29. März
Eintracht - Hansa Rostock 4:1 (3:0)29.03.2006
20. Spieltag 2. Bundesliga - 2005/06
Zum Punktspiel der 2. Bundesliga begrüßte Eintracht am 29.3.2006 die Mannschaft von Hansa Rostock.
Eigentlich hätte dieses Spiel des 20. Spieltags bereits am 5.2.2006 stattfinden sollen. Schlechte Witterungsverhältnisse hatten jedoch dazu geführt, dass der Schiedsrichter den Platz am Morgen des Spieltags gegen 10 Uhr für unbespielbar erklärte. Für etwas mehr als 500 Rostocker Fans kam die Spielabsage zu spät. Sie befanden sich bereits auf der Zugfahrt nach Braunschweig und erfuhren kurz vor Stendal von der Absage. Der Bahnhof von Stendal sowie dort abgestellte Dienstfahrzeuge der Polizei und Privatfahrzeuge mussten unter ihrem Frust leiden.
Eintracht konnte als Aufsteiger aus der Regionalliga Nord mit dem Saisonverlauf bisher zufrieden sein. Die gesamte Hinrunde über belegten die "Löwen" einen Platz in der oberen Tabellenhälfte. Erst nach dem 22. Spieltag (1:0 gegen Dynamo Dresden) sorgte eine Serie von fünf sieglosen Spielen (0:2 bei Kickers Offenbach; 3:3 gegen 1860 München; 0:1 gegen Energie Cottbus im Nachholspiel; 0:1 beim SC Freiburg; 0:4 beim VfL Bochum) dafür, dass der Abstand zu den Abstiegsplätzen merklich geschmolzen war. Der BTSV hatte als Tabellendreizehnter nur noch 5 Punkte Vorsprung auf die Plätze 14 bis 16. Ein 2:0-Heimerfolg gegen den SC Paderborn am 27. Spieltag ließ die meisten Sorgenfalten jedoch bereits wieder verschwinden. Dennoch würde den Blau-Gelben ein Erfolg im Nachholspiel gegen Hansa richtig gut tun.
Hansa Rostock dagegen war mit dem Saisonverlauf alles andere als zufrieden. Als Absteiger aus der Bundesliga hatte man den direkten Wiederaufstieg angestrebt und fand sich nun nach einem frühen Trainerwechsel (Pagelsdorf für Berger) mit 37 Punkten aus 26 Spielen im Mittelfeld der Tabelle auf Platz 9 wieder -- gerade um 3 Punkte besser als die "Löwen".
17.700 Zuschauer wollte diese Begegnung am Mittwochabend sehen.
Der BTSV spielte zunächst in Richtung eigene Fans (Südkurve) und wurde für seinen enormen Einsatz früh belohnt. Es wurde eine dieser Halbzeiten, die man sich besser auch nicht malen konnte. Graf traf in der 8. Minute zum 1:0. Damit nicht genug: 18. Minute, wieder Daniel Graf -- 2:0 ! 38. Minute, Kopfball Rische aus 18 (!) Metern – 3:0 ! Risches erstes Tor seit August 2005 wurde von den Fans frenetisch mit "Rische, Rische"-Rufen gefeiert. Der Stürmer der "Löwen" war nun einmal beliebt -- auch wegen seiner öffentlichen Auftritte, in denen er oft das Braunschweiger Publikum lobte.



[Bild von B.Grimm]
Mit dem 3:0 ging es in die Pause. Nach dem Wechsel zogen sich die Blau-Gelben etwas zurück. Dennoch gelang ihnen durch einen 18m-Freistoß von Kosta Rodrigues in den Winkel sogar das 4:0 (64.). Erst in den letzten 15, 20 Minuten wurde Hansa richtig gefährlich und erspielte sich eine Reihe hochkarätiger Chancen. Unter Umständen hätten diese noch für ein Unentschieden reichen können, Rostock vergab sie jedoch fast alle. Lediglich Kern gelang vier Minuten vor dem Ende die Ergebnis-Kosmetik zum 4:1.
