7. Mai
Eintracht - Werder Bremen 0:1 (0:0)07.05.1977
32. Spieltag Bundesliga - 1976/77
Zum 32. und drittletzten Spieltag der Saison 1976/77 empfing Eintracht am 7.5.1977 die Mannschaft von Werder Bremen.
Obwohl dieses Spiel eines der wichtigsten in der Bundesligageschichte des BTSV war, wird heute kaum noch drüber gesprochen. Na ja, die Gründe dafür liegen eigentlich auf der Hand ...
Die "Löwen" hatten eine hervorragende Saison gespielt. Von Beginn an spielten sie um die Meisterschaft mit. Von den ersten 16 Begegnungen hatten sie gerade einmal eine Partie verloren (wie üblich beim 1. FC Köln, mit 0:3). Die Hinrunde schlossen sie als Tabellenzweiter (23:11 Punkte; 2-Punkte-Wertung) ab und mussten nur dem Meister der letzten beiden Jahre Borussia Mönchengladbach (27:7 Punkte) den Vortritt lassen. Auch nach der Winterpause zeigten die Blau-Gelben keine Schwäche. Im Gegenteil: Bis zum 31. Spieltag hatten sie den Abstand zu den weiterhin führenden Gladbachern bis auf 1 Punkt verkürzt (39:23 zu 40:22 Punkte). Sie stellten zudem die Mannschaft, die die wenigsten Niederlagen hinnehmen musste (5).
Und nun kam mit Werder Bremen eine Mannschaft, die mit 30:32-Punkten "jenseits von Gut und Böse" war. Da musste doch was gehen, zumal der Tabellenführer beim 1. FC Saarbrücken antreten musste. Die Saarländer standen auf dem 16. Tabellenplatz, damit dem ersten Abstiegsplatz und brauchten jeden Punkt.
Auch das Restprogramm sah nicht schlecht für Eintracht aus. Zwar mussten die "Löwen" am vorletzten Spiel zum eigentlich so gefürchteten Betzenberg nach Kaiserslautern, aber auch der FC war in dieser Saison nicht so stark (14. nach 31 Spielen), hatte aber dennoch den Klassenerhalt bereits so gut wie gesichert. Den Saisonabschluss bildete schließlich das Heimspiel gegen Rot-Weiss Essen, das als Tabellenvorletzter einige Punkte Rückstand auf den Klassenerhalt aufwies und voraussichtlich vor dem letzten Spieltag bereits abgestiegen war.
Die Borussia aus Gladbach dagegen hatte am 33. Spieltag den Karlsruher SC zu Gast, der zur Zeit Platz 15 der Tabelle belegte und im Kampf um den Klassenerhalt bestimmt keinen Meter Boden freiwillig preisgeben würde. Im letzten Spiel mussten die Gladbacher dann noch zum FC Bayern München reisen, der als Tabellensechster jeden Punkt für die Teilnahme am Internationalen Wettbewerb (UEFA-Cup) benötigte. Zudem waren die Duelle der beiden die 70er Jahre beherrschenden Mannschaften Gladbach und Bayern allein aus Prestigegründen immer hart umkämpft.
Also, gegen Bremen gewinnen, in Kaiserslautern die Löwenkrallen ausfahren und Essen in die 2. Liga befördern. Dann sollte die zweite Meisterschaft nach 1967 doch durchaus möglich, wenn nicht sogar wahrscheinlich sein.
Allerdings mussten die Blau-Gelben im Vorfeld der Begegnung zwei Rückschläge hinnehmen. Zum einen stand ihnen ihr herausragender Außenstürmer Popivoda gegen Werder nicht zur Verfügung, da er mit Jugoslawien ein Qualifikationsspiel für die WM 78 in Argentinien bestreiten musste. Zum anderen waren Torjäger Frank (bereits 20 Treffer) und Torhüter Franke nach einer Impfung durch den DFB (als Vorbereitung für eine Länderspielreise) so geschwächt, dass sie 2 Tage mit dem Training aussetzen mussten.
Aber es half nichts! Ein Sieg musste in jedem Fall her! Zuversicht schöpfte man in Braunschweig auch aus der Tatsache, dass mit Handschuh der Spielmacher nach seiner acht(!)wöchigen "Rot"-Sperre zurückkehrte.
Absolut unverständlich, dass sich an diesem Samstag zu dem für die Meisterschaft so wichtigen und richtungsweisenden Spiel nur 16.500 Zuschauer im Stadion an der Hamburger Straße, das vor Saisonbeginn im Bereich der Gegentribüne modernisiert worden war (ßberdachung, nun 2.000 Sitz- und 9.000 Stehplätze), einfanden. Aber das Braunschweiger Publikum war in diesen Jahren offensichtlich sehr verwöhnt. Solch eine Begegnung sollte heute einmal im "Tempel" stattfinden ... !!
