22. Februar
Deutschland - Marokko 5:1 (2:0)22.02.1967
Freundschafts-Länderspiel
Am 22.2.1967 trat Deutschland in Karlsruhe vor 33.000 Zuschauern zum Freundschafts-Länderspiel gegen Marokko an. Mit von der Partie waren die Eintracht-Spieler Wolter und Ulsass.
Zwei "Löwen"-Spieler im Deutschland-Trikot ! Das hatte es seit 1910 nicht mehr gegeben!
Es war aber auch ein gutes Jahr für die Einträchtler. Die Mannschaft war Tabellenführer der Bundesliga und schickte sich als krasser Außenseiter an, die Meisterschale nach Braunschweig zu holen. So war es kein Wunder, dass die Leistungen auch mit Einsätzen in der Nationalmannschaft honoriert wurden.


Wolter und Ulsass boten an diesem Tag im Nationaltrikot eine gute Leistung. Lothar Ulsass war es darüber hinaus vorbehalten, die Zeichen frühzeitig auf Sieg zu stellen. Mit seinen beiden Toren in der 8. und 10. Minute sorgte er schnell für eine beruhigende 2:0-Führung der Deutschen. Sein 1:0 (siehe Bild oben) war gleichzeitig das 800. Tor in der deutschen Länderspielgeschichte. Mit dem 2:0 ging es auch in die Halbzeit.
Wer weiß, wie viele Tore Ulsass in diesem Spiel noch geschossen hätte, wenn er nicht in der Pause ausgewechselt worden wäre. So konnte er sich von der Bank aus ansehen, wie sein "Nachfolger" Zazcyk nach dem Anschlusstreffer der Marokkaner den alten 2-Tore-Abstand in der 53. Minute wieder herstellte und wie Heynckes (55.) und Löhr (68.), beide in späteren Jahren als Trainer tätig, auf den Endstand von 5:1 erhöhten.
"Lotte" wird nicht wirklich böse über seine Auswechslung gewesen sein. Immerhin stand bereits drei Tage später die Verteidigung der Tabellenführung in der Bundesliga im schweren Auswärtsspiel beim MSV Duisburg an (0:0).

1.FC Nürnberg – Eintracht 2:1 (0:1)22.02.2014
22. Spieltag Bundesliga – 2013/2014
‚Auf nach Nürnberg! Eintracht unterstützen!‘ – Diesen Satz hörte man in Braunschweig und Umgebung ziemlich oft in der Woche vom 16. bis 21. Februar 2014.
Die Fans von Eintracht Braunschweig waren nach dem 4:2-Heimsieg gegen den Hamburger SV am 21.Spieltag der Bundesliga-Saison 2013/14 wieder zuversichtlich, dass ihr Verein den Abstieg doch noch vermeiden könnte. Zwar war Eintracht auch nach dem Gewinn der 3 Punkte in seinem ersten Bundesligajahr seit 28 Jahren immer noch Tabellenletzter, jedoch hatte sich der Rückstand auf die vor den „Löwen“ plazierten Teams merklich verringert. Mit 15 Punkten lag Eintracht nur noch 2 Punkte hinter dem HSV und 3 hinter dem SC Freiburg. Auch der VfB Stuttgart mit 19 sowie eben dieser 1.FC Nürnberg mit 20 Punkten waren in mittelbarer Reichweite. Da kamen den Blau-Gelben die Franken als Gegner am Samstag, den 22.2.2014 gerade recht.
