27. August
FC Bayern München - Eintracht 2:2 (0:0)27.08.1976
3. Spieltag Bundesliga - 1976/77
Am 3. Spieltag der Bundesliga-Saison 1976/77 musste Eintracht beim FC Bayern München antreten. Das Spiel fand am 27.8.1976, einem Freitagabend statt.
Eintracht hatte sich mittlerweile wieder in der Bundesliga etabliert. Das eine Jahr in der Zweitklassigkeit 1973/74 war vergessen, woran die guten Platzierungen der beiden vorangegangenen Spielzeiten ihren Anteil hatten. Auf den mehr als zufriedenstellenden 9. Tabellenplatz in der Saison 1974/75 war ein noch besserer 5. Tabellenplatz in der Saison 1975/76 gefolgt, der zur Teilnahme am (seit der Saison 1971/72 existierenden) UEFA-Cup berechtigte. Die Stimmung im Fan-Lager war daher gut.
Zwar hatte man vor der Saison mit Stürmer Stolzenburg (von TeBe Berlin) und Holzer (vom 1. FC Saarbrücken) nur zwei Spieler aus anderen Vereinen verpflichtet, dennoch verlief der Saisonstart – wie auch in den beiden Jahren zuvor -- bestens. Zwei 3:1-Siege hatten die "Löwen" eingefahren (zu Hause gegen Eintracht Frankfurt zum Saisonstart und danach auswärts bei Fortuna Düsseldorf) und standen mit "weißer Weste" da.
Angst vor den Bayern brauchte Eintracht auch nicht zu haben, denn die Dominanz, die die Münchner zu Beginn der 70er Jahre mit drei Titelgewinnen in Folge noch besaßen, war seit 1973 verflogen. Auch in dieser Saison war der Start der Münchner mit einem Sieg und einer Niederlage (2:5 beim MSV Duisburg) wieder nur durchschnittlich verlaufen. Die Blau-Gelben waren so selbstbewusst davon auszugehen, dass sie den Bayern auf Augenhöhe begegnen würden. Bereits in der letzten Saison hatten sie das bewiesen, indem sie gleich zum Saisonstart bei den Bayern mit einem 1:1 (Torschütze: Gersdorff) einen Punkt aus dem Olympiastadion entführten. So fuhren Spieler und Fans, sofern sie am Freitag die Gelegenheit dazu hatten, voller Zuversicht nach München.
35.000 Zuschauer sahen in der ersten Hälfte eine eher langweilige Begegnung, die von gegenseitigem Abwarten geprägt war. Keine der beiden Mannschaften war bereit, ein Risiko einzugehen. So stand es zur Pause folgerichtig 0:0.
In der 2. Halbzeit kamen die Zuschauer dann voll auf ihre Kosten. Zunächst zog Hollmann aus 20 Metern ab und traf zum 0:1 in den Winkel (52. Minute). Die Freude der "Löwen"-Fans währte allerdings nur kurz. Bereits acht Minuten später erzielte Uli Hoeneß den Ausgleich, und nur zwei Minuten danach hieß es durch Dürnberger 2:1 für die Münchner. Lange Gesichter bei allen BlauGelb-Infizierten, die nach der Führung zumindest auf einen Teilerfolg gehofft hatten. Aber noch war fast eine halbe Stunde zu spielen und immerhin stand in den Reihen der "Löwen" mit Wolfgang Frank ein Goalgetter, der in den ersten zwei Saisonspielen bereits 4x getroffen hatte. Und tatsächlich! 77. Minute, Flanke Popivoda, Kopfball Frank, Tor! Eintracht hatte den Ausgleich geschafft. Da danach kein weiterer Treffer mehr fiel, war das 2:2 gleichzeitig der Endstand.
Die Eintracht-Spieler waren zufrieden. Uli Hoeneß dagegen schimpfte: "Es ist einfach zum Kotzen!" Allerdings waren sich alle Beteiligten einschließlich des Bundestrainers Helmut Schön, der sich die Begegnung nicht hatte entgehen lassen, einig darüber, dass das Unentschieden ein gerechtes Ergebnis war. Weiterhin ungeschlagen und als Tabellenzweiter machte sich der blau-gelbe Tross auf den Heimweg.
