13. August
Unser Eintracht13.08.2009
Premiere im Kleinen Haus des Staatstheaters Braunschweig
Am 13.8.2009 machten sich am frühen Abend rund 500 Anhänger der 'Löwen' auf den Weg, um ihre Plätze rund um den Rasen einzunehmen, dem blau-gelben Treiben zuzuschauen und ihrem Verein Eintracht Braunschweig zu huldigen.
Nein, ein Fussballspiel fand an diesem Abend nicht statt. Auch befand sich der Rasen nicht im Eintracht-Stadion an der Hamburger Straße. Das Kleine Haus des Staatstheaters Braunschweig hatte zur Premiere des Bühnenstücks 'Unser Eintracht' geladen.
Nach ihren beiden Erfolgen 'Braunschweich, Braunschweich' und 'Ölper 12 Pöints' hatten sich Christian Eitner und Peter Schanz in ihrem dritten Bühnenstück ganz dem Mythos 'Eintracht' verschrieben. Mit der Jazzkantine, Capuccino und anderen bekannten Akteuren stand ein bewährtes Team auf der Bühne. Auf der Bühne? Nein! Auf dem Fussballplatz! Das 'Kleine Haus' war zum Fussballstadion umgebaut worden. Es gab Tribünen, Flutlichtmasten, Stehplätze rund um den Platz (ohne störende Aschenbahn) und den Platz selbst mit Rasen, Toren, Mittelkreis und Elfmeterpunkt. Auch auf die obligatorische Stadionbratwurst musste der Fan nicht verzichten. Vor dem Haus luden Bratwurst- und Bierbude zum Verzehr ein.


Das Stück selbst bot über 2 Stunden ein Feuerwerk bester blau-gelber Unterhaltung. Es wurde nichts ausgelassen: Braunschweig als Mutterstadt des Deutschen Fussballs, Schilderung der Meisterschaft aus Kindermund ('... hat der Opa gesagt!'), Fan-Lieder ('Hey, Eintracht Braunschweig'; Daily Terror: 'Nordkurve ist nicht weit ...', u.a.), Grußworte ehemaliger Eintracht-Größen, die unterschiedlichen Fan-Typen im Eintracht-Stadion, Fan-Mode, Fussball-Psychologie, Stilblüten aus Interviews, blau-gelbe Beerdigung nach einem Abstieg, Eintracht-Quiz, 'Früher und Heute' mit dem Eintracht-Opa mit Rollator, 11 blau-gelbe Helden auf ewig, Deutsche Meisterschaft 2013 und zum Abschluss als Zugabe natürlich 'You' ll Never Walk Alone'.
Die Zuschauer waren begeistert !
Bis zum 6.9.2009, der letzten Aufführung, sollte es nun jeden Abend so sein. Alle Vorstellungen in den 3 ½ Wochen waren praktisch ausverkauft. Von Tag zu Tag erschienen immer mehr Besucher bereits ganz in Blau-Gelb gekleidet. In einigen Aufführungen wurde das Publikum auch selbst initiativ, indem es nicht nur mitmachte, sondern eigene Gesänge anstimmte. Mancher 'Löwen'-Fan begnügte sich zudem nicht mit einer Aufführung, sondern besuchte gleich mehrere. Was waren schon 26 Euro für einen Platz am Spielfeldrand und inmitten blau-gelber Emotionen?
Auch wenn die Fussballmannschaft von Eintracht Braunschweig gerade einmal keinen Grund zum Feiern bietet -- der Eintracht-Fan bleibt Eintracht-Fan und feiert trotzdem! Sich selbst ! Das gibt es nur bei der Eintracht in Braunschweig! Oder hat jemand von einem anderen Fussballverein gehört, dem ein eigenes Theaterstück gewidmet wurde, das zudem vom ersten bis zum letzten Tag ausverkauft war?
Nachahmer in anderen Fussball-Städten wird es sicherlich demnächst geben (BvB in Dortmund), aber die Braunschweiger waren auch hier wieder einmal die Ersten.
Wegen der großen Nachfrage ging 'Unser Eintracht' im Zeitraum vom 7.8. bis zum 22.8.2010 'in die Verlängerung'. Neben den bereits bekannten Stücken wurde auch Neues geboten. So hatten Trainer und Mannschaft den von Cattiva Brunsviga in der Vorsaison ausgedachten Anfeuerungsgesang 'Werdet zur Legende, kämpfen bis zum Ende, für die Zweite Liga, BTSV' im Studio mit viel Einsatz vertont und verfilmt. Gänsehaut-Feeling! Müßig zu sagen, dass auch alle Vorstellungen 'der Verlängerung' immer bestens besucht waren.