22. September
Eintracht - Hertha BSC Berlin 3:2 (0:0)22.09.2004
2. Hauptrunde DFB-Pokal - 2004/05

Die deutsche Fussball-Nationalspielerin und Weltmeisterin Maren Meinert hatte Eintracht für die zweite Pokalrunde die Bundesliga-Mannschaft von Hertha BSC Berlin zugelost. Das Spiel fand als Flutlichtspiel an einem Mittwochabend statt.
Die Braunschweiger hatten wieder Lust auf Pokal. In der Vorsaison mussten im Stadion an der Hamburger Straße nacheinander die Bundesliga-Mannschaften vom 1. FC Kaiserslautern (4:1) und von Hannover 96 (2:0) Niederlagen einstecken, in dieser Saison hatte es den Zweitligisten Wacker Burghausen (1:0 n.V.) erwischt. Teilweise waren es begeisternde Spiele gewesen.
Hinzu kam, dass die Eintracht sehr erfolgreich in die Regionalliga-Saison 2004/2005 gestartet war. Nach gespielten 8 Begegnungen lagen die "Löwen" mit 17 Punkten (hinter dem Hamburger SV 2 und dem SC Paderborn) auf Platz 3.
Kein Wunder also, dass das Spiel mit 21.000 Zuschauern annähernd ausverkauft war.
Die Zuschauer sahen vor dem Anpfiff zunächst auf der Gegengerade eine sehr schöne Choreographie, im Wesentlichen bestehend aus einem pochenden roten Fahnen-Herz inmitten einer blau-gelben Wand. Der Dank für diese Arbeit gebührte den Ultras Braunschweig, die diesbezüglich die Nachfolge des aufgelösten Fan-Verbands "Johannsens Erben" angetreten hatten.
Was die Fans der Eintracht nach dem Anpfiff zu sehen bekamen, war nicht weniger beeindruckend. Mit hohem kämpferischen Einsatz und Leidenschaft von Beginn an machten die "Löwen" den Zweiklassenunterschied zum Bundesligisten mehr als wett und erspielten sich klarste Chancen. Einziges Manko: Keine der Chancen in der ersten Halbzeit konnte verwertet werden. So ging es mit einem für Hertha glücklichen 0:0 in die Pause. In der 58. Minute passierte dann das, was in solch einem Spiel eigentlich nicht passieren darf. Den Berlinern gelang nach einer cleveren Aktion von Marcelinho die Führung. Wer jedoch geglaubt hatte, Eintracht würde nun den vergebenen Chancen nachtrauern und das Spiel aus der Hand geben, sah sich getäuscht. Es dauerte gerade einmal zwei Minuten, bis Graf zum 1:1 ausgleichen konnte. Von ihren fantastischen Fans immer wieder nach vorn getrieben, ließen die Blau-Gelben nicht nach und erzielten eine Viertelstunde vor Schluss durch Marco Grimm das 2:1. Auch der Ausgleich für die Hertha kurze Zeit später durch "Zecke" Neuendorf konnte Eintracht an diesem Abend nicht aufhalten. Wiederum nur zwei weitere Minuten vergingen, dann fiel das 3:2 für die "Löwen". Allerdings war es dieses Mal ein Eigentor, das Eintracht die erneute Führung brachte. Der Hertha-Spieler Madlung, der in der Jugend selbst noch für die Blau-Gelben spielte, hatte eine Flanke ins eigene Tor gelenkt. Es war die entscheidende Aktion an diesem Tag. In den verbleibenden zehn Minuten passierte nichts mehr.
Eintracht hatte den Bundesligisten Hertha BSC Berlin mit 3:2 verdient aus dem Pokal geworfen und damit das Achtelfinale erreicht. Entsprechend groß fiel der Jubel auf dem Rasen und den Rängen aus. Trainer Krüger sagte nach dem Spiel: "Das war eine geile Abendveranstaltung." Wer wollte dem widersprechen?


