28. April
Innenverteidiger Matthias Henn28.04.1985
Ein Löwengeburtstag
Matthias Henn erblickte am 28.4.1985 in Birkenfeld das Licht der Welt.
Mit Vereinsfussball begann er schon im Alter von fünf, sechs Jahren. Seine Familie meldete ihn bei der JSG Unnertal Berschweiler an. Im Jahr 1997 wechselte er zur SG Blaubach-Diedelkopf, dem Club also, dem auch Weltmeister Miroslaw Klose entstammte. Dort kickte er bis zur B-Jugend.
Weiter ging es 2002 mit dem großen 1.FC Kaiserslautern. Nach zwei Jahren in der A-Jugend wurde er Spieler in der U23 der Pfälzer. Insgesamt absolvierte er dort in den Spielzeiten 2003/04 bis 2006/07 36 Punktspiele (3/0/21/12) in der drittklassigen Regionalliga Süd (0 Tore). Aber nicht nur dort kam der Abiturient (Abitur 2004) zum Einsatz, sondern auch in der 1.Mannschaft. Am 23.4.2005 stand Henn in der Bundesliga-Begegnung der „Teufel“ beim BvB auf dem Platz (2:4). Außerdem bestritt er im November 2006 ein Zweitligaspiel für das Team vom Betzenberg (beim 1.FC Köln). Dass er beim 1.FC Kaiserslautern nicht häufiger auf dem Platz stand, lag an seinem Verletzungspech. Gerade als er auf dem Sprung in die 1.Mannschaft zu sein schien, erlitt er am 3.4.2006 einen Kreuzbandriss. Im Frühjahr 2007 folgte noch ein Bänderriss im Sprunggelenk.
Nach der chaotischen Spielzeit 2006/07 und dem Abstieg aus der 2.Bundesliga musste der BTSV ein komplett neues Team aufbauen. Matthias Henn sollte dazu gehören und erhielt ein Vertragsangebot. Man wurde sich einig und der 1.87m große Innenverteidiger unterschrieb einen 2-Jahres-Vertrag (bis 30.6.2009). Nach seinen Zielen befragt erklärte er, bei Eintracht Stammspieler werden und mit dem Verein in die 2.Bundesliga aufsteigen zu wollen.
Die Spielzeit 2007/08 begann vielversprechend für die neue „Nummer 4“ der „Löwen“. Im Saison-Eröffnungsspiel gegen den griechischen Erstligisten PAOK Saloniki wurde er eingewechselt und schoss gleich das 6:0 beim 7:0-Erfolg. Auch in der Regionalliga Nord lief es für Henn persönlich nicht schlecht. (Der ebenfalls neu verpflichtete) Trainer Möhlmann setzte ihn regelmäßig in der Innenverteidigung ein. Insgesamt konnte Henn am Saisonende auf 21 Punktspieleinsätze, immer in der Startelf, und 2 Tore zurückblicken. Es wären noch mehr Einsätze geworden, wenn sich nicht erneut Verletzungen eingestellt hätten (Oberschenkelzerrung, Einblutung).
Während Henn seinem ersten Ziel, Stammspieler zu werden, also sehr nah kam, war sein zweites Ziel, mit Eintracht in der 2. Bundesliga zu kicken, meilenweit entfernt! Immerhin hielt das Saisonende für seinen Verein noch ein Happy-End bereit, indem im letzten Spiel der 10.Tabellenplatz und damit die Qualifikation für die neu geschaffene (eingleisige) 3.Liga gesichert werden konnte. Allerdings hieß der Eintracht-Trainer zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr Benno Möhlmann, der in die Verpflichtung Henns eingebunden war, sondern bereits Torsten Lieberknecht.
