31. Oktober
SpVgg Greuther Fürth – Eintracht 1:3 (0:1)31.10.2011
13. Spieltag 2. Bundesliga – 2011/12
Am 31.10.2011 stand für Eintracht in der 2. Bundesliga das Auswärtsspiel bei der SpVgg Greuther Fürth auf dem Programm.
Der BTSV hatte als Aufsteiger aus der 3. Liga einen sensationellen Start in die Saison 2011/12 hingelegt. Von den ersten zehn Begegnungen hatten die „Löwen“ fünf gewonnen (3:1 gg. 1860 München, 2:0 bei Alemannia .Aachen, 3:1 beim KSC, 1:0 gg. St.Pauli, 3:1 gg. Energie Cottbus), 4x Unentschieden gespielt und lediglich eine Partie verloren (0:3 gg.. Eintr.Frankfurt). Mit 19 Punkten belegte Eintracht den 5. Tabellenplatz nur 4 Punkte hinter dem Tabellenführer und hatte dabei schon gegen sechs Mannschaften aus den Top 10 gespielt. In Braunschweig träumten einige bereits vom „Durchmarsch“ in die Bundesliga. Warum auch nicht? Die nächsten beiden Spieltage holten die Optimisten dann aber schnell in die Realität zurück. Erst unterlagen die Blau-Gelben beim Tabellensechsten SC Paderborn mit 0:1, dann folgte eine ebenso unverdiente wie überflüssige 0:2-Heimniederlage gegen Mitaufsteiger Dynamo Dresden. Durch die Niederlagen fiel Eintracht auf den 6. Platz zurück und wies nun auf den Tabellenersten einen Rückstand von 10 Punkten auf.
Gegen genau diesen Tabellenführer, der mit hervorragenden 29 Punkten über allen anderen Vereinen der 2.Bundesliga thronte, hatte der BTSV noch nicht spielen müssen. Es handelte sich um … richtig, die SpVgg Greuther Fürth!
Die Fürther hatten nur am 1. Spieltag mit 2:3 gegen Bundesligaabsteiger Eintracht Frankfurt verloren und danach mit 9 Siegen und 2 Unentschieden „eine Serie gestartet“. Ihre letzten fünf Heimspiele hatten sie alle gewonnen und dabei 10:1-Tore erzielt. Die Spielvereinigung wollte in dieser Saison nun endlich den Sprung in die Bundesliga schaffen, nachdem sie in den letzten 11 Jahren 9x den Aufstieg nur knapp verpasst hatte (1x 4.; 7x 5.; 1x 6.).
Eine schwere, aber gleichzeitig reizvolle Aufgabe wartete also auf die „Löwen“. Ebenso für ihre auswärtsfahrenden Fans, die die 450 Kilometer Richtung Süden an einem Montag zurücklegen mussten, da der Sportsender „Sport 1“ die Begegnung zum Live-Spiel des 13.Spieltags erkoren hatte. Nach dem Spiel gegen Fortuna Düsseldorf am 10. Spieltag (1:1) bereits Eintrachts zweites Live-Spiel der Saison in „Sport 1“!
Die „Löwen“-Fans durften sich zunächst über das geringe Interesse am Fußball in Fürth wundern. Beim Anpfiff hatten sich gerade einmal etwas mehr als 10.000 Menschen in der sog. „Trolli-Arena“ eingefunden.
Eintracht ging mit zwei Stürmern (Kruppke und Kumbela) in die Partie. Dennoch spielten sich die ersten 15 Minuten der Begegnung überwiegend in der Hälfte der Blau-Gelben ab. Die Fürther agierten druckvoll und sorgten für einige gefährliche Situationen vor Davaris Tor. Ein Treffer gelang ihnen jedoch nicht. Der fiel in der 25. Minute auf der anderen Seite. Pass von Kruppke auf Kumbela, 0:1! Jubel im Gästeblock! Danach wirkte die Spielvereinigung verunsichert. So blieb es bis zur Pause bei dem Spielstand.
In Hälfte 2 erwartete man die Fürther wieder druckvoll. Fehlanzeige! Bevor die Süddeutschen das Spiel überhaupt richtig an sich reißen konnten, hieß es schon 0:2. Reichel flankte in Minute 52 von außen und Kruppke köpfte ein. Während vom grün-weißen Anhang immer weniger zu hören war, gaben die Eintracht-Fans verbal-technisch nun noch mehr Gas. In der Folgezeit plätscherte die Partie vor sich hin. Von Minute zu Minute mussten sich alle Blaugelb-Infizierten weniger Sorgen um den Erfolg machen, bis Stürmer Occean dann doch noch per Kopf der Anschlusstreffer gelang (83.). Fürth witterte wieder Morgenluft – aber nur zwei Minuten lang! In der 85. Minute flankte Benjamin Fuchs von rechts und Vrancic netzte ein. Das war’s! Eintracht gewann 3:1 und hatte die Sensation geschafft.
Trainer Lieberknecht hatte also doch Recht gehabt, als er in der Pressekonferenz vorher sagte: „Ich sehe eine realistische Chance, dort (in Fürth) etwas mitzunehmen.“ Ebenso Manager Arnold, der seinen Vertrag gerade um zwei Jahre verlängert hatte, mit der Aussage: „Wir können mit jedem Gegner mithalten.“
Der BTSV hatte nun schon 22 Punkte auf dem Konto und befand sich damit auf einem guten Weg Richtung Saisonziel, Richtung Klassenerhalt.
Wer mehr erhoffte, tat dies nicht lange. Denn die nächsten beiden Begegnungen gingen wieder verloren (1:2 gg. Union Berlin und 0:3 beim MSV).
Am Ende der Saison belegten die „Löwen“ einen guten 8. Tabellenplatz mit 45 Punkten. Sie waren nicht ein einziges Mal auch nur ansatzweise in die Nähe der Abstiegsränge geraten. Die SpVgg Greuther Fürth, die auch das Rückspiel in Braunschweig nicht gewinnen konnte (0:0), stieg als Zweitliga-Meister mit 70 Punkten in die Bundesliga auf.