2. November
Eintracht – Start Kristiansand 4:0 (1:0)02.11.1977
2. Runde UEFA-Cup – 1977/78
In der Bundesliga lief es nicht! Eintracht war in dieser Saison 1977/78 angetreten, um nach 1967 den zweiten Meistertitel nach Braunschweig zu holen. Dazu hatte Sponsor Günter Mast den Kader, der mit Torwart Franke, Grobe, Hollmann, Dremmler, Handschuh, Ristic, Popivoda und Torjäger Frank schon prächtig besetzt und in der Vorsaison Dritter geworden war, noch mit Weltstar Paul Breitner sowie dem schwedischen Nationalmannschaftsverteidiger Hasse Borg verstärkt. Doch der Erfolg stellte sich nicht ein. Geschlossene Mannschaftsleistungen blieben die Ausnahme. Bereits zweimal hatten die Blaugelben mit 0:6 Niederlagen in einer Höhe erlitten, die man im Land zwischen Harz und Heide nicht gewohnt war. Während das 0:6 am 5.Spieltag beim 1.FC Köln für die Fans wegen den schon obligatorischen Niederlagen im Rheinland noch verschmerzbar schien, hatte das gleiche Ergebnis daheim an der Hamburger Straße gegen die Gladbacher „Fohlen“ am 13.Spieltag richtig weh getan. Zwar war Borussia Mönchengladbach der aktuelle Meister, jedoch eine Rekordniederlage mit diesem Kader …? Das ging gar nicht! Mit 14:12-Punkten (2-Punkte-Wertung) lagen die „Löwen“ zurecht nur im Mittelfeld der Tabelle (8.).
In den Pokalwettbewerben hatten sie sich allerdings bisher keine Blöße gegeben. Im DFB-Pokal standen sie nach drei Siegen im Achtelfinale und im UEFA-Pokal (heute: Europa League) in der 2.Runde, nachdem sie überraschend in Runde 1 den sehr starken sowjetischen Vertreter Dynomo Kiew in zwei begeisternden Partien (0:0/1:1) aus dem Wettbewerb geworfen hatten. International funktionierte die Mannschaft also.
So war es kein Wunder, dass sich die Fans nach dem 0:6 gegen Gladbach auf das folgende Heimspiel der „Löwen“ im UEFA-Cup freuten, zumal es nur 4 Tage nach dem Debakel stattfand. Zwar hatte Eintracht das Hinspiel bei Start Kristiansand zwei Wochen zuvor mit 0:1 verloren, aber gegen eine allenfalls zweitklassige Amateur-Mannschaft aus Norwegen sollte ein Weiterkommen doch möglich, wenn nicht sogar Pflicht sein.
Am Abend des 2.11.1977 (Mittwoch) fanden sich nur knapp 10.000 Zuschauer im Eintracht-Stadion ein. Diese hatten vor Spielbeginn Einiges zu diskutieren. Trainer Zebec hatte bekanntgegeben, seinen Vertrag nicht verlängern zu wollen. Nach der Saison war also Schluss für ihn. Dass seine Entscheidung mit seiner nicht erfüllten Forderung nach weiteren Stürmern zusammenhing, lag nahe und soll angeblich auch zu einem Streit mit Präsident Fricke geführt haben. Nun war auch noch der unzufriedene Torjäger Frank (zu Bor.Dortmund) abgewandert. An dessen Stelle hatte der BTSV Peter Lübeke von Ajax Amsterdam (400.000 DM Ablöse) verpflichtet, der aber für den UEFA-Cup zunächst nicht spielberechtigt war.
Demzufolge bot Zebec neben Popivoda wieder Handschuh im Sturm auf. Holzer war nach wie vor verletzt und andere Alternativen boten sich nicht an. In der Defensive verließ er sich wieder auf Bernd Franke im Tor und auf Borg, Häbermann, Hollmann und Merkhoffer in der Viererkette. Im Mittelfeld begannen Grobe, Zembski, Breitner und Dremmler.
