tabellenführung in der Regionalliga Nord einen Spieltag zuvor durch einen Auswärtssieg beim bisherigen Spitzenreiter SC Paderborn erobert (3:1) und den Aufstieg in die 2. Bundesliga damit in greifbare Nähe gerückt. Ein Sieg würde den sicheren Aufstieg bedeuten, ein Unentschieden nur ausreichen, wenn einer der beiden Verfolger (SC Paderborn, VfB Lübeck) sein Spiel ebenfalls nicht gewinnt.
Arminia Bielefeld 2 dagegen war Tabellenvorletzter und bereits sicher abgestiegen. Eine vermeintlich leichte Aufgabe für die "Löwen" also.
Natürlich war das Spiel mit 23.500 Zuschauern ausverkauft. Die letzten verfügbaren 1.000 Stehplatzkarten waren zu Wochenbeginn innerhalb von 2 Stunden in der Geschäftsstelle verkauft worden. Danach blühte der Kartenhandel im Internet. Für eine 7 Euro teure Stehplatzkarte mussten bei eBay nun 40 Euro bezahlt werden, 2 Sitzplatzkarten für je 11 Euro kosteten zusammen 166 Euro. Jeder wollte beim Aufstieg dabei sein.
Der Eintracht-Präsident hatte im Vorwort des Stadion-Magazins "Eintracht aktuell" u.a. geschrieben, dass ein Spiel kein Wunschkonzert sei und dass zu der sportlichen Leistung auch ein Quentchen Glück gehöre. Er ahnte sicher nicht, wie sehr ihm das Spiel Recht geben würde.
In der 9. Spielminute beförderte Torhüter Stuckmann einen harmlosen, von außen geschlagenen Ball selbst hinter die Linie. Der Ball wäre allein nicht ins Tor gegangen. Solch einen Fehler hatte der Eintracht-Torhüter, der in allen Saisonspielen eingesetzt war, vorher nie gemacht. Es stand 0:1!
Nach einer Weile kämpfte sich Eintracht zurück ins Spiel. Trotz wenig überzeugenden Spielaufbaus gelang in der 38. Minute der Ausgleich durch Graf. "Jetzt geht" s los!", dachten alle. Der nächste Tiefschlag ließ aber nicht lange auf sich warten. Eine Minute vor der Pause traf Bielefeld aus der Entfernung mit einem Sonntagsschuss ins Dreieck, der wohl nur einmal bei 100 Versuchen gelingt. Wieder Rückstand!
Pause! Natürlich lagen alle anderen Aufstiegsanwärter in Führung.
In der 2. Halbzeit spielte Eintracht in Richtung Südkurve. Die Fans hofften also mitanzusehen, wie die Mannschaft vor ihren Augen das Spiel noch dreht. Die Blau-Gelben spielten nun auch druckvoller. Graf köpfte nach einer Stunde den Ausgleich. Danach war Arminia wieder dran. Im Gegensatz zur ersten Halbzeit konnte Stuckmann das Gegentor aber nun mit einer Glanzparade verhindern, indem er den 20m-Freistoß um das Gebälk lenkte. Hatte sich das Glück gedreht? Es folgten mehrere gute Chancen für Eintracht (u.a. ein Lattenkopfball von Amedick), bevor der Schiedsrichter nach einem Foul an Graf auf den Elfmeterpunkt zeigte. Rische lief in der 74. Minute an -- und traf zum 3:2! Nicht wenige Zuschauer hatten es nicht mit ansehen können und sich beim Elfmeter umgedreht. In der letzten Viertelstunde gab es noch 2, 3 kritische Situationen vor dem Eintracht-Tor. So ging zwei Minuten vor Schluss ein abgefälschter Schuss der Arminen noch an die Latte. Die Glücksgöttin hatte sich jedoch entschieden und ließ kein weiteres Tor gegen die "Löwen" mehr zu.
Eintracht hatte gewonnen und den Aufstieg in die 2. Bundesliga geschafft!
Unmittelbar nach dem Schlusspfiff um 15.46 Uhr stürmten Tausende von Fans auf den Platz, sangen "Nie mehr 3. Liga, nie mehr, nie mehr" und begannen mit den ausgedehnten Aufstiegsfeierlichkeiten, die sich später in der Innenstadt bis tief in die Nacht hinzogen.
Viele Fans sicherten sich zusätzlich ein Andenken an dieses Spiel, indem sie im Stadion ein Stück Rasen ausgruben und mitnahmen. Besonders der Elfmeterpunkt war heiß begehrt.
Sehr erleichtert war nach dem Schlusspfiff natürlich Torhüter Stuckmann und sagte: "Ich hätte mich eingegraben, wenn wir verloren hätten." Trainer Krüger war einfach nur glücklich: "Der Schlusspfiff war wie ein Urknall. Ich habe geheult." Er nicht allein ...
Weniger emotional, aber absolut zutreffend fasste der "Kicker" am darauffolgenden Montag (6.6.05) das Spiel zusammen: "Rische cool nach Stuckmann-Schock".