24. Januar
Defensivspieler Norman Theuerkauf24.01.1987
Ein Löwengeburtstag
Norman Theuerkauf kam am 24.1.1987 in Nordhausen zur Welt.
Seine Fussballkarriere startete er bei der SG Heringen-Görsbach. Im Alter von 12 Jahren wechselte er zu Carl Zeiß Jena und lebte dort im Internat. Im Jahr 2003 ging es weiter zu Werder Bremen, wo er ab der Spielzeit 2005/06 in der 2.Mannschaft (U23) zum Einsatz kam. Bis Ende 2007 stand er dort in 52 Spielen (05/06: 15; 06/07: 30; 07/08: 7) in der Regionalliga Nord auf dem Platz und schoss dabei 2 Tore (1/1/0). Parallel dazu absolvierte er von Juli 2005 bis Ende 2007 eine Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann. In seine Bremer Zeit fallen auch seine einzigen internationalen Einsätze. Anfang 2006 reiste Theuerkauf mit der deutschen U19 nach Katar und wurde dort in 5 Begegnungen eingesetzt. Im Januar 2008 schließlich schloss er sich Eintracht Frankfurt an, wo er bis Juni 2009 in der (nun viertklassigen) Regionalliga Süd 32 Punktspiele (7 Tore) bestritt.
Eintrachts Trainer Torsten Lieberknecht fand Gefallen an der Spielweise des 1,83m großen Nordhausener und veranlasste ihn zum Wechsel nach Braunschweig. Am 6.5.2009 unterschrieb Norman Theuerkauf bei Eintracht einen 2-Jahres-Vertrag bis zum 30.6.2011.
Gemeinsam mit ihm siedelte seine Freundin Martina, die er in Bremen kennengelernt hatte, in die Okerstadt über. Den Haushalt vervollständigten die beiden Bulldoggen Rüde „Booboo“ (seit 2007) und Hündin „Nala“ (seit 2009). Passenderweise begann Martina hier sofort (Juli 2009) eine Ausbildung zur Tierarzthelferin.
Lieberknecht hatte Theuerkauf als Linksverteidiger eingeplant und setzte ihn in der Spielzeit 2009/10 in der 3.Liga auch entsprechend ein. Je länger die Saison dauerte, desto mehr vertraute der „Löwen“-Coach jedoch auf Ken Reichel als linkes Glied der Viererkette. Theuerkaufs Einsätze wurden daher im Frühjahr 2010 immer seltener. Am Saisonende standen für ihn 26 Punktspieleinsätze (7x eingewechselt) zu Buche, davon nur 6 nach der Winterpause. Tore? Fehlanzeige!
Da der BTSV den Aufstieg in die 2.Bundesliga als unglücklicher Tabellenvierter verpasst hatte, war die 3.Liga auch in der Saison 2010/11 das Betätigungsfeld des Defensivspielers. Der Eintracht-Trainer versuchte es mit Theuerkauf sporadisch weiter links in der Viererkette, besann sich dann aber anders und probierte ihn als sog. „6er“ aus. Und das funktionierte! Die Position des zentralen defensiven Mittelfeldspielers gefiel Norman sichtlich. Er bot starke Leistungen und stand von nun an regelmäßig in der Startelf. Ab dem 11.Spieltag verpasste er keine Partie mehr. Grund genug für den Verein, den Vertrag mit dem Defensivspieler am 24.2.2011 um 2 Jahre (bis 30.6.2013) zu verlängern. Auch die Sportzeitschrift „Kicker“ würdigte seine Leistungen entsprechend, indem sie ihn in der „Rangliste des Deutschen Fussballs“ für die 3. Liga auf der Position „Mittelfeld defensiv“ sowohl am Jahresende als auch am Saisonende in die Rubrik „Blickfeld“ einstufte. Nach dem letzten Spieltag konnte Theuerkauf auf 31 Einsätze (3x eingewechselt) zurückblicken.
Nicht nur für Eintrachts neuen „6er“ war es eine erfolgreiche Saison, sondern für den BTSV insgesamt. Die „Löwen“ sicherten sich souverän die Meisterschaft in der 3.Liga und damit den Aufstieg. Durch ein 1:0 bei der SpVgg Unterhaching am 32. von 38 Spieltagen stand dieser schon frühzeitig fest. In allen wichtigen Begegnungen hatte Theuerkauf mitgewirkt und dabei auch 5 Treffer erzielt. Insbesondere seine Tore zum 2:2-Endstand am 16.Spieltag bei Kickers Offenbach (nach 0:2-Rückstand) und zum 2:0 beim 2:1 am 29.Spieltag gegen den Tabellenzweiten Hansa Rostock waren für den Saisonverlauf nicht unwichtig.
