26. Oktober
TSV 1860 München – Eintracht 1:2 (1:1)26.10.2014
11. Spieltag 2. Bundesliga – 2014/2015
Am 11.Spieltag der Saison 2014/15 musste Eintracht zum Punktspiel der 2.Bundesliga beim TSV 1860 München antreten.
1860 München – ein Verein mit viel Tradition, vielen Erfolgen und vielen treuen Fans, aber auch mit zahlreichen negativen Schlagzeilen in den letzten Jahren. Angefangen hatte der Untergang des Traditionsvereins, der seit der Einführung der Bundesliga 1963 dieser Klasse bis 2004 20 Spielzeiten angehörte (1963-70, 1977/78, 1979-81, 1994-2004), mit dem gemeinsam mit dem FC Bayern geplanten und errichteten Prunkbau eines Stadions, der Allianz-Arena, im Jahr 2005 (Grundsteinlegung: 2002). Der damalige Präsident der 60er Wildmoser sah sich (größenwahnsinnig) auf einer ähnlichen Ebene wie der FC Bayern und schreckte auch vor den immensen Kosten des Projekts nicht zurück. Es kam, wie es kommen musste. Der TSV stieg – nicht zum ersten Mal – im Sommer 2004 aus der Bundesliga ab, schaffte den direkten Wiederaufstieg nicht und konnte die jährlichen Belastungen durch die Arena plötzlich nicht mehr stemmen. Auch die Veräußerung der eigenen Anteile an den FC Bayern im Jahr 2006 brachte nur kurzfristig Entlastung. Bald darauf konnte von 1860, immer noch Zweitligist, nicht einmal mehr die reine Pacht aufgebracht werden. Rettung versprach schließlich ein ausländischer Investor. Hasan Ismaik, ein reicher Scheich aus Jordanien, kaufte sich im Jahr 2011 in den Verein ein, investierte so manche Million pro Saison und wollte dafür auch bei den wichtigen Entscheidungen mitreden. Ob es nun auf die Einflussnahme von Herrn Ismaik oder auf die Unfähigkeit der Entscheidungsträger von 1860 zurückzuführen war, sei dahingestellt. Jedenfalls schaffte es der TSV trotz der finanziellen Zuwendungen bis 2014 nicht, wieder in die Bundesliga aufzusteigen.
Diese Saison sollte jedoch alles anders werden. Mit dem Holländer Ricardo Moniz wurde ein Trainer von internationalem Flair (zuletzt bei Lech Danzig, Ferencvaros Budapest und RB Salzburg) verpflichtet. Dieser wünschte sich drei Akteure vom FC Barcelona B, den Brasilianer Leonardo (vorher Ferencvaros Budapest) sowie den Uruguayer Kagelmacher (vorher AS Monaco) und bekam sie. Zusätzlich wurden u.a der Südafrikaner Dayton Claasen, der bei Eintracht auch einmal ein Probetraining absolviert hatte, der österreichische Nationalspieler Okotie (vorher Austria Wien) sowie Torwart Ortega von Arminia Bielefeld verpflichtet. Diese Neuverpflichtungen sollten die Abgänge von insbesondere Lauth, Bierofka (beide Karriereende), Osako (zum 1.FC Köln, ab 1.7.18 Werder Bremen) und Stoppelkamp (zum Bundesliga-Aufsteiger SC Paderborn; s. Fernschusstor aus 83m) qualitativ auffangen. Trainer Moniz war überzeugt davon, dass dies gelingen würde, und überaschte alle Fussball-Interessierten mit der mutigen Ansage vor der Saison: „Wir werden Meister.“ Mutig auch deshalb, weil alle sog. Fussballexperten 1860 München nicht so weit vorn sahen. Das Sportmagazin „Kicker“ traf die Aussage „Gleich oben mitzuspielen, wäre ein Wunder“ und die „Braunschweiger Zeitung“ prognostizierte einen Mittelfeldplatz. Dass Moniz´ Zielsetzung möglicherweise zu ambitioniert war, deutete bereits der Saisonstart an. Nach einer guten Leistung und 2:0-Führung verloren die 60er beim 1.FC Kaiserslautern am 1.Spieltag noch mit 2:3 und ließen am 2.Spieltag zu Hause gleich ein 0:3 gegen den Aufsteiger Rasensport Leipzig folgen. Die Leistung gegen Leipzig war schlecht, sehr schlecht, okay, aber musste man gleich so reagieren, wie es die Führung von 1860 in Absprache mit dem Trainer tat? Man verbannte Torwart Kiraly, Eicher, Adlung, Yannick Stark und Julian Weigl (jetzt BvB) in