16. Oktober
Eintracht - Bayern München 2:0 (1:0)16.10.1982
DFB-Pokal 2.Runde - 1982/83
In der zweiten Runde des DFB-Pokals empfing Eintracht am 16.10.1982 den amtierenden Pokalsieger und gleichzeitig aktuellen Tabellenführer der Bundesliga Bayern München.
Die Blau-Gelben waren in diese Runde durch ein 3:0 beim Zweitligisten Wattenscheid 09 eingezogen. Bayern dagegen hatte die Verlängerung benötigt, um die Amateure von Bergedorf 85 mit 5:1 auszuschalten.
Der BTSV war absolut zufriedenstellend in die Bundesligasaison 1982/83 gestartet. Im zweiten Jahr nach dem Wiederaufstieg im Sommer 1981 hatten die Verantwortlichen die Losung "Mit kleinen Schritten nach oben" ausgegeben und strebten einen vorderen Mittelfeldplatz an. Mit 9:7-Punkten nach neun Spieltagen (bei einem Nachholspiel) belegten die "Löwen" den 9. Tabellenplatz und befanden sich damit "im Soll". Kurios war nur, dass die Mannschaft die Punkte nicht wie in der Vorsaison zu Hause holte (12 Heimsiege!), sondern nun eher auswärts erfolgreich zu sein schien. Während in den vier Heimspielen bisher lediglich Unentschieden heraussprangen, hatten die Okerstädter auswärts bereits zweimal gewonnen (1:0 bei Eintr. Frankfurt; 2:0 beim VfL Bochum) und einmal 1:1 gespielt.
Das 1:1 war den Blau-Gelben zwei Wochen zuvor ausgerechnet bei den Bayern gelungen. Das Starensemble aus dem Süden war also gewarnt.
Allerdings waren die Münchner im Pokal noch nie an den "Löwen" gescheitert. In den beiden bisherigen Auseinandersetzungen mit dem BTSV hatten sie sich jeweils durchgesetzt. Am 22.1.1966 siegten sie in der ersten Runde im heimischen Stadion mit 1:0. In der Saison 1971/72, in der die Pokalspiele in Hin- und Rückspiel ausgetragen wurden, setzte sich Bayern in der zweiten Pokalrunde nach einem 0:0 in Braunschweig (12.2.1972) mit 3:1 n.V. in München (23.2.1972) durch.
31.000 Zuschauer, darunter Eintrachts ehemaliger Weltklasse-Außenstürmer Danilo Popivoda, wollten diese Pokalbegegnung am Samstag sehen.
In der Mannschaft der Bayern stand an diesem Tag auch ein geborener Braunschweiger, der in der letzten Saison noch im blau-gelben Trikot aufgelaufen war. Wolfgang Grobe war erst im Sommer (für 1 Million DM) nach München gewechselt. Er sollte in diesem Spiel ungewollt eine Hauptrolle spielen.



Das Spiel begann wie erwartet. Eintracht trat als geschlossene Einheit kämpferisch auf, die Bayern hielten mit individueller Stärke dagegen. Dann die 32. Minute: Freistoß für Eintracht nach einem Foul von Grobe, Worm schiesst und .... Toooor! Führung für Eintracht. Das 1:0 war gleichzeitig der Pausenstand.
Nach dem Wechsel machte Bayern Druck, griff aber meist zu einfallslos an, um dem Braunschweiger Tor wirklich gefährlich werden zu können. Neun Minuten vor Schluss fiel dann die Entscheidung. Grobe hatte wieder ein Foul begangen, dieses Mal im 16er! Den fälligen Elfmeter verwandelte Hollmann sicher zum 2:0. So hieß es auch am Ende!
Eintracht hatte den Pokalsieger Bayern München aus dem Wettbewerb geworfen und sich damit für das Achtelfinale qualifiziert. "Löwen"-Herz, was willst Du mehr?!
Die Stimmung der Fans wurde nach der Auslosung der Achtelfinalbegegnungen noch besser. Eintracht hatte wieder ein Heimspiel, dieses Mal gegen den Zweitligisten Fortuna Köln. Da konnte man den Viertelfinaleinzug doch bereits planen ...
Konnte man nicht! Am 14.12.1982 unterlagen die Blau-Gelben Fortuna Köln mit 1:2 und schieden aus. Fortuna Köln dagegen kam bis ins Endspiel und verlor erst dort gegen den Lokalrivalen 1. FC Köln mit 0:1.
