1. August
Spieler und Trainer Torsten Lieberknecht01.08.1973
Ein Löwengeburtstag
Torsten Lieberknecht erblickte am 1.8.1973 in Bad Dürkheim das Licht der Welt.
Mit dem Fussballspielen begann er im zarten Alter von fünf Jahren beim Fussballverein 1921 Haßloch. Auf die Nennung dieses seines ersten Vereins legt er heute noch viel Wert. In den Spielzeiten 1992/93 und 1993/94 trat Lieberknecht – wie das für einen 'Pfälzer Jungen' nicht ungewöhnlich ist -- für den 1. FC Kaiserslautern gegen den Ball. Der defensive Mittelfeldspieler, der auch in der Abwehr eingesetzt wurde, kam beim FCK auf 13 Bundesligaspiele und erzielte dabei 1 Tor. Vor der Saison 1994/95 wechselte Lieberknecht zu Waldhof Mannheim in die 2. Bundesliga und bestritt dort 22 Spiele. Von Mannheim ging es nach der Saison weiter zum Zweitligisten Mainz 05, wo Lieberknecht bis zum Sommer 2002 blieb. In den sieben Spielzeiten stand er in 89 Begegnungen der 2. Bundesliga auf dem Platz (3 Tore, 1 Rote Karte). Da er zuletzt nur noch selten zum Einsatz kam, nahm er das Angebot des 1. FC Saarbrücken an und wechselte zur Saison 2002/03 in die Regionalliga Süd. Dort kam es schließlich zu Differenzen mit dem Trainer der Saarländer Horst Ehrmantraut. Das Angebot von Manager Loos und Trainer Reinders im August 2003, zur Eintracht nach Braunschweig zu wechseln, kam ihm daher gerade recht.
Am 29.8.2003 unterschrieb Lieberknecht einen 2-Jahres-Vertrag bei den 'Löwen'.
Völlig überraschend stand er am Tag darauf bereits im blau-gelben Trikot auf dem Platz. Lieberknecht befand sich mit seiner Ehefrau gerade auf Wohnungssuche, als ihn der Anruf der Eintracht-Verantwortlichen erreichte. Mittelfeldakteur Marc Arnold, später Eintrachts Manager, hatte sich im Vormittagstraining einen Muskelfaserriss zugezogen, und Lieberknecht musste am Abend im DFB-Pokalspiel einspringen. Gegner war – der 1. FC Kaiserslautern ! Eintrachts neuer Spieler machte seine Sache ordentlich und wurde nach etwa 70 Minuten unter Beifall ausgewechselt. Zu diesem Zeitpunkt führten die Blau-Gelben bereits 3:1. Am Ende hatte Eintracht den Erstligisten mit 4:1 ausgeschaltet. Lieberknecht erklärte nach dem Spiel: – Es ist immer etwas Besonderes, als Pfälzer gegen den FCK zu spielen. Aber jetzt bin ich stolz, ein Löwe zu sein.' Dass Braunschweig die Station seines Fussballerlebens sein würde, in der er sich seine Zukunft aufbauen sollte, hat er zu diesem Zeitpunkt sicherlich noch nicht geahnt.
Lieberknecht blieb für Eintracht vier Spielzeiten am Ball. Der Spieler mit der Nummer 23, der ein Freund der Grätsche war und daher selten mit einem sauberen Trikot den Platz verließ, absolvierte für die Blau-Gelben 41 Regionalligaspiele (1 Elfmeter-Tor) und genauso viele 41 Zweitligaspiele (1 Elfmeter-Tor). Er war beim Aufstieg 2005 ebenso dabei wie beim Abstieg 2007.
Nach Eintrachts Zweitligaabstieg beendete Lieberknecht seine aktive Karriere und wurde vom BTSV als Trainer der A-Jugend angestellt. Im Dezember 2007 wurde er als Sachwalter Fussball auch ins Eintracht-Präsidium gewählt.