Am darauffolgenden Montag erschien im "Kicker" ein ganzseitiger Artikel zu Eintrachts Torschützen zum Ausgleich Wolfgang Frank. Unter der Überschrift "Der Kleine mit dem großen Mut" wurden u. a. der Werdegang und die Kopfballstärke des nur 1,72 m großen Stürmers geschildert. Frank, der in der Vorsaison bereits 16 Treffer für die "Löwen" erzielt hatte, machte in dem Interview deutlich, dass er ohne gute Vorlagen nicht erfolgreich sein könne. Wörtlich erklärte er, dass ihm "schon in der Vorsaison mehr ... Tore geglückt wären, wenn Danilo Popivoda die ganze Saison voll durchgespielt hätte".
Trotz der 5 Treffer, die Frank nach 3 Spielen bereits erzielt hatte, führte er die Torjägerliste nicht an. Führender war Benny Wendt (Tennis Borussia Berlin) mit 6 Toren. Ebenfalls 5x hatte Jupp Heynckes (Borussia M"Gladbach) ins Schwarze getroffen. Am Ende der Saison waren Frank 24 Treffer gelungen. Für den Torschützenkönig war das deutlich zu wenig. Dieter Müller (1. FC Köln) hatte 34x eingenetzt.
Die Treffsicherheit von Frank in dieser Spielzeit trug entscheidend dazu bei, dass der BTSV die zweitbeste Saison seiner Vereinsgeschichte spielte und den zweiten deutschen Meistertitel nur haarscharf verpasste. Am Ende belegten die "Löwen" mit nur 1 Punkt Rückstand auf Meister Borussia Mönchengladbach den 3. Tabellenplatz. Bayern München wurde Siebter.

Eintracht – Fortuna Düsseldorf 2:0 (0:0)27.08.1977
4. Spieltag Bundesliga – 1977/78
Am 4. Spieltag der Bundesliga-Saison 1977/78 trafen der Tabellenvierte und der Tabellenführer aufeinander. Eintracht empfing im Stadion an der Hamburger Straße die Mannschaft von Fortuna Düsseldorf.
Mit der Punktausbeute nach 3 Spieltagen waren der BTSV und seine Fans zufrieden. Das 1:2 zum Saisonauftakt beim 1. FC Kaiserslautern hielten alle Einträchtler wegen des falschen Elfmeterpfiffs und dem K.O.-Schlag gegen Hollmann durch den Schiedsrichter nach wie vor für irregulär. Zumindest warf man der Mannschaft die Niederlage nicht vor. Und die beiden anderen Spiele hatten die „Löwen“ gewonnen. Auch wenn die Siege gegen die Aufsteiger VfB Stuttgart (zu Hause mit 3:1) und FC St.Pauli (auswärts mit 1:0) nicht überzeugend herausgespielt waren und Neuzugang Breitner noch wie ein Fremdkörper im Team wirkte, es zählten die 4 Punkte. Die Blau-Gelben befanden sich damit in der Spitzengruppe der Tabelle. In Hinblick auf das große Ziel, nach dem 3. Platz in der Vorsaison durch die spektakuläre Verpflichtung von „Weltmeister“ Paul Breitner (für 1,6 Millionen DM von Real Madrid) den zweiten Meistertitel nach Braunschweig holen zu können, war noch nichts passiert.
Den einen oder anderen aus dem Umfeld des Vereins störten allerdings die Töne, die man rund um das gerade ausgetragene Freundschaftsspiel bei Real Madrid (2:3) so hörte. Da war von revoltierenden Spielerfrauen und einem lautstarken Streit zwischen Frau Breitner und Frau Frank im Madrider Grand Hotel die Rede. Zu allem Überfluss gab Franks Vater den Medien gegenüber („Kicker“) auch noch zum Besten, dass er seinem Sohn empfohlen habe, Eintracht zu verlassen, um seinen guten Ruf zu wahren. Ruhe im Verein sieht anders aus! Aber was soll´s?! Ein überzeugender Sieg gegen den Tabellenführer am Samstag und alles würde sich sicherlich beruhigen!
