5. August
Außenverteidiger Klaus Meyer05.08.1937
Ein Löwengeburtstag
Klaus Meyer wurde als waschechter Braunschweiger am 5.8.1937 geboren.
In der Jugend spielte er zunächst beim VfL Oker und später beim MTV Gittelde, bevor er 1954 zur Eintracht wechselte. Nach seinem Wehrdienst wurde er in der Saison 1958/59 bereits in der Oberliga-Mannschaft eingesetzt und daraufhin 1959 Vertragsspieler. Er entwickelte sich zum Stammspieler in der Abwehr der "Löwen".
Daran änderte auch die Einrichtung der Bundesliga im Sommer 1963 nichts. Von den ersten 87 Bundesligaspielen bestritt der beidfüßige Außenverteidiger 84 und schoss dabei ein Tor (bei Hertha BSC am 30.3.1964 zum Endstand von 1:1). Für die letzten sieben Spiele der Saison 1965/66 verlor Meyer seinen Stammplatz dann jedoch an den zum Verteidiger umgeschulten Jürgen Moll.
Auch in der Meisterschaftssaison 1966/67 kam er die ersten drei Partien nicht zum Einsatz. Da sein Mannschaftskamerad Brase an einer rätselhaften Viruserkrankung litt, die ihn fortan zum Aussetzen zwang, rutschte Meyer, den nicht wenige für den schnellsten Rückwärtsläufer der Bundesliga hielten, wieder ins Team. Als rechter Verteidiger bestritt er dann 30 der verbleibenden 31 Begegnungen auf dem Weg zum Meistertitel. Nur beim 0:1 zu Hause gegen Hannover 96 am 29.4.1967 musste er verletzungsbedingt zusehen. "Flutlicht-Meyer" trug mit seinen guten Leistungen dazu bei, dass die Abwehr der Blau-Gelben in der gesamten Saison nur 27 Gegentore zuließ – ein wesentlicher Grund für den Gewinn der Meisterschaft und zudem ein Rekord, der erst durch Werder Bremen in der Saison 1987/88 (22 Tore) unterboten wurde. Meyer war es auch, der den Fans bei der Meisterschaftsfeier vom Balkon des Altstadt-Rathauses die Frage zurief: "Wollt Ihr den Europa-Cup?" Die Antwort der 20.000 feiernden Braunschweiger war klar ...
In der Saison 1967/68 bestritt Klaus Meyer nur noch 9 Spiele (vom 7.-15.SpT: 13:5-Punkte) und beendete danach seine Fussball-Karriere. Der Abiturient absolvierte eine Banklehre und studierte anschließend Betriebs- und Volkswirtschaft. Später wechselte er in die Versicherungsbranche.
Klaus Meyer ist seiner Heimatstadt treu geblieben. Man sieht ihn immer wieder einmal bei Veranstaltungen rund um die Eintracht. So war er zum Beispiel auch bei der Präsentation des (aktuell neuesten) Eintracht-Buches "Ein roter Löwe auf der Brust" Anfang Dezember 2010 in der Zentrale der Braunschweiger Landessparkasse anwesend. [Stand: März 2012]

Eintracht – 1. FC Köln 1:0 (0:0)05.08.2012
1. Spieltag 2. Bundesliga – 2012/13
Auftakt in der 2. Bundesliga! Zum Saisonstart 2012/13 erwartete Eintracht am Sonntag, den 5.8.2012 die Mannschaft des 1.FC Köln in der Löwenstadt.
Fussball-Braunschweig freute sich auf die neue Saison. Der 8. Tabellenplatz in der vorangegangenen Spielzeit als Aufsteiger hatte Lust auf Mehr gemacht. Bis zum 23.Juli, an dem der Vorverkauf vorübergehend bis Saisonbeginn gestoppt wurde, waren bereits über 11.000 Dauerkarten verkauft worden. Zur guten Stimmung hatten sicherlich auch die vorzeitige Vertragsverlängerung von Trainer Lieberknecht Mitte Juni um 2 Jahre bis Sommer 2015 und die gute Leistung beim Saison-Eröffnungsspiel am 20.Juli gegen den Dritten der spanischen Liga und gleichzeitig Halbfinalisten in der Europa-League FC Valencia (1:1) beigetragen.