Es wurde kein gutes Spiel. Wie im Hinspiel bot Eintracht eine schwache Leistung, aber es reichte. Vorstopper Hollmann brachte es auf den Punkt: „Diese beiden Spiele müssen wir die ganz schnell vergessen. Die schwachen Norweger waren bei unserer Formkrise gerade der rechte Gegner.“ Die „Löwen“ siegten durch Treffer von Breitner (14.), Handschuh (47.) und zweimal Hollmann (55., 79.) 4:0 und erreichten das Achtelfinale.
Ihnen gleich taten es die bundesdeutschen Mannschaften Eintr.Frankfurt (4:3/3:0 gg FC Zürich) und Bayern München (3:0/0:2 gg Marek St.Dimitrov). Der FC Schalke war gegen den 1.FC Magdeburg (1:3/2:4) ausgeschieden.
Eintracht bekam für das Achtelfinale den PSV Eindhoven zugelost und schied nach guter Leistung aus (1:2/0:2): Eindhoven dagegen setzte sich nacheinander auch gegen den 1.FC Magdeburg, den FC Barcelona und den SC Bastia durch und holte den Pokal.
[Stand: November 2021]

Eintracht – Bayer Leverkusen 1:0 (0:0)02.11.2013
11. Spieltag Bundesliga – 2013/14
Auf zum 6. Heimspiel in der Bundesliga-Saison 2013/14! Eintracht, seit 28 Jahren endlich wieder erstklassig, freute sich gemeinsam mit seinen vielen Fans auf den Auftritt des Champions League-Teilnehmers Bayer Leverkusen.
Die Werksmannschaft des Chemie-Konzerns, die in der Vorsaison den 3. Tabellenplatz erreicht hatte, stand auch in der aktuellen Spielzeit nach 10 Begegnungen glänzend da. Acht Siege, ein Unentschieden (1:1 gegen Bayern München) und nur eine Niederlage (0:2 bei Schalke 04) bedeuteten 25 Punkte und Rang 3 der Tabelle hinter den überragenden Bayern (28 P.) und dem punktgleichen BvB. Der Vorsprung auf Platz 4 betrug schon beachtliche 9 Punkte.
Eintracht dagegen belegte – nun schon seit acht Spieltagen – den 18. und damit letzten Tabellenplatz. Schön, allen aus dem Braunschweiger Umfeld war klar gewesen, dass es eine hammerharte Saison werden und der Klassenerhalt einem Wunder gleich kommen würde, aber einen etwas besseren Saisonstart als nur 4 Punkte aus 10 Partien hatten sich die meisten doch erhofft. Auch der ersehnte Rückenwind nach dem Sieg in Wolfsburg am 8.Spieltag (2:0) war ausgeblieben. Zwar überzeugten die „Löwen“ im nächsten Spiel gegen Schalke 04 kämpferisch und auch spielerisch, mussten sich aber dennoch durch einen Treffer in der Nachspielzeit mit 2:3 geschlagen geben. Ärgerlich, zumal die Blau-Gelben 2x in Führung gegangen waren! Das anschließende 0:2 bei Mainz 05 durch zwei Tore von Okazaki war dann eher der Kategorie „Not (mit treffsicherem Stürmer) gegen Elend“ zuzuordnen. Der Abstand des BTSV auf den ersten sicheren Nicht-Abstiegsplatz (15.) betrug mittlerweile nun schon 6 Punkte. In Reichweite befand sich aber weiterhin der Relegationsplatz (16.), den zur Zeit der 1.FC Nürnberg mit 7 Punkten innehatte. Vorletzter war der SC Freiburg mit 5 Punkten.
Sowohl Nürnberg als auch Freiburg hatten im Gegensatz zu Eintracht aber noch keine Begegnung in dieser Saison gewonnen. -- Ha! Immer die positiven Dinge hervorheben, dachte sich der optimistisch denkende Löwen-Anhänger und erinnerte sich, sofern er schon älteren Semesters war, zusätzlich gleich einmal an die beiden Heimsiege gegen die Leverkusener in den Bundesliga-Spielzeiten 1979/80 (3:1) und 1981/82 (5:1!)!
