27. September
Eintracht - Kickers Offenbach 5:1 (2:0)27.09.1975
9. Spieltag Bundesliga - 1975/76
Am 27.9.1975 war im Bundesliga-Punktspiel im Stadion an der Hamburger Straße die Mannschaft von Kickers Offenbach zu Gast.
Eintracht hatte am Spieltag zuvor seine erste Niederlage der Saison 1975/76 hinnehmen müssen. Diese war mit 1:5 bei Schalke 04 zudem sehr deutlich ausgefallen. Allerdings wäre es nach Meinung der "Löwen"-Fans nicht zu dieser "Klatsche" gekommen, wenn nicht Torhüter Bernd Franke mit einer Meniskus-Verletzung in der Halbzeit hätte ausgewechselt werden müssen. Zur Pause stand es immerhin 1:1. Erst nach Frankes Ausfall war die Abwehr auseinandergebrochen und hatte dem Gegner vier weitere Tore ermöglicht.
Trotz der Niederlage stand der BTSV mit 11:5 Punkten (2-Punkte-Wertung) nach 8 Spieltagen glänzend da und belegte Platz 2 der Tabelle. Ob der Höhenflug aber weiter anhalten würde, hing wesentlich davon ab, ob der nicht einmal 20 Jahre alte Ersatztorwart Uwe Hain den weiterhin verletzten Franke in den nächsten Spielen würdig vertreten konnte. Denn von der Verpflichtung eines neuen Torhüters hatte die Vereinsführung trotz entsprechender Angebote abgesehen, weil man Hain vertraute.
Natürlich wussten die Eintracht-Fans unter den 17.000 Zuschauer an diesem Samstag ganz genau, was sie zu tun hatten. Sie feuerten Hain immer wieder mit "Uwe, Uwe"-Sprechchören an. Der junge Torhüter dankte es ihnen mit einer guten Leistung. Allerdings nahm ihm die nun wieder gut stehende Abwehr der Blau-Gelben auch die meiste Arbeit ab.
Die "Löwen" beherrschten die Kickers über die gesamte Spielzeit nach Belieben. Sie waren sowohl spielerisch als auch läuferisch überlegen und starteten immer wieder gefährliche Angriffe. Die erste Halbzeit glich einer Daueroffensive. So war es kein Wunder, dass die Tore wie reife Früchte fielen. Frank (26. Minute), Handschuh (28.), Merkhoffer (48.), Gersdorff (60., mit Elfmeter) und Dremmler (69.) schossen eine 5:0-Führung heraus, bevor die Offenbacher zum Endstand von 5:1 verkürzen konnten.
Kuriosum am Rande: Vor dem Spiel hatte man über Torwart Hain diskutiert. Nach dem Spiel diskutierte man über Helmschrot, den Torhüter von Kickers Offenbach. Nachdem dieser eine Woche zuvor noch eine herausragende Leistung geboten hatte, trug er in diesem Spiel an mindestens zwei Treffern eine Mitschuld.
Die "Löwen" eroberten durch den Sieg zunächst – wie bereits zwei Wochen zuvor – die Tabellenführung. Allerdings konnte Borussia Mönchengladbach noch vorbeiziehen. Diese traten erst am Abend bei Hertha BSC Berlin an. Nach der Begegnung stand fest: Eintracht blieb auf Platz 1 und Gladbach rutschte nach der 0:3-Niederlage in Berlin auf Platz 3 ab. Zweiter war nun Bayern München, das gegen Hannover 96 mit 3:1 gewonnen hatte.
Wer nach diesem Wochenende Lust auf Autogramme von Eintracht-Spielern verspürte, aber keine Gelegenheit hatte, sich diese persönlich im Stadion zu besorgen, wurde im "Kicker" des darauffolgenden Montags fündig. Auf Seite 30 waren dort 20 Adressen von "Löwen"-Kickern abgedruckt. Also schnell einen Brief mit Rückumschlag an den Wümmeweg 4 abschicken, und ein paar Tage später würde bestimmt das Autogramm von Wolfgang Frank im Briefkasten sein. Oder an den Sielkamp 6a schreiben, und bald konnte man die Unterschrift von Danilo Popivoda sein Eigen nennen.