die 2.Mannschaft (Regionalliga). Die erhofften Siege traten darauf aber zunächst auch nicht ein Einem 2:2 beim Aufsteiger 1.FC Heidenheim schloss sich ein 1:1 daheim gegen den dritten Aufsteiger Darmstadt 98 an. Kiraly war zwischenzeitlich zum FC Fulham in die 2. englische Liga gewechselt. Nachdem man den (deutschen) Papst Franziskus Anfang September zum Ehrenmitglied ernannt hatte, gelang am 5.Spieltag, sozusagen mit Gottes Hilfe also, endlich der erste Saisonsieg. Der FC St.Pauli wurde am Millerntor mit 2:1 besiegt. Wer nun gedacht hatte, 1860 hätte die Krise überwunden, sah sich schnell eines Besseren belehrt. Einem 1:1 zu Hause gegen den FC Ingolstadt folgte eine 0:1- Niederlage beim SV Sandhausen und … schon war es mit der Aera Moniz beim TSV 1860 München vorbei. Die Vereinsführung entließ ihn und berief Markus von Ahlen als Trainer. Aber auch dieser war in den ersten drei Spielen unter seiner Verantwortung ähnlich erfolglos wie sein Vorgänger. Er startete zwar mit einem 2:0 gegen die SpVgg Greuther Fürth, unterlag danach aber nacheinander 0:2 beim VfR Aalen und 1:4 bei Erzgebirge Aue. Die Niederlage in Aue tat besonders weh, da die Erzgebirgler zu dem Zeitpunkt Vorletzter der Tabelle waren. Nun war der TSV mit 9 Punkten selbst auf Tabellenplatz 17, also einem direkten Abstiegsplatz, abgerutscht.
Bei Eintracht war die sportliche Situation gar nicht so viel besser. Mit gerade einmal zwei Punkten mehr (11) lagen die „Löwen“ auf Platz 11 der Tabelle. Von einem Bundesligaabsteiger, und das war der BTSV, erwartet man im Allgemeinen mehr als 3 Siege, 2 Unentschieden und 5 Niederlagen aus den ersten 10 Partien. So stellte Manager Marc Arnold auch zu Recht fest: „Die Punktausbeute und der Tabellenplatz sind nicht das, was wir uns erhofft haben“ (Brg.Ztg. 23.10.2014). Aber brach deshalb Unruhe aus in der Stadt an der Oker? Nein! Die meisten Fans wussten ganz genau, dass die Bundesliga-Saison 2013/14 eine Art Zugabe dargestellt hatte, man auf mittlere Sicht aber erst einmal glücklich sein musste, wenn es gelang, den BTSV sicher in der 2.Bundesliga zu etablieren. Immerhin war Eintracht erst 2011 in die zweithöchste Spielklasse aufgestiegen und hatte davor 15 von 18 Jahren in der Drittklassigkeit verbracht. Einmal hatte sogar die Viertklassigkeit gedroht (2008).
In Braunschweig herrschte also Ruhe und man freute sich auf den Besuch in der „Arroganz-Arena“, wie das Versicherungsstadion gelegentlich treffend genannt wurde. Zwar war die Bilanz der Auswärtsauftritte bei den 1860ern mit 1 Sieg, 2 Unentschieden und 6 Niederlagen in der 1. Bundesliga und 0 Siegen, 1 Unentschieden und 3 Niederlagen in Liga 2 durchaus „ausbaufähig“ und nicht gerade Optimismus fördernd, aber das störte die Fanszene nicht. Für viele eingefleischte Eintracht-Fans ist bei Auswärtsfahrten ohnehin der Weg das Ziel, d.h. Anwesenheit und Hochhalten der blau-gelben Fahnen zählen mindestens genauso viel wie der Erfolg. Außerdem gab eine Tatsache Grund zur Hoffnung, dass dem einzigen Auswärtspünktchen vom 1.Spieltag in Düsseldorf (2:2 bei der Fortuna) zumindest ein weiterer Punkt in München folgen könnte. Eintracht hatte im letzten Punktspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth einen 0:2-Rückstand Mitte der 2.Halbzeit noch in ein 2:2 verwandelt. Mit enormer Willensleistung war der Ausgleichstreffer mit der letzten Aktion des Spiels gelungen. Und wie sagte Trainer Lieberknecht nach diesem Spiel so schön? „Vielleicht ist das auch so ein Moment, den eine Mannschaft braucht, die eine Entwicklung durchmacht.“ Darauf und auch auf die erhebliche Verunsicherung des 60er-Teams, die Eintrachts Trainer nach Ansicht des 1:4 gegen Aue festgestellt hatte, durfte man hoffen.
