14. Mai
Eintracht – 1. FC Heidenheim 4:0 (3:0)14.05.2011
38. Spieltag 3. Liga – 2010/11
Saison-Finale!
Noch einmal Drittliga-Fussball in Braunschweig – das aber zum aller-aller-allerletzten Mal !
Zum Abschluss der Saison 2010/2011 empfing der Meister der 3. Liga und Zweitliga-Aufsteiger Eintracht Braunschweig am 14.5.2011 die Mannschaft des 1. FC Heidenheim.


[alle Bilder von B.Grimm]

Eintracht hatte es geschafft! Nach 1988, 2002 und 2005 war dem BTSV ein viertes Mal der Aufstieg in die 2. Bundesliga gelungen.
Während die Fans bei allen vorangegangenen Aufstiegen regelmäßig bis zur letzten Saison-Sekunde zittern mussten, war die abgelaufene Spielzeit auch für Herzpatienten geruhsam und entspannend verlaufen. Bereits früh hatten sich die 'Löwen' in einer zunächst extrem stark punktenden, fünf Mannschaften umfassenden Spitzengruppe (5. wies nach 11 SpT 21 Punkte auf) festgesetzt und in der Folgezeit einen Konkurrenten nach dem anderen hinter sich gelassen. Am letzten Spieltag der Hinrunde gelang erstmals nach dem 2. Spieltag wieder der Sprung auf Platz 1 der Tabelle. Der Tabellenvierte lag zu diesem Zeitpunkt bereits 10 Punkte zurück. Dieses Mal behaupteten die Blau-Gelben die Tabellenführung – und wie! In den ersten 8 Spieltagen der Rückrunde gingen sie 7x als Sieger vom Platz und spielten 1x Unentschieden. Fünf Spieltage später war es dann so weit. Durch ein 1:0 am 32. Spieltag bei der SpVgg Unterhaching stand Eintracht bereits 6 Spieltage vor Schluss als erster Aufsteiger fest, da der Vorsprung auf Relegationsplatz 3 auf 20 (!) Punkte angewachsen war.



Auch danach ließ sich die Mannschaft nicht hängen. Trotz diverser feuchtfröhlicher Feiern blieb sie in den folgenden fünf Punktspielen unbesiegt (2 Siege, 3 Unentschieden). Die Drittliga-Meisterschaft machte sie ebenfalls vorzeitig mit einem 2:1-Sieg gegen den VfB Stuttgart 2 am 30. April (36. Spieltag) perfekt. Drei Tage später gewann sie zudem noch den NFV-Pokal durch einen 2:1-Erfolg im Finale bei Kickers Emden. Kuriosum am Rande: Sowohl den Siegtreffer gegen den 'kleinen' VFB in der 93. Minute als auch beide Treffer in Emden erzielte Stürmer Calamita, dessen Vertrag vom BTSV aus sportlichen Gründen nicht verlängert wurde.



Mit dem 1. FC Heidenheim hatte Eintracht den Tabellenachten zu Gast. Mit 51 Punkten wies der Aufsteiger aus der Vorsaison 31 Punkte weniger als die Blau-Gelben auf. Mit dem Abstieg hatten die Heidenheimer aber ebenso wenig zu tun wie mit dem noch spannenden Kampf um Platz 3. Ein angenehmer Gegner zum Saisonende also, hofften die Fans.



Natürlich war der 'Tempel' an der Hamburger Straße mit 22.100 Zuschauern an diesem Samstag ausverkauft. Schon zwei Stunden vor Spielbeginn (13.30 Uhr) begann das musikalische Rahmenprogramm. Höhepunkt war sicherlich der Auftritt von Marc Wittfeld vom Fan-Club 'Jägi-Jungs' mit seinem selbstkomponierten Aufstiegssong, den er kurz nach dem Unterhaching-Spiel bei youtube ins Netz gestellt hatte und der sich großer Beliebtheit bei den Fans erfreute.



