11. August
Eintracht - Waldhof Mannheim 4:2 (1:1)11.08.2002
1. Spieltag 2. Bundesliga - 2002/03
Braunschweig freute sich auf den 11.8.2002! Nach neun Jahren Regionalliga fand endlich wieder ein Punktspiel der 2. Bundesliga im Stadion an der Hamburger Straße statt.
Der Aufstieg aus der Regionalliga war allen "Löwen"-Fans noch in lebhafter Erinnerung. 1:1 hatte es am letzten Spieltag gegen Wattenscheid 09 gestanden, als Thomas Piorunek in buchstäblich letzter Minute das zwingend erforderliche Siegtor köpfte und danach "alle Dämme brachen"...
Eintrachts Verantwortliche um Aufstiegstrainer Vollmann hatten die knappe Zeitspanne seit den Aufstiegsfeiern genutzt, um eine zweitligataugliche Mannschaft zusammenzustellen. Insbesondere mit Rische (vom VfL Wolfsburg), Osthoff (von Bor. M"Gladbach), Mazingu und Torhüter Laux (von Bor. Dortmund) waren Bundesliga-erfahrene Spieler verpflichtet worden. Hinzu kam mit Sambo Choji vom Zweitliga-Absteiger 1. FC Saarbrücken ein Torjäger. Vervollständigt wurde die Liste der neuen durch Torhüter Kunze (SV Babelsberg), Dziwior (1. FC Köln), Karp (RW Essen) und die beiden Vertragsamateure Lars Fuchs und Pientak. Die Aufstiegsmannschaft blieb nahezu komplett zusammen.
Die Vorfreude auf die neue Spielzeit war riesengroß. Zum ersten Training kamen trotz Regens 1.500 Fans ins Stadion. Über 4.000 Dauerkarten verkaufte der Verein ín der Folgezeit.
Der Spielplan hatte es gut mit dem BTSV gemeint. Zu Saisonbeginn gleich ein Heimspiel und dann noch gegen Waldhof Mannheim -- den Verein, zu dem man eine enge Fan-Freundschaft unterhielt. "Löwen"-Herz, was willst Du mehr!
Die beeindruckende Zahl von 21.360 Zuschauern fand an diesem Sonntag den Weg ins Stadion.
Sie sahen zunächst eine clever aufspielende Waldhof-Mannschaft, die gleich die erste Unachtsamkeit der Blau-Gelben zur Führung nutzte. 0:1 nach 6 Minuten! Tja, so war das wohl in der 2. Liga: Fehler werden gnadenlos bestraft! Eintracht zeigte sich durch den Rückstand aber unbeeindruckt. Bereits eine Minute später hätte es 1:1 heißen können, wäre bei Thiams Kopfball nicht die Latte im Weg gewesen. Mit großem läuferischen Aufwand erspielten sich die "Löwen" in der Folgezeit ein deutliches Übergewicht und wurden schließlich in der 18. Minute belohnt. Dziwior glich vor den Fans in der Südkurve zum 1:1 aus. Jubel! Mit diesem Ergebnis ging es in die Pause.
Die Besucher der Haupttribüne hatten gerade erst wieder ihre Plätze eingenommen, als Eintracht die Führung gelang (50. Minute). Choji war der Torschütze. Auch danach blieb der BTSV überlegen. Wiederum Choji war es vorbehalten, die Überlegenheit in Zählbares umzuwandeln. 3:1 nach 73 Minuten! Damit war die Partie entschieden. Zwar gelang den Waldhof-"Buben" in der 80. Minute noch der Anschluss, aber bereits 5 Minuten später stellte Rische den alten Abstand wieder her. 4:2 hieß es auch am Ende.
Eintracht hatte sich eindrucksvoll in der 2. Bundesliga zurückgemeldet. Das 4:2 katapultierte die "Löwen" gleich auf den 2. Tabellenplatz. Tabellenführer nach dem 1. Spieltag war der Namensvetter aus Frankfurt, der aus wirtschaftlichen Gründen vor der Saison lange um die Lizenz bangen musste.
