26. Februar
FC Schalke 04 - Eintracht 2:3 (0:1)26.02.1977
23. Spieltag Bundesliga - 1976/77
Das Spitzenspiel des 23. Spieltags der Bundesligasaison 1976/77 fand am 26.2.1977 im Parkstadion auf Schalke statt. Der Tabellendritte FC Schalke 04 empfing den Tabellenzweiten Eintracht Braunschweig.
Trainer Branco Zebec trainierte die "Löwen" schon in der dritten Saison – mit ständig wachsendem Erfolg! In der ersten Saison nach dem Wiederaufstieg hatte er den BTSV auf Platz 9 geführt, in der zweiten Saison erreichte er mit Platz 5 bereits die Qualifikation für den UEFA-Cup. Und nun schickten sich die Blau-Gelben ernsthaft an, nach der Meisterschaftsschale zu greifen.
Eintracht lag mit 29:13-Punkten (2-Punkte-Wertung!) nur einen Punkt hinter dem Meister des Vorjahres Borussia Mönchengladbach und drei Punkte vor den Verfolgern Schalke und Bayern München. Im Gegensatz zu den Bayern waren die ersten drei der Tabelle noch mit einem Nachholspiel in Rückstand.
Etwa 50.000 Zuschauer wollten dieses Spiel sehen.
Eintracht war von Beginn an die bessere Mannschaft, profitierte dabei aber auch von seiner frühen Führung, die Holzer bereits in der 2. Minute erzielt hatte. Während die "Knappen" meist überhastet angriffen, präsentierten sich die "Löwen" als gut aufeinander abgestimmtes Team, das mit viel Ideen sein Spiel aufzog und dabei immer wieder gefährlich vor das Schalker Tor kam. Fünf Minuten nach dem Wechsel erhöhte Frank auf 2:0. Als die Blau-Gelben in ihrer Konzentration etwas nachließen, kam Schalke durch einen Doppelschlag in der 56. und 57. Minute (Abramczik, Klaus Fischer) zum Ausgleich. Eintracht zeigte jedoch sofort wieder Klasse und ging drei Minuten später durch Popivoda erneut in Führung. Diese Führung ließ sich der BTSV nicht mehr nehmen. 2:3 hieß es auch am Ende!
Eintracht hatte bei Schalke 04 völlig verdient gewonnen. Wieder einmal! Im 13. Spiel "auf Schalke" war es bereits der 5. Sieg (Saison 1964/65: 3:0; 67/68: 2:0; 68/69: 2:0; 72/73: 1:0) bei 5 Unentschieden und nur 3 Niederlagen.
Bei keiner anderen Mannschaft gewannen die Blau-Gelben in der Bundesliga so häufig wie beim FC Schalke 04, auch wenn in den nachfolgenden Bundesliga-Auftritten in Gelsenkirchen (bis 1985) kein weiterer Sieg mehr gelang. Die 5 Siege in 18 Duellen sind Rekord. Gegen Werder Bremen erreichte der BTSV 5 Siege in 20 Begegnungen.
Durch den Sieg bei Schalke 04 schlossen die "Löwen" nach Punkten zum Tabellenführer Borussia Mönchengladbach auf, die gegen den 1. FC Kaiserslautern nur 0:0 gespielt hatten. Da auch Bayern München sein Heimspiel gegen den VfL Bochum nicht hatte gewinnen können (1:1), war es ein optimales Wochenende für Eintracht und seine Fans.
Kurios die Zuschauerzahlen: Während bei Schalke 04 beträchtliches Zuschauerinteresse herrschte, wollten nur 18.000 Gladbacher und nur 16.000 Bayern ihre Mannschaft sehen. Eigentlich unverständlich angesichts der Tabellenkonstellation und des Saisonzeitpunktes. Aber auch Eintracht sollte die offensichtliche Sättigung von Teilen der sog. Fans noch zu spüren bekommen. Zum letztendlich die Meisterschaft entscheidenden Heimspiel am drittletzten Spieltag gegen Werder Bremen kamen nur etwas über 16.000!
Am Montag nach dem Schalke-Spiel konnten die "Löwen"-Fans die Meinung der Fachpresse zur Leistung ihrer Mannschaft im "Kicker" nachlesen. Aussagen wie "Eintracht spielte in Schalke meisterlich auf" oder "Die Norddeutschen wiesen in Gelsenkirchen endgültig ihre Meisterschaftsfähigkeit nach" gingen runter wie ßl. Mit Popivoda und Grzyb standen dann auch zwei Blau-Gelbe in der "Elf des Tages". Für Grzyb kam diese Berufung genau passend zu dem 2-seitigen Bericht mit der Überschrift "Je oller, desto doller", den der "Kicker" dem immerhin schon 36 ½ Jahre alten Eintracht-Profi (geb. 29.7.1940) gewidmet hatte.
Beim BTSV und seinem Umfeld herrschte Optimismus, was die Frage nach der Meisterschaft betraf. Immerhin hatte die Mannschaft in den letzten 17 Begegnungen nur eine Niederlage hinnehmen müssen. Zudem war Eintracht nun schon seit 29 Spielen zu Hause unbesiegt. Selbst die Spieler wie Franke und Handschuh glaubten inzwischen an die Chance, die Meisterschale nach Braunschweig zu holen.