Die Heidenheimer erfüllten die Hoffnungen der Fans und waren kein Spielverderber. Bereits zur Halbzeit war das Spiel für die Blau-Gelben, denen man die 3-tägige Mannschaftsfahrt zu Beginn der Woche nach Mallorca nicht anmerkte, entschieden. Kumbela per Kopf (10.Minute), Vrancic auf Pass von Kruppke (28.) und Theuerkauf mit einer 'missglückten' Flanke (44.) hatten ein beruhigendes 3:0 herausgeschossen. Für Kumbela war es der 19 Saisontreffer. Er zog damit mit dem Führenden der Torjägerliste Mayer aus Heidenheim gleich, der verletzungsbedingt aussetzen musste. In Halbzeit 2 ließ Theuerkauf mit einem verwandelten Freistoß noch das 4:0 folgen (54.) – das war ´s!
Zwar wäre auch ein 7:1 oder 8:2 möglich gewesen, den Fans war es jedoch egal. Sie stürmten – nicht zum ersten Mal in dieser Spielzeit – den Rasen.
Einige Minuten später (15:27 Uhr) bekam Mannschaftskapitän Kruppke dann die Meisterschale der 3. Liga von einem DFB-Vertreter überreicht und reckte sie in die Höhe [siehe Bild unten; alle fünf Bilder von B.Grimm]. Jubel brandete auf! Kurz danach wurde auch der NFV-Pokal gemeinsam mit der Schale in den Himmel gestreckt. Es folgte eine gemeinsame Gesangsstunde von Mannschaft und Fans...
Die Mannschaft feierte am Abend mit ca. 1.000 geladenen Gästen des BTSV in der VW-Halle weiter. Die größte Feier hatte die Okerstadt aber noch vor sich.



Am folgenden (Sonn-)Tag machten sich morgens Eintracht-Spieler und Verantwortliche in einem Autokorso in mehr als 20 nagelneuen offenen Cabriolets auf den Weg zum 'Schloss'. Begleitet wurden sie von etwa 2.000 Fans. So mancher davon bekam von einem Spieler dann schon einmal ein Exemplar der eigentlich erst am folgenden Tag erhältlichen 'Wolters'-Dose mit der Aufschrift 'Aufstieg 2011 – Nie mehr 3. Liga' geschenkt. Prost!
In der Stadtmitte angekommen, trug sich die Mannschaft zunächst im Rathaus ins 'Goldene Buch' der Stadt ein. Diese Ehre war zuvor nur der Meister-Mannschaft von 1967 zuteil geworden. Anschließend begab sich das Team auf den 'Schloss'-Balkon und wurde von 17.000 wartenden Fans begeistert empfangen. Die große Feier, zu der auch Edel-Fan Ex-Fernsehkommentator Rolf Töpperwien erschienen war, konnte seinen Lauf nehmen ... und zog sich bis in den späteren Nachmittag hin. Mannschaft und Fans hatten sich das verdient!
Eine phantastische Saison für die 'Löwen' war damit zu Ende gegangen.
Eintracht war nicht nur aufgestiegen, sondern hatte auch jede Menge Rekorde für die (seit drei Spielzeiten bestehende) 3. Liga aufgestellt:
-- 331.978 Zuschauer (bisher: 08/09 F.Düsseldorf 282.632). Schnitt: 17.443
-- 85 Punkte (bisher: 08/09 Un.Berlin 78)
-- 81 Tore (bisher: 08/09 FC Ingolstadt 72)
-- 22 Gegentore (bisher: Un.Berlin 23)
-- 26 Siege (bisher: 08/09 Un.Berlin 22)
-- 49 Punkte zuhause (bisher: 09/10 VfL Osnabr. + Erzgeb. Aue 48)
-- Aufstieg bereits am 32. Spieltag ...
Zusätzlich stellten die Blau-Gelben mit Kumbela einen der beiden Torschützenkönige.
Schließlich stufte die Sportzeitschrift 'Kicker' die Leistungen von gleich 11 blau-gelben Spielern in der Rangliste des Deutschen Fussballs der 3. Liga als überdurchschnittlich ein. Mit 'Herausragend' wurden auf ihren Positionen Petkovic (2. Platz), Dogan (1.), Henn (3.), Reichel (1.), Bellarabi (2.) und Kruppke (2.) bewertet. Im 'Blickfeld' landeten Kessel, Boland, Theuerkauf, Vrancic und Kumbela.
Neben Eintracht schafften Hansa Rostock (78 Punkte) und Dynamo Dresden (65 Punkte) den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Dynamo setzte sich in den Relegationsspielen gegen den Sechzehnten der 2.Liga Karlsruher SC durch (1:1/3:1n.V.).