Allerdings befand sich auch der 1.FC Nürnberg im Aufwind. Und das wurde bei dem „Club“ ebenfalls höchste Zeit. Nach einem erfolglosen Saisonbeginn hatten die Verantwortlichen früh am 7.10.2013 (nach dem 8.Spieltag) ihren Trainer Wiesinger entlassen und durch den bis zu diesem Zeitpunkt in Deutschland unbekannten Gertjan Verbeek ersetzt. Eine Wende zum Guten stellte sich aber zunächst nicht ein. Auch unter dem neuen Trainer gelang in der Hinrunde kein Sieg, sodass der FCN mit 11 Unentschieden punktgleich mit dem BTSV das Tabellenende zierte. In den ersten 4 Spielen nach der Winterpause punkteten die Franken jedoch gleich 3x voll. Siegen gegen die TSG Hoffenheim (4:0), bei Hertha BSC (3:1) und dem FC Augsburg (1:0) stand lediglich eine Niederlage gegen den künftigen Meister Bayern München (0:2) gegenüber.
Aber Angst haben musste Eintracht deshalb nicht. Während die „Löwen“ nach den ersten 4 Partien der Hinrunde noch keinen einzigen Punkt auf dem Konto hatten, holten sie gegen dieselben Gegner in der Rückrunde immerhin schon 4.
Mit 36.500 Zuschauern, unter ihnen eine beträchtliche Anzahl von „Löwen“-Fans, war das Nürnberger Stadion gut gefüllt. Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht musste auf Keeper Daniel Davari verzichten, der sich im Spiel gegen den HSV eine Schulterzerrung und –prellung zugezogen hatte. Außerdem fehlte Bellarabi wegen der 5.Gelben Karte – ärgerlich, wenn man seine exzellente Leistung gegen die Hamburger zum Maßstab nahm. Folgende Elf sollte es richten: Petkovic; Kessel, Bicakcic, Correia, Reichel; Pfitzner, Theuerkauf, Boland; Hochscheidt, Kumbela, Nielsen. Die Fans hofften auf „Kumba“, der sich mit 3 Treffern gegen den HSV in nur einer Halbzeit wieder in Form geschossen hatte.
Sie fürchteten allerdings ein wenig den Torwart der Gastgeber Raphael Schäfer. Der Keeper, der seine Karriere richtig beim VfB Lübeck gestartet hatte und mittlerweile seit 12 ½ Jahren (mit 1 Jahr Unterbrechung beim VfB Stuttgart) beim FCN im Tor stand, war den „Löwen“ wegen seiner Paraden schon im Hinspiel (1:1) ein Ärgernis gewesen. Aufzupassen galt es außerdem auf den Schweizer Stürmer Drmic, der vor der Saison für 2,2 Millionen Euro Ablöse vom FC Zürich geholt worden war und in der Saison bereits 11x getroffen hatte. 5 seiner Treffer hatte er allein in den 4 Spielen der Rückrunde erzielt. Neben diesen beiden standen mit Plattenhardt (später Hertha BSC), Feulner (später FC Augsburg) und Kiyotake (später Hannover 96) drei weitere Akteure in der Startelf der Franken, die auch noch in den Folgejahren ihre Spuren in der Bundesliga hinterlassen sollten.
Pünktlich um 15.30 Uhr pfiff Schiedsrichter Siebert (Berlin) die Begegnung an. Eintracht spielte zunächst in Richtung eigene Fans, war sofort hellwach und übernahm die Spielkontrolle. Etwa nach 10 Minuten wurde der „Club“ dann gleichwertig. Die erste Chance besaß jedoch der BTSV. Nach der 2.Ecke für die „Löwen“ kam Kumbela, der in dieser Partie in Abwesenheit von Kruppke die Spielführerbinde trug, fast unbedrängt zum Abschluss, aber Schäfer konnte zur Ecke klären (15.). ‚Weiter so‘, dachten die Eintracht-Fans in Block 25a und anderswo und feuerten ihr Team lautstark an. Nach gut 25 Minuten wurden die Gastgeber dann überlegen. Zwingende Torszenen erspielten sie sich aber nicht. Im Gegenteil! Nach einem Pass von Boland kam erneut Kumbela in guter Position zum Schuss, verzog aber knapp (30.). Das war es dann auch erst ´mal mit der Nürnberger Überlegenheit!