Die erste Spielzeit der 3.Liga 2008/09 war für den Innenverteidiger wieder einmal eine zum Vergessen. Erneut hatte der Verletzungsteufel zugeschlagen. Einem Innenbandriss im Knie kurz nach Saisonstart folgte ein Darmverschluss am 5.2.2009, der eine sofortige 3stündige Operation erforderlich machte und beim Spieler eine 15cm lange Narbe hinterließ. So blieb es bei überschaubaren 5 Punktspieleinsätzen (2x eingewechselt; 0 Tore). Die Verantwortlichen von Eintracht ließen ihre „Nummer 4“ in dieser schwierigen Phase aber nicht im Stich und verlängerten seinen Vertrag am 7.5.2009 um ein Jahr (bis 30.6.2010). Allerdings musste sich Henn – wie auch die anderen Spieler, die schon vor 2008 zum BTSV gekommen waren und deren Vertragsverlängerung anstand – mit geringeren Bezügen begnügen. Das im Dezember 2007 neu gewählte Präsidium hatte sich die Sanierung der Finanzen auf die Fahne geschrieben. Man war nicht mehr bereit, die Gehälter zu zahlen, mit denen man 2007 – in Anbetracht der teilweise chaotischen Verhältnisse im Verein -- Spieler zu Eintracht locken musste.
Die folgende Saison 2009/10, in der die „Löwen“ nach einem 12.Platz in der Abschlusstabelle erneut in der 3.Liga antraten, lief für Matthias Henn deutlich besser. Nachdem er in der Anfangsphase noch etwas mit den Folgen seiner OP zu kämpfen hatte und daher Dogan und Schanda den Vortritt im Abwehrzentrum lassen musste, setzte „Löwen“-Trainer Lieberknecht ihn ab dem 14.Spieltag regelmäßig in der Innenverteidigung ein. Die einzige Partie, die Henn danach versäumte, war ausgerechnet die am vorletzten Spieltag bei Erzgebirge Aue. Henn war nach 5 Gelben Karten gesperrt, Eintracht verlor 1:2 und verpasste dadurch den Aufstieg in die 2.Bundesliga knapp. Wie wäre die Begegnung wohl gelaufen, wenn …? Henn verlängerte seinen Vertrag trotz des verpassten Aufstiegs (am 8.5.2010) um ein weiteres Jahr und durfte am Saisonende auf 25 Einsätze (1x eingewechselt) und 3Tore zurückblicken. Zwei Treffer erzielte er dabei beim legendären 3:3 nach 0:3-Rückstand beim direkten Konkurrenten FC Ingolstadt im Winter.
In der Saison 2010/11 vertraute Eintrachts Coach weiterhin auf Henn im Abwehrzentrum. Und das war gut so! Der Innenverteidiger blieb endlich einmal verletzungsfrei, stand in 37 Begegnungen (nur 1x als Einwechselspieler; 1 Tor) auf dem Platz und trug mit seinen guten Leistungen zum souveränen Aufstieg der „Löwen“ in die 2.Bundesliga bei. Die Sportzeitschrift „Kicker“ würdigte sein Auftreten in der „Rangliste des Deutschen Fussballs“ für die 3.Liga am Jahresende mit der Aufnahme ins „Blickfeld“. Zum Saisonende wurde er sogar auf seiner Position (Innenverteidigung) als „Herausragend“ an 3. Stelle eingestuft. Die führende Position in dieser Rangliste nahm übrigens Henns ständiger Nebenmann in der Innenverteidigung Dogan ein.
Da sich der Vertrag von Henn durch den Aufstieg automatisch um ein weiteres Jahr (bis 30.6.2012) verlängert hatte, blieb der Innenverteidiger den Blau-Gelben erhalten, ohne dass Verhandlungen erforderlich wurden. Die Saison 2011/12 begann für Eintrachts „Nummer 4“ auch vielversprechend. Erneut war Henn Stammspieler und bildete mit dem neu verpflichteten Correia das Innenverteidigerpaar. Die Mannschaft spielte erfolgreich und belegte nach 14 Spieltagen mit 22 Punkten Platz 6 der Tabelle. Alles lief gut – bis zum Freundschaftsspiel gegen Werder Bremen (2:1) am 11.11.2011! Henn erlitt erneut einen Kreuzbandriss. Die Saison war gelaufen und zu den 13 Einsätzen, alle von Anfang an (0 Tore), kamen keine weiteren hinzu. Eintrachts Führung stand erneut zu seinem Spieler und verlängerte dessen Vertrag trotz Verletzung bereits kurz vor Weihnachten (21.12.2011) um ein Jahr (bis 30.6.2013).
