17. September
VfB Stuttgart – Eintracht 1:2 (0:0)17.09.1966
5. Spieltag Bundesliga -- 1966/67
6:2-Punkte (2-Punkte-Wertung) und ein 3.Tabellenplatz konnten sich wahrlich sehen lassen!
Eintracht war so erfolgreich in die Bundesliga-Saison 1966/67 gestartet wie in der Premierensaison 1963/64. Während die Punkteausbeute drei Jahre zuvor jedoch eine absolute Sensation darstellte, weil der BTSV als Abstiegskandidat Nummer 1 angesehen wurde, überraschte der gute Auftakt in diese Spielzeit nicht ganz so sehr. Die „Löwen“ wurden zwar vor der Saison von keinem Trainer in Zusammenhang mit der Meisterfrage genannt, aber nach drei Mittelfeldplätzen in Folge war dem eingespielten und nur punktuell ergänzten Team, das nun schon im vierten Jahr mit demselben Trainer arbeitete, Einiges zuzutrauen. Nicht umsonst hatte Trainer Johannsen einen 10. Platz als Saisonziel ausgegeben.
Was allerdings Erstaunen hervorgerufen hatte, war der Umstand, wie die Punkte errungen worden waren. Die Meister 1965 Werder Bremen (2:0) und 1964 1.FC Köln (1:0) haut man in Heimspielen genau so wenig einfach ´mal weg wie die zuvor dreimal siegreiche Frankfurter Eintracht in ihrem eigenen Stadion (1:0). Und wenn man dann noch zusätzlich beim aktuellen Meister 1860 München auf Augenhöhe spielt und nur unglücklich knapp verliert (1:2), dann musste in der Truppe wohl doch mehr Substanz stecken als viele glauben mochten…
Aber vielleicht würden die „Löwen“-Fans auch gleich wieder aus ihren Träumen gerissen werden, denn ein weiteres Auswärtsspiel stand an. Der VfB Stuttgart schien als Stolperstein genau der richtige Verein zu sein. Ebenso wie die Blau-Gelben wiesen die Schwaben 6:2-Punkte auf (Platz 5). Nach Siegen gegen den 1.FC Nürnberg (1:0), bei Werder Bremen (2:1), gegen Meister 1860 (2:0) war es nur dem 1.FC Köln zu Hause gelungen, dem VFB eine Niederlage beizubringen (1:3).
Der 5. Spieltag fand am Samstag, den 17.9.1966 statt. 22.000 hatten sich im Stuttgarter Neckarstadion eingefunden. Die meisten davon wollten einen Sieg und die Rückkehr ihres VfB an die Tabellenspitze sehen, die die Stuttgarter nach drei Spieltagen noch inne hatten.
Eintracht konnte Ulsass wieder einsetzen. Brase und Gerwien fehlten. Walter Schmidt stand natürlich auf dem Platz – für ihn das 99. Bundesligaspiel in Folge. Nachdem Brase nun (schon das zweite Spiel in Folge) ausfiel, war Schmidt der einzige Bundesligaspieler überhaupt, der alle Spiele seit Einführung der höchsten deutschen Spielklasse absolviert hatte!
Die Blau-Gelben verließen sich im Spiel wieder auf ihre Abwehr, die sich nun schon wiederholt als sattelfest erwiesen hatte. Das konnten sie auch! Schmidt schaltete Stuttgarts französischen Außenstürmer Gilbert Gress aus und das gleiche tat Dulz mit Spielmacher Huttary. So war es allein der VfB-Linksaußen Köppel, der sich häufiger durchsetzte, für seine Bälle aber keine Abnehmer fand. Gefahr drohte dem „Löwen“-Tor daher nur selten. Allerdings fand Eintracht offensiv praktisch gar nicht statt. Von Ulsass war nichts zu sehen. So stand es zur Halbzeit und auch nach 65 Minuten folgerichtig 0:0.