So machte sich denn eine stattliche Anzahl blau-gelber Fans auf den Weg, um Eintracht an diesem Sonntag, den 26.10.2014 in München zu unterstützen. Im Gästeblock (111) angekommen, hielt man vergeblich Ausschau nach den Blockfahnen und Trommeln. Schließlich sprach sich rum, dass der Bus der Ultras mit dem Material an Bord von der Polizei auf dem Weg aufgehalten, kontrolliert und festgehalten wurde, nachdem Mitfahrer zuvor geklaut hatten. Supportet wurde im Gästeblock natürlich trotzdem, was ohne taktgebende Trommel allerdings recht schwierig war.
Aber auch im Fanblock der 60er war an diesem Tag zunächst nichts normal. Der war mit Ausnahme von kritischen Spruchbändern nämlich komplett leer. Erst nach Anpfiff von Schiedsrichter Kempter (Stockach) um 13.30 Uhr füllte er sich. Damit hatten dann auch die letzten der 20.300 Zuschauer ihre Plätze an diesem sonnigen Frühnachmittag eingenommen.
Eintracht trat in der Formation Gikiewicz – Hedenstad, Kessel, Correia, Reichel – Raffael Korte, Boland, Vrancic, Zuck – Kruppke, Nielsen an und war sofort im Spielrhythmus. Einsatz und Griiffigkeit der Mannschaft, die an diesem Tag in schwarzen Trikots und Hosen auflief, stimmten von Spielbeginn an. Lohn war die erste Chance in der 9.Minute. Nielsen war auf der linken Seite freigespielt worden, zog ab und verfehlte das lange Eck nur knapp. Aber auch die Heimelf setzte offensiv Zeichen. Nur 60sek nach der Gelegenheit für den BTSV kam Okotie auf Pass von Rama am 5m-Raum an den Ball, ließ ihn aber verspringen, sodaß Geburtstagskind Gikiewicz ohne Probleme aufnehmen konnte. In Minute 18 hatten die Gäste-Fans dann Grund zum Jubeln. Nach einem schönen Zusammenspiel mit Hedenstad, der in diesem Spiel (im Tausch mit Reichel) überraschenderweise die linke Seite beackerte, lief Zuck allein auf 60-Torwart Ortega zu und ließ ihm mit einem Schuss in die kurze Ecke keine Chance. Tooor! 0:1! Der erste Ligatreffer des Neuzugangs aus Freiburg.
Während im Block der Eintracht-Fans verständlicherweise Freude herrschte, schallte es aus der 60er-Kurve „Wir ha´m die Schnauze voll“ und „Wir woll´n Euch kämpfen seh´n“.
Die Blau-Gelben kontrollierten danach das Geschehen und ließen die Münchner nicht zu zwingenden Chancen kommen. Sie selbst, die meist über die linke Seite angriffen, erspielten aber auch keine mehr. Nach 35 Minuten zog sich der BTSV plötzlich vollkommen überraschend und ohne Not zurück. Das rächte sich fast postwendend! Nach einem Foul von Reichel gab es seitlich vom Strafraum Freistoß für die Hausherren. Adlung brachte ihn herein und der hinten völlig freistehende Schindler hatte keine Mühe einzuköpfen (38.). Ausgleich! 1:1!
Nach dem Ausgleich durch ihren Kapitän, der dem Verein schon seit 1999 (!!) angehörte, war 1860 sofort wieder besser im Spiel. Außer einer Situation, in der Gikiewicz seitlich von seinem Strafraum per Kopf klären musste (41.), tat sich in Hälfte 1 aber nicht mehr viel. Mit 1:1 ging es in die Pause.