Nur eine Minute später starteten die „Löwen“ erneut einen vielversprechenden Angriff, eingeleitet von Pfitzner. Der Nürnberger Abwehrspieler Per Nilsson wusste sich nicht anders zu helfen, als den Winterzugang der Blau-Gelben Havard Nielsen zu foulen (31.). Und das als „letzter Mann“! Dem Schiri blieb nichts anderes übrig, als „Rot“ zu ziehen. Der FCN in Unterzahl! Sofort explodierte der Gästeblock. „Werdet zur Legende! Kämpfen bis zum Ende! Für die erste Liga! BTSV!“ Die Blau-Gelben auf dem Rasen ließen sich nicht lumpen und machten sofort Druck. Unmittelbar nach dem Wechsel Petrak für Gebhart, mit dem Trainer Verbeek die defensive Stabilität wiederherstellen wollte, kam Eintracht zu seiner 4.Ecke. Theuerkauf führte aus, Kumbela köpfte, Tor (34.)! Tooooooor! Tor für den BTSV! 0:1!
Massenumarmung im Gästeblock! Sie hatten es ja geahnt: ‚In Nürnberg geht ´was!‘ Und in der parallel laufenden Partie HSV gegen Borussia Dortmund stand es noch 0:0. Blau-Gelbe Seligkeit!
Eintracht gab sich mit der Führung nicht zufrieden, sondern drückte weiter aufs Tempo. In Minute 39 vertändelte der Nürnberger Defensivspieler Frantz das Leder und brachte damit Kumbela in Ballbesitz. Der Kongolese steuerte allein auf Schäfer zu, umspielte ihn und … wurde von dem Keeper gefoult. Elfmeter für die „Löwen“ und „Gelb“ für Schäfer waren die Folge.
Unbändige Freude beim blau-gelben Anhang: ´Was ging denn hier ab? 1:0 für uns, ein Mann mehr und nun auch noch Elfmeter. Einfach geeiil! Gleich steht’s 2:0!‘
Kumbela schnappte sich das Leder selbst und lief – in Anbetracht seiner 4 Treffer in gerade einmal zwei Spielhälften -- voller Selbstbewusstsein an und schoss. Der Ball zischte …
STOP !! Genau hier hätte die Partie zu Ende gehen müssen. Oder: Genau hier hätte der Fussball-Gott ein Einsehen haben und alle „Löwen“-Fans in einen tiefen wohligen Schlaf des Vergessens versetzen sollen. Allen blaugelben Herzen wäre dadurch eine tiefe, tiefe, nie ganz verheilende Wunde erspart geblieben…! Sportsmann Fussball-Gott tat natürlich nichts dergleichen und schickte stattdessen Schäfer in seine linke Ecke. ALSO WEITER !
… halbhoch in Richtung rechte Ecke, vom Schützen aus gesehen. Dorthin war jedoch auch Schäfer unterwegs und parierte den Strafstoß (40.). Es blieb beim 0:1! Freude bei den Franken, leichte Enttäuschung bei den Okerstädtern. ‚Macht nix! Okay, schwach geschossen, aber wir führen ja auch so noch. Außerdem sind DIE nur noch zu zehnt.‘ Die Eintracht-Fans machten sich klar, dass im Grunde genommen nichts passiert war, nur eine frühe Vorentscheidung verpasst wurde.
Den Nürnberger Spielern merkte man danach an, dass sie unbedingt mit dem Spielstand in die Pause wollten, um sich neu zu ordnen. Das gelang ihnen, nachdem auch Plattenhardt noch „Gelb“ gesehen hatte (41.).
Für die 2. Hälfte wechselte Trainer Verbeek Pekhart für Hlousek ein. Der 1.FC Nürnberg hatte Anstoß. Gerade einmal 12 Sekunden später lag der Ball im Eintracht-Tor!
