15. Februar
Eintracht – Hamburger SV 4:2 (0:1)15.02.2014
21. Spieltag Bundesliga – 2013/2014
Am 15.2.2014 hatte Eintracht im Punktspiel den Dino der Bundesliga, den – zumindest nach seinem Selbstverständnis – GROSSEN Hamburger Sportverein zu Gast.
Aber besonders großartig kam der aktuelle HSV nun wirklich nicht daher. In dieser Bundesliga-Saison 2013/14 waren die Hamburger nicht etwa in den Kampf um die Meisterschaft oder die internationalen Plätze eingebunden, sondern steckten mitten im Abstiegskampf. Weil die Punkte ausgeblieben waren, hatte der HSV bereits im September Torsten Fink (nach dem 5.! Spieltag) als Trainer entlassen und an seiner Stelle Bert vanMarwijk installiert. Aber auch dem war es nach anfänglichen Erfolgen (8 Punkte vom 7. – 10.SpT) nicht gelungen, die Mannschaft zu stabilisieren. Drei Niederlagen am Stück direkt vor der Winterpause hatten den Dino in der Tabelle bis auf den 14. Platz (mit 16 Punkten) abrutschen lassen. Und die Rutschpartie war damit noch nicht zu Ende. Die Rückrunde begann für die Hamburger mit einem 0:3 zu Hause gegen Schalke 04, setzte sich mit einem 0:3 bei der TSG Hoffenheim fort, dem schließlich wieder ein 0:3 daheim gegen Hertha BSC Berlin folgte. 0 Punkte aus den letzten 6 Spielen, Platz 17 mit 16 Punkten nach 20 Spieltagen – kein Wunder, dass die Fans des HSV ein wenig unwirsch wurden. Nach dem letzten 0:3 hatten sich 250 von ihnen auf dem Parkplatz der Spieler versammelt, sie mit „Scheiß Millionäre“ beschimpft und (laut Presse, also OHNE Gewähr) gegen Spieler-Autos getreten. Außerdem soll der Spieler van der Vaart geschubst worden sein. Auch der Aufsichtsrat trug nicht gerade zur Ruhe bei. Teile des Kontrollorgans wollten den Trainer entlassen und stattdessen Felix Magath holen. Der Vorstand, der am Trainer festhalten wollte, sah sich daher genötigt, van Marwijk das Vertrauen auszusprechen. Kurz darauf sagte Magath ab und sofort kursierten andere Trainernamen in Hamburg (Slomka und Schaaf). Der Sportzeitung „Kicker“ war dieses Prozedere zwei Artikel mit den treffenden Namen „Das Chaos“ (10.2.) und „Das Chaos Teil 2“ (13.2.) wert.
Im Verhältnis dazu mutete die Stimmung in Braunschweig geradezu unheimlich harmonisch an. Dabei stand Eintracht in der Tabelle doch noch schlechter da als der Hamburger SV! 12 Punkte bei gerade einmal 11 erzielten Toren bedeuteten die „Rote Laterne“ in der Bundesliga. Das Umfeld und die Fans der „Löwen“ wussten die Situation nur einfach richtig einzuschätzen. Der Aufstieg im Sommer 2013 (nach 28 erstligafreien Jahren) war schon eine Sensation gewesen. Da konnte man realistischerweise nicht erwarten, dass der Klassenerhalt auch noch gelingt. Allerdings - gehofft hatte man natürlich trotzdem und tat es noch. Und enttäuscht war man auch ein wenig von den Resultaten der letzten beiden Spiele. Nach dem 0:0 zum Auftakt der Rückrunde bei Werder Bremen war die Hoffnung der Fans auf schnelle weitere Erfolgserlebnisse groß gewesen. Im Heimspiel gegen Borussia Dortmund (3.) hatten die Blau-Gelben auch engagiert gespielt und am Ende nur deshalb knapp mit 1:2 verloren, weil der Kopfball von Bicakcic in letzter Minute am Pfosten anstatt im Tor gelandet war. Gegen Eintracht Frankfurt (14.) dagegen hatte Eintracht einfach eine schwache Leistung abgeliefert. 0:3 hätte die Partie nicht ausgehen müssen. So war der Rückstand des BTSV auf die vor ihnen liegenden Mannschaften im Verhältnis zur Saisonhalbzeit nicht geschrumpft, sondern angewachsen. Auf Platz 17 betrug er statt 0 Punkten nun 4, auf Platz 16 (1.FC Nürnberg) statt 3 nun 5 und auf Platz 15 (SC Freiburg) statt 4 nun 6 Punkte. Mirko Boland stellte daher zu Recht vor dem HSV-Spiel fest: „Für uns zählt nur der Sieg.“ In der Tat! Wenn man weiter die Hoffnung hegen wollte, das Ergebnis der Leser-Umfage Anfang Februar im “Kicker“ „Wer steigt direkt ab?“, bei der Eintracht der am heißesten gehandelte Verein mit 90,2% war (gefolgt vom HSV mit 41,8 und vom 1,FC Nürnberg mit 20,9%), widerlegen zu können, mussten 3 Punkte her. Und die schienen auch machbar zu sein. Immerhin stellten die Hamburger mit 47 Gegentoren die schlechteste Abwehr der Liga (BTSV: 37). Zudem hatten sie – neben all dem Chaos – auch noch eine 0:5 Heimniederlage gegen Bayern München im DFB-Pokal vom 12.2. zu verkraften.
