12. Februar
Torhüter Bernd Franke 12.02.1948
Ein Löwengeburtstag
Bernd Franke wurde am 12.2.1948 im Saarland geboren. Zwischen 1969 und 1971 spielte er für Fortuna Düsseldorf.
Im Sommer 1971 holte der neue Eintracht-Trainer Knefler den Torhüter zu den "Löwen" nach Braunschweig. Knefler kannte Franke aus der Zeit, als er selbst noch Trainer in Düsseldorf war. Zum Zeitpunkt der Verpflichtung konnte niemand ahnen, dass Franke zum Idol bei Eintracht aufsteigen würde.
In seiner ersten Saison 1971/72 musste sich Franke erst einmal gegen den bisherigen Stammtorhüter Wolter durchsetzen, mit dem Eintracht 1967 Deutscher Meister geworden war. Das gelang ihm recht schnell und so kam er bereits auf 26 Einsätze in dieser Spielzeit. Für den "Adler", der diesen Spitznamen seinem "Konkurrenten" Wolter verdankt, sollten etliche weitere Einsätze für die Blau-Gelben folgen.
Franke blieb Eintracht bis zum Ende der Saison 1984/85, dem dritten und letzten Bundesliga-Abstieg, treu. Er absolvierte im gesamten Zeitraum 345 Bundesligaspiele, 42 Zweitligaspiele, 36 Regionalligaspiele und 10 Aufstiegsspiele für den BTSV. Er spielte immer, wenn er nicht verletzt war.
Franke, der von sich selbst sagte, er habe vor jedem Spiel "Lampenfieber", bot regelmäßig Spitzenleistungen im Tor und hielt viele Punkte für die "Löwen" fest. Seine Leistungen blieben auch Bundestrainer Schön nicht verborgen. Bereits für die EM 1972 war Franke als dritter Torwart vorgesehen. Eine Gehirnerschütterung verhinderte jedoch die Nominierung. So durfte Eintrachts Torhüter erst im Frühjahr 1973 seine ersten beiden Länderspiele bestreiten (28.3. 3:0 gegen CSSR; 12.5. 3:0 gegen Bulgarien). Franke blieb trotz des Abstiegs von Eintracht im Sommer 1973 im Blickfeld des Bundestrainers. Was viele nicht wissen: Er war ernsthaft für den Kader der WM 1974 in Deutschland im Gespräch, wurde dann aber nicht nominiert, weil Eintracht bis in den Juni hinein Aufstiegsspiele zur Bundesliga bestritt und zu diesem Zeitpunkt das Aufgebot bereits feststehen musste. Eine Nachnominierung war damals noch nicht möglich. Franke konnte seine Nationalmannschaftskarriere daher erst im Jahr 1977 mit drei Länderspielen (27.4. 5:0 gegen Nordirland; 5.6. 3:1 in Argentinien; 16.11. 4:1 gegen Schweiz) fortsetzen. Er zählte dann fest zum Kader für die WM 1978. Doch wieder kam etwas dazwischen. Einen Tag vor Benennung des WM-Aufgebots verletzte er sich bei einem Testspiel der Nationalmannschaft gegen eine Hessen-Auswahl kurz vor der geplanten Auswechslung zur Pause durch ein Foul eines FSV Frankfurt-Spielers schwer: Wadenbeinbruch mit Sprunggelenksverletzung - WM-Aus! Fussball-Deutschland war betroffen, auch weil sich Eintrachts Torhüter durch seine ruhige, sachliche Art viele Sympathien erobert hatte ("Kicker" vom 20.9.1976: " ... gehört nicht zu denen, die mit großen Sprüchen auf sich aufmerksam machen".). Die beiden Konkurrenten um den Platz im Tor der Nationalmannschaft Sepp Maier und Rudi Kargus riefen Franke spontan an und wünschten ihm schnelle Genesung. Von der WM aus Argentinien erhielt er von seinen Nationalmannschaftskameraden eine Postkarte ans Krankenbett.