Was war geschehen? Die Franken hatten sich durchkombiniert und mit ihrer fünften Ballberührung Kiyotake am „16er“ freigespielt. Kein Blau-Gelber hatte das Leder dazwischen berührt. Der Japaner zögerte nicht lange, zog aus 17m ab und traf. 1:1! Jubel bei den Heimfans, die sich nach dem Verlauf der 1.Halbzeit schon halb auf eine Niederlage einstellen mussten!
Entsetzen dagegen beim Anhang der Blau-Gelben! Aber es sollte noch schlimmer für sie kommen. Und lange brauchten sie darauf gar nicht zu warten. In dem Bemühen, den Fehler gleich zu „reparieren“, startete Eintracht mit dem Anstoß sofort einen Angriff, an dem sich auch Außenverteidiger Reichel über links beteiligte. Ein Nürnberger konnte jedoch dazwischen gehen und das Leder erobern. Die linke Abwehrseite der „Löwen“ war nun völlig verwaist, und der eingewechselte Pekhart konnte ungehindert in Richtung Eintracht-Gehäuse laufen. Und abziehen! Knapp neben Petkovic ging der Schuss ins Netz. Tor! 2:1 für den 1.FC Nürnberg! Die 2. Halbzeit war gerade 1 Minute und 46 Sekunden alt.
Die elf „Löwen“ hatten trotz numerischer Überzahl nicht verhindern können, dass innerhalb von nicht einmal 2 gespielten Minuten in der 2.Halbzeit aus einer Führung ein Rückstand wurde. 45:12min 1:1 und 46:46min 2:1! Das musst Du als Fan erst ´mal verkraften! Vor allem, wenn Dein Verein jeden Punkt braucht, um einen Abstieg zu vermeiden! Und außerdem der Treffer zum 2:1 nicht unhaltbar schien!
Dem blau-gelben Anhang gelang das zwar nicht sofort, aber doch relativ schnell, zumal er sah, dass sein Team schon wenige Minuten später um Struktur im Spiel bemüht war. Unter Anfeuerung der Fans ging es dann Schlag auf Schlag:
50.Minute: 5.Ecke für die „Löwen“ – ungefährlich
52.Minute: Kessel nach Doppelpass frei vor Schäfer – Schuss, von Schäfer zur 6.Ecke geklärt
53.Minute: Hochscheidt-Schuss – Parade Schäfer, gehalten
55.Minute: Freistoß aus Halbposition, geblockt zur 7.Ecke; Kopfball Nielsen – harmlos
59.Minute: 8.Ecke, Kopfball Nielsen – knapp über das Tor
Es war zum Verzweifeln für die „Löwen“. Totale Dominanz im Spiel, aber der Ball wollte einfach nicht über die Linie! Der FCN hatte in dieser Phase außer einem Kopfball von Drmic direkt auf Petkovic (57.) nichts im Spiel nach Vorn zu bieten. Und das blieb zunächst auch so…!
In der 62.Spielminute starteten die Blau-Gelben einen weiteren Angriff. Nielsen wurde angespielt und im Strafraum von Pinola gefoult. Pfiff! Wieder Elfmeter!
‚Wieder Elfer für uns! Nicht zu fassen eigentlich! Der muss jetzt aber rein! Nicht noch ´mal vergeben! Ein Punkt ist das Mindeste! Wir sind hier total das bessere Team. Aber wer soll schießen? Ah, Bicakcic macht ´s! Eisen-Ermin ist ´ne coole Socke, der verwandelt!‘ So oder so ähnlich werden sich die Gedanken bei den Eintracht-Fans überschlagen haben.
In der Tat hatte sich Ermin Bicakcic den Ball zurechtgelegt, lief an, schoss und … Schäfer hielt erneut (63.). „Eisen-Ermin“ hatte flach in die Mitte geschossen und es Schäfer damit auch nicht sonderlich schwer gemacht. Schwarze Gedanken bei dem ein oder anderen unter den Gäste-Fans!