Natürlich war der „Tempel“ an der Hamburger Straße an diesem Samstagnachmittag mit 23.200 Zuschauern ausverkauft. Trainer Lieberknecht musste auf die Verletzten Oehrl, GianLuca Korte und Kratz verzichten und bot folgende „Elf“ auf: Davari – Kessel, Bicakcic, Correia, Reichel – Theuerkauf, Ebabdellaoui, Boland, Hochscheidt, Bellarabi – Nielsen. Der gerade erst im Winter verpflichtete norwegische Stürmer Nielsen erhielt also den Vorzug vor Kumbela. Lieberknechts Gegenüber van Marwijk konnte wieder auf den fit gewordenen Lasogga und auf den zuvor angeschlagenen van der Vaart zurückgreifen. Natürlich spielte Adler im Tor und Westermann dirigierte die Abwehr des Dinos.
Pünktlich zum Anpfiff von Schiedsrichter Kircher (Rottenburg) präsentierte sich der Gästeblock mit einer großflächigen HSV-Choreo verbunden mit einer Pyro-Show. Auf dem Spielfeld waren die ersten 20 Minuten geprägt von Eintrachts Bemühen, das Spiel zu machen. Besonders gefährlich wurden die „Löwen“ dabei nicht. Da auch die Hamburger nicht wirklich viel für das Spiel taten, waren die einzig nennenswerten Szenen eine Ecke für Braunschweig, ein ungefährlicher Fernschuss von Lasogga sowie eine Rangelei zwischen Bellarabi und HSV-Verteidiger Diekmeier, die beiden Spielern „Gelb“ einbrachte. Für Bellarabi war es die 5.“Gelbe“, das hieß Sperre im nächsten Spiel.
In der 22.Spielminute verletzte sich Elabdellaoui bei einem Zweikampf und musste außerhalb behandelt werden. Während dieser Behandlung kam der HSV zu einem Einwurf nahe der Eckfahne der Blau-Gelben. Das Leder segelte in den Strafraum und Lasogga konnte köpfen. Über Davari, der dabei unglücklich aussah, hinweg fand die Kugel den Weg ins hintere Eck (23.). Tor! 0:1! Das schlechtere Team war in Führung gegangen. Frust in der Südkurve beim blaugelben Anhang, erneut Pyro in der Nordkurve bei den HSV-Fans.
Kurz darauf wechselte Lieberknecht aus. Pfitzner kam für Elabdellaoui, der nicht mehr weitermachen konnte (26.). Eintracht wirkte in der Folgezeit sichtlich geschockt. Der Bundesliga-Dino kam besser ins Spiel und zu Chancen Bei einer Direktabnahme von Lasogga (34.) und einem Freistoß von van der Vaart (36.) war der Keeper des BTSV nun aber auf dem Posten. Die „Löwen“ waren in dieser Phase gerade einmal zu einem Schüsschen von Boland gekommen (28.). Sie hatten es aber auch nicht leicht. Neben dem Rückstand mussten sie die eine oder andere merkwürdige Regelauslegung des Schiris verkraften. Boland (überzogen) und Theuerkauf sahen die Gelbe Karte und draußen gerieten die beiden Manager Arnold und Kreuzer aneinander. Es wurde hektischer, die Zweikämpfe härter. Nach 40 Minuten hatten sich die Blau-Gelben dann gefangen und setzten mit einem Theuerkauf-Schuss, der sein Ziel knapp verfehlte, wieder ein Offensiv-Zeichen (41.). Danach sah auch noch Reichel „Gelb“, weil er Diekmeier „niedergerungen“ hatte (45.+2), dann war Pause. Von „Schieber, Schieber“-Rufen begleitet, ging Schiri Kircher zum Pausentee. Er hatte einfach mit zu unterschiedlichem Maß gemessen. Boland und Reichel wurden wegen Kleinigkeiten verwarnt, während bei Lasogga ein gestrecktes Bein sowie Ballwegschlagen keine Karte nach sich zog.
