20. Oktober
Abwehrspieler Deniz Dogan20.10.1979
Ein Löwengeburtstag
Deniz Dogan wurde am 20.10.1979 – gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Hüseyin -- in Lübeck geboren. Im Jugendbereich trat er für den TSV Siems und Phönix Lübeck gegen den Ball. Im Herrenbereich kickte er zunächst für den Oberligisten Eichholzer SV, bevor er im Jahr 2001 zum HSV wechselte. Dort blieb der Abiturient zwei Jahre und kam in der zweiten Mannschaft in der Saison 2002/03 in 33 Spielen der Regionalliga Nord zum Einsatz (2 Tore). Der VfL Osnabrück wurde auf ihn aufmerksam und verpflichtete ihn. Für den frisch gebackenen Aufsteiger in die 2.Bundesliga stand Dogan in 14 Punktspielen (0 Tore) der Saison 2003/04 auf dem Platz. Nach dem direkten Abstieg der Lila-Weißen schloss er sich schließlich dem größten Fussballverein seiner Geburtsstadt an. Beim VfB Lübeck wurde er sofort Stammspieler und blieb 3 Jahre. Von Verletzungen weitgehend verschont, absolvierte er in den Spielzeiten 2004/05 bis 2006/07 insgesamt 102 Begegnungen in der (damals drittklassigen) Regionalliga Nord (33/35/34) und schoss dabei 9 Tore (4/4/1).
Im Sommer 2007 besaß Dogan, der sich zu einem Vereinswechsel entschlossen hatte, Angebote von den beiden Aufsteigern in die 2. Bundesliga dem FC St.Pauli und der TSG Hoffenheim sowie vom BTSV, der gerade den Abstieg aus der zweithöchsten Spielklasse zu verarbeiten versuchte. Obwohl Eintracht in der Vorsaison mehr Trainer verschlissen (Krüger, Kronhardt, Vasic, Reimann, Demuth) als Siege eingefahren (4) hatte, gelang es dem neuen „Löwen“-Coach Benno Möhlmann, den 1,85m großen Abwehrspieler von seinem Konzept zu überzeugen. Dogan unterschrieb bei Eintracht am 1.6.2007 einen 2-Jahres-Vertrag (bis 30.6.2009).
Eine seiner ersten Reisen führte den Neu-Braunschweiger gleich einmal in die (zumindest offiziell als solche bezeichnete) Landeshauptstadt Niedersachsens nach Hannover. Dort trat Eintracht Mitte Juli im „Sparkassen-Supercup“ an (verkürzte Spieldauer) und traf in seiner ersten Begegnung gleich auf die 96er. Dogan half mit, die in der Bundesliga kickenden „Roten“ mit 1:0 zu besiegen.
In der Liga eroberte „Dogi“, wie er von seinen Mannschaftskameraden genannt wird, gleich einen Stammplatz und wurde vorwiegend als Linksverteidiger eingesetzt. Er stand in 26 Spielen in der Regionalliga Nord – immer in der Startelf -- auf dem Platz (1 Tor) und durfte am Ende die gerade so geschaffte Qualifikation des BTSV für die neu geschaffene 3.Liga bejubeln. Ausgerechnet sein Ex-Verein, der VfB Lübeck, hatte durch ein 1:0 bei Rot-Weiß Essen das glückliche Ende für die „Löwen“ ermöglicht.
Auch in der 3.Liga zählte Eintrachts „Nummer 8“ zum Stammpersonal. Torsten Lieberknecht, der Möhlmann als Trainer inzwischen beerbt hatte, setzte ihn nun aber bevorzugt in der Innenverteidigung ein. Dogan, der schon in der Vorsaison mit für ihn ungewohnten Verletzungsproblemen zu kämpfen hatte (Wadenprobleme, Bruch Gesichtsknochen), verpasste zwar den Saisonstart infolge eines Beckenschiefstands, lief ab dem 11.Spieltag dann aber regelmäßig auf. Am Ende der Saison 2008/09 kam er auf 28 Punktspieleinsätze in der 3.Liga (1x eingewechselt; 2 Elfmeter-Tore). Der BTSV war zufrieden mit seinen Leistungen und verlängerte seinen Vertrag am 7.5.2009 um 2 Jahre mit Option auf ein weiteres (bei 20 oder mehr Einsätzen). Allerdings musste er sich – wie andere Spieler auch – mit verringerten Bezügen zufrieden geben. „Entschuldung“ wurde bei den „Löwen“ nun großgeschrieben!