Man gewann fast den Eindruck, als ob sich die Eintracht-Spieler inzwischen an vergebene Elfmeter gewöhnt hatten, denn sie kämpften unverdrossen weiter. Nur zwei Minuten später kam Hochscheidt nach der 9.Ecke für die Blau-Gelben im Strafraum vielversprechend an den Ball, aber wieder konnte Schäfer klären (65.). Einen weiteren guten Angriff des BTSV verschlampte Kessel.
Im Gegenzug wurde nun auch der FCN wieder einmal gefährlich. Reichel bekam die Situation nur dadurch in den Griff, indem er Pekhart im Strafraum am Trikot zog. Schiedsrichter Siebert sah es und pfiff wieder Elfmeter (67.). Dieses Mal war der 1.FC Nürnberg der Nutznießer.
Aber was heißt eigentlich „Nutznießer“? Nutzen aus seinen beiden Elfmetern hatte der BTSV schließlich nicht gezogen! Und die Franken bisher auch noch nicht. ‚So einen Elfmeter musst Du erst ´mal verwandeln!‘ Niemand wusste das besser als die Eintracht-Fans an diesem Tag. Aber natürlich rechneten die meisten unter ihnen mit einem weiteren Gegentor. Es hätte einfach gut zum gebrauchten Tag gepasst.
Kiyotake, der Schütze zum 1:1, lief an und schoss den Ball flach und plaziert in Richtung rechte Torwartecke. Petkovic schien das geahnt zu haben und konnte das Leder noch an den Pfosten lenken (68.). Kein Tor! Weiterhin „nur“ 2:1 für den Club. Weiterhin Hoffnung für alle „Löwen“. Es waren immerhin noch über 20 Minuten zu spielen.
Niemand im Nürnberger Stadion wird zu diesem Zeitpunkt darüber nachgedacht haben, ob es schon einmal ein Bundesliga-Spiel mit drei verschossenen Elfmetern gegeben hatte. Zu aufregend war das Spiel. Aber in der Tat, die ca. 36.500 Besucher waren Zeuge einer Premiere geworden. Drei gehaltene Elfer gab es zuvor noch nie in der Fussball-Bundesliga.
Fast unmittelbar nach seinem vergebenen Strafstoß wurde Kiyotake ausgewechselt. Für ihn kam Pogatetz (69.). Auch Trainer Lieberknecht sorgte bald darauf für frische Kräfte. Er brachte Ademi und Vrancic für Nielsen und Pfitzner (78.). Chancen im Minutentakt konnten sich die Blau-Gelben aber nun nicht mehr erspielen. Das lag zum einen am Kräfteverschleiß, zum anderen jedoch an der Tatsache, dass nun auch die Gastgeber wieder zu Offensivaktionen kamen. Mit einem gefährlichen Freistoß in Minute 71 setzten sie ein entsprechendes Zeichen. Die „Löwen“ hörten aber bis zum Schluss nicht auf zu kämpfen und kamen in den letzten Minuten noch zu zwei guten Gelegenheiten. Zunächst kam Ademi in guter Position an den Ball und schoss auch plaziert. Angha konnte gerade noch blocken (84.) und zur Ecke klären, die nichts einbrachte. Dann hatte Kessel noch eine Riesenchance, traf den Ball jedoch nicht richtig (89.). Das war es dann. Nach etwa 93 ½ Minuten beendete Schiedsrichter Siebert, der hervorragend geleitet hatte (Kicker-Note 1), die Partie.
Traurig hockten die Eintracht-Spieler auf dem Rasen. Traurigkeit dominierte auch im Gästeblock. Das gegenseitige Beifallspenden (der Mannschaft an die Fans für den Support und umgekehrt für den Einsatz der Spieler) fiel recht müde aus. Es war in diesem Moment aber auch einfach schwer, Gründe für Zuversicht zu finden.
