6. Mai
Einführung der Bundesliga06.05.1963
Bekanntgabe der Bundesligavereine
Am diesem Montag, den 6.5.1963, musste es sich also entscheiden. Wurde Eintracht als dritter Nordvertreter in die neu geschaffene Fußball-Bundesliga, die im Sommer starten sollte, aufgenommen oder nicht?
Das Präsidium von Eintracht hatte sich bereits für eine eingleisige Fußball-Bundesliga ausgesprochen, als viele Vereine noch dagegen waren. Der DFB fasste den Beschluss zur Einführung schließlich am 28.6.1962 (mit 103:26 Stimmen). Eintracht beschloss auf seiner Generalversammlung vom 5.11.1962 natürlich, sich um einen der freien Plätze zu bewerben.
Am 11.1.1963 wurden die ersten neun Mannschaften genannt, die aufgenommen wurden. Es waren aus dem Norden der Hamburger SV und Werder Bremen, aus dem Westen Borussia Dortmund, Schalke 04 und der 1.FC Köln, aus dem Süden der 1.FC Nürnberg und Eintracht Frankfurt, aus dem Südwesten der 1.FC Saarbrücken und aus Berlin Hertha BSC. Die nicht begünstigten Mannschaften mussten weiter hoffen, soweit sie nicht bereits abgelehnt worden waren.
Es stand fest, dass nur noch eine weitere Nord-Mannschaft Aufnahme finden würde. Hoffnungen machten sich neben Eintracht die Vereine FC St. Pauli, Hannover 96, Holstein Kiel und der VfL Osnabrück. Nach dem vom DFB im Sommer 1962 herausgegebenen Qualifikationsschlüssel schienen die Osnabrücker die Nase vorn zu haben, aber inzwischen war man sich nicht mehr sicher, ob tatsächlich nach diesem Schlüssel entschieden werden würde. Also versuchten die genannten Vereine mit aller Macht, die laufende Saison in der Oberliga Nord so erfolgreich wie möglich zu beenden. Und da gelang es den "Löwen" tatsächlich im Endspurt, hinter dem HSV und Werder den dritten Platz zu belegen. Holstein Kiel wurde Fünfter, St. Pauli Sechster, der VfL Osnabrück Siebter und Hannover 96 Neunter. Nun konnten die "Löwen" nur noch abwarten.
Am 6.5. fiel dann die Entscheidung: Der dritte Nordvertreter in der Bundesliga heißt Eintracht Braunschweig !!
Der DFB hatte nun doch nach dem Ergebnis der Saison 1962/63 entschieden.
Die Nachricht verbreitete sich blitzschnell. Jubel brandete in Braunschweig auf. Die Feiern der Fans dauerten bis in die Nacht.
Der Verein Hannover 96, der weder nach dem "alten" Qualifizierungsschlüssel noch nach dem Tabellenplatz der letzten Saison für die Aufnahme in Frage gekommen war, hatte gegen die Entscheidung pro Eintracht Einwände und ging in die Beschwerde. Diese wurde vom DFB zurückgewiesen. Die Sport-Illustrierte stellte im Juni zutreffend fest: "Der Nominierung (von Eintracht) als Bundesliga-Elf ist nichts entgegenzuhalten."

1. FC Kaiserslautern - Eintracht 1:1 (0:0)06.05.2007
32. Spieltag 2. Bundesliga - 2006/07
Der drittletzte Spieltag der Saison 2006/2007 in der 2. Bundesliga führte Eintracht am 6.5.2007 zum Betzenberg nach Kaiserslautern.
Was sollte man als Eintracht-Fans zu dieser Saison noch sagen?
Vier Trainer bzw. Co-Trainer entlassen bzw. von den Pflichten entbunden (Krüger, Kronhardt, Vasic, Reimann)! Zwei Manager entlassen bzw. entmachtet (Loos, Dr. Dockter)! Ärger um einen der treusten Hauptsponsoren Staake! Und schließlich eine Mannschaft, die nie den Erwartungen gerecht wurde, von Anfang an im Abstiegskampf steckte und trotz 11 Neuverpflichtungen in der Winterpause nun, 3 Spieltage vor Schluss, bereits rechnerisch als Absteiger feststand! Sch..... !
Nichtsdestotrotz lässt sich der wahre "Löwe" so ein Auswärtsspiel am Betzenberg natürlich nicht entgehen. Immerhin lag der letzte Punktspiel-Auftritt der Blau-Gelben dort schon 22 ½ Jahre zurück. Also machten sich rund 500 Braunschweiger an diesem Sonntag mit Wochenend-Ticket per Bahn, Fanbus oder PKW auf den Weg, um ihren Verein im bedeutungslos gewordenen Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern zu supporten. Unterstützt wurden sie von mehr als 100 Fan-Freunden von Waldhof Mannheim, denen man die Nachwirkungen der Feiern rund um das 100 jährige Bestehen ihres Vereins (Gründung: 11.4.2007) teilweise noch ansehen konnte.
Der 1. FC Kaiserslautern war erst im Vorjahr aus der Bundesliga abgestiegen. Zum Ende der Hinrunde belegten die Pfälzer Platz 4 der Tabelle, nur 2 Punkte hinter dem Dritten, und hofften auf den direkten Wiederaufstieg. Die Rückrunde verlief nicht so erfolgreich. Vor dem Spiel gegen Eintracht hatten die Lauterer als Tabellensechster schon 4 Punkte Rückstand auf einen Aufstiegsplatz. Nicht nur der Dritte (MSV Duisburg), sondern auch der Vierte (SpVgg Greuther Fürth) und Fünfte (SC Freiburg) lagen 4 Punkte voraus. Ein Sieg gegen den Absteiger aus Braunschweig war also absolute Pflicht.
26.500 Zuschauer rieben sich verwundert die Augen. Nicht der Aufstiegskandidat, sondern die Blau-Gelben machten das Spiel und erspielten sich die klareren Chancen. Allein Otacilio hätte in Halbzeit 1 zweimal das Tor treffen müssen. Tat er aber nicht! Auch den anderen "Löwen" ging es nicht besser. So durfte sich der FCK über ein 0:0 zur Pause freuen. Die Eintracht-Fans trösteten sich auf ihre Weise: "Wir steigen ab, wir steigen ab, wir steigen ab und ihr nicht auf!"



[Bild von B.Grimm]
Auch in Halbzeit 2 spielte der BTSV gut mit und wurde für sein mutiges Auftreten in der 62. Minute belohnt. Kosta Rodrigues, der erst 5 Minuten vorher eingewechselt worden war, nahm Maß und traf aus knapp 20 Metern flach ins Eck. 0:1! Nun war vom Lauterer Anhang nichts mehr zu hören. Nur noch aus dem Eintracht-Block kamen Gesänge. Der FCK fand jedoch – ebenso wie seine Fans – zurück in die Begegnung und begann druckvoller zu agieren. Sechs Minuten vor Spielende passierte es. Eintracht konnte bei einem Angriff der Lauterer nicht endgültig klären und ein Lauterer Spieler staubte ab. 1:1. So blieb es bis zum Schluss.
Das Gegentor störte die "Löwen"-Fans nicht wirklich. Der Betzenberg war eine Reise wert!