20. August
Eintracht - Wacker Burghausen 1:0 n.V.(0:0)20.08.2004
1. Hauptrunde DFB-Pokal – 2004/05
Zum DFB-Pokalspiel der ersten Runde reiste am 20.8.2004 die Mannschaft von Wacker Burghausen nach Braunschweig an.
In der Vorsaison hatte Eintracht erstmals nach langer Zeit wieder Erfolge im DFB-Pokal feiern können. Mit dem 1. FC Kaiserslautern (4:1) und Hannover 96 (2:0) wurden zwei Bundesligisten im Stadion an der Hamburger Straße ausgeschaltet, bevor die Blau-Gelben im Achtelfinale gegen den Zweitligisten Alemannia Aachen unterlagen (0:5).
Die Lose der ersten Runde im DFB-Pokal 2004/05 hatte der neue DFB-Präsident Theo Zwanziger gezogen und dem BTSV dabei die Zweitligamannschaft von Wacker Burghausen zugelost. Zwar kein attraktiver Erstligist, dafür aber eine machbare Aufgabe, meinten die "Löwen"-Fans, die gerade begonnen hatten, die von Trainer Krüger neu zusammengestellte Mannschaft schätzen zu lernen.
Zwar hatte sich Eintracht vor der Saison von den beiden Leistungs- und Sympathieträgern Jacob Thomas und Michel Mazingu getrennt, mit den Neuverpflichtungen Martin Amedick, Nermin Celikovic, Ahmet Kuru, Denni Patschinski, Benjamin Siegert und Jan Tauer schienen aber junge Spieler gekommen zu sein, die die entstandenen Lücken ausfüllen konnten. Insbesondere das dritte Saisonspiel in der Regionalliga Nord neun Tage zuvor hatte den Fans Spaß gemacht, als die "Löwen" den Zweitligaabsteiger und Aufstiegsanwärter VfB Lübeck mit 6:2 besiegten. Nach 4 Spieltagen rangierte der BTSV mit 7 Punkten auf Tabellenplatz 3.
Wacker Burghausen, das der 2. Liga seit 2002 angehörte, war mit einem Sieg (4:2 gegen den 1. FC Köln) und einem Unentschieden ebenfalls gut in die Saison gestartet.
Nur 9.000 Zuschauer wollten dieses Flutlichtspiel am Freitagabend sehen. Alle die zu Hause blieben: Selbst schuld !


Es wurde der hart umkämpfte Pokalfight. Wacker war von Beginn an anzumerken, dass sie die "Löwen" nicht unterschätzten. Das Team von Trainer Markus Schupp ging konzentriert in die Partie und erarbeitete sich mit kontrolliertem Spiel eine Überlegenheit. Nur einigen guten Paraden von Torhüter Stuckmann war es zu verdanken, dass die Blau-Gelben nicht frühzeitig in Rückstand gerieten. Bis zur Pause änderte sich an der Spielverteilung nichts. Burghausen blieb die bessere Mannschaft, traf aber das Tor nicht. So ging es mit einem für Eintracht glücklichen 0:0 in die Pause.
Nach dem Wechsel sahen die Zuschauer ein anderes Spiel. Der BTSV schien seinen Respekt vor dem Zweitligisten nun abgelegt zu haben und gestaltete das Geschehen auf dem Platz ausgeglichen. Insbesondere zwischen der 60. und 80. Minute spielten die "Löwen" stark. Ein Treffer gelang ihnen aber genauso wenig wie den Gästen, die gefährlich blieben.
Da es nach 90 Minuten immer noch 0:0 stand, ging das Spiel in die Verlängerung. In der 101. Minute stockte dem Blau-Gelben Anhang der Atem, weil sich Wacker wieder eine gute Gelegenheit erspielt hatte. Glücklicherweise stand an diesem Abend ein Stuckmann in TOP-Form im Tor. Auch nach 105 Minuten war daher noch kein Treffer gefallen.
Letzter Seitenwechsel, Eintracht wieder in Richtung Südkurve, in Richtung eigene Fans.
In der 109. Minute spielte Bick den im gegnerischen Strafraum mit dem Rücken zum Tor lauernden Kuru flach an. Kuru drehte sich blitzschnell um seinen Gegenspieler herum und schoss aus 14 Metern. Flach und unhaltbar für Keeper Gospodarek schlug der Ball im Netz ein. Tooor! Eintracht führte 1:0. Jubelszenen auf den Rängen! Aber das Spiel war noch nicht zu Ende. Wacker drängte mit Macht auf den Ausgleich. Als die Burghausener jedoch in der 116. Minute nur die Latte und nicht das Tor trafen, wurde auch dem letzten Skeptiker klar, dass der Fußball-Gott an diesem Abend auf Seiten der Blau-Gelben war. Bis zum Ende passierte dann auch nichts mehr.
Eintracht hatte die klassenhöhere Mannschaft von Wacker Burghausen mit leidenschaftlichem Spiel aus dem Pokal geworfen und feierte ausgiebig mit den Fans.
Danach wurden die anderen Pokalergebnisse studiert. Neben den "Löwen" hatten die Regionalligisten 1. FC Köln Amateure (gegen VFL Wolfsburg), Bayern München Amateure (gegen Bor. M"Gladbach), VfL Osnabrück (gegen Erzgebirge Aue) und SC Paderborn (gegen den Hamburger SV; eines der von Schiedsrichter Hoyzer manipulierten Spiele) Pokalüberraschungen geschafft.
Gegen wen würde der BTSV die zweite Runde bestreiten müssen? Zwei Tage später stand es fest: Die Bundesligamannschaft von Hertha BSC Berlin wird im Stadion an der Hamburger Straße antreten! Eintrachts Fans konnten sich auf ein weiteres Highlight freuen.
Auch in diesem Spiel knapp fünf Wochen später blieben die "Löwen" erfolgreich (3:2). Erst in der dritten Pokalrunde, dem Achtelfinale, schied der BTSV aus (2:3-Niederlage bei Bayern München Amateure am 09.11.2004). Der Laune der "Löwen"-Fans tat das kaum einen Abbruch. Das von Trainer Krüger neu formierte Team hatte sich die Sympathien aller Blaugelb-Infizierten längst erobert, spielte einen attraktiven, erfolgreichen Fussball und stieg am Ende der Saison verdient in die 2. Bundesliga auf.