9. Februar
Eintracht - VfB Stuttgart 3:1 (1:0)09.02.1985
19. Spieltag Bundesliga - 1984/85
Zum Bundesliga-Punktspiel reiste am 9.2.1985 der VfB Stuttgart an.
Eintracht stand vor diesem 19. Spieltag der Saison 1984/1985 – fast schon erwartungsgemäß – auf dem letzten Tabellenplatz. Angesichts der drastischen Kürzungen im Lizenzspieleretat durch Präsident Mast (Einheitsverträge für Spieler; Senkung von 3,5 auf 2.5 Millionen DM) und des damit verbundenen Qualitätsverlusts im Kader (Abgänge u.a. Hollmann, Keute, Studzizba, Zavisic; Zugänge u.a. Bergs, Gorski, Plagge, Pospich und im September Hintermaier) hatte Trainer Ristic seine Mannschaft schon vor der Saison als Abstiegskandidat Nummer 1 bezeichnet. Unter diesen Voraussetzungen hielten sich die "Löwen" recht gut. Mit 10:24-Punkten (2-Punkte-Wertung!) zur Winterpause waren noch fünf Mannschaften in Reichweite (Arminia Bielefeld 10:22, Bor. Dortmund 11:21, KSC 12:22, Bayer Leverkusen 14:20 und Fort. Düsseldorf 14:20).
Zum Aufgeben bestand also überhaupt kein Anlass. Hoffnungen verknüpfte man in Braunschweig auch an die Nachverpflichtung des Stürmers Sackewitz. Bedenklich stimmt allerdings, dass Ristic bereits im Januar bekanntgegeben hatte, unter den gegebenen Umständen nächste Saison nicht weitermachen zu wollen.
Im Gegensatz zu allen anderen Mannschaften nutzten die Blau-Gelben die längste Winterpause der bisherigen Bundesligageschichte (8.12. bis 1.2.) nicht für Hallenturniere, sondern absolvierten ein Trainingslager in Estepona/Spanien. Das erste Spiel der Rückrunde ging dennoch mit 0:1 beim 1. FC Köln verloren. Aber in Köln verlor man bekanntlich immer! Nennenswerte Auswirkungen auf die Tabellenkonstellation hatte die Niederlage auch nicht, da von den Mitkonkurrenten nur Fortuna Düsseldorf (3:2 gegen Bayer Leverkusen) und Arminia Bielefeld (3:3 bei Bayern München) punkten konnten. So bestand also mit einem guten Spiel gegen den Tabellenachten aus Stuttgart, der zuvor dreimal in Folge gewonnen hatte, die Gelegenheit, sich in der Tabelle zu verbessern. Zusätzliche Motivation zog man daraus, gegenüber dem Hinspiel noch etwas gut machen zu müssen. In Stuttgart hatte es am Ende 1:6 gehießen.
Lediglich 12.000 Zuschauer wollten dieses Samstagsspiel sehen, das auf glattem, gefrorenen, mit einer leichten Schneedecke bedecktem Boden stattfand.
Die ersten beiden Chancen besaß der VfB, danach dominierte der BTSV. Kurz vor der Halbzeit gingen die Blau-Gelben, bei denen Sackewitz ein gutes Heim-Debüt ablieferte, dann auch verdient durch Worm in Führung (42. Minute). Derselbe Spieler erhöhte in der 62. Minute auf 2:0. Plagge mit seinem zweiten Saisontor legte in der 75. Minute das 3:0 nach. Erst im Anschluss konnten die Stuttgarter auf 3:1 verkürzen. Dabei blieb es.
Jubel brandete auf! Endlich wieder einmal ein Sieg. Der letzte lag über 3 Monate zurück (3:1 gegen den KSC am 3.11.1984).
Mit den gewonnenen 2 Punkten verbesserten sich die "Löwen" auf Tabellenplatz 16, den Relegationsplatz. Sie profitierten allerdings davon, dass die Spiele von Dortmund und Bielefeld ausgefallen waren. Überhaupt hatten an diesem Wochenende nur noch zwei weitere Spiele stattgefunden (das Spitzenspiel Werder-Bayern=4:2 und der KSC-Düsseldorf=2:2). So war es auch kein Wunder, dass im "Kicker" des folgenden Montags mit Worm, Geiger und Tripbacher gleich drei Blau-Gelbe in der "Elf des Tages" auftauchten und Worm "Mann des Tages" wurde.
Den "Löwen"-Fans waren die Spielausfälle egal. Hoffnung keimte auf!
Drei Wochen später vergrößerten sich die Hoffnungen noch. Nachdem das Auswärtsspiel bei Waldhof Mannheim den Witterungsbedingungen zum Opfer gefallen war, traten die Blau-Gelben im nächsten Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf an – und gewannen erneut (1:0). Tabellenplatz 15 war der verdiente Lohn!