Natürlich hatte auch der HSV noch 3:0 gegen den Tabellendritten Borussia Dortmund gewonnen. Irgendwie war es vorher klar, dass BvB-Trainer Klopp sein Versprechen (abgegeben nach dem 2:1 seines Teams am 19.SpT in Braunschweig), man wolle Eintracht in den Duellen mit den anderen Abstiegskandidaten unterstützen, nicht halten würde. Reine Schwafelei! Zu sehr hasste dieser frühere Trainer von Mainz 05 zudem Eintracht Braunschweig und seine Fans nach der Partie vom 25.5.2003 in der Okerstadt (1:4), mit der der BTSV aus der 2. Bundesliga abstieg, mit der seine Mainzer aber auch den Aufstieg verpassten. Da konnte sein gutes Verhältnis zu Lieberknecht nichts dran ändern. Everybody‘s (Trainer-) Darling? – Nicht da, wo die Oker fließt!
Wenigstens hatten sowohl der SC Freiburg (gegen den FC Augsburg 2:4) als auch der VfB Stuttgart (gegen Hertha BSC Berlin 1:2) ihre Heimspiele verloren. Trotzdem: Statt für eine richtig enge Abstiegssituation mit zwei Vereinen mit 18, zwei Vereinen mit 19 und einem Verein mit 20 Punkten gesorgt zu haben, lagen die Blau-Gelben nun 3 Punkte hinter Platz 17 und schon 4 hinter den Plätzen 16 und 15.
Hinzu kam das „Wie“ der Niederlage, das für alle „Löwen“ nur sehr, sehr schwer zu verkraften war. Bicakcic vergoß Tränen noch auf dem Platz, Petkovic sprach anschließend von einem Stich ins Herz und Boland konnte sein Interview nur mit tränenerstickter Stimme geben. Nur Trainer Lieberknecht wirkte erstaunlich gefasst. In der Pressekonferenz sprach er zwar von einer „bitteren Niederlage“, aber auch von „Werbung für den Fussball“ und lobte seine Team für eine „perfekte 1.Halbzeit“. Wie sein Gegenüber Verbeek auch, hob er „Club“-Torwart Schäfer als Matchwinner hervor.
Was folgte, war natürlich die vernichtende Kritik in den Medien. Die Sonntagsausgabe der „Bild“ verwendete die Formulierung „So trottelt sich Eintracht in die 2.Liga“ und die „Süddeutsche Zeitung“ schrieb „mitleiderregend“. In der Montagsausgabe der Sportzeitung „Kicker“ wurde festgestellt: „Der Tabellenletzte beherrschte den 1.FC Nürnberg, führte verdient und hatte einen Mann mehr auf dem Feld...“ Angesichts des Ausgangs sprach die Ausgabe dann jedoch von einer „Bewerbung für die 2.Liga“ und schlussfolgerte „Wer sich so anstellt wie Braunschweig, der steigt ab.“ Mit Torwart Schäfer vom 1.FCN ging der „Kicker“ ganz anders um. Er wurde mit Note 1 bewertet und „Spieler des Tages“
Als die Eintracht-Spieler am Montagmorgen zum ersten Training nach der Niederlage auf dem Platz erschienen, fanden sie ein Transparent mit den Worten vor: „Kopf hoch, Legenden! Zusammen packen wir alles“. -- Fans der Braunschweiger Eintracht zeichnen sich in besonderem Maße dadurch aus, dass sie nicht so schnell aufgeben. Das bewiesen sie auch im weiteren Verlauf dieser Bundesliga-Saison 2013/14, indem sie ihr Team bis zum 34. Spieltag pushten, was die Stimmen und Trommeln hergaben. Letztendlich half es zwar nichts, da Eintracht und auch der „Club“ absteigen mussten, aber man verließ die Liga erhobenen Hauptes. Die Niederlage vom 22.2.2014 vergaß man dennoch nicht.
Bis heute sagen übrigens immer noch viele Eintracht-Fans, dass ihr BTSV nicht abgestiegen wäre, wenn er das Spiel beim 1.FC Nürnberg gewonnen hätte.
[Stand: August 2017]