28. Mai
SC Paderborn - Eintracht 1:3 (0:2)28.05.2005
37. Spieltag Regionalliga Nord - 2004/05
In der Regionalliga Nord musste Eintracht am 28.5.2005 um 14 Uhr zum Auswärtsspiel beim SC Paderborn antreten.
Wie war die Ausgangslage vor diesem 37. und vorletzten Spieltag der Saison 2004/2005?
Eintracht hatte eine hervorragende Hinrunde gespielt und war nach gespielten 18 Begegnungen "Herbstmeister" geworden mit 38 Punkten und 4 Punkten Vorsprung vor dem Tabellenzweiten SC Paderborn. Die Rückrunde verlief "durchwachsen". Durch Niederlagen in den letzten drei Auswärtsspielen (Holstein Kiel 0:3; VfL Osnabrück 2:3; FC St.Pauli 1:2) hatten sich die Blau-Gelben von den Aufstiegsplätzen verabschiedet. Begründete Hoffnung auf den Aufstieg kam erst dadurch wieder auf, dass die Löwen am drittletzten Spieltag als einziger der vier Aufstiegskandidaten ihr Spiel gewannen (1:0 gegen Union Berlin). Paderborn (bei Preußen Münster) und Osnabrück (bei Hertha BSC 2) spielten Unentschieden, der VfB Lübeck verlor sogar (gegen Fortuna Düsseldorf). Hierdurch ergab sich eine Tabellensituation, die der Eintracht den Aufstieg bei zwei Siegen in den letzten beiden Spielen garantierte. Auch bei einem Unentschieden in Paderborn gab es noch Hoffnung. Der SC Paderborn dagegen benötigte aus den letzten beiden Spielen lediglich noch einen Sieg, um sicher einen der begehrten beiden Aufstiegsplätze zu belegen und in die 2. Bundesliga aufzusteigen.
Bereits die Anfahrt zu dem Spiel wurde zum Erlebnis. Die Fans, die per PKW oder Fan-Bus anreisten, sahen auf der A2 einen blau-gelb geschmückten Wagen nach dem anderen. Auch der Autobahnparkplatz "Löwenburg" kurz vor der "Porta Westfalica", den Eintracht-Anhänger bei Auswärtsfahrten in den Westen schon fast aus Kult-Gründen regelmäßig anfahren, war fest in blau-gelber Hand. Spätestens kurz vor der Abfahrt Paderborn/Schloss-Neuhaus auf der A33 wussten auch die ganz Unbedarften, wessen Stunde heute geschlagen hatte. Schon auf der Autobahn, also noch vor der eigentlichen Abfahrtsspur, stauten sich die mit blau-gelben Schals oder Fahnen ausstaffierten Fahrzeuge. So groß war der Andrang. Die Mitfahrer im Sonderzug, der um 10.15 Uhr aus Braunschweig losfuhr und wegen der großen Nachfrage sogar noch einmal verlängert wurde, werden ßhnliches zum Fan-Andrang zu berichten gehabt haben.
Das Spiel in Paderborn selbst war mit 10.200 Zuschauern natürlich ausverkauft. Kurioserweise stellte Eintracht mit etwa 6.000 Fans die Mehrheit. Das lag daran, dass sich die Eintracht-Fans bereits seit März im Internet-Portal des SC (gegen eine geringe Versandgebühr von 3 Euro) – offensichtlich unkontrolliert -- mit Karten aus verschiedenen Blöcken für das Spiel eingedeckt hatten, und sich so die Paderborner Seite aus Sicherheitsgründen (auf Empfehlung der Polizei hin) veranlasst sah, einen weiteren Block ganz für Eintracht freizugeben, der zunächst für Paderborner Fans vorgesehen war. So gelangten im Vorverkauf 2.000 weitere Karten in den Besitz von Löwen-Fans.
Im Hermann-Löns-Stadion selbst war alles für den Aufstieg der Paderborner vorbereitet. Hinter der Tribüne standen sogar schon die mit Luftballons, Fahnen u.s.w. geschmückten Wagen und Traktoren, die für die Aufstiegs-Triumpffahrt vorgesehen waren. Fehlte nur der Sieg gegen Eintracht ...
Es wurde ein heißes Spiel! Und das nicht nur, weil das Thermometer deutlich über die 30 ° geklettert war.
Auf den Rängen dominierten von Anfang an die "Löwen"-Fans. Bald darauf taten das auch die Blau-Gelben auf dem Rasen. Kuru erzielte in der 14. und 27. Minute mit seinen Saisontreffern 23 und 24 die beruhigende 2:0-Halbzeitführung für die Eintracht.
Auch angesichts der Hitze deutete zu Beginn der 2. Halbzeit nichts darauf hin, dass die Paderborner noch einmal ins Spiel zurückkommen würden. Dann jedoch wurde nach einer unglücklichen Aktion Elfmeter gegen Eintracht gepfiffen. Löbe nutzte ihn in der 62. Minute zum Anschlusstreffer. Es folgten 10 kritische Minuten für Eintracht, in denen wiederum Löbe noch einmal die Latte traf. In der 77.Minute schließlich erlöste Graf alle Blau-Gelben mit dem 3:1.
Eintracht hatte den Tabellenführer zu Hause geschlagen, selbst die Tabellenführung erobert und musste nur noch ein Heimspiel gewinnen, um sicher aufzusteigen.
Entsprechend ausgelassen und ausgedehnt fiel die Siegesfeier zwischen Spielern und Fans aus. Nermin Celikovic kappte kurzer Hand die Stromzufuhr für die Paderborner Lautsprecher, die laute Musik verströmten und für die Fan-Gesänge nur störend waren.
Wer dabei gewesen ist, wird auch den Anblick beim Weg zurück am Wald entlang zum Parkplatz nicht so bald vergessen haben: Eine kilometerlange singende blau-gelbe Schlange!