27. November
Eintracht - Carl Zeiss Jena 6:0 (2:0)27.11.2010
18. Spieltag 3. Liga - 2010/11
Am 27.11.2010 stellte sich im Punktspiel der 3. Liga Carl-Zeiss Jena im Stadion an der Hamburger Straße vor.
Die Fans der Eintracht waren in dieser Saison 2010/2011 aus dem Feiern kaum herausgekommen. Nicht genug, dass die "Löwen" die Mehrzahl der gespielten 17 Begegnungen gewonnen hatten, meist waren es auch noch Kantersiege gewesen. 3:0, 3:0, 4:0, 4:1, 5:0, 3:0, 3:0, 3:0 lauteten die Ergebnisse von acht Spielen. Mit insgesamt 11 Siegen, 3 Unentschieden und 3 Niederlagen stand der BTSV mit 36 Punkten und einem Torverhältnis von 38:9 vorn in der Tabelle. Aber nicht ganz vorn! Hansa Rostock mit dem ehemaligen (Aufstiegs-) Trainer von Eintracht Vollmann hatte noch 2 Punkte mehr auf dem Konto.
Punktgleich mit den Blau-Gelben folgte Kickers Offenbach auf Platz 3. Die Kickers lagen nach 11 Spieltagen noch 6 Punkte vor den "Löwen", hatten ihren Vorsprung aber immer mehr eingebüßt und am 17. Spieltag schließlich eine unerwartete 0:1-Niederlage beim Tabellenachtzehnten hinnehmen müssen. Der Auswärtspunkt beim VfB Stuttgart 2 langte dem BTSV daher, um in der Tabelle vorbeizuziehen.
Die Mannschaft, die den Offenbachern die überraschende Niederlage zugefügt hatte, war Carl-Zeiss Jena gewesen. Die Thüringer hatten nach einem ausgesprochen schlechten Saisonstart ihren Trainer entlassen und sich unter ihrem neuen Coach Wolfgang Frank, der in den 70er Jahren für die Eintracht gestürmt hatte, wieder stabilisiert. Die letzten 5 Spiele gingen nicht verloren, die letzten beiden Begegnungen wurden sogar gewonnen. Mit 17 Punkten belegte Carl-Zeiss nun Platz 16 und war selbstbewusst genug, sich auch in Braunschweig etwas auszurechnen.
Eintrachts Erfolge – inzwischen war das Team schon wieder seit 7 Spielen unbesiegt – hatten auch Braunschweigs Publikum euphorisch bzw. neugierig gemacht. Trotz winterlichem Wetter fanden an diesem Samstag knapp 16.000 den Weg ins Stadion. Sie sahen ein Spielfeld, das dank eingeschalteter Rasenheizung gut bespielbar war, und konnten sich zum Anpfiff über eine sehenswerte Choreografie von Cattiva Brunsviga freuen. "Gemeinsam dem Aufstieg entgegen". Dazu erstrahlten die Blöcke 8 und 9 in den schönsten Farben der Welt.



[Bild von B.Grimm]
Noch mehr als die "Choreo" machte aber das Spiel Freude – wenn man denn Eintracht-Fan war! So etwas hatten die Fans lange nicht mehr gesehen. Eintracht beherrschte Carl-Zeiss von Beginn an nach Belieben und erspielte sich Torchance auf Torchance. ßltere Besucher fühlten sich an die Saison 1973/74 erinnert, als die "Löwen" nach dem ersten Bundesligaabstieg die Gegner in der Regionalliga reihenweise mit Ergebnissen wie 11:2, 10:0, 9:1 oder 8:1 "zerlegten".
Mit Carl-Zeiss Jena gingen die Blau-Gelben schonender um. Am Ende hieß es "nur" 6:0. 2x Kumbela (27., 60.), 2x Kruppke (51., 84.), Calamita (44.) und Bellarabi hatten die Treffer erzielt. Angesichts eines Chancenverhältnisses von 24:1 ein wahrhaft humanes Ergebnis! Hätten sich die "Löwen" nicht den Luxus erlaubt, Chancen im Dutzend zu vergeben, und hätte nicht Jena-Torhüter Nulle hervorragend gehalten (u.a. Elfmeter Kumbela, 45.), wäre das Ergebnis an diesem Nachmittag wohl zweistellig geworden. Nulles Leistung war den Eintracht-Fans dann auch besondere Anerkennung wert. "Außer Nulle könnt ihr alle gehen" sangen sie und beklatschten seine Ballkontakte.