Gleich zu Beginn des 2.Durchgang machte der BTSV deutlich, dass mit dem abwartenden Spiel der 10 Minuten vor dem Wechsel nun Schluss war. Angriff zur Abwechslung ´mal über die rechte Seite, Pass von Raffael Korte an den 5m-Raum, wo Nielsen lauerte, Schuss – knapp vorbei (46.). Nur 3 Minuten später belohnte sich Eintracht bereits für seine wiedergefundene Initiative. Nachdem ein Freistoß von Vrancic von der rechten Seite zunächst geklärt worden war, kam Korte auf derselben Seite an den Ball. Raffael ließ noch einen Gegner aussteigen und chippte den Ball von der Strafraumgrenze über den verdutzten Torwart hinweg in die lange Ecke (49.). Tooor! Ein Wahn-sinns-Tor! Ja, die Ausleihe des frecheren der beiden Korte-Zwillinge an den 1.FC Saarbrücken letzte Saison (3.Liga) hatte sich gelohnt. „Raffa“ war durchsetzungsfähiger und mutiger geworden.
1:2 lautete nun der Spielstand! Eintracht führte also erneut. ‚Nun nicht gleich wieder zurückziehen‘, dachten sich seine Fans. Das aber war gar nicht so einfach, denn die Gastgeber zeigten sich vom erneuten Rückstand nicht geschockt und fighteten zurück. Auch die 60er-Fans fingen dieses Mal nicht an zu pfeiffen, sondern feuerten ihr Team an. Ausgehend von einer Gelben Karte für Okotie für ein Foul an Eintrachts Keeper kochte die Stimmung hoch und die 60er erspielten sich eine Reihe von Chancen. Rama (57.), Okotie per Kopf (58.) und Schindler ebenfalls mit dem Kopf (61.) verfehlten das Ziel nur knapp. In Minute 62 schien der Ausgleich aber fällig zu sein. Riiiesenchance für Okotie, aber mit vereinten Kräften gelang es den Blau-Gelben, den Stürmer zu stoppen. Das Leder kam zu Stark, der mit seinem Nachschuss nur den Außenpfosten traf. ‚Puh, Glück gehabt, BTSV!
1860 München versuchte auch danach, weiter das Spiel zu machen, bedingt durch diverse Unterbrechungen durch Wechsel und eine Gelbe Karte wurde es auf dem Platz aber in der Folgezeit deutlich ruhiger. Durchatmen bei den Eintracht-Fans, aber der Respekt vor den gefährlichen Standards der Münchner blieb.
Etwa 15 Minuten vor Schluss nahm das Spiel wieder Fahrt auf. Und wie! Nun folgte Highlight auf Highlight. Den Anfang machten die Blau-Gelben, die sich soweit befreit hatten, dass sie wieder überlegte Angriffe starten konnten. Nach Steilpass von Kessel kam Kruppke allein vor Ortega an den Ball, überlupfte diesen, konnte aber nicht mehr vollenden, weil der Winkel zu spitz geworden war (77.). Danach war wieder 1860 dran. Marius Wolf, Nummer 27 der Münchner, tauchte allein vor Gikiewicz auf, konnte Eintrachts Keeper aber nicht überwinden. In der Folge kam es zu einem Pressschlag zwischen Zuck und Bülow (81.), der die Münchner Elfmeter fordern ließ. Kempter pfiff jedoch nicht und lag damit wohl richtig. Nach zwei Schüssen von einerseits Kruppke, der knapp das Tor verfehlte (84.), und andererseits dem Münchner Sanchez, der direkt auf Eintrachts Torwart zielte (84.), folgte der nächste Aufreger vor dem Tor der Gastgeber. Eigentlich im Tor! Der in der 73.Minute für R.Korte eingewechselte Ryu umspielte mit dem Ball am Fuß den Torwart und einen Abwehrspieler der Heimelf und netzte ein (87.). Der Treffer zählte jedoch nicht. Ryu soll einen am Boden liegenden Münchner gefoult haben. Eine klare Fehlentscheidung, wie sich später herausstellte, bei der am meisten verwunderte, dass die Eintracht-Spieler sie ohne Diskussion hinnahmen. Wahrscheinlich wollten sie sich nicht aus der Konzentration