28. Oktober
MSV Duisburg - Eintracht 1:1 (1:1)28.10.2002
10. Spieltag 2. Bundesliga - 2002/03
Am 28.10.2002 musste Eintracht sein Auswärtsspiel beim MSV Duisburg bestreiten.
Obwohl die Blau-Gelben erst im Sommer (nach 9 langen Jahren Regionalliga) in die 2. Bundesliga zurückgekehrt waren, spürte man von Aufstiegseuphorie in Braunschweig nichts mehr. Rein gar nichts! Nach einem Sieg zum Auftakt hatte die Mannschaft 7 Spiele verloren und 1x Unentschieden gespielt. Mit 4 Punkten "zierte" man das Tabellenende.
Eintrachts Verantwortliche hatten nach der letzten Niederlage (mit 1:2 zu Hause gegen den zu diesem Zeitpunkt noch schlechter plazierten Karlsruher SC) die Reißleine gezogen und Trainer Vollmann und Manager Holdorf entlassen. Als "Neue" wurden Wolfgang Loos als Manager und Uwe Reinders als Trainer verpflichtet. Mit Uwe Reinders kam ein alter Bekannter nach Braunschweig zurück, der bereits von 1987 bis 1989 das Traineramt inne und mit den "Löwen" 1988 den direkten Wiederaufstieg in die 2. Liga geschafft hatte.
Gerade einmal 4 Tage hatte Reinders Zeit, die Mannschaft kennenzulernen und sie auf das Auswärtsspiel in Duisburg einzustellen.
Das Spiel fand an einem Montag statt und wurde live im DSF übertragen. Ob das der Grund dafür war, dass nur 4.500 Zuschauer, darunter 300 "Löwen"-Fans, den Weg ins Duisburger Stadion gefunden hatten?
Die, die gekommen waren, bekamen ein schwaches Spiel zu sehen. Weder der Tabellenzwölfte noch Eintracht wusste spielerisch zu gefallen. Wenigstens der kämpferische und läuferische Einsatz der Blau-Gelben stimmte dieses Mal zu 100 Prozent -- und wurde mit einem Punktgewinn belohnt! Am Ende hieß es 1:1. Thomas hatte die Führung des MSV aus der 43. Minute unmittelbar vor dem Pausenpfiff ausgeglichen.
Eintracht hatte damit am 10. Spieltag den ersten Auswärtspunkt erkämpft. Reinders" Premiere war gelungen. Die Eintracht-Fans kehrten von dem Auswärtsspiel mit neuer Hoffnung auf den Klassenerhalt nach Braunschweig zurück, zumal der Rückstand auf Platz 14 nur 4 Punkte betrug.
Die Hoffnungen der Fans erfüllten sich nicht. Eintracht stieg am Saisonende ab.
Dass es am Ende nicht zum Klassenerhalt gelangt hat, lag allerdings nicht an den Auswärtsleistungen der "Löwen". In den verbleibenden 12 Auswärtsspielen holte der BTSV 18 Punkte (5 Siege / 3 Unentschieden / 4 Niederlagen).

SSV Reutlingen – Eintracht 0:4 (0:2)28.10.2015
2. Runde DFB-Pokal – 2015/2016
In der 2. Runde des DFB-Pokals der Saison 2015/16 musste Eintracht am 28.10.2015 beim SSV Reutlingen antreten.
Die „Löwen“ hatten sich in der 1. Runde beim Drittligisten HFC Halle mit 1:0 durchgesetzt. Es war eine zähe Angelegenheit geworden. Halle hatte sich Chancen in Hülle und Fülle erarbeitet, aber viel Glück und ein starker Gikiewicz im Tor des BTSV stellten letztendlich den Erfolg sicher. Es war das einzige Erfolgserlebnis, dass die Blau-Gelben zu Beginn der Saison hatten. Aus den ersten drei Punktspielen in der 2.Bundesliga holten sie gerade einmal ein einziges Pünktchen und fanden sich auf dem 17.Tabellenplatz, einem direkten Abstiegsplatz, wieder. Traurige Gesichter in der Stadt an der Oker! Diese hielten jedoch nicht lange an. Die gegenüber dem Vorjahr total veränderte Mannschaft (mehr als 10 Ab- und Zugänge) fing sich schnell und stand nach 12 Spieltagen mit 20 Punkten auf Platz 5 der Tabelle.
Grund genug, die Pokalaufgabe voller Selbstbewusstsein anzugehen – zumal die Reutlinger „nur“ in der Oberliga kickten.
Aber Reutlingen? SSV Reutlingen – da war doch ´mal ´was?! Richtig! In der Saison 2002/03 waren sich die beiden Vereine schon einmal im DFB-Pokal begegnet und zudem auch in den Punktspielen der 2.Bundesliga. Der SSV hatte 2001 unter Trainer Armin Veh, der später als Bundesliga-Trainer Karriere machte und u.a. den VfB Stuttgart 2007 zur Meisterschaft führte, den Aufstieg in die 2. Bundesliga geschafft und in der Premierensaison souverän die Klasse gehalten. Im Sommer 2002 schaffte der BTSV -- nach neun Jahren in der Drittklassigkeit --ebenfalls den Sprung in Liga 2 und sollte laut Spielplan bereits am 3.Spieltag zu Hause auf den SSV treffen. Direkt danach stand die 1.Pokalrunde an. Wie es der Zufall wollte, war Eintracht der SSV Reutlingen zugelost worden, ebenfalls zu einem Heimspiel. So trafen die Teams innerhalb weniger Tage (25.08.02 und 30.08.02) zweimal im Stadion an der Hamburger Straße aufeinander. Beide Spiele verloren die „Löwen“ mit 1:2 – und stiegen am Saisonende wieder ab. Dem SSV erging es in dieser Spielzeit -- übrigens ohne Trainer Veh, der den Verein schon vor der Saison (auf eigenen Wunsch) verlassen hatte -- nicht besser. Belastet mit einem Punktabzug von 6 Punkten musste auch Reutlingen den Gang in die Drittklassigkeit antreten. Während Eintracht bereits 2005 und dann 2011 in die 2.Bundesliga zurückkehrte, ist der SSV seit 2003 nie wieder im bezahlten Fussball (inklusive Liga 3) vertreten gewesen.