Die Blau-Gelben spielten auch im weiteren Verlauf der Saison noch lange um die Spitze mit. Am Ende belegten sie den 5. Tabellenplatz, der die Teilnahme am internationalen Wettbewerb sicherte. Kickers Offenbach stieg als Tabellen-17. nach 3 Jahren wieder aus der Bundesliga ab.

Eintracht - 1. FC Köln 1:1 (1:0)27.09.2002
7. Spieltag 2. Bundesliga - 2002/03

Am 27.9.2002 stellte sich der 1. FC Köln im Stadion an der Hamburger Straße vor.
ßber 17 Jahre lag die letzte Auseinandersetzung zwischen Eintracht und dem FC in einem Punktspiel nun schon zurück. Die Blau-Gelben waren zu dieser Zeit noch erstklassig, und die Domstädter spielten in der Spitzengruppe der Bundesliga mit. In der Zwischenzeit war Eintracht dreimal ab- und zweimal aufgestiegen. Aber auch der FC hatte seine bestimmende Rolle im deutschen Fussball eingebüßt und war im Sommer zum zweiten Mal aus der ersten Bundesliga abgestiegen, nachdem er bereits von 1998 bis 2000 zweitklassig war.
Eigentlich genug Gründe für die "Löwen"-Fans, sich auf die Auseinandersetzung mit dem ersten Deutschen Meister seit Einführung der Bundesliga (1964) zu freuen, zumal Eintracht gerade erst im Sommer wieder den Aufstieg in die 2. Bundesliga geschafft hatte. Wäre da nur nicht der katastrophale Saisonverlauf für die Blau-Gelben gewesen ...! Nach einem Saisonauftakt nach Maß mit einem 4:2 gegen Waldhof Mannheim hatte der BTSV die weiteren fünf Spiele allesamt verloren (0:2 bei RW Oberhausen; 1:2 gegen SSV Reutlingen; 1:7 bei FC St. Pauli; 0:2 gegen SC Freiburg; 0:3 bei SpVgg Greuther Fürth) und war als Tabellenvorletzter mitten im Abstiegskampf angekommen. Die Kölner dagegen konnten vor diesem 7. Spieltag auf 4 Siege und 2 Unentschieden zurückblicken und waren damit ungeschlagener Tabellenzweiter. Das Saisonziel, sofortiger Wiederaufstieg in die Bundesliga, schien realistisch.
Trotz der letzten deprimierenden Ergebnisse war das Interesse an Eintracht in Braunschweig ungebrochen und 17.000 machten sich an diesem Freitagabend auf den Weg ins Stadion. Allerdings wiesen die Fans in Block 9 mit dem Transparent "Geduld ist nicht unendlich" deutlich daraufhin, dass man nun bessere Leistungen erwarte.
Eintracht ging sehr engagiert ins Spiel und wurde früh belohnt. In der 9. Minute gelang Mazingu das 1:0. Das Spiel wogte danach hin und her. Den spielerischen Vorteilen der Kölner setzten die "Löwen" den Kampf entgegen. Ein Leistungsunterschied zwischen dem Zweiten und dem Siebzehnten der Tabelle war daher nicht zu erkennen. Chancen boten sich hüben wie drüben. 10 Minuten nach der Pause gelang den Domstädtern der Ausgleich. Wer jedoch befürchtete, die Blau-Gelben würden nun einbrechen, wie es in einigen der letzten Spiele nach Gegentoren der Fall war, sah sich getäuscht. Die "Löwen" hielten ihre Linie bei und blieben gleichwertig. Beiden Mannschaften boten sich noch Gelegenheiten für den Siegtreffer, die jedoch nicht genutzt wurden. So blieb es bis zum Schlusspfiff beim letztendlich gerechten 1:1.
Die Fans feierten diesen Punktgewinn wie einen Sieg. Die Spieler durften sich endlich wieder einmal auf eine ausgedehnte Ehrenrunde begeben.
Durch den Punktgewinn verbesserte sich der BTSV auf den 15. Tabellenplatz. Die Fans hatten wieder Hoffnung.
Sie ahnten zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass Eintrachts Präsidium nur drei Wochen und zwei Niederlagen später (2:4 bei Wacker Burghausen; 1:2 gegen Karlsruher SC) Trainer Vollmann und Manager Holdorf entlassen würde.