Außerdem war man neugierig auf die Neuzugänge Kevin Kratz (von Alemannia Aachen), Björn Kluft (Preußen Münster), Jonas Erwig-Drüppel (Schalke 04 II) und den Schweizer Orhan Ademi (SC Altach Rheindorf/Österreich). Kluft würde jedoch mit Sicherheit nicht so bald auflaufen können, weil er beim „Freundschaft“sspiel beim MTV Vater Jahn Peine am 23.Juni nach einem üblen Foul eine Kniescheibenluxation erlitten hatte. Verlassen hatten Eintracht im Sommer die Spieler Fetsch, Reinhardt, Benjamin Fuchs und Zimmermann. Unger und Gos wechselten zur U23 der „Löwen“.
Nachdem in der Vorsaison – wie bei Aufsteigern üblich -- das Saisonziel der Klassenerhalt war, planten Eintrachts Verantwortliche nun, dass sich die Mannschaft in der 2. Bundesliga etablieren solle -- Eine realistische Zielsetzung, wie auch die Sportzeitschrift „Kicker“ in ihrer Ausgabe vom 26.Juli mit der Einschränkung bestätigte, das schwierige Auftaktprogramm müsse ordentlich bewältigt werden.
Ja, das Auftaktprogramm! Mit den Kölnern stellte sich gleich einer der drei Absteiger aus der Bundesliga im Stadion an der Hamburger Straße vor. Den FC hatten nach dem Abstieg zahlreiche Spieler verlassen. Die spektakulärsten Abgänge waren sicherlich Podolski (für 12 Mlln. € zu Arsenal London), Novakovic, Riether und Weiser (für 800.000€ zu Bayern München). Inwieweit die stattdessen verpflichteten Spieler unter ihrem neuen Trainer Stanislawski schnell zu einer Einheit zusammenwachsen würden, blieb abzuwarten. So war es verständlich, dass der 1.FC Köln erst für 2014 den Wiederaufstieg in die Bundesliga plante. Die Trainer der Zweitligisten sahen das anders. In einer Umfrage nannten 15 die Geißböcke als Aufstiegskandidat. Sie erreichten damit hinter den anderen beiden Absteigern Hertha BSC (17x genannt) und dem 1.FC Kaiserslautern (16x) die dritthöchste Zahl noch vor 1860 München (13x) und dem FC St.Pauli (9x). Eintracht wurde 1x genannt -- vom FC-Trainer Stanislawski. Im „Eintracht aktuell“ zu dieser Begegnung bekräftigte er diese Aussage noch einmal mit den Worten: „Ich traue dem Verein einen oberen Tabellenplatz zu.“
Dass das mit den Favoritentipps aber so eine Sache ist, mussten zumindest Hertha und St. Pauli am 1. Spieltag erfahren. Sie waren beide bereits am Freitagabend aktiv geworden und dabei nicht über ein Unentschieden hinausgekommen (Hertha zu Hause 2:2 gg Paderborn und St.Pauli 0:0 in Aue).
Mit 21.820 Zuschauern war die Begegnung ausverkauft. Die 5683 Zuschauer auf den Sitzplätzen in der Gegengerade durften sich erst einmal über eine neue blaue Bestuhlung freuen, auf der man nun das Wort „Braunschweig“ lesen konnte. Endlich Blau statt Rot!
