11. Dezember
Eintracht – 1. FC Saarbrücken 1:0 (0:0)11.12.2010
20. Spieltag 3. Liga – 2010/11
Im letzten Heimspiel vor der Winterpause der Saison 2010/2011 hatte Eintracht am 11.12.2010 den 1.FC Saarbrücken zu Gast.
Das letzte Heimspiel vor der Winterpause war bei den "Löwen" in den letzten Jahren immer so eine Sache. Ganz egal, in welcher Liga der BTSV gerade kickte und wie die Saison bisher gelaufen war – dieser Heimauftritt endete meist mit einer Pleite. 2002 verloren die Blau-Gelben gegen Union Berlin mit 1:2 (2. Bundesliga; 8.12.), 2003 gegen den Wuppertaler SV mit 0:1 (Regionalliga; 7.12) und 2004 gegen Fortuna Düsseldorf mit 0:2 (Regionalliga; 11.12.). Es folgten Niederlagen 2005 gegen den 1.FC Saarbrücken (2. Bundesliga; 18.12.) und 2006 gegen Kickers Offenbach jeweils mit 1:2 (2. Bundesliga; 17.12.), bevor 2007 gegen den VfL Wolfsburg 2 ausnahmsweise ein 3:1-Sieg (Regionalliga; 8.12.) gelang. 2008 schließlich trennte man sich 1:1-Unentschieden gegen Erzgebirge Aue (3.Liga; 21.12.) und musste 2009 wiederum eine Niederlage gegen Borussia Dortmund 2 mit 1:2 (3.Liga; 19.12.) hinnehmen.
Als Eintracht-Fan sah man diesem Punktspiel des 20. Spieltags also mit gemischten Gefühlen entgegen. Mit dem Saisonverlauf jedoch waren alle Anhänger der Blau-Gelben hochzufrieden.
Der BTSV thronte als Tabellenführer über allen anderen Vereinen der 3. Liga und war gerade mit einem 4:1 beim 1.FC Heidenheim inoffizieller Herbstmeister geworden. Die "Löwen" hatten nur 3 der ausgetragenen 19 Begegnungen verloren (gegen SV Wehen Wiesbaden 1:2; bei Bayern München 2 mit 0:1; bei Hansa Rostock 1:2), waren seit 9 Spielen ungeschlagen und besaßen mit den errungenen 42 Punkten bereits einen Vorsprung von 10 Punkten gegenüber dem Tabellenvierten (Dynamo Dresden). Gegenüber dem Tabellendritten Kickers Offenbach, der am Saisonende die Relegationsspiele gegen den Drittletzten der 2. Bundesliga bestreiten würde, betrug der Vorsprung 3 Punkte plus das deutlich bessere Torverhältnis. Nur der Tabellenzweite Hansa Rostock, der auf 41 Punkte kam und zudem eine Begegnung weniger ausgetragen hatte, war in direkter Reichweite.
Der 1.FC Saarbrücken dagegen war erst im Sommer in die 3. Liga aufgestiegen. Nach den ersten drei Spielen ohne Punktgewinn waren die Saarländer mit einem 7:0 bei Carl-Zeiss Jena in der neuen Spielklasse angekommen und holten bis zum 10. Spieltag 12 Punkte. Nach einer erneuten Serie von 7 Spielen ohne Sieg konnte der FC die letzten beiden Spiele gewinnen und rangierte mit 21 Punkten auf Tabellenplatz 12.
Bereits vor dem Spiel stand fest, dass die "Löwen" die Tabellenspitze in jedem Fall würden verteidigen können. Aufgrund der Witterungsverhältnisse waren schon 5 Begegnungen abgesagt worden. Dazu zählten auch die Partien von Hansa Rostock (gegen RW Erfurt) und Kickers Offenbach (gegen SV Sandhausen).
Das Spiel in Braunschweig konnte angepfiffen werden, weil die 2006 eingebaute Rasenheizung ihren Zweck erfüllte.