Eine Blamage für den Rest von Jena, der sich desolat präsentierte und im Angriffswirbel des BTSV unterging! Nach dem Spiel charakterisierte die Presse das Spiel der Thüringer dann auch mit Begriffen wie "nicht den Hauch einer Chance", "Demütigung", "nur ein Spielball", "Lehrstunde", "zu Bratwürsten gemacht" u. ä.. Die Erinnerung an das 0:7 vom 3. Spieltag zu Hause gegen den 1. FC Saarbrücken kehrte zurück...!
Den "Löwen"-Fans war es egal. Sie hatten schon während des Spiels – wieder einmal – die LaOla zelebriert, freuten sich über den Sieg und feierten nach dem Schlusspfiff mit der Mannschaft.
An der Tabellenkonstellation hatte Eintrachts Sieg nichts geändert. Hansa Rostock (5:0 gegen Jahn Regensburg) und Kickers Offenbach (1:0 gegen den 1.FC Heidenheim) waren ebenfalls Siege gelungen. Allerdings hatte der Tabellenvierte SV Wehen Wiesbaden sein Spiel (2:3 bei TuS Koblenz mit dem ehemaligen Eintracht Manager Loos) verloren. Der Vorsprung der Blau-Gelben auf den ersten Nicht-Aufstiegsplatz betrug nun schon 8 Punkte. Eine gute Basis für das große Ziel!
Im "Kicker" des darauffolgenden Montags fanden sich gleich drei "Löwen" in der "Elf des Tages": Kruppke, Kumbela und Boland – alle drei bereits zum 4x! Kruppke war gleichzeitig "Spieler des Tages".
In der Torjägerliste lagen Kumbela mit 12 und Kruppke mit 10 Toren nun auf den Plätzen 2 und 3. Es führte mit 15 Treffern Patrick Meyer vom 1. FC Heidenheim, dem nächsten Gegner Eintrachts ...

Eintracht – VfL Bochum 4:0 (2:0)27.11.2011
16. Spieltag 2. Bundesliga – 2011/12
Am 16. Spieltag der Saison 2011/12 empfing Eintracht die Mannschaft des VfL Bochum zum Punktspiel der 2.Bundesliga im Stadion an der Hamburger Straße.
Der BTSV spielte wieder da, wo er mindestens hingehört – in der 2. Bundesliga!
Nach dem Aufstieg aus der 3. Liga im Sommer 2011 war die Lust der Fans auf Bundesliga-Fussball groß. Knapp 13.000 hatten sich eine Dauerkarte gekauft. Und die Spieler auf dem Rasen machten schnell deutlich, dass dieser Kauf keine Fehlinvestition gewesen war.
Angetreten mit dem Ziel, als Neuling den Klassenerhalt zu schaffen, hatten die „Löwen“ die Liga anfangs gerockt. 9 Punkte nach 4 Spielen, 17 nach 8 und 19 Punkte nach 10 Spielen bei nur einer einzigen Niederlage bedeuteten durchgehend einen Platz in der Spitzengruppe. Von Abstiegskampf keine Spur! Allerdings hatte sich die Konkurrenz danach weitgehend auf die Spielweise des BTSV (schnelles Umschalten von Defensive auf Offensive) eingestellt und es folgte eine Serie von vier Niederlagen aus fünf Spielen, nur unterbrochen von einem Sieg (3:1) beim Tabellenführer SpVgg Greuther Fürth am 13.Spieltag. Aber was heißt „nur“? Mit 22 Punkten belegte der BTSV nach wie vor einen guten 7. Tabellenplatz und besaß 11 Punkte Vorsprung vor dem Tabellensechzehnten (Relegationsplatz) Mitaufsteiger Hansa Rostock. Grund zur Sorge bestand also nicht. Allerdings gab es nach den beiden letzten erfolglosen Heimauftritten (0:2 gegen Dynamo Dresden und 1:2 gegen Union Berlin) schon wieder die eine oder andere warnende Stimme, die darauf verwies, dass gerade erst in der Vorsaison Konkurrent Eintracht Frankfurt trotz 26 Punkten nach 17 Spielen noch aus der (ersten) Bundesliga abgestiegen war (als 17. mit 34 Punkten am Ende). Alles Quatsch, dachten die meisten Fans. Ein überzeugender Heimauftritt konnte aber keinesfalls schaden. Warum nicht gegen die Mannschaft aus der von Herbert Grönemeyer besungenen Stadt?