In den folgenden beiden Spielzeiten in der 3.Liga genoss der Türke weiterhin das Vertrauen des Trainers und blieb zudem von gesundheitlichen Einschränkungen weitgehend verschont. Auch bei der ungewohnten Arbeit des Fegens vor dem Rathaus in einem HotDog-Kostüm, das ihm an seinem 30.Geburtstag nicht erspart blieb, weil er noch unverheiratet war, verletzte er sich nicht, zumindest nicht körperlich. So standen für ihn am Ende der Saison 2009/10 36 Spiele (3 Tore) und am Ende der Saison 2010/11 34 Spiele (4 Tore) in der Statistik. Und für Eintracht der Aufstieg in die 2.Bundesliga als Meister! Dogans Leistungen in der Aufstiegssaison waren so gut, dass ihn die Sportzeitschrift „Kicker“ in der „Rangliste des Deutschen Fussballs“ für die 3.Liga bei seiner Position (Innenverteidigung) in der (besten) Kategorie „Herausragend“ an erster Stelle einstufte sowohl bei Saison-Halbzeit als auch am Ende! „Dogis“ Freude an diesen Erfolgen war allerdings nicht ungetrübt. Im drittletzten Punktspiel, als der Aufstieg der Blau-Gelben schon lange feststand, zog er sich bei einer unglücklichen Aktion einen Wadenbeinbruch zu.
Diese Verletzung beeinträchtigte ihn noch zu Beginn der folgenden Zweitliga-Saison 2011/12. So musste die „Nr.8“ hinnehmen, dass Henn und der neu verpflichtete Correia das Innenverteidigerpaar bildeten. Beide erlitten im November jedoch schwere Verletzungen, so dass Dogan ab dem 15.Spieltag wieder in die Startelf zurückkehrte. Ab der Rückrunde hatte er dann den in der Winterpause geholten Bicakcic an seiner Seite. Am Ende der Spielzeit waren wieder 23 Einsätze (3x eingewechselt; 0 Tore) zusammengekommen (sowie eine Aufnahme im „Kicker“ in der „Rangliste“ für die Rückrunde im „Blickfeld“). Seinen Vertrag bei den „Löwen“ hatte Dogan bereits am 3.2.2012 um 2 Jahre verlängert (bis 30.6.2014). Ob er da wohl schon geahnt hat, dass die nächste Saison vom Aufstieg in die Bundesliga gekrönt werden würde?
In der Erfolgssaison 2012/13 stand Eintrachts Ersatz-Kapitän Deniz Dogan in 29 Zweitliga-Partien – immer in der Startelf -- auf dem Rasen und erzielte dabei 2 Tore (in beiden Spielen gegen den SC Paderborn). Lediglich seine Adduktoren hatten zwischendurch gezwickt, ansonsten war er immer fit.
Aufgrund des sich früh abzeichnenden Aufstiegs der „Löwen“ waren die Eintracht-Spieler nun auch als Interview-Partner bei den überregionalen Sport-Zeitungen gefragt. So interviewte der „Kicker“ Dogan und druckte den Artikel in seiner Ausgabe vom 21.2.2013 ab. Eintrachts Innenverteidiger sagte dabei u.a.: „Immer wieder haben sich Spieler trotz finanziell besserer Angebote für einen Verbleib entschieden, weil hier etwas Besonderes entstanden ist…Das verstärkt natürlich die Bindung zwischen Fans und Profis. Ich weiß, dass die wenigen Spieler, die sich in der Vergangenheit anders entschieden haben, ihren Beschluss heute bereuen.“
Erneut tauchte Dogan im „Kicker“ auch in der „Rangliste des Deutschen Fussballs“ auf -- dieses Mal in der Rubrik für die 2.Bundesliga. Bei den Innenverteidigern wurde er unter „Herausragend“ eingestuft. Im Winter belegte er Platz 1, im Sommer Platz 5. Auch seine Durchschnittsbewertung in der Zeitschrift konnte sich sehen lassen. Zur Winterpause hatte er mit 2,93 noch den viertbesten Wert aller Zweitliga-Spieler, nach der Saison war er Achter mit dem Wert 3,09. Unter den besten Sieben waren mit Kumbela (1. 2,90), Kruppke (4. 3,02) und Bicakcic (5. 3,03) drei Mannschaftskameraden
Im Vorfeld von Eintrachts erster Bundesliga-Saison nach 28 Jahren Abstinenz interviewte die „Braunschweiger Zeitung“ die 3 Spieler, die bereits seit dem Sommer 2007 bei den „Löwen“ waren: Dogan, Henn und Reichel. Das Interview wurde im Rahmen der „Sonderbeilage“ vor Saisonbeginn abgedruckt. Dogan, dem Braunschweig laut eigener Aussage mittlerweile zur zweiten Heimat geworden war, sagte hierbei u.a.: „Ich denke, wir können stolz auf das sein, was hier geschaffen wurde. Das ist ja irgendwie ein Produkt von uns.“ In einem späteren Interview von Braunschweigs Lokalzeitung (13.2.2014) ergänzte er Folgendes: „Wir sind ein Teil von ihnen [den Fans], sie sind ein Teil von uns.“ – Solche Aussagen wünschen sich die Fans von ihren Spielern!
