15. November
Rapid Wien - Eintracht 1:0 (0:0)15.11.1967
Achtelfinale Europapokal der Landesmeister – 1967/68
Am 15.11.1967 trat Eintracht im Europapokal der Landesmeister bei Rapid Wien an.
Nun war es also soweit! Nach der sensationell errungenen Meisterschaft im Juni 1967 vertraten die "Löwen" Deutschland erstmalig im Europapokal. Eigentlich hatte die Premiere bereits einige Wochen zuvor stattfinden sollen, der dem BTSV zugeloste albanische Meister Dynamo Tirana zog seine Mannschaft jedoch zurück. So erreichten die Blau-Gelben kampflos die zweite Runde.
Dort erwischte es den deutschen Meister dann aber knüppeldick!
Mit dem österreichischen Meister Rapid Wien hatte Eintracht eine Mannschaft zum Gegner, die schon 24x Landesmeister geworden war und über große internationale Erfahrung verfügte. Zum sechsten Mal spielten die Wiener im Europapokal der Landesmeister. Die letzten Auftritte 1961 mit dem Erreichen des Halbfinales und 1965 mit Erreichen des Achtelfinales konnten sich sehen lassen. Hinzu kamen drei weitere Auftritte im Europapokal der Pokalsieger, wobei Rapid 1962 das Achtelfinale erreichte und 1966 im Viertelfinale gegen Bayern München ausschied (1:0/0:2). Im laufenden Wettbewerb hatten die Wiener in der ersten Runde den türkischen Meister Besiktas Istanbul souverän ausgeschaltet (3:0/1:0). Rapid konnte sich zudem auf sein fanatisches Publikum im Hexenkessel "Prater-Stadion" verlassen, das durchaus auch das eine oder andere Mal die Grenzen der Fairness überschritt. So waren beim letzten Länderspiel gegen Griechenland österreichische Fans auf das Spielfeld gestürmt und hatten die Gästespieler bedrängt und geschlagen sowie den Schiedsrichter mit einer Flasche beworfen. Der BTSV hatte also Einiges zu erwarten ...
Eintracht hatte nach zähem Saisonbeginn mit 4:8-Punkten (2-Punkte-Wertung) in die Erfolgsspur zurückgefunden und aus den letzten sieben Spielen 13:1-Punkte geholt. Lohn war der dritte Tabellenplatz. Der Tabellenführer (und spätere Meister) 1.FC Nürnberg lag nur noch drei Punkte voraus. Die letzten beiden Auswärtsspiele hatten die "Löwen" gewonnen (1:0 bei Borussia Dortmund und 2:1 bei Borussia Neunkirchen). Sie wussten also, dass sie auch auswärts gewinnen konnten und reisten entsprechend selbstbewusst in die österreichische Hauptstadt.
Für die Anreise hatte sich der BTSV den Luftweg ausgesucht. Mit einer gecharterten DC3, die sie bereits zum Auswärtsspiel nach Neunkirchen gebracht hatte, steuerten sie Wien an. Die Landung wurde zum Abenteuer. Erst konnte der Pilot wegen dichten Nebels nicht landen. Später versuchte er es dennoch, verfehlte jedoch die Landebahn und kam auf einer Grünfläche zum Stehen. Einigen Spielern reichte diese Erfahrung. Sie entschlossen sich, für den Rückflug die normale Linienmaschine nach Hannover zu nehmen (Gerwien, Oeller, Ulsass, Wolter).
Auf die "Löwen" warteten an diesem Mittwochabend über 50.000 Zuschauer im Prater-Stadion -" und ein Schiedsrichter, der Fussball-Deutschland noch unangenehm in Erinnerung war. Der Russe Bachramow leitete die Begegnung, der Mann also, der im WM-Finale 1966 England gegen Deutschland (4:2 n.V.) als Linienrichter für die Anerkennung des umstrittenen 3:2, des sog. Wembley-Tores, gesorgt hatte. Das Europapokal-Spiel leitete er jedoch sicher und ohne Fehler.