In Spielminute 67 erzielte die aktivere Mannschaft, der VfB, dann aber doch ein Tor. Eine unglückliche Klärungsaktion von Kaack auf der Torlinie ermöglichte dem agilen Köppel die Führung. 1:0! Lange Gesichter bei Eintrachts Anhang! Nun wurde es aber ein anderes Spiel. Ulsass wachte auf! Er riss das Spiel an sich und seine ganze Mannschaft mit. Gegenspieler Sieloff konnte ihn nicht halten. Jetzt dominierte der BTSV! Allerdings profitierten die Braunschweiger auch davon, dass mit Willi Entenmann und Eisele zwei VfB-Abwehrspieler mittlerweile angeschlagen waren. (Wechseln durfte man in dieser Spielzeit noch nicht.) Schon nach kurzer Zeit wurde die Leistungssteigerung der „Löwen“ belohnt – und das gleich doppelt! 78.Minute, sehenswerter Alleingang Ulsass, 1:1! „Lo-thar Ul-sass, eijeijeijei!“ 79.Minute, scharfe Hereingabe Maas, abgefälscht, 1:2!
Der Rest war ein ruhiges Runterspielen der Uhr. In Nöte geriet Eintracht nicht mehr. Schlusspfiff! Endstand 1:2! Der BTSV hatte sein zweites Auswärtsspiel in Folge gewonnen und nun 8:2-Punkte!
VfB-Trainer Gutendorf, der die „Löwen“ schon bei ihrem Sieg in Frankfurt beobachtet und ihnen Respekt gezollt hatte, lobte wiederum Eintrachts Spielweise, ging aber auch hart mit seiner Abwehr ins Gericht. Johannsen sagte: „Wir bleiben auf dem Boden …“
Da Eintrachts Flugzeug bereits eine Stunde später abheben sollte, blieb den Spielern wenig Zeit, die anderen Bundesliga-Ergebnisse in Ruhe zu studieren. Die Fans hatten die Zeit. Nicht schlecht, was sich am Spieltag so ereignet hatte:
Die „Roten“ aus Hannover hatten gegen den Tabellenzweiten Eintracht Frankfurt mit 2:1 gewonnen. Der Tabellenvierte Hamburger SV hatte sein Heimspiel gegen den 1.FC Nürnberg mit 0:1 verloren. Nur Tabellenführer 1.FC Kaiserslautern war mit 2:0 gegen Werder Bremen siegreich geblieben.
Das bedeutete: Erster der 1.FCK mit 9:1 und Zweiter Eintracht mit 8:2. Die nächsten Teams folgten erst mit 7:3-Punkten.
Kommentar in der in Köln erscheinenden Sport-Zeitung „Der Fussball Sport“ vom 19.9.1966 (19.Jg.,Nr.38) zu Eintracht Braunschweig: „Leisetreter: Sie machen nicht viel Wind. Man hört keine Skandälchen. Aber man tut, was man kann. Beispielsweise Favoriten töten. …“
Kommentar in der „Neuen Woche“, der damals größten Sportzeitung Niedersachsens, vom 19.9.1966 (Nr.38): „Diese Braunschweiger sind einfach Klasse“; „Eintracht begeisterte auf der ganzen Linie“; „Walter Schmidt fesselte auch ‚Beatle‘ Gress“
Wo sollte das für Eintracht in dieser Saison noch hinführen?
[Stand: März 2017]

Eintracht – Energie Cottbus 3:1 (2:0)17.09.2011
8. Spieltag 2. Bundesliga – 2011/12
Zum Punktspiel der 2. Bundesliga empfing Eintracht am 17.9.2011 die Mannschaft von Energie Cottbus.
Mittlerweile waren sich die Sportexperten einig, dass mit dem BTSV ein Verein den Aufstieg aus der 3. Liga geschafft hatte, der in der Saison 2011/12 durchaus mehr als „nur“ den Klassenerhalt erreichen konnte. Eintracht besaß eine eingespielte Mannschaft. Einige Spieler kickten schon seit 4 Jahren zusammen. Die Stammelf war mit Ausnahme von Bellarabi, der zum Bundesligisten Bayer Leverkusen gewechselt war, zusammengehalten worden. Mit den Zwillingsbrüdern Korte, Correia, Petersch, Zimmermann und Stürmer Merkel war der (nun) solide wirtschaftende Verein zudem seinem Prinzip treu geblieben, auf junge, hungrige Akteure zu setzen. Diese Kontinuität zahlte sich aus.
Eintracht belegte nach sieben Spieltagen mit 14 Punkten Platz 4 der Tabelle und befand sich damit in so erlesener Gesellschaft wie den Absteigern FC St.Pauli (2., 16 Punkte) und Eintracht Frankfurt (6., 13 Punkte), der SpVgg Greuther Fürth (1., 18 Punkte) und Fortuna Düsseldorf (3., 15 Punkte).