Dass die Blau-Gelben kurz danach im Nachholspiel am 1. März beim Tabellendreizehnten Eintracht Frankfurt mit 0:3 unterliegen und hierbei auch ihren Spielmacher Handschuh durch Platzverweis (mit anschließender 8-Spiele-Sperre!!) verlieren würden, konnte niemand ahnen. Genauso wenig wie die Tatsache, dass die Heimserie bereits am folgenden Wochenende mit der 0:1-Niederlage gegen den Hamburger SV zu Ende gehen würde.
Eintracht belegte am Saisonende Platz 3, einen Punkt hinter Meister Gladbach. Auch wenn einige enttäuscht waren, weil eigentlich mehr drin war – eine gute Saison des BTSV war es auf jeden Fall !

Eintracht - SC Norderstedt 2:0 (1:0)26.02.2000
24. Spieltag Regionalliga Nord - 1999/2000
Am 24. Spieltag der Saison 1999/2000 hatte Eintracht im Punktspiel die Mannschaft vom SC Norderstedt zu Gast. Das Spiel fand am 26.2.2000 statt und bot den "Löwen" nach längerer Zeit wieder einmal die Gelegenheit, die Tabellenführung zu übernehmen.
In der aktuellen Saison der Regionalliga Nord kam es darauf an, am Ende einen der ersten fünf Tabellenplätze zu belegen, um sicher für die von vier auf zwei Staffeln reduzierte Regionalliga qualifiziert zu sein, die ab der Folgesaison starten sollte. Die Vereinsführung des BTSV hatte "nur" diese Qualifikation zum Saisonziel erklärt. Der Aufstieg in die zweite Bundesliga erschien angesichts des radikalen Umbruchs im Kader unrealistisch.
Tatsächlich hatte Eintracht unter dem neuen Trainer Reinhold Fanz seit dem letzten Sommer 16 Spieler anderer Vereine verpflichtet und sich im Gegenzug von 18 Spielern getrennt. Zu den spektakulären Neuverpflichtungen zählten sicherlich Torwart Zimmermann (vom VfL Wolfsburg), die Abwehrspieler Dermech (von TeBe Berlin) und Edmond (vom VfB Leipzig), die Mittelfeldspieler Everson (aus Belgien) und Henze (vom BV Cloppenburg) sowie die Stürmer Kolakovic (von Arminia Bielefeld zurück), Thomas (aus den U.S.A.) und Weetendorf (von Werder Bremen). Unter den Abgängen dagegen waren mit Bennert, Dehne, Fokin, Torhüter Matze Hain, Jurgeleit, Kohn und Pfannkuch eine ganze Reihe von Spielern, die sich bei der Eintracht Verdienste erworben hatten und zum Teil bei den Fans sehr beliebt waren. Kuriosum am Rande: Mit Losekam und Oteng-Mensah hatten zwei Spieler, die erst zu Saisonbeginn verpflichtet wurden, den Verein bereits wieder verlassen. Bei Losekam war die spätere Verpflichtung von Kosta Rodrigues, der auf derselben Position spielte, sicherlich ausschlaggebend gewesen.
Die neu zusammengestellte Mannschaft startete angesichts der Fluktuation im Kader unerwartet erfolgreich in die Saison und schien zunächst tatsächlich um Tabellenplatz 1 mitspielen zu können. Eine beispiellose Verletzungsserie führte jedoch dazu, dass sich die guten Leistungen nicht fortsetzen ließen und zahlreiche Spiele nicht mehr gewonnen werden konnten. Vom 5. bis zum 18. Spieltag verließen die "Löwen" nur fünfmal als Sieger den Platz und holten dabei lediglich 20 Punkte. Der Abstand zum Tabellenführer wuchs schnell auf 10 Punkte an und zeitweise geriet sogar die Qualifikation für die neue Regionalliga in Gefahr. Fünf Siege in Folge, davon zwei vor der Winterpause und drei direkt danach (u.a. beim Tabellenführer VfL Osnabrück mit 1:0), brachten die "Löwen" jedoch wieder dicht an die Tabellenspitze heran. Als Tabellendritter betrug ihr Rückstand auf die ersten beiden VfB Lübeck und VfL Osnabrück nur noch zwei Punkte, wobei die Lila-Weißen noch ein Nachholspiel auszutragen hatten. Da die Blau-Gelben am Samstag antraten und ihre Konkurrenten erst am Sonntag, winkte Platz 1!
10.000 Zuschauer sahen ein umkämpftes Spiel. Eintracht war zwar spielerisch überlegen, der Tabellenelfte aus Norderstedt hielt jedoch durch harten, teilweise überharten Einsatz dagegen. Dennoch gelang es den "Löwen" nach einer halben Stunde, mit 1:0 in Führung zu gehen. Everson hatte getroffen. Auch danach blieb der Spielausgang lange Zeit offen. Erst fünf Minuten vor dem Abpfiff sorgte Weetendorf, dessen Bild die Titelseite von "Eintracht aktuell" zu diesem Spiel zierte, per Kopfball mit dem 2:0 für die Entscheidung.
Sieg ! Spitzenreiter ! – Das neue Jahrtausend hatte wahrlich gut begonnen.
Leider setzte sich der Aufschwung nicht fort. Eintracht blieb die nächsten drei Spiele sieglos (1:2 bei HSV Amateure; 1:1 gegen Holstein Kiel; 0:0 bei Werder Bremen Amateure). Die Hoffnungen auf einen Aufstieg in die 2. Liga hatten sich damit schnell wieder erledigt. Die Qualifikation für die neue Regionalliga schafften die Blau-Gelben als Tabellendritter am Saisonende allerdings ohne Mühe.