30. Oktober
Eintracht - Werder Bremen 3:1 (0:0)30.10.1982
11. Spieltag Bundesliga - 1982/83
Am 30.10.1982 kam es im Eintracht-Stadion wieder einmal zum Nord-Derby mit Werder Bremen.
Eintracht und Werder hatten eine Menge gemeinsam in den letzten Jahren. Beide Vereine waren 1980 aus der Bundesliga abgestiegen und hatten gemeinsam den direkten Wiederaufstieg geschafft. Beiden Mannschaften war es in der ersten Saison nach dem Wiederaufstieg souverän gelungen, sich aus dem Abstiegskampf herauszuhalten. Werder hatte die Saison mit einem sehr guten fünften Tabellenplatz abgeschlossen, und die "Löwen" konnten Tabellenplatz 11 ebenfalls durchaus vorzeigen. Auch in der aktuellen Saison 1982/83 sah es vor diesem 11. Spieltag so aus, als ob beide Teams eine gute Rolle unter den besten 18 Mannschaften Deutschlands spielen könnten. Werder war mit 12:8-Punkten (2-Punkte-Wertung) Sechster und der BTSV mit 9:9-Punkten (bei einem Nachholspiel) Zehnter der Tabelle.
Da Eintracht mit Wolfgang Grobe vor der Saison einen absoluten Leistungsträger (für 1 Million DM zu Bayern München) abgegeben und außer dem ehemaligen DDR-Auswahlspieler Lutz Eigendorf (für 400.000 DM vom 1. FC Kaiserslautern) nur unbekannte Spieler verpflichtet hatte, war die Vereinsführung bei der Formulierung des Saisonziels entsprechend vorsichtig gewesen. Einen vorderen Mittelfeldplatz wollte man erreichen. Der Start war schon `mal geglückt.
Allerdings wurde es langsam Zeit, dass die "Löwen" ihre Krallen wieder einmal im heimischen Stadion zeigten. Nach einer überragenden Siegesserie in der Vorsaison mit 10 Heimsiegen in Folge (bei insgesamt 12 Heimerfolgen) hatten sie in dieser Spielzeit in der Bundesliga zu Hause noch keine Begegnung gewonnen. 4x waren sie angetreten, 4x mussten sie sich am Ende mit einer Punkteteilung begnügen (gegen 1.FC Köln 2:2, Bor.Dortmund 0:0, Schalke 04 1:1 und 1.FC Nürnberg 2:2). Immerhin hatten die Blau-Gelben aber ihre Pokalbegegnung (der zweiten Runde) zwei Wochen zuvor zu einem Fest für die "Löwen"-Fans werden lassen, indem sie den aktuellen Pokalsieger Bayern München mit 2:0 an der Hamburger Straße ausschalteten. Es ging also auch zu Hause! Gegen Werder sollte nun in der Bundesliga der erste doppelte Punktgewinn eingefahren werden.


18.000 Zuschauer wollten diese Samstagsbegegnung sehen. Dem "Eintracht aktuell" zu diesem Spiel konnten sie entnehmen, dass im Kader der Bremer so -- auch heute noch -- bekannte Akteure wie Rudi Völler (derzeit Sportdirektor Bayer Leverkusen), Thomas Schaaf (seit 1999 Trainer bei Werder Bremen), Norbert Meier (derzeit Trainer Fortuna Düsseldorf), Benno Möhlmann (zweimaliger Eintracht-Trainer, derzeit Trainer in Ingolstadt) und Uwe Reinders (zweimaliger Eintracht-Trainer) [Stand: Mai 2011] standen. Weiter lasen sie, dass der ehemalige Spieler Max Lorenz, der sowohl für Werder als auch für Eintracht (Sommer 1969 bis Ende 1971) in der Bundesliga aktiv war, ein 2:1 für den BTSV im Interview vorhersagte. Dagegen war nichts einzuwenden.
Das Spiel entwickelte sich zu einem offenen Schlagabtausch bei hohem Tempo. In der ersten Halbzeit besaß Werder Vorteile, konnte diese aber zu keinem Treffer nutzen. So ging es mit einem 0:0 in die Pause. Nach dem Wechsel brachte Trainer Maslo Keute für Worm, um das Offensivspiel zu verbessern. Ein Tor fiel aber zunächst auf der anderen Seite. Meier traf zum 0:1 (48.). Eintracht zeigte sich jedoch unbeeindruckt und baute von Minute zu Minute mehr Druck auf. Bereits zwei Minuten später erzielte Zavisic per 20m-Schuss den Ausgleich (50.). Dem eingewechselten Keute war es schließlich vorbehalten, die Zeichen auf Sieg zu stellen: 62. Minute 2:1, 66. Minute 3:1. So blieb es bis zum Ende.
Werder-Trainer Otto Rehhagel sprach anschließend von einem verdienten Sieg der Blau-Gelben. Seine Mannschaft sei der Kampfkraft der "Löwen" nicht gewachsen gewesen.
Der BTSV hatte sich durch den Sieg auf den 9. Tabellenplatz verbessert. Zavisic" Leistung war der Sportzeitschrift "Kicker" die Berufung in die "Elf des Tages" wert. Auch das Auftreten von Keute war der Fussball-ßffentlichkeit nicht entgangen. Am 15.11.1982 erschien im "Kicker" ein ausführlicher Bericht ("Torjäger ohne Stammplatz") zu Eintrachts Stürmer, der laut Trainer Maslo "immer mit ganzem Herzen dabei" war.
Nachdem der erste Heimerfolg der laufenden Saison gelungen war, zeigten die Blau-Gelben nun in den weiteren Spielen wieder ihre Heimstärke. Es folgten vier Heimsiege in Serie. Nach 21 Spieltagen belegte Eintracht mit 20:22-Punkten Platz 8 der Tabelle. Eine noch bessere Plazierung wurde verpasst, weil die alte, aus der letzten Saison schon bekannte Auswärtsschwäche wieder auftrat. Dennoch eine zufriedenstellende Leistung des BTSV!
Was sich danach jedoch abspielte, konnte niemand mehr zufrieden stellen, der den Löwen im Herzen trug. In den letzten 13 Spielen holte die Mannschaft 7:19-Punkte und landete am Ende auf Platz 15 der Tabelle und damit einen Rang über dem Relegationsplatz.
Ob zu der schlechten Punkteausbeute eine Verunsicherung des Teams durch die bekannt gewordene Verschuldung des Vereins und die angekündigten weiteren Sparmaßnahmen oder die Kürzung der Siegprämien beigetragen hat, muss dahingestellt bleiben.
Werder Bremen schloss die Saison mit 52:16-Punkten als Tabellenzweiter ab. Am Ende waren die Bremer punktgleich mit dem alten und neuen Meister Hamburger SV. Hätte Werder an diesem 30. Oktober in Braunschweig gepunktet, ...