Zwischen Eintracht und dem FC Bayern München kam es übrigens bis heute nie wieder zu einer Pokalbegegnung. [Stand Mai 2011]

Werder Bremen Amat. - Eintracht 1:1 (1:1)16.10.2001
12. Spieltag Regionalliga Nord - 2001/02
Am 12. Spieltag der Regionalligasaison 2001/2002 stand für Eintracht die Auswärtsbegegnung bei den Amateuren von Werder Bremen auf dem Programm. Das Spiel war vom Wochenende auf den folgenden Dienstag, den 16.10.2001 verschoben worden, weil es aufgrund der Sicherheitsbestimmungen nicht auf Platz 11, wo die Amateure normalerweise spielten, stattfinden durfte, sondern im Weserstadion ausgetragen werden musste. Im Weserstadion wiederum hatte am Wochenende das Spiel von Werders erster Mannschaft gegen den 1. FC Nürnberg stattgefunden.
Eintrachts Saisonziel für diese Spielzeit lautete: Aufstieg in die 2. Liga! Präsident Glogowski hatte deutlich gemacht, dass ein finanzieller Kraftakt wie vor dieser Saison ein weiteres Mal nicht mehr möglich sein würde. Wenn Aufstieg, dann jetzt! Nächste Saison würde es aus finanziellen Gründen unmöglich sein, ein Team mit Aufstiegspotential zusammenzustellen.
Die Mannschaft unter Trainer Vollmann war dieser Zielsetzung bisher gerecht geworden. Nach 11 Spielen belegten die "Löwen" mit 22 Punkten den 2. Tabellenplatz, der zum Aufstieg reichen würde. Die Werderaner waren mit 18 Punkten und Tabellenplatz 4 ähnlich erfolgreich gestartet. Ein leichter Sieg für die Blau-Gelben war daher – wie meist bei den Gastspielen bei den "kleinen" Werderanern -- kaum zu erwarten. Zudem fürchteten die Eintracht-Verantwortlichen vor der Begegnung eine Wettbewerbsverzerrung, weil Werder durch die Spielverlegung die Möglichkeit hatte, Spieler aus der ersten Mannschaft einzusetzen.
Die Befürchtungen traten nicht ein. Außer Torwart Borel kam kein "Profi" zum Einsatz. Dennoch wurde es das erwartet schwere Spiel. In der von Werder hart geführten Partie gingen die "Löwen" zur Freude ihrer 2.000 mitgereisten Fans durch Weetendorf in der 25. Minute in Führung, mussten aber kurz vor dem Pausenpfiff den Ausgleich hinnehmen. Bei diesem Ergebnis blieb es bis zum Schluss.
Mit dem Unentschieden hatte der BTSV sein Minimalziel erreicht, wie auch die "Braunschweiger Zeitung" am folgenden Tag titelte, und den 2. Tabellenplatz gefestigt, da der Tabellendritte Rot-Weiß Essen beim Chemnitzer FC mit 5:0 verloren hatte.
So weit, so gut! Mehr als 2 Wochen später, also Anfang November, tauchte in der örtlichen Presse erstmalig der Hinweis auf, dass der Verband Ermittlungen zum Spiel von Eintracht bei Werder anstellte, da die Bremer mit dem in der 84. Minute eingewechselten Spieler Di Iorio möglicherweise einen Akteur ohne Spielberechtigung eingesetzt hatten. Wenige Tage später bestätigte sich der Sachverhalt. Das Sportgericht der Regionalliga Nord sprach Werder den errungenen Punkt ab und wertete das Spiel mit 3 Punkten und dem Ergebnis von 2:0 für den BTSV. Eintracht sprang damit über Nacht vom dritten auf den ersten Tabellenplatz. Zwar legte Werder gegen die Wertung noch einmal Einspruch ein, Ende November war es nach einer weiteren Entscheidung des Sportgerichts dann aber amtlich: Eintracht behielt die am "grünen Tisch" errungenen Punkte.
Wie wichtig diese Punkte noch sein sollten, zeigte sich am Saisonende. Eintracht stieg (neben dem Regionalligameister VfB Lübeck) als Tabellenzweiter in die 2. Bundesliga auf, während der nur um einen Punkt schlechtere Tabellendritte Rot-Weiß Essen weiter in der Regionalliga spielen musste. Ein Umstand, der dem RWE-Trainer Harry Pless beim Interview zum Saisonende noch einmal sauer aufstieß.
Dass die Essener überhaupt einen Punkt weniger als die Blau-Gelben und nicht dieselbe Punktzahl aufwiesen, war ebenfalls einer bereits vor Saisonbeginn am "grünen Tisch" getroffenen Entscheidung zu verdanken. Aufgrund von Verstößen gegen Lizensierungsauflagen wurde Rot-Weiß Essen am Saisonende ein Punkt abgezogen. Sonst wäre Eintracht nur aufgrund des besseren Torverhältnisses aufgestiegen.