Als die Blau-Gelben in der Saison 2007/08 die Qualifikation für die neu geschaffene 3. Liga schon fast sicher verpasst hatten, stellte der damalige Trainer Möhlmann seinen Posten zur Verfügung. Durch einstimmigen Präsidiumsbeschluss wurde Lieberknecht zum Nachfolger bestellt. Lieberknecht übernahm die Mannschaft 3 Spieltage vor Saisonende auf Platz 12 liegend mit 2 Punkten Rückstand auf den 10. Tabellenplatz, der die Qualifikation für die 3. Liga bedeutete. Eintrachts neuer Trainer holte mit der Mannschaft 7 Punkte (1:1 gegen den Aufstiegskandidaten Fortuna Düsseldorf; 1:0 bei dem bereits aufgestiegenen RW Ahlen; 2:0 gegen Borussia Dortmund Amateure, die seit dem Spieltag zuvor keine Chancen mehr auf den 10. Platz hatten). Da am letzten Spieltag der (schon abgestiegene) VfB Lübeck völlig überraschend bei Rot-Weiß Essen punktete, reichten diese 7 Punkte zum Erreichen des 10. Tabellenplatzes und damit der 3. Liga aus.
In der Folgesaison ging es für den BTSV nur um den Klassenerhalt (= 17. Platz) und die Konsolidierung in Liga 3. Lieberknecht erreichte dieses Ziel mit seiner Mannschaft souverän mit Platz 13. Damit hatte er auch die Vorgabe des Präsidenten Ebel ('gesicherter Mittelfeldplatz') erfüllt. Für die Spielzeit 2009/10 hatte der Verein eine deutlich bessere Plazierung (Ebel) bzw. einen einstelligen Tabellenplatz (Arnold) als Ziel ausgegeben. Dieses Ziel übertraf Lieberknecht. Die 'Löwen' wurden am Ende Vierter und spielten bis zum letzten Spieltag um den Aufstieg in die 2. Liga mit.
Auch wenn Torsten Lieberknecht bei einigen Fans mit seinen Mannschaftsaufstellungen bzw. seinen Auswechslungen immer wieder Stirnrunzeln hervorrief, konnte niemand leugnen, dass er seine Spieler offensichtlich immer 'erreichte' und mit seinen Maßnahmen sehr oft Erfolg hatte. Positiv anrechnen musste man Lieberknecht auch, dass ihm die Umsetzung der Vereinsziele gelang, obwohl er parallel dazu die Trainerausbildung absolvierte (11. bis 26.8 2008 die A-Lizenz und vom 1.6.09 bis 31.3.2010 den Fussball-Lehrer-Lehrgang). Anderen, bekannten Mitstreitern im 56. Lehrgang des DFB gelang das nicht. So wurden Markus Babbel und auch Christian Ziege in den von ihnen trainierten Vereinen wegen Erfolglosigkeit gefeuert.
Ein ganz wichtiger Punkt spricht noch für Torsten Lieberknecht: Wer sich mit ihm unterhält, merkt sofort, wie sehr die Eintracht ihm ans Herz gewachsen ist. Wie sagte er schon am 30.8.2003?
Er ist stolz, ein Löwe zu sein!
Für die laufende Saison 2010/11 wünschen sich die Verantwortlichen, dass die Blau-Gelben um den Aufstieg mitspielen. Bisher kann keiner meckern! Nach 18 Spieltagen liegt der BTSV auf dem 2. Tabellenplatz, einem direkten Aufstiegsplatz. Keine andere Mannschaft hat so viele Tore geschossen wie die 'Löwen', keine andere Mannschaft hat weniger Gegentore bekommen.
'Werdet zur Legende! Kämpfen bis zum Ende! Für die Zweite Liga! ? BTSV!'
[Stand: Dezember 2010]

Eintracht – Hannover 96 3:2 (2:1)01.08.1992
6. Spieltag 2. Bundesliga – 1992/93
Am 1.8.1992 hieß es wieder: 'Derby'-Zeit im Stadion an der Hamburger Straße! Im Punktspiel der 2. Bundesliga erwartete Eintracht den Konkurrenten Hannover 96.
Der BTSV spielte nun schon wieder im fünften Jahr in der 2. Bundesliga. Allerdings zeigte die Tendenz eher nach unten als nach oben. Nach zwei sorgenfreien Spielzeiten 1988/89 ( 9. mit 38:38 Punkten) und 1989/90 ( 7. mit 39:37 P.) waren die Blau-Gelben in der Saison 1990/91 als Dreizehnter nur noch zwei Punkte vom ersten Abstiegsplatz entfernt ins Ziel gekommen (35:41). Im Spieljahr 1991/92 schließlich fanden sie sich nach einer schwachen Vorrunde in der Abstiegsgruppe wieder, konnten dort als bestes Team den Abstieg allerdings sicher vermeiden (7. von 12 Teams).