Die Fortunen aus Düsseldorf dagegen hatten es zu Saisonbeginn einmal so richtig krachen lassen. Mit 5:1 fertigten sie am 1. Spieltag den Meisterschaftsanwärter 1.FC Köln ab, verloren dann zwar bei Werder Bremen mit 1:2, siegten danach aber auch gegen den Meister von 1972, 1973 und 1974 Bayern München mit 4:2. Punktgleich mit sechs anderen Teams führten sie die Tabelle an.
Mit 22.000 Zuschauern war das Stadion an der Hamburger Straße an diesem 27.8.1977 zu 2/3 gefüllt. Angesichts des Rekords von 5.500 verkauften Dauerkarten – der bis ins neue Jahrtausend hielt -- ein eher enttäuschender Besuch.
Es wurde ein Spiel zweier gut aufgelegter Mannschaften. Eintracht dominierte. Die Reisestrapazen von der Reise nach Madrid und auch interne Querelen waren nicht zu spüren. Immer wieder trieb Breitner das Spiel an und Handschuh führte glänzend Regie. Da aber die Fortunen gut in der Abwehr standen und den Stürmern Popivoda und Frank keinen Raum ließen, kam der BTSV zu keinem Treffer. Im Gegenzug musste die „Löwen“-Abwehr einschließlich Torwart Franke immer hellwach sein, wenn der Tabellenführer gefährlich angriff. An diesem Spielverlauf änderte sich auch zunächst nichts durch den frühen Platzverweis für einen Düsseldorfer Spieler. Klaus Allofs (nach der aktiven Karriere lange Zeit Manager bei Werder Bremen und derzeit Manager beim Werksclub in Wolfsburg) hatte sich wenige Minuten zuvor nach einem Foul an Breitner „Gelb“ abgeholt und foulte in Minute 20 nun Dremmler. „Gelb-Rot“ war die berechtigte Folge. Allofs ging weinend vom Platz. Da das Spiel danach ähnlich ablief wie zuvor, stand es auch beim Halbzeitpfiff noch 0:0.
Nach dem Wechsel wurde der Druck der „Löwen“ größer. Zunächst ohne Erfolg, bis dann Eintrachts Neuzugang seinen Auftritt hatte.
67.Minute, Gewaltschuss Breitner, 1:0! 73. Minute, Gewaltschuss Breitner, 2:0!
Seine ersten Treffer in der Bundesliga nach der Rückkehr aus Spanien!
Die Eintracht-Fans tobten und feierten ihren neuen Liebling, wie sie schon lange keinen Spieler mehr gefeiert hatten.
Da danach nichts mehr passierte, hatte Eintracht die Begegnung mit 2:0 gewonnen.
Kapitän Häbermann erklärte nach der Partie, dass Paul (Breitner) kein Fremdkörper im Team sei, und Breitner selbst sagte: „Besser hätte ich das mir in den letzten Tagen Angedichtete mit Worten nicht widerlegen können.“
Nach dem überzeugenden Sieg gingen die Fans zufrieden nach Hause. Es stimmte schon, was die Sportzeitschrift „Kicker“ in seinem Sonderheft zur Saison 1977/78 (auf Seiten 16-18) zu Eintracht geschrieben hatte: „Jetzt wollen sie Meister werden.“ Jawoll, das wollten sie! Und ihre Fans! Und der Sieg gegen die Fortuna war ein Schritt in die richtige Richtung!
Durch den Sieg verbesserte sich der BTSV „nur“ auf Platz 3, da auch der Zweite 1.FC Köln (bei Bayern München mit 3:0) und der Dritte Hamburger SV (gegen 1.FC Kaiserslautern mit 3:1) gewonnen hatte. Aber diese beiden Mannschaften würden die „Löwen“ sicher demnächst auch überholen … Dachte man!