Der Knochenbruch zwang Franke bis zum Oktober 1978 zum Zuschauen. Bereits sechs Monate später zog er sich seine zweite schwere Verletzung zu, die eine weitere Zwangspause von sechs Monaten zur Folge hatte. Er stand den "Löwen" damit auch in den ersten 10 Spielen der Saison 1979/80 nicht zur Verfügung. Doppelt ärgerlich, da Frankes Erfahrung den Blau-Gelben im – erfolglosen – Kampf gegen den Abstieg aus der Bundesliga sicherlich geholfen hätte. So spielte der "Adler" ein paar Monate später ein zweites Mal für eine Saison in der Zweitklassigkeit, da er dem BTSV trotz des Abstiegs treu geblieben war. Eintracht kehrte im Sommer 1981 in die Bundesliga zurück, Bernd Franke ein paar Monate später in die Nationalelf. Im Frühjahr 1982 absolvierte er unter (dem im Jahr 2007 verstorbenen) Bundestrainer Derwall seine Länderspiele 6 und 7 (17.2. 3:1 gegen Portugal; 12.5. 4:2 in Norwegen). Und dieses Mal klappte es auch mit der WM-Teilnahme. Eintrachts Keeper fuhr mit zur WM 1982 nach Spanien! Dass er dort zu keinem Einsatz kam, wird seine Freude nur unwesentlich getrübt haben. Die schönste internationale Erfahrung, wie er später auch selbst sagte (Kicker-Interview in Nr.34/1985), stand Franke jedoch noch bevor. 1984 fuhr er mit Deutschlands Olympia-Team nach Los Angeles und stand dort in allen vier Spielen der Deutschen Fussball-Auswahl im Tor (2:0 gegen Marokko; 0:1 gegen Brasilien; 6:0 gegen Saudi-Arabien; 2:5 im Viertelfinale gegen Jugoslawien). Zu seinen Mitspielern zählten dort u. a. Brehme, Buchwald, Mill, U. Rahn, Schatzschneider und – Peter Lux. Es waren die letzten internationalen Einsätze des "Adlers".
Mit dem dritten Bundesliga-Abstieg von Eintracht im Sommer 1985 beendete Franke schließlich seine Karriere.
Frankes Länderspiel am 12.5.1982 war gleichzeitig das letzte offizielle Länderspiel (ohne Olympia-Einsätze), an dem ein aktiver Eintracht-Spieler mitgewirkt hat.


Eintracht - SV Meppen 5:0 (2:0)12.02.2000
22. Spieltag Regionalliga Nord - 1999/2000
Am 12.2.2000 stand für Eintracht das Heimspiel gegen den SV Meppen auf dem Programm.
Die Blau-Gelben befanden sich auf gutem Weg, den für die Regionalligasaison 1999/2000 angestrebten 5. Tabellenplatz zu erreichen und damit die sichere Qualifikation für die ab der Folgesaison nur noch zweigeteilte Regionalliga zu schaffen. Eintracht war nach 21 Spielen mit 41 Punkten Tabellenvierter, punktgleich mit dem Fünften SV Wilhelmshaven, der ein Spiel weniger ausgetragen hatte. Der Tabellensechste lag schon 3 Punkte zurück.
Aber auch der Sprung nach ganz vorn schien für den BTSV noch möglich zu sein. Acht Tage zuvor hatten die "Löwen" den Tabellenführer VfL Osnabrück in dessen Stadion vor 16.000 Zuschauern mit 1:0 besiegt und damit den Abstand auf die Tabellenspitze auf 7 Punkte verringert. Da ging noch ´was, zumal die Lila-Weißen nicht mehr so stark wie in Hinrunde gewirkt hatten! "Zurück im Titelrennen" – so hieß es dann auch in der Überschrift vom Stadionmagazin "Eintracht aktuell" zu diesem Spiel.