Aber nun war der Saisonauftakt 1992/93 wieder missraten. Nach einem Auftaktsieg gegen den SV Meppen (1:0) gingen die beiden folgenden Partien verloren (2:3 beim FC Homburg und 0:2 gegen den FC St.Pauli). Es folgten zwei torlose Unentschieden (bei Hertha BSC und gegen Darmstadt 98). Mit 4:6-Punkten belegten die Blau-Gelben nach fünf Spieltagen Tabellenplatz 18 unter 24 Mannschaften. Da es in dieser Spielzeit sieben Absteiger gab, bedeutete der Tabellenplatz Abstiegsplatz Nummer 1!
Ganz anders die Kicker aus der Landeshauptstadt! Die 'Löwen'-Fans hatten durchaus registriert, dass West-Peine in der Vorsaison als Zweitligist (unter Trainer Lorkowski) den DFB-Pokal (durch ein 4:3 n.E. gegen Bor. M'Gladbach) gewonnen hatte und in der laufenden Spielzeit mit 7:3-Punkten direkten Anschluss an die Aufstiegsplätze besaß. Siege bei den Stuttgarter Kickers (2:0), gegen Darmstadt 98 (5:0) und den Aufsteiger VfL Wolfsburg (3:1) bei nur einer Niederlage beim (späteren Aufsteiger) SC Freiburg (0:4) bedeuteten Patz 4.
Was soll ´s? Allein das Derby zählt!
12.000 Zuschauer fanden sich bei Glutofenhitze an diesem Samstag im Stadion ein. Sofern sie den Deutschen Meister von 1967 unterstützten, brauchten sie ihr Kommen nicht zu bereuen.
Eintracht bot die bisher beste Saisonleistung. Die Blau-Gelben erspielten sich die klareren Chancen, profitierten jedoch auch von Fehlern des Gegners. Am Ende hieß es glücklich, aber nicht unverdient 3:2 für die Braunschweiger Eintracht!
Die Dramaturgie war ´mal wieder nichts für schwache Nerven. Dem 1:0 durch Tino Löchelt (30.) folgte nahezu umgehend der Ausgleich (34.). Holger Aden gelang noch vor dem Wechsel die erneute Führung (43.). Bevor die Blau-Gelben überhaupt ein wirksames Konterspiel aufziehen konnten, hieß es schon 2:2 (54.). Ärger! Am Spielstand, der nur die 'Roten' zufrieden stellen konnte, änderte sich zunächst nichts, auch nicht durch die Einwechslung von Stürmer Sven Kretschmer (70.). Langsam wurde den 'Löwen' die Zeit knapp. Unruhe! Dann die 85. Minute! Hannovers Einwechselspieler Hakan Bicici (in der Saison 1996/97 selbst vorübergehend ein Blau-Gelber) patzte und Kretschmer vollstreckte zum 3:2. Danach flog noch ein 96er vom Platz (89.), sonst passierte nichts mehr. Sieg!
Für Sven Kretschmer war es der erste Saisontreffer. Man hoffte, dass der Stürmer, der für 200.000 DM vor der Saison von Hertha BSC Berlin verpflichtet worden und damit teuerster Neuzugang war, nun regelmäßig einnetzen würde.
Der BTSV sprang durch den Sieg auf Platz 14 der Tabelle. Etwas überraschend war nur, dass der Aufsteiger aus der Werksstadt (trotz eines 0:1 beim Chemnitzer FC) immer noch vor den Blau-Gelben rangierte (12.; ebenfalls 6:6).
Für die Eintracht-Fans war die Welt nach dem Derby-Sieg natürlich in Ordnung. Und das mit den Wolfsburgern würde sich schon von allein regeln. Denn Niedersachsens Nummer 1 ... Ist klar, oder?
Am Saisonende stiegen die 'Löwen' als 19. mit 41:51-Punkten ab. Der VfL Wolfsburg blieb als 14. (45:47) ebenso in der Liga wie Hannover 96 als 9. (48:44).
Immerhin hatten die Eintracht-Fans die Genugtuung, dass die 'Roten' gegen den BTSV nichts bestellen konnten. Denn auch das Rückspiel in Hannover gewann Eintracht mit 1:0!