Die überzeugende Art und Weise, wie Eintracht den Sieg herausgespielt hatte, fand auch im "Kicker" des folgenden Montags seinen Niederschlag. Mit Choji und Thiam standen gleich zwei Eintracht-Spieler in der "Elf des Tages". Sambo Choji wurde darüber hinaus zum "Mann des Tages" der 2. Liga gekürt.
Unter diesen Umständen war es nur zu verständlich, dass viele Eintracht-Fans bereits wieder von höheren Zielen als dem Klassenerhalt träumten. Niemand konnte zu diesem Zeitpunkt ahnen, dass den "Löwen" eine desaströse Vorrunde (mit 11 Punkten) und am Saisonende der Abstieg zurück in die Regionalliga bevorstand. Die längsgestreiften Traditionstrikots, die Eintracht in dieser Saison trug, hatten kein Glück gebracht.

Eintracht - VfB Lübeck 6:2 (4:0)11.08.2004
3. Spieltag Regionalliga Nord - 2004/05
Der 3. Spieltag der Saison 2004/2005 bescherte Eintracht ein Flutlichtspiel. Am 11.8.2004 um 19.30 Uhr empfingen die Blau-Gelben die Mannschaft des VfB Lübeck.
Eintracht hatte seinen Kader vor der Saison verjüngt. Sechs neue Spieler im Alter von 20 bis 24 Jahren (Amedick, Celikovic, Kuru, Patschinsky, Siegert, Tauer) waren geholt worden. Als Saisonziel war ausgegeben worden, in der Regionalliga "oben mitzuspielen". Der Aufstieg in die 2. Bundesliga war erst für die folgende Saison geplant.
Da die "Löwen" in den ersten beiden Spielen nicht überzeugen konnten (0:0 gegen Borussia Dortmund 2; 1:3 bei Fortuna Düsseldorf), standen sie schon ein wenig unter Druck. Und nun kam mit dem VfB Lübeck ausgerechnet ein Absteiger aus der 2. Bundesliga, dem immerhin 11 Regionalliga-Trainer den direkten Wiederaufstieg zutrauten.
12.000 Zuschauer waren an diesem Mittwochabend im Stadion an der Hamburger Straße erschienen. Sie bekamen ein Spiel zu sehen, in dem alle Neuzugänge eingesetzt wurden und einer von ihnen die Hauptrolle spielen sollte.
Auf dem Titelblatt des Stadionmagazins "Eintracht aktuell" war Ahmet Kuru abgebildet. Das Interview mit ihm im Innenteil trug die Überschrift "Ahmet Kuru ist der Strafraumspezialist". An diesem Abend sollte er den Beweis dafür antreten.
Eintracht überrollte die Marzipanstädter. Die Abwehr des VfB kam von Beginn an nicht zur Ruhe. In der 6. Minute traf Kuru bereits zum 1:0. Die Lübecker hatten Glück, dass dieses Ergebnis nach einer halben Stunde noch Bestand hatte. Dann aber brach das Unglück über sie herein. Rische, erneut Kuru und Patschinsky erhöhten zum Halbzeitstand von 4:0. Auch nach dem Wechsel übte Eintracht zunächst weiter Druck aus und wurde belohnt. In der 52. und 53. Minute erhöhte erneut Kuru auf 5:0 und 6:0. Sechs Tore! Vier davon durch Kuru! Erst danach schalteten die Blau-Gelben einen Gang zurück und gestatteten dem VfB noch zwei Ehrentore in den letzten 10 Minuten. Endstand : 6:2 !
Die Zuschauer waren von dem erfrischenden Fussball begeistert, den die junge Eintracht-Mannschaft bot. Die Sorgen, dass es eine weitere Saison voller Misserfolge werden könnte, hatten sich in Luft aufgelöst. – Zu Recht, wie der Aufstieg am Ende der Saison beweisen sollte !
Für Kuru hatte die Begegnung ein Nachspiel. Das 3:0 hatte er mit einem bildschönen Fallrückzieher erzielt. Dieses Tor wurde in der ARD-Sportschau zum Tor des Monats August gewählt. Bei der Wahl zum Tor des Jahres kam es auf einen guten 3. Platz.