Beim Anpfiff von Schiedsrichter Gagelmann stand mit Kratz nur ein Neuzugang bei den Blau-Gelben auf dem Platz. Weder er noch seine Mitspieler konnten verhindern, dass die Kölner zunächst das bessere Spiel zeigten. Allerdings besaßen ihre Angriffe nur selten Durchschlagskraft. So kamen sie nur zu 2, 3 Chancen, die sie zudem nicht nutzen konnten. Die größte davon hatte der Nordkoreaner Chong Tese kurz vor der Pause, als er frei zum Schuss kam, aber verzog. Und Eintracht? Abgesehen von einer Szene, die die Gemüter erhitzte, weil der Schiri nach einem Trikotziehen an Kruppke nicht auf Elfmeter entschieden hatte, war wenig los. So stand es zur Pause torlos 0:0.
In Halbzeit 2 spielten die „Löwen“ mutiger. Es bedurfte aber einer weiteren nicht genutzten Chance des FC, um die Blaugelben nun endgültig aufzuwecken und zur dominanten Mannschaft auf dem Platz werden zu lassen. Das war so um die Minute 60 herum. In der 68.Spielminute verließ Kruppke den Platz und der neue Stürmer Ademi wurde eingewechselt. Und er führte sich gleich richtig ein!
69. Spielminute, Freistoß Eintracht aus dem Halbfeld. Kratz bringt den Ball vor das Tor. Zeitgleich rücken alle Kölner Spieler raus, um die Einträchtler ins Abseits zu stellen. Einer reagiert jedoch zu spät und verhindert so das Abseits. Dogan kommt völlig frei zum Kopfball, trifft aber nur die Latte. Aber da ist noch Ademi. Mit seiner ersten Ballberührung überhaupt netzt er ein. Tooor! 1:0!
Zwei Minuten später traf Raffael Korte nur den Pfosten. Weitere elf Minuten danach vergab Kumbela eine gute Gelegenheit. Die Kölner dagegen waren nicht in der Verfassung, sich nach dem Rückstand noch einmal richtig aufzubäumen. Nur ein einziges Mal, kurz vor dem Schlusspfiff, mussten Eintrachts Fans bei einer Kölner Chance noch einmal die Luft anhalten. Sie konnten durchatmen, vergeben! Abpfiff! 1:0! Sieg!
Nach dem Spiel stellte sich heraus, dass Lieberknecht von der Abseitsfalle des FC gewusst hatte. Kölns Trainer Stanislawski dagegen erklärte im Interview beim Fernsehsender „Sport 1“ angesichts der Überlegenheit seines Teams in der 1. Hälfte: „Wir haben uns um den Lohn unserer Früchte gebracht.“ Was? Wie nun? Ach so, um den Lohn oder die Früchte unserer Arbeit‘ meinte er. Na ja, nach einer Niederlage im stimmgewaltigen Eintracht-Stadion kann man schon ´mal durcheinander kommen.
Der „Löwen“-Anhang ging gutgelaunt nach Hause. Man war sich sicher, dass es diese Saison nicht genau so kommen würde wie in den beiden anderen Spielzeiten in diesem Jahrtausend, in denen man auch den 1.FC Köln zum Gegner hatte:
In der Spielzeit 2002/03 lauteten die Ergebnisse 1:1 zu Hause und auch auswärts. Der FC stieg auf und Eintracht stieg ab. In der Spielzeit 2006/07 lauteten die Ergebnisse 1:4 auswärts und 0:1 zu Hause. Der FC stieg auf und Eintracht stieg ab.
Dieses Mal nicht!
Nach den Sonntagsspielen übernahm Eintracht den 3. Platz in der Tabelle. Es führte Aufsteiger VfR Aalen (4:1 beim MSV Duisburg) vor dem VfL Bochum (2:1 gegen Dynamo Dresden). Das Montagsspiel änderte nichts an der Tabellenposition des BTSV. Der 1.FC Kaiserslautern spielte 3:3 gegen Union Berlin.
Eins zeigte dieses Ergebnis jedoch: Union schien stark zu sein. Und genau dort musste Eintracht am 2. Spieltag antreten…
[Stand: Juli 2014]