31. Dezember
Tasmania Berlin - Eintracht 0:2 (0:2)31.12.1965
15. Spieltag Bundesliga - 1965/66
Am 31.12.1965 trat Eintracht zum Nachholspiel des 15. Spieltages der Bundesligasaison 1965/66 bei Tasmania Berlin an. Eintracht gewann die ausgesprochen schwache Partie vor nur etwa 3.000 Zuschauern mit 2:0 durch zwei Tore von Erich Maas in der ersten Halbzeit.
Nicht das Spiel selbst, sondern der Spieltermin war etwas Besonderes. Ein Spiel am Silvestertag war ausgesprochen ungewöhnlich und sorgte bei den beteiligten Spielern verständlicherweise nicht für Freude.
Die wenigen Zuschauer jedoch vergnügten sich auf ihre Weise, indem sie Silvester-Raketen zündeten und damit die Silvester-Feiern einleiteten. Platz genug dürften sie im über 80.000 Zuschauer fassenden Olympiastadion gehabt haben.



Für Tasmania war diese Niederlage nur eine von vielen. Die Mannschaft ging in dieser Saison 29 Mal als Verlierer vom Platz und stieg mit dem auch heute noch aktuellen Minus-Rekord von 8:60 Punkten nach einem einjährigen Gastspiel wieder aus der Bundesliga ab. Nur gegen den Karlsruher SC und Borussia Neunkirchen hatte man seine Heimspiele gewinnen können. Den einzigen Auswärtspunkt holte man kurioserweise am so gefürchteten Betzenberg in Kaiserslautern.
Eintracht dagegen beendete diese dritte Bundesligasaison absolut zufriedenstellend. Mit einem ausgeglichenen Punkte- und Torverhältnis (34:34 Punkte, 49:49 Tore) wurden die 'Löwen' Tabellenzehnter, punktgleich mit dem Hamburger SV.
Dass ein Sieg von Eintracht mit Silvester-Raketen gefeiert wurde, wird es danach aber wohl nicht wieder gegeben haben.
Neben diesem Spiel fand in 50 Jahren Bundesliga nur eine weitere Begegnung zu Silvester statt. Am 31.12.1964 trennten sich der 1.FC Nürnberg und der VfB Stuttgart mit 1:1.

linker Außenverteidiger Tobias Rau31.12.1981
Ein Löwengeburtstag
Tobias Rau wurde am 31.12.1981 als waschechter Braunschweiger geboren.
Bis zur D-Jugend kickte er bei den SF ßlper und wechselte dann zu Eintracht. Hier absolvierte er die diversen Jugendmannschafften. Sein großes Talent fiel den DFB-Trainern auf, die ihn bald darauf in die U18-Nationalmannschaft beriefen. Bis zum Winter 1999/2000 kam er dort in 10 Länderspielen zum Einsatz.
Auch der neue 'Löwen'-Coach Reinhold Fanz war von den Leistungen des linken Außenverteidigers, der sich auch im linken Mittelfeld wohlfühlte, überzeugt und holte ihn zu Beginn der Saison 1999/2000 in den Regionalliga-Kader hoch.
Bereits seine erste Saison im Herrenbereich wurde für 'Tobi' Rau zur Erfolgsgeschichte. Nachdem er in der Hinrunde zunächst nur unregelmäßig zum Einsatz kam, zählte er bereits nach einem Drittel der Saison zur Stammelf. Insgesamt kam er auf 26 Punktspieleinsätze und erzielte dabei einen Treffer (am 29. SpT. beim VfB Lübeck mit einem 25m-Schuss zum Endstand von 1:1). Damit nicht genug. Ende März 2000 wählten ihn die Braunschweiger in einer Meinungsumfrage der 'Braunschweiger Zeitung' zum 'Sportler des Jahres 1999'. Außerdem wurde er zum Saisonende von den Regionalligatrainern der 18 Mannschaften in einer Umfrage des 'Kicker'-Sportmagazins (gemeinsam mit Kosta Rodrigues) zum sechstbesten Spieler der Regionalliga Nord gewählt. Kein anderer Eintracht-Akteur war besser plaziert. Auch dank Raus Leistungen erreichte der BTSV das gesteckte Saisonziel, die Qualifikation für die neue, nur noch zweigeteilte Regionalliga, mit einem 3. Tabellenplatz relativ mühelos.