Die Rollen vor diesem Spiel am 2.11.2013 waren natürlich dennoch klar verteilt. Außenseiter Eintracht mit einer Quote bei Wettanbieter „tipico“ von 6,5 gegen Favorit Bayer mit Quote von nur 1,5. Ja, wer auf Eintracht setzte und Recht behielt, konnte viel Geld verdienen in dieser Spielzeit!
Die 22.720 Zuschauer im Eintracht-Stadion, das im Heimbereich – wie immer in dieser Saison – ausverkauft war, nahmen zunächst überrascht zur Kenntnis, dass Bayer-Trainer Hyppiä auf den Einsatz seiner Stars Sam (Führender der Torschützenliste mit 7 Treffern), Kiessling (6 Treffer), Son und Nationalspieler Lars Bender an diesem Samstag verzichtete. Offensichtlich wollte er sie für das wichtige Champions League-Spiel am folgenden Dienstag gegen Schachtjor Donezk schonen. Den „Löwen“ konnte es nur Recht sein. Dafür bot „Löwen“-Dompteur Torsten Lieberknecht nur Spieler auf, die bereits in der letzten Saison oder davor beim Aufstieg in die 2. Bundesliga (2010/11) für Eintracht aufgelaufen waren. In der Offensive vertraute er auf Bellarabi, Boland und Kumbela und im Mittelfeld setzte er wieder einmal auf Vrancic (2.Saison-Einsatz). Die neu verpflichteten Caligiuri, Hochscheidt (verletzt), Jackson, Oehrl und Perthel blieben draußen.
Beim Einlauf der Mannschaften präsentierte sich der mit etwa 2.000 Fans gefüllte Gästeblock mit einer nett anzuschauenden rot-weißen Choreografie. Dann ertönte der Anpfiff durch Schiedsrichter Sippel, den die „Löwen“-Fans bereits vom 1:2 am 2.Spieltag beim BvB und vom 4:3 der letzten Saison gegen Union Berlin kannten und der wiederum eine umsichtige Leistung zeigen sollte.
In den ersten 15 Minuten des Spiels passierte nicht viel. Eines aber fiel auf: Die „Löwen“ agierten spielerisch auf Augenhöhe mit Bayer. Die Feststellung der ersten Spieltage, dass Eintracht eine Gleichwertigkeit mit einem anderen Bundesligisten nur mit großem kämpferischen und läuferischen Einsatz erreichen konnte, traf nicht mehr zu. Die Blau-Gelben hatten gelernt und sich verbessert! Sie waren auf Bundesliga-Niveau angekommen.
Nach einer Viertelstunde nahm die Begegnung Fahrt auf. Erst zielte Stürmer Kruse nach einem guten Angriff der Gäste genau auf Davari (15.), dann traf Elabdellaoui nach einem feinen Zusammenspiel mit Bellarabi nur den Außenpfosten (18.). Praktisch im Gegenzug hatte Bayer die Riesenchance zur Führung, aber weder Hegeler noch Kruse frei aus 5m schafften es, Davari zu überwinden (19.). Es folgten weitere Schüsse von Bellarabi für Eintracht (21.) und Rolfes für Bayer (23.), die aber ebenfalls nicht zu einem Tor führten. Danach beruhigte sich die Partie wieder. Mit einem leistungsgerechten 0:0 ging es in die Kabinen.