Eintracht hatte sich durch diesen Sieg auf den 11. Tabellenplatz vorgeschoben und war nun punktgleich mit Hansa Rostock, der SpVgg Unterhaching und Mitaufsteiger SC Paderborn, die alle ein besseres Torverhältnis aufwiesen. Das Abstiegsgespenst war aus Braunschweig vertrieben worden.
Zum Saisonende landeten die "Löwen" auf Platz 12 der Tabelle.

Bayer Leverkusen – Eintracht 1:1 (0:0)29.03.2014
28. Spieltag Bundesliga – 2013/2014
‚Einfach ´mal eine Serie starten! Das wär ´s jetzt doch!‘, dachten sich sicherlich so einige Eintracht-Fans auf dem Weg nach Leverkusen, wo sie ihr Team – zahlreich wie immer in dieser Spielzeit – am 29.3.2014 in der Partie gegen Bayer unterstützen wollten.
In der Bundesligasaison 2013/14 waren inzwischen 27 Spieltage absolviert. Rund um Braunschweig hatte man sich mittlerweile daran gewöhnt, dass man ans untere Ende der Tabelle schauen musste, um den Lieblingsverein zu finden. Nicht unerwartet für die sog. Experten des rollenden Balles hatte Aufsteiger Eintracht Braunschweig bereits am 3.Spieltag die „Rote Laterne“ des Tabellenletzten übernommen und seitdem behalten. Nur nach dem 0:0 bei Hannover 96 am 12.Spieltag war der BTSV vorübergehend Vorletzter gewesen. Lediglich 5 Siege (2:0 beim VfL Wolfsburg; 1:0 gg Bayer Leverkusen; 1:0 gg TSG Hoffenheim; 4:2 gg HSV; 3:1 gg Mainz 05) und 7 Unentschieden hatten die „Löwen“ bisher errungen. Ihre Fans ließen sich den Spaß an dieser Bundesliga-Saison, immerhin der ersten nach 28 Jahren, dennoch nicht verderben. Erstens war man auf dieses Szenario z.B. durch Aussagen von Löwenbändiger Lieberknecht vorbereitet gewesen, und zweitens hatte der BTSV nach wie vor Chancen auf den Klassenhalt. Die 21 Punkte auf der Haben-Seite waren zwar nicht viel, aber der Hamburger SV und VfB Stuttgart hatten auch nur 3 Punkte mehr (24). Mit dem 1.FC Nürnberg und dem SC Freiburg gab es zudem zwei Teams, die mit 5 Punkten Vorsprung (26) auch noch in mittelbarer Reichweite schienen. Warum also aufgeben? Lieber Leverkusen rocken! Außerdem – nach dem Sieg gegen Mainz am Mittwoch wäre ein Sieg gegen die „Pillendreher“ doch der perfekte Abschluss dieser „Englischen Woche“.
Um in Leverkusen zu punkten, würde es jedoch einer guten Leistung der Blau-Gelben bedürfen. Bayer war immerhin souveräner Tabellenvierter (47 Punkte). Zwar hatte das Team des Bayer-Konzerns zuletzt in der Bundesliga eine außergewöhnliche Serie von Misserfolgen erlitten und vom 21. bis 26.Spieltag lediglich 1 Pünktchen erspielt (bei 5 Niederlagen). Jedoch war man gerade am letzten Mittwoch beim FC Augsburg mit 3:1 erfolgreich gewesen und hatte damit den freien Fall gestoppt. Das Ausscheiden im Achtelfinale der ChampionsLeague gegen Paris St.Germain am 12.März (0:4/1:2) dürfte die Mannschaft inzwischen auch verwunden haben. Dachte man… !