Am 1.Spieltag der 51.Bundesligasaison 2013/14 war es dann so weit:
Deniz Dogan, dessen Zwillingsbruder zeitgleich beim SV Meppen in der Regionalliga Nord unter Vertrag stand, wurde im Alter von 33 Jahren zum Bundesligaspieler!
Für Eintrachts „Nr.8“ folgten weitere Spiele in der Bundesliga. Am Ende konnte er auf 23 Einsätze, davon 19 von Anfang an (0 Tore), zurückblicken. Bei dem ersten Sieg der „Löwen“ beim VfL Wolfsburg (2:0) stand er ebenso in der Startelf wie bei den Siegen gegen Bayer Leverkusen (1:0), die TSG (1899) Hoffenheim (1:0) und den HSV (4:2). Nach dem HSV-Spiel wurde er dann allerdings zum „Ersatzspieler“ – eigentlich das erste Mal in seiner Karriere. Anfang Mai 2014 erfolgte dennoch die Vertragsverlängerung um ein Jahr (bis 30.6.2015)
Da der BTSV den Abstieg aus der Bundesliga nicht verhindern konnte, stand für seine Spieler 2014/15 wieder eine Saison in der 2. Bundesliga an. Für „Dogi“ verlief die Hinrunde jedoch unbefriedigend. Er kam nur in den ersten vier Spielen zum Einsatz (immer Startelf) und danach nicht mehr.
Für Eintrachts Türken zu wenig! Und da war ja auch noch sein Wunsch, einmal für einen türkischen Verein in der höchsten türkischen Spielklasse anzutreten. In dieser Situation kam ihm das Angebot, bei Rizespor einen Kontrakt bis Saisonende mit Option auf eine weitere Spielzeit zu unterschreiben, gerade recht. Telefonisch wurde man sich über die Modalitäten einig, und auch die Verantwortlichen des BTSV sperrten sich nicht gegen eine Vertragsauflösung. Dogan verließ daraufhin Eintrachts Wintertrainingslager in Südspanien und reiste in die Türkei. Zwei Tage später war er wieder bei den „Löwen“. Enttäuscht berichtete er, dass die Auffassungen über die Ausgestaltung des Vertrags nun doch zu unterschiedlich gewesen seien.
Deniz Dogan bleibt daher den Blau-Gelben erhalten. Das eine oder andere Spiel wird er seinen 26 Regionalliga- (1 Tor), 98 Drittliga- (9 Tore), 56 Zweitliga- (2 Tore) und 23 Bundesliga-Einsätzen (0 Tore), mithin insgesamt 203 Punktspieleinsätzen (12 Tore) für die „Löwen“ sicherlich noch hinzufügen.
Und nach der aktiven Karriere? Vielleicht wird sich der dunkelhaarige Spieler mit dem trockenen Humor mit dem BTSV über eine weitere Zusammenarbeit in anderer Funktion einig. Wer weiß?!
Wer mehr über Dogan wissen möchte, kann in den „Eintracht aktuell“–Heften des 33.Jahrgangs Nr.8 (Interview), des 35.Jahrgangs Nr.15 (Vorstellung), 37Jg./Nr.4 („Face[book]-Reporter fragen“), des 38.Jg./Nr.7 („Face[book]-Reporter fragen“) und des 38.Jg./Nr.15 („Dribbling“) nachlesen.
[Stand: Januar 2015]

Dynamo Dresden – Eintracht 0:2 (0:1)20.10.2012
10. Spieltag 2. Bundesliga – 2012/13
Zum Punktspiel der 2.Bundesliga musste Eintracht am 20.10.2012 bei Dynamo Dresden antreten.