In den folgenden beiden Spielzeiten in der 2. Bundesliga verteidigte die Nummer 15 der Blau-Gelben seinen Stammplatz im defensiven Mittelfeld. In der Saison 2011/12, die Eintracht als Tabellenachter abschloss, stand er in 28 Begegnungen (immer in der Startelf) auf dem Platz und traf 2x ins gegnerische Gehäuse (am 22.SpT zum 1:1 bei Erzgebirge Aue und am 24.SpT zum 1:0 beim 3:2 gegen Hansa Rostock). Noch mehr Einsätze hatte er in der Wahnsinnssaison der „Löwen“ 2012/13. Bei Eintrachts gleichermaßen sensationellem wie überraschendem Aufstieg in die Bundesliga bot ihn Lieberknecht in 31 Spielen auf (1 Tor), immer für die Startelf. Eine Gelb-Rote Karte, ein Magen-Darm-Infekt sowie eine Gelbsperre (nach 5 Gelben Karten) verhinderten die perfekte Saison. Eintracht belohnte Theuerkaufs Leistungen mit der frühzeitigen (4.12.2012) Vertragsverlängerung um 2 Jahre (bis 30.6.2015). Der „Kicker“ nahm ihn wieder in der „Rangliste des Deutschen Fussballs“ auf der Position „Mittelfeld defensiv“ sowohl am Jahresende als auch am Saisonende in die Rubrik „Blickfeld“ auf, dieses Mal aber für die 2.Bundesliga. Ärgerlich an dieser Saison war für Eintrachts „6er“ nur, dass seine Gelbsperre ausgerechnet auf den 31. Spieltag fiel, an dem die Blau-Gelben den Aufstieg durch ein 1:0 beim FC Ingolstadt perfekt machten.
Wer gedacht hatte, in der Bundesliga würden die Einsätze des inzwischen verheirateten Spielers mit dem eintätowierten großen Stern am Ellenbogen – Ehefrau Martina zieren 2 kleine Stern-Tatoos auf der Innenseite des Unterarms -- nun weniger werden, sah sich getäuscht. Trotz der Konkurrenz im Mittelfeld mit Pfitzner, Vrancic, Hochscheidt, Marco Caligiuri, Kratz und auch Boland kam Theuerkauf in der Bundesliga-Saison 2013/14 auf 29 Punktspiel-Einsätze (3x eingewechselt; 0 Tore). Bei den Siegen beim VfL Wolfsburg (2:0), gegen Bayer Leverkusen (1:0), gegen die TSG 1899 Hoffenheim (1:0) und gegen den HSV (4:2) stand er in der Startelf, beim Derby-Sieg gegen 95+1 (Drei zu Nuuuull) wurde er eingewechselt. Lediglich den Sieg gegen Mainz 05 (3:1) musste er Gelb-gesperrt von der Tribüne aus verfolgen.
Da Eintracht den Abstieg aus der Bundesliga nicht verhindern konnte, tritt Norman Theuerkauf inzwischen wieder in der 2. Bundesliga für den BTSV und seine Fans gegen den Ball. Bis zur Winterpause der Spielzeit 2014/15 absolvierte er 16 von 19 Punktspielen (0 Tore).
Bis jetzt kommt er damit auf 57 Drittliga-Spiele (5 Tore), 75 Zweitliga-Spiele (3 Tore) und 29 Erstliga-Spiele (0 Tore) für die „Löwen“.
Wer noch mehr über Theuerkauf wissen möchte, kann in den „Eintracht aktuell“–Heften des 35.Jahrgangs Nr.3 (Vorstellung) und des 37.Jg./Nr.2 („Face[book]-Reporter fragen“) nachlesen. [Stand: Januar 2015]

Innenverteidiger Ermin Bicakcic24.01.1990
Ein Löwengeburtstag
Ermin Bicakcic wurde am 24.1.1990 in Zvornik in Jugoslawien, heute Bosnien-Herzegowina, geboren.
Nach seiner Übersiedlung nach Deutschland (als Dreijähriger) begann er schon im zarten Alter von 5 Jahren mit Vereinsfussball. Der SpVgg Möckmühl blieb er bis zum Jahr 2004 treu. Im Jahr 2005 kickte er für den FC Union Heilbronn.