Die "Löwen" machten von Beginn an Druck und belagerten den Bremer Strafraum. Welle auf Welle rollte auf das Bremer Tor zu. Allerdings waren die Aktionen nicht so zwingend, wie man es sonst von den Blau-Gelben gewohnt war. Popivoda fehlte an allen Ecken und Enden, und Handschuh merkte man die lange Zwangspause deutlich an. Zudem hatten der Werderaner Torwart Burdenski und sein Abwehrchef Roentved einen herausragenden Tag erwischt und machten jede Chance zunichte. So ging es mit einem 0:0 in die Pause.
Nach dem Wechsel brachte Trainer Zebec Stolzenburg für Holzer, um bei hohen Bällen gefährlicher zu werden. Der lange Mittelstürmer war gerade 12 Sekunden auf dem Platz, als er sich bei einem Zweikampf mit dem Dänen Roentved die Schulter auskugelte. Doch damit nicht genug des Pechs. Während Stolzenburg noch behandelt wurde, marschierte Bremens Abwehrchef mit nach vorn und zog aus 25 m einfach ab. Er traf Häbermanns Oberschenkel, der Ball prallte ab und schlug unhaltbar für Franke im Eintracht-Tor ein. 0:1!
Die "Löwen" gaben nicht auf und kämpften weiter. Als 15 Minuten später jedoch Burdenski bei einem Merkhoffer-Schuss bereits geschlagen war und der Ball dennoch nicht im Bremer Tor landete, weil wiederum Roentved ihn mit einer artistischen Aktion an die Latte befördert hatte, ahnten viele, dass der Fussball-Gott an diesem Tag kein Blau-Gelber war. Es kam an diesem Tag einfach alles zusammen. Und richtig! Eintracht gelangen keine zwingenden Aktionen mehr und Werder gewann das Spiel.
Nach Ende der Begegnung erfuhren die Fans, dass Borussia Mönchengladbach nach einem zwischenzeitlichen 2:0-Vorsprung tatsächlich noch den Ausgleich in Saarbrücken hatte hinnehmen müssen und damit einen Punkt abgegeben hatte. Aber das half Eintracht nichts mehr. 2 Punkte Rückstand und das schlechtere Torverhältnis würden die "Löwen" nicht mehr aufholen können, zumal sich Schalke 04 nun auch (aufgrund der besseren Tordifferenz) an den Blau-Gelben auf den 2. Tabellenplatz vorbeigeschoben hatte.
"Aus der große Traum!" – So stand es auch im "Kicker" am folgenden Montag. Schon fast müßig zu erwähnen, dass Burdenski und Roentved in der "Kicker-Elf" des Spieltags auftauchten.
Eintracht gelangen in den letzten Spielen tatsächlich die beiden Siege (3:1 beim 1. FC Kaiserslautern und 6:0 gegen Rot-Weiß Essen). Und tatsächlich büßten die Gladbacher beim 2:2 bei Bayern München einen weiteren Zähler ein. Der Sieg gegen Werder hätte also zum Gewinn der Meisterschaft ausgereicht.
Eintracht blieb lediglich der Trost, mit 6 Niederlagen die wenigsten aller 18 Bundesligavereine erlitten zu haben und mit dem 3. Tabellenplatz wieder startberechtigt für den UEFA-Cup zu sein.

Eintracht - Hannover 96 0:1 (0:0)07.05.1998
33. Spieltag Regionalliga Nord - 1997/98
Derby-Zeit in Braunschweig ! Am 7.5.1998 reiste Hannover 96 an.
Ein Derby gegen die "Roten" ist für Einträchtler immer etwas Besonderes. Dieses Derby jedoch besaß zusätzliche Bedeutung. Es sollte darüber entscheiden, welche Mannschaft mit großer Wahrscheinlichkeit in die 2. Bundesliga aufsteigt und welche ein weiteres Jahr in der Drittklassigkeit der Regionalliga verharren muss. Vom Ergebnis dieses einen einzigen Spiel hing der Erfolg einer ganzen Saison ab !
Eine solche Spielzeit hatte die Regionalliga Nord wohl zuvor noch nicht gesehen. Eintracht und Hannover waren mit einer derartigen Souveränität im Gleichschritt durch die Saison 1997/98 marschiert, dass den anderen Mannschaften nur der Blick hinterher blieb. Weder die Zweitliga-Absteiger VfB Lübeck und VfB Oldenburg noch der VfL Osnabrück konnten ansatzweise folgen. Zur Winterpause (nach 21 Spieltagen) betrug der Rückstand des Tabellendritten (VfL Osnabrück) auf das Duo schon 14 bzw. 15 Punkte.