Apropos HSV! Neben Breitner lieferte auch der zweite neue Superstar der Bundesliga seine erste überzeugende Leistung ab. Kevin Keegan, vor der Saison von den Hamburgern für mehr als 2 Millionen DM verpflichtet und bisher blass geblieben, spielte groß auf und erzielte beim Sieg gegen den FCK einen Treffer.

Eintracht - Rot-Weiß Essen 1:0 (0:0)27.08.2003
5. Spieltag Regionalliga Nord – 2003/04
Am 27.8.2003 stellte sich im Punktspiel der Regionalliga Nord die Mannschaft von Rot-Weiß Essen im Stadion an der Hamburger Straße vor.
Schon wieder RWE! Gerade 15 Monate und 9 Tage war es her, da hatten sich beide Teams im Fernduell noch einen harten Kampf um den zweiten Aufstiegsplatz in die 2. Bundesliga geliefert -- mit dem besseren Ende für Eintracht dank des Kopfballs von Piorunek! Während die Blau-Gelben in der Folgesaison 2002/2003 den Klassenerhalt in Liga 2 nicht geschafft hatten, waren die Rot-Weißen in der Regionalliga erneut mit Platz 3 knapp am Aufstieg gescheitert. So sah man sich wieder! Mit gleichen Zielen! Nur der Aufstieg in Liga 2 zählte.
Beide Teams galten auch als die TOP-Favoriten für den Aufstieg. Sämtliche 18 Trainer der Regionalliga hatten auf Rot-Weiß Essen getippt, immerhin 16 auf Eintracht.
Die "Löwen" befanden sich auf einem guten Weg. Von den ersten 4 Spielen der Saison 2003/2004 hatten sie 3 Begegnungen gewonnen (3:2 gegen Dynamo Dresden; 5:2 gegen Hamburger SV Amateure; 1:0 bei Holstein Kiel) und einmal Unentschieden gespielt (1:1 beim Wuppertaler SV am 2. Spieltag). Mit 10 Punkten belegten sie den 2. Tabellenplatz.
RWE dagegen fand sich mit nur 5 Punkten und ohne Trainer auf Platz 10 der Tabelle wieder. Die 0:2-Heimniederlage am 4. Spieltag gegen KFC Uerdingen hatte den Vorstand veranlasst, Trainer Pless, der die Mannschaft seit der Saison 2001/2002 betreute, zu entlassen. Die Trainerentlassung war so kurzfristig vor dem Spiel in Braunschweig erfolgt, dass im "Eintracht aktuell" noch ein Interview mit dem "Gäste-Trainer" Harry Pless abgedruckt war. In der Verantwortung standen nun aber übergangsweise der sportliche Leiter und der Co-Trainer.
14.500 Zuschauer fanden an diesem Mittwochabend den Weg ins Stadion.
Sie sahen die erwartete umkämpfte Partie. Zur Pause stand es noch 0:0. Für den zweiten Durchgang brachte Trainer Reinders für Lars Fuchs den Neuzugang vom MSV Duisburg Dominik Jansen und bewies damit ein goldenes Händchen. Drei Minuten, nachdem sich die Essener durch eine gelb-rote Karte selbst dezimiert hatten, traf Jansen mit wuchtigem Kopfball zum 1:0 (66. Minute). Jubel! Dem ehemaligen Eintracht-Torhüter Kirschstein, der nun das Tor von RWE hütete, blieb nichts anderes, als den Ball aus dem Netz zu holen. Wer jedoch dachte, das Spiel sei angesichts der Überzahl der Blau-Gelben damit gelaufen, sah sich getäuscht. Die "Löwen" brachten keine Souveränität in ihr Spiel und Essen blieb bis zum Schluss gefährlich. Ein Treffer gelang den Rot-Weissen aber nicht mehr.
Die Fans des BTSV konnten den 1:0-Sieg bejubeln – und die Tabellenführung! Es geht doch nichts über Flutlichtspiele!