Noch in demselben Jahr wechselte er in die Jugend des VfB Stuttgart. Dort fiel er den DFB-Jugendtrainern auf und kam am 22.5.2008 zu einem Einsatz in der deutschen U18-Nationalmannschaft gegen die Türkei. Die Voraussetzung hierfür, die deutsche Staatsbürgerschaft, hatte er erst sechs Tage zuvor erlangt. Wegen seiner nun doppelten Staatsbürgerschaft konnte Ermin auch für Bosnien-Herzegowina antreten. Hiervon machte er Gebrauch, als er am 21.4.2009 in der U19 seines Herkunftslandes gegen Slowenien antrat.
Ab der Spielzeit 2009/10 musste sich der Abwehrspieler im Herrenbereich bewähren. Der VfB setzte ihn zunächst in seiner zweiten. Mannschaft, der U23, ein, die in der 3. Liga spielte. Bicakcics erster Einsatz in Liga 3 erfolgte am 25. Spieltag (23.3.2010). Danach kam er noch auf weitere 11 Saison-Einsätze.
In der folgenden Spielzeit 2010/11 bestritt Bicakcic insgesamt 10 Punktspiele in der 3. Liga für den „kleinen VfB“. An den Kader der ersten Mannschaft herangerückt, kam er nun auch gelegentlich im Profiteam zum Einsatz. So im DFB-Pokal beim Chemnitzer FC am 27.10.2010, in der Europa-League gegen die Young Boys Bern am 1.12.2010 und in der Bundesliga gegen Bayern München am 19.12.2010. Sein erstes Bundesligaspiel! Es wird ihm trotz der Niederlage (3:5) positiv in Erinnerung bleiben, zumal er nach dem Abpfiff Ribery’s Trikot bekam.
Anfang 2011 entschied sich Bicakcic endgültig für die deutsche Staatsbürgerschaft und legte die bosnische ab.
Da er inzwischen dem Profikader des VfB angehörte, stand Bicakcic in der ersten Hälfte der Saison 2011/12 für die zweite Mannschaft nur noch in einem Drittliga-Spiel auf dem Platz. Aber auch in der ersten Mannschaft waren seine Einsätze in diesem Zeitraum rar gesäht. Eigentlich ließ sich die Saison recht gut für ihn an. Er stand im DFB-Pokal gegen die SV Wehen-Wiesbaden Ende Juli in der Anfangself und schoss (beim 2:1-Sieg für den VfB) gleich das Führungstor. Dann verletzte er sich aber nach 30 Minuten und musste ausgewechselt werden. Innenbandanriss – das Aus! Nach der mehrwöchigen Zwangspause brauchte es seine Zeit, um wieder Anschluss zu finden.
Im Jahr 2012 kamen keine Einsätze für den VfB Stuttgart hinzu, weil … Ermin Bicakcic am 8.1.2012 einen Vertrag beim frischgebackenen Zweitligisten Eintracht Braunschweig unterschrieb, befristet bis zum 30.6.2013.
Die Verantwortlichen des BTSV hatten Bicakcic schon seit längerem „auf der Liste“, eine Verpflichtung im Winter jedoch ursprünglich nicht geplant. Die Situation mit den langfristigen Verletzungen der Innenverteidiger Correia (Innenbandriss) und Henn (Kreuzbandriss) und der anderen Abwehrspieler Bohl (Kreuzbandriss) und Kessel (Muskelfaserriss) hatten ein Umdenken bewirkt, zumal der gebürtige Bosnier nach seiner Verletzung nun für einen Wechsel zur Verfügung stand. Eine weise Entscheidung der Eintracht-Verantwortlichen!
Ermin Bicakcic machte sich schnell Freunde unter den „Löwen“-Fans. Er ging keinem Gespräch aus dem Weg, sondern erzählte bereitwillig offen auch von sich. Dass er nach eigener Erklärung gern an die Oker gewechselt sei, weil die Fans und die Stimmung in Braunschweig so gut sind, hörte der blau-gelbe Anhang natürlich besonders gern.
Sein erstes Punktspiel für die „Löwen“ bestritt Bicakcic, den Trainer Lieberknecht generell als Innenverteidiger einsetzt, bei eiskalten Temperaturen in Frankfurt bei der Eintracht. Die Niederlage (1:2) ein schlechtes Omen? – Weit gefehlt! Der 1,85m große Abwehrrecke erwies sich sofort als stabilisierendes Element der Defensive. Schon am 28.2.2012 titelte die „Braunschweiger Zeitung“: „Bicakcic ist schon nach wenigen Spielen fester Teil des Bollwerks“. Die Sportzeitschrift „Kicker“ am 1.3.2012: „Bicakcic redet und dirigiert“.