Bis zum Aufeinandertreffen der beiden "ßber-Mannschaften" an diesem 33. und vorletzten Spieltag hatten Eintracht und 96 jeweils 26x gewonnen. Die Führung in der Tabelle hatte immer wieder gewechselt. Lagen die "Roten" noch bis zum 16. Spieltag mit einem Punkt vorn, schnappten sich die "Löwen" die Herbstmeisterschaft, weil Hannover beim VfL Hasetal Herzlake nur 1:1 spielte. "Wintermeister" wurde dann aber doch Hannover, da der BTSV am 19. Spieltag ein ärgerliches 1:1 gegen die Sportfreunde Ricklingen (durch ein Tor in der 90. Minute von Frank Meißner, später selbst bei Eintracht,) hinnehmen musste. Am 22. Spieltag sah es kurzzeitig so aus, als ob sich die Hannoveraner absetzen könnten. Eintracht hatte sein Spiel am Donnerstag beim VfL Osnabrück verloren (0:1) und 96 musste am Wochenende beim Tabellensechzehnten SV Wilhelmshaven antreten. Von einem Sieg und dem Anwachsen des Rückstands auf 4 Punkte war auszugehen. Es kam anders, ganz anders! Die "Roten" spielten nur 1:1 und verloren ihr nächstes Heimspiel gleich hinterher gegen den Lokalrivalen Arminia Hannover mit 3:4 (durch 3 Treffer des späteren Torschützenkönigs Erdmann). Nun führten die Blau-Gelben die Tabelle wieder mit einem Punkt Vorsprung an. Die Führung hielt bis zum 32. Spieltag. Trotz hochkarätiger Chancen (und der Unterstützung vom 3.000 Fans) gelang Eintracht beim Tabellenfünften VfB Oldenburg nur ein 1:1, während 96 beim Tabellenvierten Werder Bremen 3:1 gewann. Ärgerlich!
Hannover 96 war in der Tabelle vorbeigezogen! Eintracht musste das Spiel gegen den Konkurrenten aus der Landeshauptstadt nun gewinnen.
Schon Wochen vor dem Duell war das Stadion an der Hamburger Straße ausverkauft. "Wir hätten 50.000 Karten verkaufen können", sagte Manager Schindelmeiser.
23.728 Fussball-Begeisterte hatten schließlich das Glück, das "Spiel des Jahres" an diesem Donnerstagabend live im "Tempel" verfolgen zu können. Wer keine Karten mehr bekommen hatte, saß nervös zu Hause vor dem Fernseher. N3 übertrug die Begegnung – wie bereits das Hinspiel in Hannover (1:1) – in voller Länge.
Die "Roten" kamen besser in die Begegnung und dominierten die ersten 10 Minuten. Danach spielte nur noch eine Mannschaft -- der BTSV! Angetrieben von den Fans rollten die Angriffe immer wieder in Richtung Südkurve, in Richtung Hannover-Tor. Bis zur Halbzeit wurden vier, fünf gute Einschussmöglichkeiten herausgespielt – allein, das Tor fiel nicht! Entweder hielt der überragende 96-Torwart Sievers oder es fehlte die Kaltschnäuzigkeit bzw. einfach an ein paar Zentimetern. So stand es zur Halbzeit noch 0:0.
Nach dem Wechsel schien die Begegnung zunächst so weiterzugehen, als die Blau-Gelben sich in der 52. Minute eine weitere Chance erspielten. Dann aber der Schock! 96-Stürmer Asamoah erhielt den Ball auf der rechten Seite und schoss von außerhalb des 16ers. Flach und unhaltbar für "Matze" Hain schlug der Ball im Netz ein. 0:1 nach 54 Minuten! Lähmendes Entsetzen! Danach war es ein anderes Spiel. Zwar rappelten sich Fans und Mannschaft noch einmal auf, an den Erfolg glaubte aber wohl niemand mehr so richtig. Torchancen ergaben sich nun keine mehr. In den letzten Minuten hätten die "Roten" das Ergebnis bei Kontern sogar noch deutlicher gestalten können. Letztendlich blieb es aber beim 0:1.
Hannover 96, das im August/September 1997 noch kurz vor dem Konkurs zu stehen schien und nur durch den neuen Präsidenten Kind gerettet werden konnte, war wie in der Vorsaison Meister geworden. Eintracht war wiederum nur Zweiter!
Trotz großer Enttäuschung dankten die Fans der Blau-Gelben der Mannschaft nach dem Spiel für die überragende Saison. Einmal Löwe, immer Löwe!
Hannover schaffte in den Entscheidungsspielen gegen den Meister der Regionalliga Nordost Tennis Borussia Berlin den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Die "Löwen" mussten auf diesen Erfolg noch vier Jahre warten. Bis Piorunek kam ...!