15.300 Fans hatten an diesem Samstag zum Anpfiff ihre Plätze eingenommen.


[Bild von B.Grimm]

Während des Spiels goss es in Strömen. Zusätzlich fegten immer wieder Windböen über den Platz. Wie das Wetter gestaltete sich auch das Spiel aus Sicht der Eintracht: unangenehm! Der 1.FCS stand defensiv stabil und ermöglichte den Blau-Gelben kaum Chancen. Je länger die Begegnung dauerte, desto mutiger wurden die Saarländer und erspielten sich selbst Gelegenheiten. Eintracht-Keeper Petkovic konnte mit teilweise starken Paraden aber einen Gegentreffer verhindern. So stand es 5 Minuten vor dem Ende noch 0:0. Die "Löwen"-Fans hatten sich bereits weitgehend mit einem – letztendlich auch gerechten -- Unentschieden abgefunden und waren angesichts des Spielverlaufs nicht einmal böse. Zudem war 1 Punkt mehr, als man die letzten Jahre direkt vor Weihnachten geschenkt bekommen hatte.
In der 87. Minute startete der BTSV noch einmal einen Angriff. Aus dem linken Halbfeld schlug Karim Bellarabi einen hohen, nach innen angeschnittenen Flankenball in den Strafraum. Flankenball? Was heißt hier Flankenball? Der Ball flog nicht vor, sondern in das Saarbrückner Tor. Tooor! Jubel auf den Rängen! Als Torschütze wurde schließlich Mirko Boland genannt. Eintrachts Spieler mit der Nummer 10 hatte den Ball gerade noch mit dem Kopf berührt und minimal abgelenkt.
Die verbleibende Spielzeit war zu kurz, als dass Saarbrücken noch hätte etwas ändern können. Es blieb beim 1:0.
Die Fans der Saarländer traten traurig die Heimreise an. Immerhin waren sie trocken geblieben. Die Überdachung der erst im Sommer fertiggestellten "neuen" Nordkurve hatte die Nässe auch von den Gästefans ferngehalten. Na ja, ein schwacher Trost!
"Löwen"-Dompteur Torsten Lieberknecht sprach nach dem Spiel von einem "schmutzigen Sieg" und gab zu, dass seine Mannschaft "glücklich gewonnen" habe
Aber wen juckte das? Entscheidend war, dass der Vorsprung der Blau-Gelben vor Platz 2 nun schon vier Punkte und vor Platz 3 sechs Punkte betrug. Die Verfolger mussten ihre Nachholspiele erst einmal gewinnen.
Am folgenden Spieltag, dem letzten vor der Winterpause, fand nur eine Begegnung statt. Die anderen 9 Partien, darunter auch die von Eintracht (bei Dynamo Dresden), Hansa und den Offenbachern, mussten wegen neuer Schneefälle abgesagt werden. Am Tabellenbild in der vorderen Region änderte sich daher nichts mehr.
Eintracht überwinterte demzufolge an der Tabellenspitze! Und hatte damit den Wunsch von Manager Marc Arnold, den er im Vorwort von "Eintracht aktuell" Nr. 10 vor dem Saarbrücken-Spiel geäußert hatte, erfüllt.
So konnte man als "Löwen"-Fan fröhlich Weihnachten feiern und vom bevorstehenden Aufstieg in Liga 2 träumen.
Wer wollte, widmete sich in der fußballfreien Zeit diversen Statistiken und stellte dabei beispielsweise fest, dass Eintracht in den 10 Heimspielen einen Zuschauerschnitt von 15.189 erreicht hatte. In der 3.Liga konnte nur Dynamo Dresden mit seinem neugebauten Stadion (Fertigstellung: Spätsommer 2009) diesen Schnitt mit 16.040 Zuschauern pro Spiel übertreffen.
Auch der Blick in "Die Rangliste des Deutschen Fussballs" der Sportzeitschrift "Kicker" machte den Eintracht-Fan stolz. Für die 3. Liga stuften die "Kicker"-Redakteure mit Petkovic (Torhüter), Dogan (Innenverteidiger), Bellarabi (Außenbahn offensiv; 3.), Boland (Außenbahn offensiv; 4.), Kruppke (Mittelfeld offensiv) und Kumbela (Sturm; 3.) gleich sechs Spieler in die höchste Kategorie "herausragend" ein. Petkovic, Dogan und Kruppke belegten dabei sogar die Spitzenposition. Mit Henn (Innenverteidiger), Reichel (Außenbahn defensiv), Theuerkauf (Mittelfeld defensiv) und Vrancic (Mittelfeld defensiv) fanden vier weitere Akteure in der zweiten Kategorie "Blickfeld" Erwähnung. Zehn Eintracht-Spieler mit außergewöhnlichen Leistungen!
Danke, Weihnachtsmann!