In der 2.Halbzeit traten die Leverkusener mit Bender für Cam an. Eintracht spielte nun in Richtung Südkurve, in Richtung eigene Fans. Diese bekamen einige vielversprechende Angriffe ihrer Mannschaft zu sehen. Aber auch auf der Gegenseite tat sich eine Menge. Chancen auf beiden Seiten! Ein Treffer gelang jedoch weiterhin keinem der beiden Teams – auch nicht, nachdem Bayer Kiessling und Sam eingewechselt hatte (63., für Derdyjok und Kruse). So ca. ab Minute 75 bekamen die Zuschauer sogar das Gefühl, dass ein Tor für die „Löwen“ in der Luft läge. Die Fans feuerten die Blau-Gelben daher noch heftiger an („…Eintracht ist mein Verein, und er wird´s immer sein…“). Und tatsächlich! Eintracht-Konter in der 81. Minute über Boland, Bellarabi, Boland und Theuerkauf. Theuerkauf stand seitlich frei vor Leno und schoss. Verzogen! Der Ball hätte den langen Pfosten um Meter verfehlt, wenn nicht Kumbela inzwischen eingelaufen wäre. Eintrachts Torjäger erwischte den Ball mit dem rechten Schienbein und beförderte ihn ins Netz. Toooor! 1:0! Endlich! Jubel bei den Eintracht-Fans! „Der BTSV ist wieder da!“ Aber noch war das Spiel nicht gewonnen. Leverkusen drückte! Und wie! Zwischen der 88. Minute und dem Spielende nach etwas mehr als 94 Minuten passierte noch eine Menge. (Unberechtigte) Elfmeterforderung der Gäste, Großchance für Ademi allein vor Leno, Rudelbildung am Spielfeldrand nach Foul an Boland, Chance für Kiessling, Gelb-Rot für Bender nach Foul an Davari, und, und, und! Ein Tor fiel jedoch nicht mehr. Endstand: 1:0!
Die Fans feierten diesen -- letztendlich verdienten -- Sieg ausgiebig mit der Mannschaft. Die Spieler wurden sogar wieder einmal aufgefordert, ihren Tanz vorführen („Electric Slide“) Derweil musste sich der Gäste-Trainer in der Pressekonferenz unangenehme Fragen zur Schonung seiner Leistungsträger gefallen lassen. „Löwen“-Trainer Lieberknecht dagegen lobte neben seinem Team wieder einmal die Eintracht-Fans. Es sei „Ekstase pur“ gewesen, der „sich die Jungs nicht entziehen konnten“.
Mit dem Sieg hatten die „Löwen“ nun auch ihren ersten Erfolg zu Hause in der Bundesliga eingefahren. Kurios: Es war nach dem Sieg gegen Dynamo Dresden am 28.März (2:1) erst der zweite Heimsieg im Kalenderjahr 2013. Der BTSV hatte zwar im Sommer den Aufstieg in die Bundesliga geschafft, hierzu aber nur noch einen einzigen Heimsieg (aus 7 Heimspielen) nach der Winterpause beigesteuert.
Entgegen den Hoffnungen vieler Anhänger wurde Eintracht die „Rote Laterne“ durch den Sieg nicht los. Der SC Freiburg hatte beim 1.FC Nürnberg überraschend deutlich mit 3:0 gewonnen und belegte mit 8 Punkten nun Platz 16. Nürnberg und die „Löwen“ (mit dem schlechteren Torverhältnis) rangierten mit je 7 Punkten dahinter. Platz 15 in der Tabelle nahm nach einem 1:2 gegen den VfL Wolfsburg nun die Frankfurter Eintracht ein. Sie blieb damit auch im 5. Heimspiel ohne Sieg. Ebenfalls noch ohne Heimsieg war der SC Freiburg, während die Nürnberger weiterhin auf ihren ersten Erfolg überhaupt warteten.
Wie gesagt, positives Denken war angesagt! Nach dem Sieg fiel das den „Löwen“-Fans natürlich nicht allzu schwer.
Nun aber galt alle Aufmerksamkeit dem anstehenden Derby bei Hannover 96. Der Mannschaft hatten die Fans die Bedeutung dieser Begegnung bereits mit der Ansage „Wir woll´n den Derby-Sieg“ deutlich gemacht.
Fast wäre durch die Vorfreude auf das 96-Spiel gänzlich untergegangen, dass auch
• Eintrachts in die Regionalliga aufgestiegene 2. Mannschaft ihr Spiel gegen Rheden mit 2:1,
• Eintrachts in die Bundesliga aufgestiegene B-Jugend ihr Spiel gegen Tabellenführer HSV mit 3:1 und
• Eintrachts in die Bundesliga zurückgekehrten Hockey-Damen ihr Spiel gegen Klipper Hamburg mit 1:0
gewonnen hatten. Fast …, aber nur fast! [Stand: April 2014]