Auch in der Regionalliga-Saison 2000/01 stand Tobi regelmäßig in der Startelf und absolvierte 34 von 36 Saisonspielen (0 Tore).
Längst war Rau nicht nur zum Leistungsträger, sondern auch zum Sympathieträger geworden. Oft genug konnte man den sympathischen, fast immer lächelnden Blondschopf, der im Frühjahr 2001 auch noch das 'Abi' nebenbei gemacht hatte, gemeinsam mit seiner Freundin Linda um den ßlper See schlendern sehen.
Nach dieser Spielzeit jedoch trennten sich – aus Sicht der 'Löwen-Fans leider – die Wege von Tobi und Eintracht. Rau hatte zwar noch einen Vertrag beim BTSV bis zum Sommer 2003 (mit der Möglichkeit, im Sommer 2002 für eine Transferentschädigung von 100.000 DM wechseln zu können) und wäre wohl auch gern noch ein Jahr bei den Blau-Gelben geblieben, wenn diese den Aufstieg geschafft hätten. Leider hatte Eintracht den Aufstieg in die 2. Bundesliga als Tabellenachter deutlich verpasst.
So kam, was kommen musste. Tobias Rau nahm das Angebot des VfL Wolfsburg an und der BTSV kassierte ein 'Schmerzensgeld' von 700.000 DM. Den Wechsel zu den Grün-Weißen nehmen Rau auch heute noch einige Fans übel, verkennen aber dabei, dass es Tobi zunächst einmal darum ging, nicht zu weit entfernt von seiner Heimatstadt spielen zu können.
Beim VfL Wolfsburg spielte Rau von 2001 bis zum Sommer 2003 (48 Bundesliga-Spiele, 1 Tor) und wurde in dieser Zeit – auch wegen des damaligen Mangels an guten Linksverteidigern – gleich deutscher Nationalspieler. Insgesamt kam er bis 2003 auf 7 Länderspiele (1 Tor). Zur Saison 2003/04 sicherten sich die Münchner Bayern Tobis Dienste. Dort kam er jedoch auch aufgrund von Verletzungen nie über die Rolle des Reservisten hinaus und stand bis zum Sommer 2005 nur in 13 Bundesliga-Begegnungen auf dem Platz. Einmal in diesem Zeitraum trat er auch gegen die Blau-Gelben an. Im Pokal-Achtelfinale am 9.11.2004 setzte ihn Bayern-Trainer Gerland im Spiel der Bayern-Amateure gegen Eintracht ein (3:2). Tobi vermittelte in der Begegnung nicht den Eindruck, als ob er ein gesteigertes Interesse daran gehabt hätte, die Blau-Gelben auszuschalten.
Überhaupt hatte Tobi das Interesse an seiner Heimatstadt und 'seinem' Verein nie verloren. An den Aufstiegen 2002 und 2005 nahm er emotional teil.
Im Sommer 2005 wechselte Rau zu Arminia Bielefeld und blieb dort bis zum Ende der Spielzeit 2008/09. Aber auch dort war er häufiger verletzt. So reichte es bei der Arminia nur noch zu 32 weiteren Spielen in der ersten Liga.
Im Alter von gerade einmal 28 beendete Tobias Rau im Sommer 2009 freiwillig seine Fussballerkarriere. 93 Bundesliga-Spiele ohne einen Platzverweis stehen für ihn in der Statistik.
Nach dem Karriereende nahm Rau ein (Lehramts-) Studium auf.
Den Bezug zu seiner Heimatstadt hat er bis heute nicht verloren. Er ist / war in die Eröffnung der 'Kick Off'-Soccerarena im Osten Braunschweigs im Jahr 2010 (u.a. durch die ehemaligen Spieler Marco Dehne und Holger Wehlage) involviert.
[Stand: September 2011]