26. März
Borussia M´gladbach - Eintracht 1:1 (1:0)26.03.1977
27. Spieltag Bundesliga - 1976/77
Am 27. Spieltag der Bundesliga-Saison 1976/77 musste Eintracht beim Meister der beiden letzten Jahre Borussia Mönchengladbach antreten.
Die Borussen schickten sich auch in diesem Spieljahr wieder an, die Meisterschale nach Gladbach zu holen. Sie lagen aktuell mit einem Punkt hinter dem Tabellenführer auf dem 2. Platz (2-Punkte-Wertung!), waren aber noch mit einem Nachholspiel in Rückstand (Heimspiel gegen Borussia Dortmund). Tabellenführer war ...Eintracht Braunschweig (34:18 Punkte) !
Nachdem die "Löwen" unter Trainer Zebec bereits in den beiden Vorjahren lange Zeit um die Tabellenspitze mitgekämpft hatten, dann aber jeweils noch zurückgefallen waren (Saison 74/75: Neunter; Saison 75/76: Fünfter), spielten sie in dieser Saison konstanter. Sie waren daher fest entschlossen, den Gladbachern das Triple zu verderben und stattdessen selbst Deutscher Meister zu werden. Allerdings mussten die Blau-Gelben nun schon seit drei Spielen auf ihren überragenden Spielmacher "Charly" Handschuh verzichten, der aufgrund einer erhaltenen roten Karte vom DFB für insgesamt acht (!!) Spiele gesperrt worden war. Eine deutliche Schwächung!
Knapp 35.000 Zuschauer wollten diese Samstagsbegegnung am 26.3.1977 sehen.
Gladbach beherrschte das Spiel und lag daher völlig verdient eine Viertelstunde vor Schluss mit 1:0 vorn. Allerdings war es keine der klaren Chancen gewesen, die zur Führung geführt hatte, sondern ein 35m-Gewaltschuss von Rainer Bonhof Mitte der 1. Halbzeit. Erst im letzten Sechstel der Partie kamen die Blau-Gelben gut ins Spiel und zu richtigen Chancen. Eine davon nutzte der Torjäger vom Dienst des BTSV Wolfgang Frank sechs Minuten vor dem Abpfiff eiskalt zum Ausgleich. Dabei blieb es. 1:1!
Während die Borussen um ihren Trainer Udo Lattek und die Spieler Vogts, Heynckes, Bonhof, Stielike und Simonsen ihren vergebenen Chancen nachtrauerten (Simonsen 2x Holz), freuten sich die "Löwen" und ihre Fans über die behaltene Tabellenführung. Dass der Schiedsrichter ein weiteres Tor von ihnen (Kopfball von Dremmler) wegen einer eigenwilligen Abseitsauslegung nicht anerkannt hatte, störte nur wenig.
Für Frank war es bereits sein 19. Saisontor. Er belegte damit hinter Dieter Müller, 1. FC Köln (23 Tore), und Gerd Müller, Bayern München (20), Rang 3 der Torjägerliste. Fünf weitere Treffer des (1,72m) "kleinen" Mittelstürmers sollten bis Saisonende noch folgen.
Eintracht hatte mit diesem Ergebnis den Titelkampf offen gehalten. Die Fussballexperten trauten dem BTSV die Meisterschaft zu. Auch die Perspektiven für die kommende Saison wurden als glänzend eingeschätzt. Immerhin stand das Versprechen des Eintracht-Mäzens Mast im Raum, sich bei einem Gelingen der gestarteten Dauerkartenaktion um die Verpflichtung von Paul Breitner oder eines anderen Weltstars zu bemühen.
Eintracht war wegen seiner Leistungen und seiner attraktiven, modernen Art Fussball zu spielen, auch für Spieler von nationaler und internationaler Klasse interessant geworden! Was heute kaum noch bekannt ist, aber durch die Sportpresse ging: Auch der junge Felix Magath, zu dieser Zeit bereits B-Nationalspieler und mit einem Vertrag beim HSV bis Sommer 1978 ausgestattet, klopfte beim BTSV an. Zu ernsthaften Gesprächen kam es wohl aber nicht.
Vier Tage nach dem Spitzenspiel spielten die Gladbacher im Nachholspiel des 21. Spieltags gegen Borussia Dortmund 1:1 und zogen dank einer um acht Treffer besseren Tordifferenz wieder an Eintracht vorbei. Die Tabellenführung behaupteten sie bis Saisonende und wurden Meister. Eintracht belegte mit einem Punkt Rückstand (hinter den punktgleichen Schalkern) Platz 3. Auch in der Folgesaison lief es nicht wie erhofft für die "Löwen". Zwar kam Paul Breitner, aber mit ihm auch Unfrieden zu den Blau-Gelben. Am Ende der Saison stand ein enttäuschender 13. Tabellenplatz.