Die 2. Hälfte begann mit dem Spielerwechsel Kumbela für Theuerkauf und einer Rauchbombe im HSV-Block, die manchen auf der Tribüne zum Husten brachte. Dem Hamburger Team merkte man an, dass ihm die Führung gut getan hatte. Sie kamen selbstbewusst aus der Kabine und erspielten sich gleich eine gute Gelegenheit (47.). Davari konnte gerade noch verhindern, dass er überlupft wurde. Aber Eintracht fightete nun zurück. In Minute 50 starteten die „Löwen“ einen Angriff, an dessen Ende Hochscheidt das Leder erhielt. Seinen Abschluss aus vielversprechender Position konnte ein HSV-Spieler gerade noch zur Ecke klären, der dritten für den BTSV. Boland führte schnell aus und spielte Bellarabi an, der gleich weiter in den Strafraum flankte. Torwart Adler wollte die Hereingabe abfangen, ließ den Ball jedoch wieder fallen. Kumbela war zur Stelle und schob ein (51.). Toooor! Tor für den BTSV! 1:1! Jubel bei allen Eintracht-Fans und das Gefühl ‚Heute geht was!‘
Die Blau-Gelben setzten – unterstützt vom Anhang („… Kämpfen bis zum Ende…“) -- gleich nach, mussten aber in der Abwehr aufmerksam bleiben. Nach einer Ecke für den HSV, ebenfalls der dritten, wären sie fast erneut in Rückstand geraten. Boland konnte den Kopfball von Jansen gerade noch auf der Linie klären (57.). Vier Minuten später spielte sich das Geschehen dann wieder im gegenüberliegenden Strafraum ab. Westermann hatte Nielsen am Strafraumeck regelwidrig gehalten. Den fälligen Freistoß brachte Boland scharf und flach in den 5m-Raum, wo Kumbela klug einlief und vollstreckte. Toooooooor! Tor für Eintracht in der 61.Minute. Führung! 2:1! Wahnsinn!! Und wieder war es der erst zur Pause eingewechselte Kumbela gewesen. Eintracht Torschützenkönig der 3.Liga und 2.Bundesliga (19 Treffer), der mit seinen Treffern zum entscheidenden Mann für die Aufstiege 2011 und 2013 geworden war, hatte erneut zugeschlagen. Und das direkt vor der jubelnden Südkurve. Was will der Eintracht-Fan mehr!
„Zweite Liga – Hamburg ist dabei“ Das bisschen Hohn musste sein!
Leider war das Spiel noch nicht zu Ende. Und die Hamburger waren alles andere als zufrieden mit dem Spielstand. Sie drängten vehement auf den Ausgleich, wirkten dabei jedoch verunsichert. So sprangen für sie innerhalb von sechs Minuten zwar 3 Ecken heraus, aber keine Chance. Ganz anders der BTSV! In Minute 67 konterten die „Löwen“ über Bellarabi, der den mitgelaufenen Kumbela bediente. „Kumba“, völlig frei und allein vor dem Keeper, schoss und … Adler hielt! Haareraufen in der Südkurve! ‚Das hätte es doch schon sein können!‘ Zwei Minuten später erneut eine gute Gelegenheit für die Blau-Gelben. Aber auch den gut geschossenen Freistoß von Bellarabi konnte Adler entschärfen (69.). Die folgenden Minuten waren geprägt vom Kampf. Obwohl beide Teams die Anzahl ihrer Ecken nach oben schraubten (Eintracht 7, HSV 8), blieben Torchancen weitgehend aus. Einzig ein Schuss des (für van der Vaart) eingewechselten Arslan, der das Eintracht-Gehäuse relativ knapp verfehlte, trieb den Blutdruck in die Höhe (75.). Ein anderer Einwechselspieler des Gastes sorgte dann für den nächsten Höhepunkt der Partie. Calhanoglu, für Rincon ins Spiel gekommen, spielte in Minute 76 den Ball flach in den Strafraum der „Löwen“. Bellarabi wollte klären, traf aber nur Ilicevic, der den Fuß hinhielt. Unkontrolliert und mit viel Glück landete das Leder im Winkel. 2:2! Jubelnde Hamburger, traurige Braunschweiger! Unverdient, aber wahr!