Bicakcic, der wegen seiner abgeklärten Spielweise ein wenig an den ehemaligen „Löwen“-Abwehrspieler Valentin Nastase erinnert, stand für den BTSV in allen 15 Begegnungen nach der Winterpause in der Anfangself. Nur ein Mal wurde er ausgewechselt – verletzungsbedingt. Mit ihm gewann die ohnehin gute Defensive der Blau-Gelben noch mehr an Qualität. Nach 19 Saisonspielen hatten die „Löwen“ 22 Gegentore, in den folgenden 15 mit Bicakcic kamen nur noch 13 dazu. Offensiv konnte der kopfballstarke Innenverteidiger ebenfalls Akzente setzen. Am 25. Spieltag traf er beim 1:1 bei Energie Cottbus per Kopf zur Führung. Auch dank ihm beendete Aufsteiger Eintracht Braunschweig die Saison als hervorragender Achter.
In der laufenden Saison 2012/2013 setzt das Trainerteam weiterhin auf die Qualitäten von Ermin Bicakcic. Er stand in allen bisher absolvierten 19 Begegnungen auf dem Platz. Einsatzzeit: 1.710 Minuten – mehr geht nicht! Zweimal traf er bisher ins gegnerische Netz: Beim 3:0 gegen den VfL Bochum köpfte er das 1:0 und beim 2:2 beim 1.FC Köln erzielte er den magischen Ausgleich in der Nachspielzeit.
Die guten Leistungen von Ermin wurden auch im „Kicker“ entsprechend gewürdigt. Bereits in der „Rangliste des Deutschen Fussballs“ der 2. Bundesliga für das erste Halbjahr 2012 tauchte er in der Rubrik Innenverteidiger unter „hervorragend“ als Nummer 3 auf, nur übertroffen von Mavraj vom Aufsteiger SpVgg Greuther Fürth und Lukimya vom Aufsteiger Fort. Düsseldorf. Dieselbe Platzierung erreichte er auch für das zweite Halbjahr 2012. Dieses Mal wurden nur sein „Kollege“ Deniz Dogan und Lustenberger von Hertha BSC als besser eingestuft.
Natürlich machten sich viele Eintracht-Fans Gedanken, ob Ermin Bicakcic auch über das Saisonende hinaus das Trikot mit dem Löwen auf der Brust tragen würde. Es war klar, dass seine Qualität auch gut situierten Erstligisten aus dem In- und Ausland aufgefallen war. Selbst ein sofortiger Wechsel in der Winterpause (mit einer relativ kleinen Ablösesumme) schien nicht ausgeschlossen. Was aber tat Ermin? Er verlängerte seinen Vertrag bei der Eintracht am 10.1.2013 um weitere zwei Jahre!
Bleibt nur noch die Frage zu klären, in welcher Liga Bicakcic, der Cassius Clay (wegen dessen Charakterzug, sich nicht „verbiegen“ zu lassen) als sein Vorbild bezeichnet, nächste Saison kicken wird. Denn auch dank ihm belegt Eintracht seit dem 2. Spieltag der laufenden Saison Tabellenplatz 1 in der 2. Liga (mit nur 15 Gegentoren) und kämpft um den Aufstieg in die Bundesliga.
Aber Bicakcic hatte das ja schon lange gewusst. Nicht bekannt? In der „Braunschweiger Zeitung“ vom 13.4.2012 sagte Ermin in dem Artikel mit der Überschrift „Mit YouTube-Videos zum Erfolg“ im Interview Folgendes: „Ich könnte meinen Arsch drauf verwetten, dass wir dann um den Aufstieg mitspielen.“ Er meinte die folgende Saison. Noch Fragen?
Alle Eintracht-Fans sind sich sicherlich einig, dass der knapp 23jährige seiner Bilanz von bisher 1 Bundesliga-Spiel, 34 Spielen in der 2. Bundesliga und 23 Drittligaspielen nur noch 15 Zweitligaspiele hinzufügen sollte. Und danach nur noch Erstligaeinsätze! In Blau und Gelb, den schönsten Farben der Welt, natürlich!
Dann lernt er auch hoffentlich die Tanzschritte von „Electric Slide“, die die „Löwen“-Fans nach Siegen so gern sehen… [Stand: 17.1.2013]