30.210 Zuschauer wollten diese Samstagsbegegnung sehen. Viel mehr geht in Leverkusen nicht!
Lieberknecht musste weiterhin auf seinen – von Bayer bis Saisonende ausgeliehenen -- Tempodribbler Bellarabi verzichten. Außerdem war ihm das Risiko zu groß, den mit einem Mittelhandbruch gehandicapten Bicakcic einzusetzen. Da daneben mit Oehrl, GL Korte, Khelifi, Torwart Petkovic und Pfitzner (Rippenanbruch) fünf Spieler sowieso ausfielen, stellte sich die Mannschaft sozusagen von selbst auf. Na ja, gar so schlimm war es nicht, aber eine Schwächung stellten die vielen Verletzten schon dar. Eintrachts Trainer vertraute
Davari – Kessel, Dogan, Correia, Reichel – Elabdellaoui, Boland, Vrancic, Hochscheidt – Nielsen, Kumbela..
Dem stand folgende Star-Elf von Bayer gegenüber:
Leno – Donati, Toprak, Spahic, Boenisch – L.Bender, Can, Guardado – Castro, Kiessling, Son
Was für Namen!
Nach dem Anpfiiff durch Schiedsrichter Winkmann (Kerken) dominierten zunächst die Gastgeber. Die Bayer-Elf demonstrierte ihre spielerische Klasse, ohne jedoch zu zählbaren Erfolgen zu kommen. Nach 10 Minuten war es mit dieser Herrlichkeit dann schon vorbei. In der Folgezeit plätscherte die Begegnung auf überschaubarem Niveau dahin, ohne dass ein Team Glanzpunkte setzen konnte. Wenn überhaupt, waren es die Blau-Gelben, die Ansätze von Torgefährlichkeit zeigten (Hochscheidt). Für einen Treffer langte es bei ihnen aber auch nicht. So lautete das Halbzeitergebnis folgerichtig 0:0.
Die 2.Halbzeit begann furios. Noch keine zwei Minuten waren gespielt, als Reichel auf der linken Seite an den Ball kam und aus spitzen Winkel einfach ´mal abzog. Hoch schlug der Ball im kurzen Eck ein (47.). Die „Löwen“-Fans schauten sich verdutzt an. ‚Tor? Echt? Tooooooor! Jaaa!! Ausgerechnet Reichel! Geil!‘ Seit Mitte 2008 war „ChicKen“ nun schon bei der Eintracht, galt aber als absolut torungefährlich. Erst ein einziges Törchen war ihm in seinen zahlreichen Einsätzen gelungen, und das sogar „nur“ in der 3.Liga (gg . Jahn Regensburg). Und nun das! 0:1! Freude im Gästeblock!
[In den Folgejahren bei Eintracht wurde Ken Reichel deutlich torgefährlicher. In der Saison 2016/17 zum Beispiel profitierte der Linksverteidiger von der oft praktizierten 3er-Abwehrkette, was ihm und seinem Pendant auf der rechten Seite mehr Offensivaktionen erlaubte. 7 (!!) Treffer gelangen ihm in dieser Spielzeit!]
Lange durften der BTSV und sein Anhang allerdings nicht von dem 2.Auswärtssieg der Saison träumen. Nachdem Keeper Davari in Minute 49 noch einen Schuss von Lars Bender mit einer sehenswerten Parade entschärfen konnte, war er vier Minuten später bei dem Elfmeter von Kiessling machtlos (53.). Was war geschehen? Correia hatte den Ball versehentlich mit der Hand gespielt und der Schiri demzufolge auf Elfmeter entschieden. Vertretbar! 1:1. – Ein ärgerlicher Ausgleich, wenn man bedenkt, dass die Blau-Gelben zu diesem Zeitpunkt nur zu zehnt auf dem Platz standen. Vrancic wurde nach einem Foul von Can wegen des erlittenen Nasenbeinbruchs draußen an der Seitenlinie behandelt.
Nach der ereignisreichen Anfangsphase in Halbzeit 2 wogte das Spiel nun hin und her. Langeweile kam nicht mehr auf! Bayer wollte die Partie gewinnen, der BTSV aber auch! In Minute 62 sorgte Schiri Winkmann für einen „Höhepunkt“ anderer Art, indem er Trainer Lieberknecht auf die Tribüne verbannte. Warum der Eintracht-Trainer seine Coaching-Zone verlassen musste, blieb unklar. Wahrscheinlich dachte Winkmann, seine Aktion sei „schick“ oder „in“, weil Lieberknecht zuvor bereits 2x in der Spielzeit von seinen Kollegen auf die Tribüne geschickt worden war. Jedenfalls stellte sich diese Maßnahme als überzogen dar, denn in der späteren Verhandlung wurde der „Löwen-Bändiger“ freigesprochen.