Die Meppener hatten als Dreizehnter der Tabelle bereits 11 Punkte Rückstand auf einen möglichen Qualifikationsplatz und mussten sich daher schon langsam mit dem Gedanken anfreunden, nächste Saison nur noch viertklassig zu spielen. Für einen Verein, der von 1987 bis 1998 durchgehend in der 2. Liga gespielt hatte, schon traurig!
Eintracht hatte mit dem SV Meppen noch ein "Hühnchen zu rupfen". Immerhin waren es die Emsländer gewesen, die den "Löwen" am 5. Spieltag die erste Saisonniederlage beigebracht hatten (1:3). Entsprechend motiviert gingen die Blau-Gelben an diesem Sonnabend ins Spiel. Die knapp 10.000 Zuschauer mussten gerade einmal 13 Minuten warten, bis sie den Führungstreffer durch Weetendorf, der erst in der Winterpause von der Weser an die Oker gewechselt war, bejubeln konnten. Eintracht beherrschte das Spiel auch im Anschluss nach Belieben und erhöhte nach einer halben Stunde auf 2:0. Torschütze war "unser Brasilianer" Everson, wie Stadionsprecher Uwe Tressel stets zu sagen pflegte. Mit diesem Ergebnis ging es in die Pause. Nach einer Stunde wurde Thomas für Weetendorf eingewechselt. Der schnelle Texaner spielte erst 4 ½ Monate bei der Eintracht, war aber dennoch bereits zu einem Publikumsliebling geworden. Auch an diesem Tag tat er wieder etwas für seinen Ruf. Und wie! Innerhalb von 12 Minuten nach seiner Einwechslung erzielte er einen lupenreinen Hattrick und erhöhte den Spielstand damit auf 5:0. Das war zugleich das Endergebnis.
Die Fans waren begeistert und gingen entsprechend gutgelaunt zur "Blau-Gelben Nacht", der Feier für die Eintracht-Fans, die an diesem Abend im Festsaal des Waisenhauses an der Salzdahlumer Straße stattfand.
Nach dem Abpfiff sprach Meppens Trainer von "einer schmerzlichen Niederlage, die auch in dieser Höhe verdient ist". Seine Mannschaft habe "nicht den Hauch einer Chance" gehabt. Die Leistung von Thomas an diesem Tag charakterisierte sein Sturmkollege Deffke am Besten: "Rakete auf 2 Beinen"! Auch der "Kicker" honorierte diesen Auftritt, indem er den US-Boy (neben Everson) in die "Elf des Tages" der Regionalliga Nord berief.
Eintracht hatte mit dem Sieg seine Tabellenposition gefestigt. Da der VfL Osnabrück zeitgleich Unentschieden gespielt hatte, war der Abstand auf Platz 1 auf 5 Punkte zusammengeschmolzen. Die Hoffnungen aller Blau-Gelb-Verrückten auf einen vielleicht doch noch möglichen Aufstieg in die 2. Liga stiegen. Sie erhöhten sich noch, als man am nächsten Tag, dem Sonntag, erfuhr, dass die Osnabrücker Vereinsführung den Trainer auf Veranlassung der Mannschaft hin entlassen hatte.
Entlassung des Trainers trotz Tabellenführung! Verrückt! -- Verrückt? Hatten wir das nicht auch schon ´mal beim BTSV? Stimmt! Im November 1998 entließ Eintracht seinen Trainer Lorkowski nach einem Sieg (4:2 gegen VfL Herzlake) und (bereinigt) auf Tabellenplatz 1 stehend.
Im Gegensatz zu den "Löwen" ein Jahr zuvor verkrafteten die Lila-Weißen aus Osnabrück den Trainerwechsel gut, blieben auf dem Spitzenplatz und stiegen am Ende in die 2. Bundesliga auf. Eintracht erreichte das ausgegebene Saisonziel und wurde Tabellendritter.