Rapid Wien ergriff sofort die Initiative. Die Blau-Gelben, in deren Reihen mit Berg und Elfert zwei Neuverpflichtungen standen, überstanden die Drangperiode der Gastgeber jedoch mit Glück und Geschick unbeschadet. So stand es auch nach 30 Minuten noch 0:0. Dann folgte der Schock für die "Löwen". Lothar Ulsass zog sich eine klaffende 3x1cm große Verletzung an der rechten Schläfe zu und konnte – zunächst – nicht weiterspielen. Trotz Unterzahl (Auswechselungen waren noch nicht erlaubt) hielt Eintracht das Ergebnis bis zur Pause.



Auch nach dem Wechsel ließ der österreichische Meister in seinen Bemühungen nicht nach und belohnte sich in der 54. Minute mit dem 1:0 (siehe Bilder oben). Der Prater bebte! Kurz darauf kehrte Ulsass mit Kopfverband auf den Platz zurück (siehe Bild unten). Die Wunde war genäht worden. Nun wurde es ein anderes Spiel. Auch die Braunschweiger starteten jetzt gefährliche Angriffe. Zudem wurden die konditionellen Vorteile von Eintracht immer deutlicher, je länger das Spiel dauerte. So neutralisierten sich beide Mannschaften weitgehend mit der Folge, dass kein weiteres Tor mehr fiel.



Eintracht hatte mit 1:0 bei Rapid Wien verloren.
Die Kritiken der Sport-Presse waren dennoch überwiegend positiv. So schrieb beispielsweise die in Köln beheimatete Sport-Zeitung "Der Fussball Sport" in seiner Ausgabe vom 20.11.1967: "In Wien trat eine deutsche Mannschaft an, die eine vielfach schwerere Aufgabe (als der HSV im Pokalsieger-Wettbewerb) zu bewältigen hatte, sie jedoch mit Können, Begeisterung und in vollster Konzentration anging. (Es) sei betont, dass hier der Mannschaftsgeist und die innere Einstellung Braunschweigs das Fundament bildeten."
Für die "Löwen" bestand kein Grund zur Trauer. Immerhin war es nur das Hinspiel gewesen. Auch Trainer Johannsen hatte nach dem Spiel erklärt, dass seine Mannschaft ohne die Verletzung wahrscheinlich ein Remis erreicht hätte und Rapid, so stark es auch ist, zu Hause durchaus schlagen könne.
Johannsen sollte Recht behalten. Eintracht gewann zwei Wochen später mit 2:0 und zog ins Viertelfinale ein. Dort schieden die Blau-Gelben mit viel Pech gegen den italienischen Meister Juventus Turin aus (3:2/0:1/0:1).

Eintracht - Werder Bremen Amat. 3:2 (2:1)15.11.1997
17. Spieltag Regionalliga Nord - 1997/98
Am 15.11.1997 stellte sich mit Werder Bremen Amateure der Tabellenvierte der Regionalliga Nord im Stadion an der Hamburger Straße vor.
In der Saison 1997/98 beherrschten zwei Mannschaften die Liga: Eintracht und Hannover 96!
Nachdem die "Roten" bereits in der Vorsaison Meister geworden, aber in den Entscheidungsspielen um den Aufstieg in Liga 2 an dem Meister der Regionalliga Nordost Energie Cottbus gescheitert waren, mussten sich die Blau-Gelben eine weitere Saison mit den 96ern auseinandersetzen. Im Gegensatz zum Vorjahr konnte sich Hannover dieses Mal aber nicht bereits früh absetzen. Wenn die "Roten" gewannen, gewannen die "Löwen" auch. Nach 15 Spieltagen hatten beide Teams je 13x gewonnen. 96 führte mit einem Punkt vor dem BTSV. Hieran änderte auch der direkte Vergleich am 16. Spieltag in Hannover nichts, da er Unentschieden ausging (1:1). Der 17. und damit letzte Spieltag der Hinrunde musste also über die Herbstmeisterschaft entscheiden. Eintracht legte mit seinem Spiel am Samstag gegen Bremen vor.
8.300 Zuschauer hatten bei unangenehmen Herbstwetter den Weg ins Stadion gefunden. Sie sahen zu ihrer Überraschung ein von Trainer Thomas Schaaf hervorragend eingestelltes Werder-Team, das über die gesamte Spielzeit betrachtet die bessere Mannschaft stellte. Die drei Punkte blieben dennoch in Braunschweig. Den 0:1-Rückstand nach 11 Minuten hatten Kolakovic (13.) und Arobieke (39.) aufgrund der größeren Chancen nicht einmal unverdient in eine 2:1-Pausenführung verwandelt. In Halbzeit 2 spielte jedoch nur noch Werder, kam zum verdienten Ausgleich (59.) und drängte auf das Siegtor. Das wiederum gelang dem BTSV. Erneut Kolakovic nutzte einen Abwehrfehler in der 76. Minute zum 3:2-Endstand. Glück gehabt! Nun wieder Jubel – nachdem die "Löwen" völlig unverständlich beim Stand von 2:2 von Teilen des Publikums der Gegengerade ausgepfiffen worden waren !
Der BTSV hatte seine Hausaufgaben gemacht. Nun hieß es, auf das Ergebnis des Sonntagspiels von Hannover 96 zu warten.
VfL Hasetal Herzlake – Hannover 96 = 1:1 !!
Eintracht war damit Herbstmeister! Ein gutes Gefühl!
Bis zum Saisonende blieb es ein offenes Rennen um die Meisterschaft in der Regionalliga Nord. Durch einen 1:0-Sieg in Braunschweig am vorletzten Spieltag setzten sich schließlich die 96er durch und stiegen in die 2. Bundesliga auf. Dennoch war es eine tolle Saison der "Löwen".