Wer erwartet hatte, die Blau-Gelben wären nun verunsichert, sah sich getäuscht. Sie arbeiteten defensiv weiter konzentriert und ergriffen jede sich bietende Gelegenheit, um anzugreifen. Je länger die Partie dauerte, ohne dass ein weiteres Tor fiel, umso nervöser wurden dagegen die Gastgeber. Zum Ende hin griff Bayer derart kopflos an, dass Eintracht dem Auswärtssieg näher war als der Tabellenvierte dem Heimsieg. Aufwind bekamen die „Löwen“ auch vom zwischenzeitlich eingeblendeten Zwischenergebnis aus Stuttgart. Der VfB lag dort nunmehr mit 2:3 gegen Borussia Dortmund zurück, nachdem er schon 2:0 geführt hatte (83.). Die beste Chance für die Blau-Gelben bot sich schließlich Boland in der Nachspielzeit. Seinen Flachschuss konnte Bayer-Keeper jedoch mit starker Reaktion entschärfen. Kurz darauf war Schluss.
Der BTSV hatte beim ChampionsLeague-Teilnehmer Bayer Leverkusen ein 1:1 erreicht. Nicht schlecht! Die Eintracht-Fans waren zufrieden.
Daran änderten auch die anderen Samstagsergebnisse nichts -- im Gegenteil! Bei dem 2:3 des VfB Stuttgart zu Hause gegen den BvB war es geblieben, und der SC Freiburg hatte das Abstiegsduell gegen den 1.FC Nürnberg zu Hause mit 3:2 für sich entschieden.
Fehlten noch die Ergebnisse der Sonntagsspiele:
Borussia Mönchengladbach – Hamburger SV = 3:1 und
Hannover 96 – Werder Bremen = 1:2
Ein – mit 33 Treffern recht torreicher -- Spieltag wie gemalt für die Eintracht! Mit 22 Punkten lagen die „Löwen“ nur noch 2 Punkte hinter dem HSV (17.) und dem VfB (16.), die beide bei 24 Punkten verharrten. Mit einem Sieg im anschließenden Heimspiel konnte der BTSV also theoretisch auf den Relegationsplatz 16 springen. Eine schöne Aussicht! Und auch der rettende 15.Platz war näher gerückt. Dort stand nun der 1:FC Nürnberg mit 26 Punkten… !
Und schon fiel dem geneigten Eintracht-Fan die absolut überflüssige Niederlage beim „Club“ vom 22.Spieltag (1:2) wieder ein und schnürte ihm den Hals zu. Wie könnte Eintracht jetzt dastehen!! Aber lassen wir das!
Der SC Freiburg hatte sich durch den Heimsieg etwas Luft im Abstiegskampf verschafft und wies als 14. der Tabelle nun bereits 29 Punkte auf. Genauso viele Punkte hatte der 13., Hannover 96. Schau an, die „Freunde“ des BTSV waren der Abstiegszone durch 3 Niederlagen in Folge deutlich näher gekommen. Offensichtlich hatten der Rauswurf von Trainer Slomka und die Verpflichtung von Korkut zum Jahreswechsel 2013/14 doch nicht den erhofften Erfolg gebracht. Aber vielleicht würden die „Roten“ ja bereits am nächsten Spieltag wieder gewinnen. Der führte sie zum Tabellenletzten, zu Eintracht Braunschweig. Deeerby-Zeit!
Und Bayer Leverkusen? Da Bayer die nächste Partie verlor, war die Geduld der Vereinsverantwortlichen aufgebraucht und Trainer Hyypiä wurde entlassen. -- Wahrlich nicht der einzige Trainerwechsel, zu dem die „Löwen“ ihren Anteil beigetragen hatten (Slomka/96, van Marwijk/HSV, Schneider/VfB).
[Stand: Januar 2018]