Während die Blau-Gelben auf dem Rasen und auch ihr Anhang in der Südkurve noch mit dem Schock zu kämpfen hatten, griff der HSV erneut gefährlich an. Einen Schuss von Ilicevic aus etwas spitzem Winkel konnte Davari halten (80.). Der Gast wollte offensichtlich mehr als den 1 Punkt. Aber auch Eintracht erholte sich schnell und spielte nun wieder auf Sieg. Die Fans waren auch wieder da und trieben ihre Spieler an. In Minute 82 startete Nielsen einen vielversprechenden Alleingang. Am Ende geriet er jedoch ins Stolpern und konnte nicht mehr abschließen. Schade aus „Löwen“-Sicht! Nachdem der Gast mit Zoua für John einen weiteren Angreifer gebracht und damit seine Siegesabsicht untermauert hatte (83.), ergab sich die nächste Gelegenheit für die Okerstädter. Eintracht hatte zentral, aber weit vor dem gegnerischen Tor einen Freistoß zugesprochen bekommen. Bellarabi ließ sich von der großen Distanz nicht schrecken und versuchte es direkt. Der Schuss wäre am Tor vorbeigegangen, aber Torwart Adler warf sich zur Sicherheit in die vermeintlich bedrohte Ecke und wehrte zur Seite ab. Dort kam Correia an den Ball und spielte ihn an den 5m-Raum zurück. Dorthin war Kumbela gelaufen und schlenzte das Leder halb mit der Hacke ins Netz (85.). Tooooooor, Tor, Tooor! 3:2! Die „Löwen“ waren wieder vorn! Und wieder war ´s Kumbela!
Während die Fans des BTSV noch am Feiern waren, tauchte Ilicevic plötzlich allein vor Davari auf und schoss … Eintrachts Keeper an, der sich breit gemacht hatte (86.). Spätestens jetzt hatten alle Heimfans ihren Torwart wieder lieb. ‚Gut gemacht, Daniel! -- Schiri, ab-pfei-fen!‘ Kircher tat ihnen diesen Gefallen natürlich nicht, sondern packte auf die 90 Minuten sogar noch 3 drauf.
Und in diesen letzten 7 Minuten tat sich noch ´ne Menge. Für drei Höhepunkte sorgte Hochscheidt ganz allein mit zwei Schüssen (88., 89.) und einer Gelben Karte, der insgesamt 11. (!!) in dieser Partie (6 für Eintracht, 5 für den HSV). Dumm nur, dass der HSV durch Hochscheidts Foul die Gelegenheit bekam, den Ball noch einmal in Eintrachts Strafraum zu schlagen. ‚Entwarnung‘ für alle Eintracht-Fans, eine Chance ergab sich daraus nicht. In der zweiten Minute der Nachspielzeit nahm Lieberknecht noch etwas Zeit von der Uhr, indem er Dogan für Nielsen einwechselte. Die letzten Szenen des Spiels gehörten dann mehr oder weniger allein dem an diesem Tag (neben Kumbela) alles überragenden Bellarabi. Erst verfehlte er das Hamburger Tor mit einem Schuss nur knapp. Wenige Sekunden später tanzte er die halbe Gäste-Abwehr an deren Torauslinie aus und legte das Leder an den 5m-Raum auf Hochscheidt zurück. Der brauchte nur noch den Fuss hinzuhalten und … Tooooor! 4:2 für Eintracht!
Das war ´s! Mit dem Schlusspfiff von Schiri Kircher entlud sich die Anspannung der Eintracht-Fans in Jubel. Der HSV-Block dagegen hüllte sich erneut in schwarzen Rauch.
Während alle blau-gelb Infizierten noch feierten, brachte Trainer Lieberknecht in der Pressekonferenz schon seine große Zufriedenheit über die Leistung seines Teams zum Ausdruck. Gäste-Trainer van Marwijk dagegen wirkte deprimiert. Ob er da wohl schon geahnt hatte, dass er an diesem Wochenende noch entlassen wird?