Eintracht - Karlsruher SC 2:2 (0:0)22.09.2006
5. Spieltag 2. Bundesliga - 2006/07

Am 22.9.2006 stellte sich mit dem Karlsruher SC der aktuelle Spitzenreiter der 2. Bundesliga im Punktspiel im Stadion an der Hamburger Straße vor.
Im Sommer 2006 stand einer erfolgreichen Zukunft des BTSV eigentlich nichts im Wege. Die Mannschaft, die sich im ersten Jahr nach dem Aufstieg relativ sicher in der 2. Bundesliga behauptet hatte, war nach Meinung der Verantwortlichen sinnvoll verstärkt worden und durfte sich zudem auf komfortable Reisen in einem neuen Mannschaftsbus freuen. Der Platz hatte seine Rasenheizung erhalten und der Ausbau des Stadions schien festzustehen (Nordkurve, Business-Logen, Multifunktions-Kubus). Über 7.000 Dauerkarten waren verkauft worden. Zur Saisoneröffnung vor 18.000 Zuschauern hatte man mit dem 4 ½ Monate alten Löwen Charly sogar ein neues Maskottchen präsentieren können. Der Streit mit den Fans über das neue Trikot in Marineblau war ebenfalls mit der Zusage, das Trikot nur in Auswärtsspielen zu tragen, schnell ausgeräumt worden.
Alles bestens also! Nun mussten nur noch die Spiele gewonnen werden.
Genau das tat die Mannschaft aber nicht! Nach zwei Null-Nummern zum Auftakt (gegen SC Paderborn und bei Carl-Zeiss Jena) folgten drei Niederlagen (0:2 gegen TuS Koblenz; 1:3 im Pokal beim Regionalligisten VfL Osnabrück; 1:4 beim 1. FC Köln). Nach 4 Spieltagen standen die "Löwen" mit 2 Punkten bereits auf einem Abstiegsplatz (16.) und waren aus dem Pokal ausgeschieden.
Die neuen Spieler hatten sich bisher nicht einmal im Ansatz als Verstärkungen erwiesen. Zudem fielen mit Patrick Bick und nun auch Daniel Graf absolute Leistungsträger der vergangenen Saison verletzungsbedingt aus.
Ganz anders der Karlsruher SC! Die Mannschaft um Torwart Miller, Abwehrspieler Maik Franz, Stürmer Kapllani und den offensiven Mittelfeldspieler Federico, den Eintracht im Sommer 2005 auch gern (vom 1. FC Köln) verpflichtet hätte, präsentierte sich spielstark und führte die Tabelle mit 10 Punkten und 10:3 Toren an.
16.700 Zuschauer sahen an diesem Freitagabend eine Eintracht-Mannschaft, die sich deutlich besser präsentierte als in den Heimspielen zuvor. Nach einer Abtastphase, in der die Blau-Gelben Glück hatten, dass ein Kopfballtor des KSC wegen angeblichen Foulspiels nicht anerkannt wurde (14. Minute), übernahmen sie mehr und mehr das Kommando. Über die linke Seite trieben Rodrigues und Fuchs das Spiel immer wieder an. Jülich und Rische hatten mit Schüssen Pech, ebenso Brinkmann mit einem Kopfball. Die größte Chance jedoch besaß Siegert. Nach Traumpass von Fuchs lief er frei auf den KSC-Torwart zu und ... scheiterte (36.). Chancen des Tabellenführers: Fehlanzeige! So konnten die Karlsruher froh sein, mit einem 0:0 in die Pause zu gehen. Für das Eckenplus von 5:1 konnte sich Eintracht nichts kaufen.