Eintracht - LR Ahlen 1:0 (1:0)15.11.2002
13. Spieltag 2. Bundesliga - 2002/03
Im Punktspiel der 2. Bundesliga stellte sich am 15.11.2002 die Mannschaft von LR Ahlen im Stadion an der Hamburger Straße vor.
Die Blau-Gelben mussten dieses Spiel des 13. Spieltages unbedingt gewinnen, um ihre Chancen auf den Klassenerhalt zu wahren. Mit 6 Punkten aus 12 Spielen waren die "Löwen" Siebzehnter und damit Vorletzter der Tabelle. Der Rückstand auf den ersten Nicht-Abstiegsplatz betrug bereits 6 Punkte. Genau auf diesem 14. Tabellenplatz stand der LR Ahlen.
Eintrachts Verantwortliche hatten auf den Misserfolg bereits drei Spiele vorher reagiert und sowohl Trainer als auch Manager ausgetauscht. "Das Sagen" hatten nun Manager Loos und Trainer Reinders. Uwe Reinders konnte bereits kleinere Achtungszeichen setzen, indem die Mannschaft in den Auswärtsspielen unter seiner Regie jeweils einen Punkt errungen hatte (1:1 beim MSV Duisburg; 0:0 bei Eintracht Frankfurt). Allerdings hatte auch er die unglückliche Niederlage im letzten Heimspiel nicht verhindern können (2:3 gegen Alemannia Aachen nach 2:1-Führung und einem verschossenen Elfmeter). Es wurde also Zeit für einen richtigen Befreiungsschlag. 13.000 Zuschauer wollten sehen, ob er den "Löwen" an diesem Freitagabend gelingt.
Eintracht dominierte das Spiel, ohne eine klare spielerische Linie erkennen zu lassen. Die Dominanz reichte jedoch aus, um nach knapp einer halben Stunde in Führung zu gehen. Choji traf (nach einem Pfostenkopfball von Eigner) zum 1:0 und erzielte damit sein viertes (von insgesamt 8) Saisontor. Mit diesem Ergebnis ging es in die Pause. Nach dem Wechsel änderte sich das Spiel zunächst kaum. Den Blau-Gelben kam entgegen, dass sich die Ahlener nach einer Stunde durch einen Platzverweis selbst dezimiert hatten. Um so unverständlicher war es daher, dass Eintracht zum Ende hin nervös und unsicher wurde. Auswirkungen auf das Ergebnis hatte dieses Verhalten zur Freude der Eintracht-Fans aber nicht. Es blieb beim verdienten 1:0.
Endlich! Nach dem Sieg zum Saisonauftakt gegen Waldhof Mannheim (4:2) hatten die "Löwen" den zweiten "Dreier" der Saison geholt und den Abstand zu den Nicht-Abstiegsplätzen auf 3 Punkte verringert. Einem entspannten Wochenende voller Hoffnung für alle "Löwen"-Anhänger stand nun nichts mehr entgegen.
Am Ende der Saison stieg Eintracht bekanntermaßen – nach nur 1 jährigem Gastspiel im Profifußball -- wieder in die Regionalliga ab. Die Tatsache, dass die "Löwen" trotz phantastischer Fan-Unterstützung nur 3 ihrer 17 Heimspiele gewinnen konnten (zusätzlich 2:1 gegen RW Oberhausen), hatte den Ausschlag gegeben.