Es gab also tatsächlich so etwas wie eine offene Rechnung zu begleichen!
Ca. 1.000 „Löwen“-Fans hatten die lange Reise an diesem Mittwoch auf sich genommen, um den BTSV zu unterstützen. Sie stellten im Stadion „An der Kreuzeiche“, das in den 50er Jahren gebaut wurde, unter den 7.524 Zuschauern eine stimmgewaltige Macht dar.
Bereits früh im Spiel wurde deutlich, dass die Blau-Gelben an diesem Abend vom Außenseiter nicht zu bezwingen waren. In der 21. Minute ging der BTSV durch einen abgefälschten Holtmann-Schuss in Führung. Eine Viertelstunde später (36.) erhöhte Berggreen nach einer schönen Flanke von Sauer per Kopf auf 2:0. Mit diesem Treffer, der gleichzeitig den Pausenstand markierte, war die Vorentscheidung gefallen. Die Reutlinger, die in der 1. Runde noch den Karlsruher SC ausgeschaltet hatten, schafften es in den ersten 45 Minuten lediglich zweimal, Gikiewicz zum Eingreifen zu zwingen. Ein harmloser Weitschuss auf Mann (21.) sowie eine abzufangende Hereingabe (42.) stellten für Eintrachts Keeper, der in der 2.Bundesliga zu diesem Zeitpunkt (gemeinsam mit dem Torwart vom FC St.Pauli) die meisten „Zu 0-Spiele“, nämlich 7, vorweisen konnte, kein Problem dar.
In der 2.Halbzeit, in der Eintracht dem SSV mehr Spielanteile gönnte, erzielten die „Löwen“ weitere zwei Treffer. Zunächst traf erneut der frischgebackene U20-Nationalspieler Holtmann per Direktabnahme nach Flanke von Reichel (61.), dann sorgte der erst vier Minuten zuvor eingewechselte Ademi nach einem schönen Alleingang von Ofosu-Ayeh (79.), ebenfalls seit kurzem Nationalspieler (für Ghana, A-Team), für den Endstand. Orhan Ademi machte sich damit selbst ein Geschenk zum Geburtstag. 4:0! Das war ´s! Achtelfinale erreicht!
Andere Profimannschaften konnten das nicht von sich behaupten. Nachdem in der 1.Runde bereits die Erstligisten 1899 Hoffenheim, der HSV und der FC Ingolstadt sowie die Zweitligisten Union Berlin, Arminia Bielefeld, der KSC, der MSV Duisburg, der FC St.Pauli und die SpVgg Greuther Fürth ausgeschieden waren, ereilte dieses Schicksal in Runde 2 gleich 13 weitere Profimannschaften. Die Mitglieder der Beletage des Deutschen Fussballs 1.FC Köln, Schalke 04, VfL Wolfsburg, Mainz 05, Eintracht Frankfurt (0:1 beim Drittligisten Erzgebirge Aue) und Hannover 96 (1:2 bei Darmstadt 98) verabschiedeten sich ebenso wie die Unterhausmitglieder FSV Frankfurt, SC Paderborn, SC Freiburg, Fortuna Düsseldorf, 1.FC Kaiserslautern, SV Sandhausen und RB Leipzig (0:3 beim Regionalligisten SpVgg Unterhaching).
Voller Interesse sahen die Eintracht-Fans nun der Auslosung am 1.11.2015 entgegen. Im Lostopf befanden sich zwar 9 Erstligisten, aber auch 4 andere Zweitligavereine, 1 Verein aus der 3.Liga und 1 Regionalligist. Die Chancen standen also gar nicht so schlecht, eine machbare Aufgabe zugelost zu bekommen. Ein Heimspiel wäre natürlich die beste Variante… .
Bis zur letzten Paarung mussten sich alle Eintracht-Interessierten gedulden, bis der Gegner feststand. Letzte gezogene Paarung: VfB Stuttgart – Eintracht Braunschweig !
Die Begeisterung hielt sich natürlich in Grenzen. Ein Erstligist und dann noch auswärts!
Aber was soll ´s! Wer beim Spitzenreiter der 2. Bundesliga, dem Erstligaabsteiger SC Freiburg ein 0:2 aufholt und einen Punkt erkämpft, und genau das hatten die „Löwen“ gerade getan (2:2 am selben Tag), der reist auch nicht ohne Chance zum abstiegsgefährdeten VfB.
Nach großem Kampf unterlag Eintracht dem VfB Stuttgart am Mittwoch, den 16.12.2015 mit 2:3 nach Verlängerung. Der Stuttgarter Siegtreffer fiel in der 118. Spielminute.
[Stand: Januar 2017]