bringen lassen. Man weiß es nicht genau! Protestiert wurde dann nur kurze Zeit später allerdings auf der anderen Seite. Nach einem Pressschlag von Gikiewicz und Correia mit Okotie forderten die 60er erneut Elfmeter (88.). Zu Unrecht, da der Österreicher mit gestrecktem Bein in den Zweikampf gegangen war. Der Schiedsrichter hatte überhaupt keine unfaire Aktion gesehen und gab „Ecke“, die zum Glück der wahren „Löwen“ aus Braunschweig nichts einbrachte. Spätestens jetzt wurde es auf dem Platz hektisch. Nach der nächsten Chance für 1860 durch Adlung, der von Eintrachts Abwehr rechtzeitig geblockt werden konnte (91.), gab es gleich zweimal „Gelb“ – für einen Münchner wegen Meckerns (91.) und für Ryu wegen Ballwegschlagens (92.). Schluss war aber immer noch nicht. Und 1860 München gab sich nicht geschlagen. In der vierten Minute der Nachspielzeit schließlich griffen die 60er erneut an und befördern das Leder noch einmal in den Strafraum der Eintracht. Henn, der gegen Ende der regulären Spielzeit für Zuck eingewechselt worden war, stieg zum Kopfball hoch und sprang dabei einen Spieler der Heimelf an. Eine grenzwertige Situation, die die Münchner Spieler verständlicherweise wieder, zum 3.Mal in dieser Partie, Strafstoß fordern ließ. Kempter pfiff erneut nicht. Stattdessen pfiff er nach 94:30 die Begegnung ab.
Eintracht hatte 2:1 beim TSV 1860 München gewonnen!
Erleichterter Jubel bei den Eintracht-Fans! „Auswärtssieg! Auswärtssieg!“
Das hatte der blau-gelbe Anhang lange nicht mehr skandieren können. In dieser Saison überhaupt noch nicht und in der Saison davor in der 1.Bundesliga auch nur einmal. Und der 2:0-Erfolg bei den Radkappen lag nun auch schon mehr als 13 Monate zurück (8.9.2013).
Darüber hinaus waren viele mitgereiste Fans überhaupt noch nicht geboren, als Eintracht der letzte und überhaupt einzige Sieg bei den „Münchner Löwen“ gelungen war. Am 7.12.1968 war es Maas; der Linksaußen der Meisterelf, gewesen, der mit seinem Treffer den 1:0-Sieg ermöglicht hatte.
Dieser Auswärtssieg war also schon etwas Besonderes. Alle, die dabei waren, werden es irgendwie gespürt haben. Der BTSV, der vor 3 ½ Jahren noch drittklassig unterwegs war, hatte endgültig das sportliche Niveau des ehemals großen TSV 1860 München erreicht, ja war sogar vorbeigezogen. Ein Blick auf die Tabelle untermauerte das. Eintracht hatte sich durch die 3 Punkte auf den 10.Platz verbessert (14 Punkte), während 1860 auf den letzten Platz abgerutscht war (9 Punkte).
Auch wenn die gewonnene Partie Eintracht in der Tabelle nicht entscheidend voranbrachte, schien Trainer Lieberknecht mit seiner geäußerten Hoffnung Recht zu behalten, dass der mit viel Kampf und spät errungene Punkt gegen Greuther Fürth der Mannschaft einen Kick versetzt haben könnte. Sollten sich in den nächsten Punktspielen weitere Siege einstellen? Die Fans hofften darauf!
Mutmaßungen über den Fortgang der Punkterunde waren für alle Blau-Gelben aber derzeit nicht angesagt. Es galt, sich auf den Pokal zu konzentrieren. Die wahren „Löwen“ hatten die 2.Runde durch ein 1:0 beim Fünftligisten Bremer SV erreicht (16.8.14; Tor: Nielsen) und mussten nun 3 Tage nach dem 1860-Spiel bei dem Tabellenführer der Regionalliga Süd, den Würzburger Kickers antreten. Der Eintracht-Tross kehrte daher nach dem Auswärtssieg nicht nach Braunschweig zurück, sondern blieb gleich in Bayern und bereitete sich dort auf die Pokalbegegnung vor.

[Stand: September 2018]