Da zur gleichen Zeit die Bayern den SC Freiburg mit 4:0 und die Hoppenheimer den VfB Stuttgart mit 4:1 besiegt hatten, sah die Bundesliga-Tabelle an diesem späten Samstagnachmittag für die Blau-Gelben schon viel freundlicher aus:
14.)VfB 19P, 15.)Freiburg 18P, 16.)Nürnberg 17P, 17.)HSV 16P und 18.)BTSV 15P.
Zwar musste der 1.FC Nürnberg noch am Sonntag in Augsburg antreten, aber beim Tabellenachten würden die Franken schon nicht gewinnen, dachte sich der Eintracht-Anhang. Und dann könnte man mit einem Sieg in Nürnberg am nächsten Wochenende das Tabellenende endlich verlassen…
Zwar siegte der FCN am nächsten Tag überraschend mit 1:0 beim FC Augsburg, der guten Laune in der Okerstadt tat das aber keinen Abbruch. Ein Sieg würde sicherlich reichen, um zunächst einmal den chaotischen HSV hinter sich zu lassen. Denn der hatte am Wochenende nicht nur seinen Trainer (nach 7 Niederlagen in Folge inkl. Pokal) entlassen, sondern mit 5 zurückgetretenen Aufsichtsratsmitgliedern auch die Hälfte seines Kontrollorgans verloren. Als neuen Trainer hatten die Hansestädter zudem den erst 1 ½ Monate zuvor in Hannover entlassenen Mirko Slomka verpflichtet. Dieser leitete bereits am Montag das Training.
Zur gleichen Zeit wird der eine oder andere Eintracht-Geneigte sicherlich die aktuelle Berichterstattung in der Sportzeitung „Kicker“ genossen haben. Dieser berichtete mit der Überschrift „Das Eintracht-Gefühl“ und der Unterschrift „Der Sieg gegen Hamburg zeigt: Braunschweig lebt.“ vom Erfolg der „Löwen“. Darüber hinaus wurde Kumbela zum „Spieler des Tages“ ernannt und als solcher natürlich auch in die „Kicker-Elf des Tages“ berufen. Mit seinen 3 Treffern als Einwechselspieler hatte er etwas vollbracht, was zuvor in der Bundesliga erst 6 Torjägern vor ihm gelungen war. Der letzte vor ihm war Miro Klose im September 2004 (beim 4:1-Sieg von Werder beim VfL Bochum) gewesen. Außerdem hatte er sich damit als erst 5. Eintracht-Spieler in die Liste der Torschützen eingereiht, die für die Blau-Gelben 3 Tore in einem Bundesliga-Spiel erzielen konnten. Zuvor war das nur Lothar Ulsass, Bernd Gersdorff, Wolfgang Frank und Ronald Worm gelungen. Was für ein Come-Back des Kongolesen, der zuletzt (7x in Folge) nicht mehr in der Startelf gestanden hatte.
Nicht zuletzt wegen „Kumba“s wiedererlangter Treffsicherheit sahen nach dem Sieg gegen den HSV viele Eintracht-Fans dem nächsten Auswärtsspiel beim „Club“ am kommenden Wochenende optimistisch entgegen. Den 1.FC Nürnberg würde der BTSV schon weghauen und damit erst einmal den HSV in der Tabelle überholen...
Kaum jemand, der dabei gewesen ist, wird dieses Spiel in Nürnberg jemals aus seinem Gedächtnis löschen können. In einem unfassbaren Spiel unterlagen die Blau-Gelben dem FCN mit 1:2. Der HSV siegte parallel mit 3:0 gegen den BvB. Wie man weiß, stieg Eintracht am Ende der Saison als Tabellenletzter aus der Bundesliga ab. Nicht wenige sagen noch heute, dass die Niederlage beim FCN entscheidend für den Abstieg war.
Übrigens: Auch den Nürnbergern nutzte der Sieg gegen den BTSV nichts. Als Vorletzter stiegen die Franken ebenfalls direkt ab. Der HSV dagegen landete auf Platz 16 und durfte seine Bundesliga-Stadionuhr nach seinem Erfolg in den Relegationsspielen gegen die SpVgg Greuther Fürth (0:0/1:1) weiterlaufen lassen.
[Stand: August 2017]