Der VfL Bochum hatte 34 (von 48) Jahren in der 1. Bundesliga verbracht und war am Ende der vergangenen Spielzeit als Dritter erst in der Relegation an dem Drittletzten der Bundesliga am Wiederaufstieg gescheitert (1:1/0:1 gegen Borussia Mönchengladbach). Diese Saison verlief für den VfL jedoch wesentlich unglücklicher. Nach einem Saisonstart mit nur 4 Punkten nach 8 Spieltagen fand sich der Verein am Tabellenende wieder. Trainer Funkel musste gehen und Bergmann kam (von Hannover 96 Zweite). Danach spielte das Team endlich erfolgreich, holte 13 Punkte aus 7 Spielen und belegte mit Platz 11 nun einen Mittelfeldplatz.
20.300 Zuschauer fanden an diesem Sonntag, den 27.11.2011, den Weg ins Stadion.
Es ging gut los für den BTSV, der auf Henn (Kreuzbandriss), Vrancic (Gehirnerschütterung) und Kessel („Rot“-Sperre) verzichten musste. Bereits nach 39 Sekunden traf Kruppke den Pfosten des gegnerischen Tores. Kumbela machte es drei Minuten später nach Vorbereitung von Boland besser. 1:0 nach 4 Minuten!



Das frühe Tor gab den Blau-Gelben Sicherheit und bewirkte, dass das Spiel weiter in eine Richtung ging. 18. Minute, Kruppke, 2:0!



Eintracht beherrschte seinen Gegner auch im Anschluss, erzielte bis zur Pause aber keinen Treffer mehr. Das wurde in Hälfte 2 wieder anders. In der 60. Minute traf Mirko Boland, der meistgefoulte Spieler der 2. Bundesliga laut den Statistiken (s. zu ihm auch „Eintracht aktuell“ 37.Jg. Nr.9, Seiten 20/21), zum 3:0


[alle drei Bilder von B.Grimm]

und zwei Minuten vor dem Abpfiff erzielte Kruppke seinen zweiten Treffer zum 4:0. Für Dennis Kruppke war dies schon sein 9. Saisontor. Er führte damit die Torjägerliste gemeinsam mit fünf anderen Spielern an, von denen vier nach der Saison in die 1. Bundesliga bzw. „auf die Insel“ wechselten (Kruse von St.Pauli zum SC Freiburg, Proschwitz vom SC Paderborn zu Hull City, Occean von Greuther Fürth zu Eintracht Frankfurt und Volland von 1860 München nach Hoffenheim). Kruppke dagegen blieb bei Eintracht.
4:0 hieß es auch bei Abpfiff. Den Blau-Gelben war damit der höchste Sieg in der 2. Bundesliga seit dem 6:0 gegen Mainz 05 am 21.11.1992 gelungen. Bochums Trainer Bergmann stellte in den Interviews fest: „Das war ein sehr, sehr schlimmer Tag für uns.“
Boland, Dogan und Kruppke wurden für ihre sehr gute Leistung mit der Berufung in die „Elf des Tages“ der Sportzeitschrift „Kicker“ vom 28.11. belohnt.
Ein rundum gelungenes Fussball-Wochenende also für alle „Löwen“-Fans, wären da nicht die schweren Verletzungen von Bohl (Kreuzbandriss) und Correia (Innenbandriss) im Spiel passiert. Aber Trainer Lieberknecht würde sich schon etwas einfallen lassen …
Das tat er! Eintracht gewann auch die nächste Begegnung beim FC Ingolstadt (1:0) und beendete die Hinrunde als Sechster mit 28 Punkten. Abstiegssorgen stellten sich auch in der Rückrunde niemals ein.