Es sollte die beste Plazierung der Rückrunde bleiben. Danach ging es bergab. Am Saisonende belegte Eintracht den letzten Tabellenplatz und stieg aus der Bundesliga ab.

offensiver Mittelfeldspieler Chengdong Zhang09.02.1989
Ein Löwengeburtstag
Chengdong Zhang wurde am 9.2.1989 in Boading/China geboren.
Wie viele andere auch, lernte Zhang das Kicken auf der Straße. Einem Einsatz in der Schulmannschaft verdankt er seine Entdeckung (durch einen Auswahltrainer) für den chinesischen Vereinsfussball. Bis ins Jahr 2009 spielte Zhang in China. Ein bereits im Jahr 2005 durchgeführtes Probetraining beim AC Mailand hatte zu keiner Verpflichtung geführt.
2009 wurde der portugiesische Drittligist CD Mafra auf den 1,85 m großen Chinesen aufmerksam und stattete ihn mit einem Vertrag aus. Das Highlight in seiner Premierensaison im europäischen Ausland war für Zhang das Achtelfinalspiel im Pokal gegen Erstligist Sporting Lissabon am 21.1.2010. Bei der 3:4-Niederlage schoss er alle drei Tore für seine Mannschaft. Diese Leistung und weitere gute Spiele führten dazu, dass Chengdong Zhang einerseits am 3.3.2010 sein erstes Länderspiel für China bestreiten durfte – zufälligerweise gegen Portugal. Andererseits war er nun auch für portugiesische Erstligisten interessant geworden. Mafra verlieh Zhang, der bevorzugt im offensiven Mittelfeld oder im Sturm spielte, daher für die Saison 2010/11 an Uniao Leireia und für die Folgesaison 2011/12 an SC Beira-Mar (27 Spiele / 6 Tore). In diesem Zeitraum kam Zhang auch in weiteren vier Länderspielen für China zum Einsatz, letztmalig am 29.2.2012 im WM-Qualifikationsspiel gegen Jordanien.
Am 23.8.2012 lieh Eintracht Chengdong Zhang für eine Spielzeit aus. Mit CD Mafra wurde zudem eine Kaufoption vereinbart. Zhang wurde damit zum ersten Chinesen, der beim BTSV einen Vertrag erhielt. Nach Ademi, Kluft, Kratz und Erwig-Drüppel war Zhang der fünfte Neuzugang der Blau-Gelben für die Spielzeit 2012/2013.
Die Zweitligasaison hatte für die „Löwen“ bereits am 5.8.2012 begonnen. Nach den 1:0-Siegen an den ersten beiden Spieltagen (gegen den 1.FC Köln und bei Union Berlin) und dem Weiterkommen im DFB-Pokal (3:0 beim VfB Lübeck) kam Zhang gerade rechtzeitig, um von der Tribüne aus mit anzusehen, wie Eintracht auch am 3. Spieltag mit einem 2:1 gegen den SC Paderborn seine „weiße Weste“ behielt.



Trainer Lieberknecht setzte den Chinesen zunächst in Freundschaftsspielen ein. Der Beginn war vielversprechend. Beim 11:0 gegen Wacker Braunschweig (28.8.2012) traf Zhang zum 1:0 und beim 10:1 gegen eine Auswahl aus Gifhorn/Wolfsburg (4.9.2012) erzielte er zwei Treffer. Sein erster Punktspieleinsatz folgte am 5.Spieltag. Beim 1:0 gegen Jahn Regensburg wurde er 15 Minuten vor dem Ende eingewechselt. Bis zur Winterpause folgten acht weitere Einsätze in der 2. Bundesliga, davon vier in der Startelf (in Kaiserslautern - 1:1; gegen Hertha - 1:1; beim FC Köln - 2:2 und gegen Union Berlin – 4:3). Die Hoffnung, dass bei dem immer liebeswürdigen Chinesen nach der Winterpause der Knoten richtig aufgehen würde, bestätigte sich nicht. Eintrachts Nummer 20 wurde nur noch in drei Begegnungen der Rückrunde eingesetzt.
Insgesamt kam Chengdong Zhang, der den Fans im „Eintracht aktuell“ 38.Jg./Nr.4 vorgestellt worden war, also in 12 Zweitligabegegnungen zum Einsatz. Zusammengerechnet stand er lediglich 440 Minuten auf dem Platz. Seine Durchschnittsnote der Sportzeitschrift „Kicker“ betrug 4,83 (6x benotet).
Trainer Lieberknecht hatte sich von dem Chinesen sicherlich mehr versprochen. Eintracht nahm daher seine Kaufoption auch nicht wahr und ließ Zhang nach Portugal zurückkehren. Vorher feierte Chengdong Zhang jedoch noch ausgelassen mit seinen Mannschaftskameraden Eintrachts sensationellen Aufstieg in die 1. Bundesliga. Viel Glück, Chendong! [Stand: Oktober 2013]