In einem Punkt hatte der BTSV in der Spielzeit 1997/1998 am Saisonende allerdings die Nase vorn. Nirgendwo anders waren so viele Zuschauer ins Stadion geströmt. Eintracht kam auf einen Besucherschnitt von 9.380. Es folgten die "Roten" mit 8.119, der VfL Osnabrück mit 3.951 und der VfB Lübeck mit 3.206.

Eintracht - SpVgg Unterhaching 3:0 (1:0)07.05.2006
33. Spieltag 2. Bundesliga - 2005/06
Am 7.5.2006 hatte Eintracht im Punktspiel der 2. Bundesliga die Mannschaft der Spielvereinigung Unterhaching zu Gast.
Eintracht war als Aufsteiger aus der Regionalliga Nord ausgesprochen erfolgreich in die Saison gestartet. Nach 4 Spieltagen führte man sogar die Tabelle an. Noch nach 15 Spieltagen hatte der BTSV direkten Kontakt zur Tabellenspitze (3 Punkte hinter dem Zweiten und Dritten). Erst danach baute die Mannschaft, die ständig am Leistungslimit spielte und bei denen sich von den sechs neuen Spielern lediglich Dennis Brinkmann als echte Verstärkung erwiesen hatte, etwas ab und rutschte in die untere Tabellenhälfte. Echte Abstiegssorgen kamen aber nie auf, weil die "Löwen" immer dann, wenn es darauf ankam, einen "Dreier landeten".
Zwei Spieltage vor Saisonende war die Situation jedoch anders. Es wurde noch einmal "eng"!
Die Blau-Gelben hatten das letzte Spiel beim Karlsruher SC mit 0:7 verloren und dabei eine katastrophale Leistung abgeliefert. Die Lokalpresse skizzierte die Begegnung als ein "Rennen zwischen einem Hochgeschwindigkeitszug und einer Draisine" und bezeichnete das "Löwen"-Team als "Schoßkätzchen". Der Abstand des Tabellendreizehnten Eintracht (40 Punkte, -12 Tore) auf die ersten beiden Abstiegsplätze hatte sich dadurch auf 5 Punkte verringert. Vom Tabellenfünfzehnten Dynamo Dresden (35 Punkte) musste man erwarten, dass diese Mannschaft in den beiden ausstehenden Spielen (gegen Absteiger LR Ahlen und den Zehnten Hansa Rostock) noch 6 Punkte holt. Dasselbe war auch beim Tabellensechzehnten 1. FC Saarbrücken (35 Punkte) nicht auszuschließen, der noch beim Vierzehnten 1860 München antreten musste und im letzten Saisonspiel ein Heimspiel hatte -- gegen Eintracht. Den 60ern (39 Punkte, -2 Tore) schließlich war der erforderliche Punkt, um Eintracht zu überholen, am letzten Spieltag gegen Energie Cottbus ebenfalls zuzutrauen.
Eintracht musste also unbedingt punkten, um den Abstieg sicher zu vermeiden. Trainer Krüger bezeichnete das Spiel daher auch als "eines der wichtigsten Spiele der vergangenen Jahre" und bezog mit den Spielern von Donnerstag bis Samstag ein Trainingslager in Westfalen.
20.000 Zuschauer im Stadion an der Hamburger Straße hofften an diesem Sonntag, nach dem Spiel gemeinsam mit der Mannschaft den Klassenerhalt feiern zu können. Sie wurden nicht enttäuscht.
An diesem Nachmittag passte alles zusammen. Die Fans feuerten unermüdlich an und die Mannschaft kämpfte unermüdlich um den Sieg. Sie belohnte sich und die Fans mit drei Treffern durch Bick (27. Minute), Rische (72., Kopfball) und Graf (80.). Unterhaching war chancenlos. Lediglich einmal, in der 63. Minute, kamen sie gefährlich vor das Tor der Blau-Gelben, als Grimm auf der Linie klären musste. Eintrachts Sieg war hochverdient.



[Bild von B.Grimm]
Der Schlusspfiff ging im Jubel unter. 3:0! Klassenerhalt! Feiern war angesagt!
Kapitän Graf bedankte sich über Mikrofon für die Unterstützung der Fans und Amedick, der zur neuen Saison zu Borussia Dortmund wechselte, begab sich auf seine lange, lange (50 Minuten dauernde) Abschiedsrunde.
Zweite Liga – Eintracht bleibt dabei !
Absteigen mussten Sportfreunde Siegen, LR Ahlen, 1. FC Saarbrücken und (trotz der 6 Punkte in den letzten beiden Spielen) Dynamo Dresden.