Eintracht – VfL Bochum 1:0 27.11.2015
16. Spieltag 2.Bundesliga – 2015/2016
Am 16.Spieltag der Saison 2015/16 empfing Eintracht zum Punktspiel in der 2.Bundesliga den VfL Bochum.
Es war an diesem 27.11.2015 ein wenig das Duell von zwei Mannschaften, die ihren Fans eine Zeit lang das Träumen vom Aufstieg in die Bundesliga ermöglicht, zuletzt aber kaum noch gepunktet hatten.
Beim VfL Bochum war es schon extrem. Gestartet war das Team aus der von Herbert Grönemeyer besungenen Stadt mit 5 Siegen in Folge. 15 Punkte nach 5 Spieltagen bedeuteten die Maximalausbeute. Logischerweise führte der VfL die Tabelle an. Es folgten 3 weitere Partien, in denen die Blau-Weißen ungeschlagen blieben. Zwar lauteten die Ergebnisse jeweils 1:1, aber 8 Spieltage ohne Niederlage muss man erst einmal schaffen. Die erste „0-Nummer“ am 9. Spieltag (1:2 zu Hause gegen den Zwölften 1.FC Kaiserslautern) konterten die Bochumer mit einem 5:0-Auswärtssieg beim damaligen Vierten der Tabelle SpVgg Greuther Fürth. Tabellenführer nach 10 Spieltagen: VfL Bochum. Danach lief fast gar nichts mehr. Mit drei Niederlagen und zwei Unentschieden (jeweils 1:1) betrug die Punktausbeute aus den letzten 5 Partien gerade einmal 2. Ein Abrutschen auf den 6. Tabellenplatz war die Folge.
Die Entwicklung bei Eintracht mutet dagegen harmlos an. Nach einem schlechten Saisonstart mit nur 1 Punkt aus 3 Partien holten die „Löwen“ 20 Punkte aus den folgenden 10 Spielen, u.a. erreichten sie auch ein 2:2 beim Tabellenführer SC Freiburg. Diese Serie führte sie bis auf Platz 5 der Tabelle mit Tuchfühlung (2 Punkte) zum Relegationsplatz. Danach jedoch spielten sie im Stadion an der Hamburger Straße nur 0:0 gegen den Abstiegskandidaten 1860 München und verloren anschließend beim 1.FC Nürnberg mit 1:2. Eine Niederlage, die laut Trainer Lieberknecht nie hätte eintreten dürfen. Folge: Tabellenplatz 7 mit 4 Punkten Rückstand auf Platz 3, einem mehr als der VfL Bochum.
Natürlich hatten beide Vereine noch alle Chancen, aber die Tendenz bei beiden war nun einmal negativ.
21.030 Fussballinteressierte wollten an diesem Freitagabend sehen, bei welchem Verein nun vielleicht wieder eine Wende zum Positiven erfolgte. Die meisten unter ihnen hofften natürlich auf einen Erfolg der Blau-Gelben. Bevor die Zuschauer ins Stadioninnere gelangten, mussten sie sich allerdings sehr genauen Einlasskontrollen (wie Abtasten, Taschen leeren usw.) unterziehen. Folge der Terroranschläge rund um das Länderspiel Frankreich gegen Deutschland am 13.11.2015 und des wegen Terrorwarnung abgesagten Länderspiels gegen die Niederlande in Hannover vom 17.11.2015. Da diese Kontrollen reichlich Zeit in Anspruch nahmen, standen noch viele Inhaber von Eintrittskarten kurz vor Spielbeginn draußen. Der Anpfiff wurde daher verschoben. Erst um 18.40 Uhr pfiff Schiedsrichter Winkmann (Kerken) die Begegnung an.