Wieder einmal Dynamo! Beide Vereine waren sich seit der Jahrtausendwende schon häufig „über den Weg gelaufen“. Ob Regionalliga Nord, 3.Liga oder -- wie auch jetzt -- 2.Bundesliga, in insgesamt sieben Spielzeiten hieß eine der Paarungen Dynamo gegen Eintracht. Und meist kehrten die „Löwen“ ungeschlagen von diesem Auswärtsspiel in der sächsischen Landeshauptstadt zurück. Die letzten sechs Duelle in Dresden endeten allesamt Unentschieden. 5x hieß das Endergebnis 1:1 (Saison 05/06, 07/08, 08/09, 09/10, 10/11), zuletzt dann (Saison 11/12) 2:2.
Also durften sich die ca. 2.000 mitgereisten Eintracht-Fans, von denen ein Teil im (ausverkauften) Fan-Zug angerollt war, durchaus Hoffnungen auf einen Punktgewinn ihrer Blau-Gelben machen. Aber halt: Wäre man denn mit einer Punkteteilung überhaupt zufrieden? Der BTSV war immerhin ungeschlagener Tabellenführer in der 2.Bundesliga, während Dynamo mit 14 Punkten Rückstand auf Platz 10 rumdümpelte…
Ja, es stimmte tatsächlich! Eintracht hatte diese zweite Zweitligasaison seit dem Aufstieg 2011 hervorragend begonnen. Fünf Heim- und zwei Auswärtssiege sowie 2x 1:1 bei 1860 und in Kaiserslautern bedeuteten 23 Punkte nach 9 Spieltagen und Platz 1 in der Tabelle. Die Bundesliga-Absteiger Hertha BSC und der 1.FC Kaiserslautern lagen als nächste Verfolger bereits 5 bzw. 6 Punkte zurück. Verrückt! Während im Allgemeinen vom „schwierigen zweiten Jahr“ nach einem Aufstieg gesprochen wird, rockte Eintracht die Liga. Während seit dem Jahr 2006 9 von 18 Zweitliga-Aufsteigern im zweiten Jahr wieder absteigen mussten und nur vier Teams eine bessere Plazierung als im Premierenjahr erreichten, schickten sich die „Löwen“ an, … Tja, zu was eigentlich? Sollte man als Eintracht-Fan wirklich daran glauben, dass die eigene Mannschaft stark genug für einen Aufstieg in die Bundesliga war, oder sollte man nicht besser einfach nur den Moment genießen? In der „Zwischenbilanz“ der Sportzeitschrift „Kicker“ vom 15.10.2012 hieß es: „Niemand in Braunschweig geht davon aus, dass es so erfolgreich weitergeht… Ziel bleibt, so schnell wie möglich 40 Punkte zu holen.“ Na ja, ein wenig Träumen war schon erlaubt. In den Fernsehsendungen gab es schließlich genug Werbepausen, die man nutzen konnte, schnell über Videotext die Zweitliga-Tabelle aufzurufen und sich dabei auszumalen, was wäre wenn … ?!! So kam es dem „Löwen“-Anhang nicht ungelegen, dass nach dem letzten Heimsieg (3:0 gegen den VfL Bochum) zwei Wochen (Länderspiel-) Pause war. Viel Zeit zum Träumen also! Torwart Petkovic nutzte die Zeit anders. Er verlängerte seinen Vertrag bei Eintracht bis 2015.
Da die Begegnung im Dresdner „Glücksgas-Stadion“ -- Was für ein Name!!! – am Samstag stattfand, waren drei Spiele in der 2. Bundesliga bereits (am Freitagabend) gelaufen. Hertha BSC hatte sich hierbei beim VfL Bochum mit 2:0 durchgesetzt und der 1.FC Kaiserslautern zu Hause mit 3:1 gegen Sandhausen. Die „Konkurrenz“ hatte also nicht gepatzt. Und Eintracht?