Ebenso 14 Punkte wie die „Löwen“ besaß das Team von Energie Cottbus (5.). Beide Mannschaften hatten zu Hause je 2x gewonnen, einmal Unentschieden gespielt und je eine Partie verloren. Auswärts waren beide bei je 2 Siegen und einem Remis noch ungeschlagen. Auch am letzten Spieltag waren beide Vereine synchron marschiert. Während der BTSV einen Punkt beim Mitaufsteiger Hansa Rostock holte (0:0), gelang Cottbus dies gegen Eintracht Frankfurt (3:3 nach 3:1-Führung).
Energie trat überhaupt erst zum zweiten Mal in einem Pflichtspiel im Eintracht-Stadion an. Der erste Auftritt hatte in der Zweitliga-Saison 2005/06 stattgefunden und den Lausitzern einen 1:0-Sieg beschert. Am Ende dieser Spielzeit waren die Cottbuser aufgestiegen. Ähnliche Ziele verfolgte der Verein nun auch wieder, hatte seinem Trainer „Pele“ Wollitz dafür aber einen 3-Jahres-Zeitraum gesetzt.
Zwar verfolgten die Blau-Gelben wesentlich bescheidenere Ziele, dennoch war es das Spitzenspiel des 8. Spieltags – für die „Löwen“ schon das dritte seiner Art nach den Begegnungen gegen Eintracht Frankfurt am 3. Spieltag (0:3) und den FC St.Pauli am 6.Spieltag (1:0).
21.800 Zuschauer hatten an diesem Samstag die Stadiontore passiert. – Wieder einmal eine stattliche Anzahl (bei einer Vereins-Kalkulation von 16.000).
Kuriosum gleich zu Beginn: Bei seiner Routineüberprüfung stellte der Linienrichter fest, dass das Tor in der Nordkurve zu niedrig war. Statt 2,44m lag die Latte nur bei 2,39m. Ein paar Handgriffe, und das Spiel konnte pünktlich angepfiffen werden.
Energie setzt seine kurz vor Ende der Transferperiode verpflichteten Spieler Schorch (kam vom 1.FC Köln) und Fenin (kam von Eintracht Frankfurt) ein, konnte aber nicht verhindern, dass Eintracht schnell die Spielkontrolle übernahm. Die „Löwen“ spielten einfach besser und kamen zu deutlich mehr Chancen. Insbesondere in Halbzeit 1 dominierten die Blau-Gelben ganz klar. Die Torfolge gab das Geschehen auf dem Rasen dann auch ziemlich exakt wieder.
In der 19. Minute bediente Boland Kruppke, der mit seinem bereits 5. Saisontor zum 1:0 einnetzte. 21 Minuten später machten die beiden es umgekehrt. Dieses Mal Vorarbeit von Kruppke und das Tor durch Boland. 2:0 hieß es auch zur Pause. Den mehr oder weniger überraschenden Anschlusstreffer durch einen Fernschuss des Nachwuchs-Stars Bitencourt in der 76. Minute konterte Eintracht umgehend. Flanke Zimmermann, Flugkopfball Kumbela, 3:1. Drei Minuten später musste sich „Kumba“ nach Gelb/Roter-Karte von Schiedsrichter Gräfe verabschieden. Am Spielstand änderte das nichts mehr. Die „Löwen“ hatten die Partie verdient, wie auch der Gäste-Trainer feststellte, mit 3:1 gewonnen.


[Bild von B.Grimm]

Der Blick auf die Tabelle nach dem Spieltag machte den „Löwen“-Fans richtig Spaß:
1.) SpVgg Greuther Fürth 19P.; 2.) FC St.Pauli 19P.; 3.) Fortuna Düsseldorf 18P;
4.) Eintracht 17P; 5.) Eintracht Frankfurt 16P; 6.) 1860 München 15P und 7.) Energie mit 14P.
Was für Gesellschaft! Statt Wacker Burghausen und Werder 2 nun solche Traditionsteams!
Auch die nächsten beiden Begegnungen brachten den Blau-Gelben keine Niederlage. Im Live-Spiel des Sportsenders „Sport 1“ am übernächsten Spieltag gelang Eintracht gegen den Tabellenzweiten Fortuna Düsseldorf ein 1:1.
Fussball-Deutschland nahm Eintracht Braunschweig wieder zur Kenntnis! Positiv!