Der VfL, der mit seinem Torjäger Terodde und u.a. auch mit dem ehemaligen Eintracht-Kicker Timo Perthel (Bundesliga-Saison 2013/14) antrat, machte schnell deutlich, dass er überhaupt nicht daran dachte, sich hinten reinzustellen. Er spielte munter mit und nach vorn. Die erste Gelegenheit zur Führung bot sich aber dem BTSV. Einen Omladic-Schuss in der 19.Minute konnte der Bochumer Torwart Luthe jedoch noch über die Latte lenken. Kurz darauf sahen die Zuschauer dann Chancen im Minutentakt:
21.Minute: Nach der 1.Ecke für den VfL kam Losilla frei zum Kopfball, brachte aber keinen Druck hinter den Ball, sodass Gikiewicz ohne Mühe aufnehmen konnte.
Immer noch 21.: VfL-Offensivspieler Novikovas drang von rechts in den Strafraum ein, zog nach innen und schoss. Der Schuss wurde noch gerade so zur Ecke geblockt.
22.Minute: Die 2. Ecke für den Gast konnten die „Löwen“ nicht richtig klären. Mlapa kam frei zum Kopfball und traf den Pfosten. Den Abpraller beförderte Hoogland per Kopf genau in die Arme von Gikiewicz.
23.Minute: Nach einem schönen Angriff der Blau-Gelben über die rechte Seite wurde das Leder scharf Richtung Tor getreten. Hvilsom, der in diesem Spiel Mittelstürmer spielte, verfehlte nur knapp. Torwart Luthe konnte klären.
Zwar folgten danach keine weiteren hochkarätigen Chancen mehr, aber Langeweile kam trotzdem nicht auf. Nach 35 Minuten waren sich die Zuschauer einig, bisher einen sehr ansehnlichen und auch total verteilten Kick mit zahlreichen Ecken (9:4) und Chancen auf beiden Seiten gesehen zu haben. Als trotz der vielen Torszenen alles schon auf ein 0:0 zur Pause hindeutete, war es Hvilsom, der nach einem Angriff des BTSV den Ball von der rechten Seite flach in die Mitte passte, wo Khelifi wartete. Khelifi nahm den Ball direkt und … Tor! Tor für die Eintracht in der 42.Minute! 1:0! Außer der 5.Ecke für den VfL passierte danach nicht mehr viel. Pause! Die „Löwen“-Fans begossen die ein wenig glückliche Führung!
In Hälfte 2 tat sich zunächst nichts Aufregendes. Eintracht stand etwas defensiver, und die Bochumern kamen offensiv nicht mehr zum Zuge. Das Spiel plätscherte dahin, bis Eintracht endlich wieder ein offensives Zeichen setzte. Mit einem Grätschschritt leitete Reichel 30m vor dem gegnerischen Tor den Ball auf Holtmann weiter, der mit einem schönen Schuss einnetzte (57.). Der Schiedsrichter pfiff aber zu Recht „gestrecktes Bein“ und gab den Treffer nicht. Reichel kassierte sogar noch „Gelb“. Bis zum nächsten Höhepunkt, allerdings einem negativen, dauerte es wieder mehr als eine Viertelstunde. In der sonst absolut fairen Begegnung sah -- außer Reichel -- nur ein einziger Spieler die Gelbe Karte, diese jedoch 2x. Novikovas Gelb in Minute 69, Novikovas Gelb-Rot in Minute 74. Den daraus resultierenden Freistoß versenkte Baffo im Nachschuss im gegnerischen Gehäuse (75.). Allerdings … auch dieser Treffer zählte nicht. Decarli hatte zuvor im Abseits stehend den gegnerischen Torwart irritiert. Eine ärgerliche, aber nachvollziehbare Entscheidung des Schiedsrichtergespanns!
Danach kam etwas Hektik in die Partie, die der Gast nun mit einem Mann weniger zu Ende spielen musste. Bochums Trainer brachte mit Eisfeld für Terodde noch einen frischen Stürmer (80,), nachdem er zuvor schon Terrazino für Haberer eingewechselt hatte (66.). Lieberknecht dagegen stärkte mit dem Wechsel Sauer für Khelifi eher die Defensive (83.). Dennoch sah sich der BTSV nun plötzlich wieder gefährlicheren Angriffen des VfL ausgesetzt, der seine Eckenanzahl zwischenzeitlich auch schon auf 8 erhöht hatte. In Minute 86 wollte Reichel die Flanke des Bochumers Spieler Celozzi in den Eintracht-Strafraum verhindern, traf den Ball jedoch nur mit der Hand. Von dort sprang das Leder zu Terrazino, dessen Schuss ganz knapp am langen Pfosten vorbei zischte. Doppelt Glück für die „Löwen“! Die Handberührung von Reichel hätte man mit einem Elfmeter ahnden können, ja müssen.