Mit 27.500 Zuschauern war das Stadion in Dresden prächtig gefüllt. Die Sachsen-Fans hofften natürlich auf die erste Niederlage des Tabellenführers. Immerhin hatte ihr Team im letzten Auswärtsspiel dem großen 1.FC Köln, ebenfalls Bundesliga-Absteiger, ein 1:1 abgetrotzt. Die Eintracht-Fans hofften das Gegenteil und brachten dies gleich zu Beginn der Begegnung mit „Spitzenreiter, Spitzenreiter“-Rufen zum Ausdruck. Die Partie selbst begann zäh. Nach 30 Minuten hatte noch keine der beiden Mannschaften eine Chance herausgespielt. Dynamo machte in Minute 32 den Anfang. Kein Tor! Dann waren die Blau-Gelben dran: 35. Minute Schusschance Pfitzner, kein Tor! 36..Minute Kopfball Bicakcic nach Eintrachts erster Ecke, Torwart Benjamin Kirsten konnte klären -- allerdings auf Kosten eines weiteren Eckballs. Erneut brachte Kratz, eine der Neuverpflichtungen der „Löwen“, den Ball nach innen. Dieses Mal kam der Ball jedoch kürzer auf den entgegen laufenden Kruppke, der ihn per Kopf Richtung Tor beförderte. Der Dresdner Torwart Benjamin Kirsten, Sohn des ehemaligen Torjägers von Bayer Leverkusen Ulf (181 Bundesliga-Tore), war machtlos.
Tooor! Bereits Kruppkes 5. Saison-Tor! 0:1! „Auswärtssieg, Auswärtssieg!“
In der 43.Minute stockte den Eintrachts-Fans noch einmal kurz der Atem, als Dynamo-Angreifer Poté einen Ball knapp verpasste. Dann war Pause.
Zu Beginn der 2.Hälfte machte Dresden Druck. Jetzt wollten sie den Ausgleich unbedingt. Nur bei der Wahl ihrer Mittel lagen sie daneben. In der 51.Minute beging der erst drei Minuten zuvor wegen Haltens verwarnte Brégerie erneut ein taktisches Foul. Schiedsrichter Winkmann (Kerpen) zeigte Gelb-Rot. Damit nicht genug! Zwei Minuten später grätschte Koch Eintrachts Linksverteidiger Reichel von hinten in die Beine. Glatt „Rot“ war die Folge! Nun standen nur noch 9 Dresdner Spieler 11 Blau-Gelben auf dem Platz gegenüber. Der Dresdner Anhang tobte. Die Feuerzeuge, die in Richtung Torwart Davari niedergingen, hätten wohl ausgereicht, um einen Kettenraucher für 2 bis 5 Jahre zu versorgen. Die „Löwen“ ließen sich davon nicht irritieren. Sie kontrollierten nun das Spiel. Allerdings drängten sie nicht energisch genug auf die Entscheidung und ermöglichten den Schwarz-Gelben hin und wieder Chancen durch Freistöße aus dem Halbfeld. Unnötig, aber an diesem Tag ohne Folgen! In der 79. Minute fiel dann doch noch vorzeitig die Entscheidung. Kumbela traf nach Flanke von Reichel. 0:2! Der Rest war für die Spieler Routine und für die Fans Feiern ohne Sorgen. „Gegen Braunschweig kann man ´mal verlier’n!“
Ein weiterer Treffer fiel nicht mehr. Eintracht hatte verdient 2:0 bei Dynamo Dresden gewonnen.
Dresdens Trainer Loose zog in der Pressekonferenz nach dem Spiel einen Vergleich zur Vorsaison. Dort hatte Dynamo gegen die SpVgg Greuther Fürth zwei Platzverweise kassiert. Anschließend waren die Fürther aufgestiegen…
In den anderen Sonntagsspielen hatten der Vierte der Tabelle Energie Cottbus und der Fünfte 1860 München jeweils nur ein 1:1 (beim VfR Aalen bzw. gegen Erzgebirge Aue) erreicht und damit die Situation des BTSV weiter verbessert. Die Tabelle bot nach 10 Spieltagen folgendes Bild:
1.) Eintracht 26P.; 2.) Hertha 21P.; 3.) Lautern 20P.; 4.)Cottbus 18; 5.) 1860 16P.!!!
8 Punkte Vorsprung nach 10 Spieltagen auf den Vierten der Tabelle!
Wen wunderte es, dass die „Braunschweiger Zeitung“ am Montag titelte: „Eintracht mischt die Liga auf“?!
Braunschweig träumte weiter und freute sich auf das Duell mit dem Tabellenzweiten und gleichzeitig Aufstiegsfavoriten Hertha BSC Berlin am folgenden Sonnabend!
Derweil herrschte beim VfL Wolfsburg eine gänzlich andere Stimmung. Nach einem 0:2 gegen den SC Freiburg waren die Autohersteller in der Bundesliga nach 8 Spieltagen mit nur 5 Punkten auf den letzten Tabellenplatz abgerutscht. Auch Hannoi hatte an diesem Wochenende sein Bundesligaspiel verloren (1:3 bei Eintracht Frankfurt). Nebengeräusche! Für manche aber auch Musik in den Ohren! [Stand: August 2014]