Wolters-Bierdose "Einmal Löwe, immer Löwe!"15.11.2010
"Der beste Fanartikel aller Zeiten"
Im November 2010 war es also soweit. Endlich, endlich konnte wieder einmal eine Bierdose im Eintracht-Design in die Hand genommen werden.
Die älteren Eintracht-Fans erinnerten sich noch gut an das "Meister-Bier" der Dortmunder Unions-Brauerei, das passend zu Eintrachts Deutscher Meisterschaft im Juni 1967 verteilt worden war und die Meistermannschaft zeigte.
Aber danach ??? Hmm ? -- Egal ! Nun gab es wieder Eintracht-Bier!
Das Hofbrauhaus Wolters hatte in blau-gelbem Outfit eine Halbliter-Dose mit Eintracht-Wappen und der Aufschrift "Einmal Löwe, immer Löwe!" produziert.
Problem war nur: Die Produktion betrug lediglich 100.000 Stück! Angesichts der großen Anzahl der "Löwen"-Fans nicht gerade viel! So war es kein Wunder, dass ein echter Run auf die Dosen einsetzte.
Verschiedene Gaststätten waren schon am Wochenende vor dem offiziellen Verkaufsbeginn beliefert worden und hatten die Dosen bereits "vermarktet". Einzelne Exemplare tauchten daher noch am Wochenende beim Internet-Auktionshaus eBay auf.
Der eigentliche Verkauf startete dann am Montag, den 15.11.2010. Für 69 Cent (im Getränkegroßhandel) bzw. 79 Cent (in den Supermärkten) plus 25 Cent Pfand konnte die Wolters-Dose erworben werden. Palettenweise gingen die begehrten Dosen über die Verkaufstresen.



Im Fan-Forum von Eintracht Braunschweig war frühzeitig ein Thread mit der Bezeichnung "Der beste Fanartikel aller Zeiten! Prost!" eingerichtet worden. Hierin versorgten sich die Fans gegenseitig mit Informationen zu Verkaufsorten usw.. Bis zum Ende der Woche war dieser Thread bereits bei Seite 45 angekommen. Gerade für diejenigen Fans, die am Montag oder Dienstag noch kein Glück gehabt hatten, lohnte hier ein Blick. Verschiedene Supermärkte wurden erst am Mittwoch beliefert oder erhielten später noch eine Zweitlieferung.
Aufgrund des guten Informationsflusses konnten sich die meisten Eintracht-Fans, zumindest die aus dem Braunschweiger Raum, mit der Eintracht-Dose versorgen.
Nicht bekannt ist allerdings, wie viele leere Dosen wegen des Pfandgeldes zurückgegeben wurden. Viele werden es mit Sicherheit nicht gewesen sein!
Für das Jahr 2011 hat die Wolters-Brauerei bereits die Produktion einer neuen Eintracht-Dose versprochen. [Stand: Ende 2010]
Tatsächlich sind im Jahr 2011 drei weitere Eintracht-Dosen der Brauerei Wolters auf den Markt gekommen:
-- in der Woche ab 28.3.2011 eine Dose mit der Aufschrift "Werdet zur Legende ..." (Produktion: 150.000 Stück),
-- in der Woche ab 16.5.2011 eine Dose mit der Aufschrift (vorn) "Aufstieg 2011" und (hinten) "Nie mehr 3. Liga ..." (Produktion: 150.000 Stück),
-- in der Woche ab 14.11.2011 eine Dose im veränderten, silbernen Design mit der Aufschrift "Ein roter Löwe auf der Brust" (Produktion: 100.000 Stück).



Bei diesen drei Dosen gab es für die Fans keine Probleme, sich ein entsprechendes Exemplar zu sichern ... oder einfach nur den Inhalt zu konsumieren. Prost! [Stand: Februar 2012]