So wie die Partie inzwischen lief, sehnten die „Löwen“-Fans den Abpfiff nun wirklich herbei. ‚Bevor da noch was passiert …!‘ Und tatsächlich! Nur 120sec später foulte Baffo den in den Strafraum der „Löwen“ eingedrungenen Eisfeld. Und dieses Mal pfiff Schiri Winkmann. Elfmeter für den VfL Bochum in der 89.Minute!
Aus Sicht des BTSV war es zum Haareraufen! ‚Bis auf die letzten fünf Minuten hatte man die 2. Hälfte doch total kontrolliert und nichts zugelassen. Und nun sollte man, sogar in Überzahl spielend, noch den Ausgleich kriegen?! Das durfte doch nicht wahr sein!‘ Es half alles nichts! Hoffen und auf Gikiewicz vertrauen!
Der VfL-Spieler Bastians lief an, schoss und … Gikiewicz hiiiielt! Gikiewicz hielt den allerdings auch recht schwach geschossenen Elfmeter. Er hielt Eintracht damit gleichzeitig den Sieg fest. Denn in der verbleibenden Spielzeit passierte außer dem Wechsel Boland für Holtmann nichts mehr. Nach 92min war Schluss. Sieg!
Eintracht 1, VfL Bochum 0 !!!
Großer Jubel bei allen „Löwen“-Fans! Nach dem Elfmeterpfiff des Schiris hatten sich doch schon Einige von einem Sieg gedanklich verabschiedet, daher war die Freude umso größer. Dank Gikiewicz! Nun konnte man in Ruhe das Fussball-Wochenende genießen und schauen, was die Konkurrenz machen würde.
Tabellenführer SC Freiburg musste wie der BTSV bereits am Freitag antreten und siegte beim Tabellenneunten 1.FC Heidenheim mit 2:1. Interessant aus Braunschweiger Sicht war auch das dritte Freitagsspiel. Dort hatte der 1.FC Kaiserslautern bei der SpVgg Greuther Fürth noch mit 4:2 nach 0:2-Rückstand gewonnen. Gut für die „Löwen“, da die Spielvereinigung zuvor Platz 5 der Tabelle belegt hatte (24 Punkte) und nun hinter Eintracht (25) zurückfiel. Am Sonntag gab es weitere positive Kunde. Der SV Sandhausen, zuvor Vierter (mit 25P.), hatte beim Tabellenletzten MSV Duisburg mit 0:3 verloren und fiel aufgrund des schlechteren Torverhältnisses ebenfalls hinter die Okerstädter zurück. Zudem hatte der Dritte der Tabelle (26P.), der FC St.Pauli in seinem Heimspiel gegen den 1.FC Nürnberg eine deutliche 0:4-Niederlage hinnehmen müssen. Eintracht hatte sich mit dem Sieg also auf den 4.Tabellenplatz verbessert und lag nur noch einen Punkt hinter Platz 3 zurück. Dass der Tabellenzweite RB am Montag 1:0 beim KSC gewann, störte da nur wenig. Zwar gönnt jeder Fan eines richtigen Fussballvereins dem Kunstprodukt aus Leipzig nicht das Schwarze unter ´m Fingernagel, aber wer will schon regelmäßig gegen „Die“ spielen!
Beste Chancen also für Eintracht Braunschweig, im Aufstiegskampf noch ein gewichtiges Wort mitzureden. Das Programm bis zur Winterpause mit zwei Auswärtsspielen bei Fortuna Düsseldorf, dem 15. der Tabelle, und dem SV Sandhausen, bei dem man noch nie verloren hatte, und einem Heimspiel gegen den 1.FC Kaiserslautern (9.) sah vielversprechend aus.
Und dann war da ja auch noch das Pokal-Achtelfinale beim Erstligisten VfB Stuttgart vor dem Weihnachtsfest zu bestreiten …!
[Stand: August 2017]