Da der BTSV als Aufsteiger den Klassenerhalt als Tabellenachter sicher geschafft hatte, hieß das Betätigungsfeld für Eintrachts Profi-Kicker auch in der Saison 2012/13: Zweite Bundesliga! Für Matthias Henn bot sich aber nur selten die Gelegenheit, sein Können zu zeigen. Zunächst verhinderte seine Kreuzbandverletzung noch einen Einsatz und später kam er leistungsmäßig an den im Abwehrzentrum eingespielten Bicakcic und Dogan nicht vorbei. Ergebnis: 3 Punktspiele, nur eins von Anfang an. Wenigstens stellte Trainer Lieberknecht die „Nummer 4“ im letzten Saisonspiel auf, als der sensationelle Aufstieg der Blau-Gelben in die Bundesliga bereits feststand. Henn durfte also beim abschließenden 2:2 gegen den FSV Frankfurt von Anfang an auf dem Platz stehen und anschließend die erste Aufstiegsfete genießen.
Wie es mit seiner Karriere weitergehen würde, war lange Zeit unklar. Matthias Henn fuhr in Urlaub, konnte diesen aber nicht genießen, weil er weder bei den „Löwen“ noch bei einem anderen Verein einen Vertrag unterschrieben hatte. Zwei Tage vor Trainingsauftakt des BTSV einigte er sich dann aber doch noch mit Eintrachts Verantwortlichen auf einen neuen 1-Jahres-Vertrag (bis 30.6.2014). Trainer Lieberknecht plante ihn als Back-Up (hinter Bicakcic, Dogan und Correia) für die Innenverteidigung ein.
Besonders oft wurde die Rückennummer 4 in der Bundesliga nicht benötigt. Nachdem er zu Saisonbeginn noch durch eine Risswunde am Knie gehandicapt war, wechselte ihn der Eintracht-Coach am 9.Spieltag erstmalig ein. 3.101 Tage nach seinem Bundesliga-Debüt in den Diensten des 1.FC Kaiserslautern stand Henn wieder in der Belétage des Deutschen Fussballs auf dem Platz. Der Gegner hieß Schalke 04 und gewann durch ein ganz spätes Tor im Stadion an der Hamburger Straße unverdient mit 3:2. Danach durfte Henn nur noch ein einziges Mal in der Saison 2013/14 ran. Am 31.Spieltag stand er in der Startelf. Der Gegner hieß Bayern München! Zwar verlor Eintracht (erwartungsgemäß) gegen den Deutschen Meister mit 0:2, Matthias aber dürfte die Partie dennoch Spaß gemacht haben, zumal er – wie seine Mitspieler auch -- eine ordentliche Leistung ablieferte.
Am Saisonende stiegen die „Löwen“ als Tabellenletzter aus der Bundesliga ab. Die Zukunft von Henn, der mittlerweile 106 Punktspiele mit 6 Toren (2x Bundesliga/0; 16x 2.Bundesliga/0; 67x 3.Liga/4; 21x Regionalliga Nord/2) für die Blau-Gelben bestritten hatte, war wieder einige Zeit ungeklärt. Am 29.5.2014 schließlich einigte sich der BTSV mit dem inzwischen 29jährigen auf eine Fortsetzung der Zusammenarbeit bis zum 30.6.2015.
Eintrachts Fanszene findet es überwiegend positiv, dass Matthias Henn in Braunschweig bleibt. Für die 2.Bundesliga reicht sein Potential allemal, wenn er denn gesund bleibt. Und das wünschen ihm alle „Löwen“-Fans von Herzen!
Wer mehr über Henn wissen möchte, kann auch in den „Eintracht aktuell“–Heften des 33..Jahrgangs Nr.15 (Interview), des 34.Jg./Nr.13 (Interview), des 35.Jg./Nr.10, des 37.Jg./Nr.1 („Face[book]-Reporter fragen“) und des 38.Jg./Nr.9 („Dribbling“) nachlesen. [Stand: August 2014]