Die 2. Halbzeit begann für die Blau-Gelben mit einem Schock. 48. Minute, Freistoß KSC aus 22 m, 0:1. Die "Löwen" ließen sich jedoch nicht hängen. 50. Minute Schuss Kastrati, 51. Minute Distanzschuss Brinkmann. Nur ein Tor wollte nicht gelingen. In der 56. Minute gab es wieder einmal Ecke für den BTSV. Kapllani umklammerte Grimm so offensichtlich, dass dem Schiedsrichter nichts anderes übrig blieb, als auf den Punkt zu zeigen. Elfmeter! Rische ließ sich die Chance nicht entgehen (58.) -- 1:1! Danach spielten nur noch die "Löwen". Weiterhin lauf- und zweikampfstark drängten sie den KSC immer weiter zurück. In der 63. Minute sah Kapllani gelb-rot. Zwar war das vorausgegangene Foul nicht unbedingt gelbwürdig, jedoch hatte der KSC-Stürmer in den Zweikämpfen mit Grimm zuvor bereits wiederholt um die zweite gelbe Karte gebettelt. In der 73. Minute wurde Eintracht für sein Anrennen belohnt. Fuchs bediente Kastrati im 16er, dieser tanzte Franz aus und schoss an Miller vorbei ins Tor. 2:1!
Riesenjubel bei den Fans! Erstes Tor des vor der Saison verpflichteten, frischgebackenen albanischen Nationalspielers, der Eintrachts Aufmerksamkeit auch wegen 29 geschossener Tore für Bor. M" Gladbachs Amateure in der Oberliga erregt hatte.
Nichts deutete darauf hin, dass die "Löwen" an diesem Abend noch einmal in Gefahr geraten würden. Die Fans in der Südkurve sangen "Der BTSV ist wieder da" und "So ein Tag, so wunderschön wie heute". Zu früh! In der 83. Minute kam der KSC noch einmal nach vorn, die Blau-Gelben konnten nicht endgültig klären, der Ball prallte zu Franz, der aus 25 m abzog: 2:2.
Wieder ein Gegentreffer durch einen Schuss aus mehr als 20 m-Entfernung! Während man beim 0:1 noch streiten konnte, ob der Ball haltbar war, musste man dieses Tor Stuckmann anlasten. Es war zum Heulen! Erst fallen wichtige Spieler durch Verletzungen aus und dann patzen andere Leistungsträger auch noch.
Eintracht versuchte alles. In der 88. Minute sah es noch nach einem Happy-End aus, aber der eingewechselte Schweinsteiger scheiterte aus 2m am großartig reagierenden KSC-Keeper. Wieder hatte Fuchs die Vorarbeit geleistet.
So blieb es bis zum Schlusspfiff beim 2:2. Während die Karlsruher mit ihren 300 mitgereisten Fans feierten, standen die Eintracht-Spieler mit gesenkten Köpfen auf dem Platz. Sie hatten die beste Leistung der Saison abgeliefert, hätten den Sieg verdient gehabt und mussten sich nun mit einem Unentschieden abfinden.
Die kämpferische Einstellung und die gezeigte spielerische Leistung machte den Fans allerdings Mut. Mit aufmunterndem Beifall wurde die Mannschaft "entlassen". Das wird schon ...
Es wurde nicht! Nach einer weiteren Niederlage mussten eine Woche später Trainer Krüger und Manager Loos gehen. Der danach verpflichtete Trainer Vasic hielt sich gerade einmal sechs Spiele. Ohne mit der Mannschaft einen einzigen Punkt errungen zu haben, feuerte die installierte "Task-Force" ihn Mitte November. Auch Nachfolger Reimann konnte die Mannschaft, die mittlerweile auf dem letzten Tabellenplatz angekommen war, nicht aus dem Tabellenkeller führen, obwohl in der Winterpause 11 (!) neue Spieler geholt wurden.
4 Spieltage vor Schluss stand Eintrachts Abstieg aus der 2. Bundesliga definitiv fest. Am Ende hatten die Blau-Gelben 23 Punkte errungen. Der vor ihnen plazierte Tabellen-Siebzehnte Wacker Burghausen wies 32 Punkte auf.
Der Karlsruher SC stieg mit 70 Punkten als Zweitligameister in die Bundesliga auf.