7. August
Stofflöwe "Micha"07.08.1998
Eintracht bekommt Maskottchen
Eintracht hatte nach 30 Jahren wieder ein Maskottchen. Die Fans hatten 6.000 DM gesammelt und hierfür einen ca. 2,5 x 1 Meter großen Stofflöwen gekauft. Er wurde auf den Namen "Micha" getauft und der Mannschaft im Rahmen der Eröffnung eines Fan-Shops übergeben.
"Micha" nahm am 7.8.1998 erstmalig seinen Platz in der Südkurve hinter dem Tor ein. An diesem Tag bestritt Eintracht sein Heimdebüt in der Regionalliga-Saison 1998/99. Gegner war der Aufsteiger BV Cloppenburg.
"Micha" und mit ihm die etwa 8.500 Zuschauer bekamen an diesem Tag zu sehen, was den Fussball der Braunschweiger Eintracht so oft ausgemacht hatte: Kampf bis zu letzten Minute!
Die Cloppenburger hielten gut mit und gingen nach 20 Minuten in Führung. Mit 0:1 wurden auch die Seiten gewechselt. In der 2. Halbzeit zunächst dasselbe Bild. Zwar gelang Jurgeleit nach 60 Minuten der Ausgleich, der Aufsteiger konterte jedoch mit dem 1:2 nach 71 Minuten. Erst danach wurde Eintracht seiner Favoritenrolle gerecht und erspielte sich Chance auf Chance. Den erneuten Ausgleich markierte Winkler in der 81. Minute. Dem vor der Saison (von Hannover 96) neu verpflichteten Milovanovic war es schließlich vorbehalten, in der fünften und letzten Minute der Nachspielzeit den vielumjubelten Siegtreffer zum 3:2 zu erzielen. Der Schiedsrichter musste so lange nachspielen lassen, weil eine Irritation bei einer Auswechslung zu einer Unterbrechung von fünf Minuten geführt hatte. Weiteres Kuriosum: Milovanovic" zu ausgiebiger Torjubel in der Südkurve brachte ihm die Gelb-Rote Karte ein. Es wird ihm egal gewesen sein.
Eintracht war mit diesem Sieg (und dem vorangegangenen 2:2 beim VfB Oldenburg) ordentlich in die Saison gestartet.
Nachdem die Blau-Gelben in den beiden Vorjahren jeweils den "Roten" aus Hannover den Vortritt lassen mussten, wollten sie diese Saison unbedingt aufsteigen. Der Anfang war gemacht.
Niemand konnte an diesem Augustnachmittag ahnen, dass man am Ende der Saison zwar zwei Trainerentlassungen (Lorkowski, Sandhove), aber wieder keinen Aufstieg zu verzeichnen hatte.
"Micha" machte das nichts aus. Er blieb der Eintracht treu und nahm seinen Platz hinter dem Tor in der Südkurve die ganze Saison über ein.
Später "verschlug" es den Löwen nach Sachsen-Anhalt. Man sagt, er habe den Umzug nicht eingesehen und sich dagegen gewehrt.

Bayern München II - Eintracht [abgesagt]07.08.2010
4. Spieltag 3. Liga – 2010/11
Am 4. Spieltag der Drittliga-Saison 2010/2011 sollte Eintracht sein Punktspiel bei der 2. Mannschaft von Bayern München austragen.
Die sog. "Amateur-Teams" sind bei den meisten anderen Vereinen, deren 1. Mannschaften nicht in der 1. oder 2. Bundesliga spielen, in Liga 3 unerwünscht. Zum einen weil sie meist nur ganz wenige Fans zu Auswärtsspielen mitbringen und damit zu Einnahmeverlusten bei den anderen, meist Traditionsvereinen führen, zum anderen aber auch weil sie regelmäßig zur Wettbewerbsverzerrung beitragen.
Diese Wettbewerbsverzerrung entsteht dadurch, dass in den zweiten Mannschaften je nach Lust und Laune des Vereins Spieler des eigentlichen Profi-Teams eingesetzt werden dürfen -- sei es um sie nach Verletzungen wieder heranzuführen, sie zu disziplinieren oder ihnen einfach Spielpraxis zu verschaffen. Meist trifft das die Vereine besonders hart, die während der Woche, also zu einem Zeitpunkt, an dem die erste Mannschaft kein Spiel hat, gegen ein Amateurteam antreten muss.
Ein zweiter Aspekt der Wettbewerbsverzerrung war in den letzten Jahren hinzugekommen bzw. besonders augenfällig geworden. Die (veränderten) Klimabedingungen stellen in der kalten Jahreszeit höhere Anforderungen an die Vereine, ihre Spielstätten in einem/n bespielbaren Zustand zu halten/versetzen. Während die überwiegende Anzahl der Drittliga-Vereine großen Aufwand, teilweise mit Hilfe der Fans betreiben, um ein Heimspiel durchführen zu können, tun die Bundesligisten für die Durchführung der Spiele ihrer zweiten Mannschaften meist wenig bis nichts! Während die Bundesligisten mittels Kunstrasenplätzen oder Rasenheizungen dafür sorgen, dass ihren Spielern jederzeit Trainingsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, verwenden sie zur Aufrechterhaltung des Punktspielbetriebs in Liga 3 wenig Mühe. Zu Regionalligazeiten war das noch teilweise anders. Da trug der BTSV so manches Auswärtsspiel noch in den wettersicheren Arenen von Werder, dem HSV und dem BvB aus. Das hatte sich mit dem Start der 3. Liga im Sommer 2008 geändert. Werder 2 spielte nun nahezu ausschließlich auf dem umgebauten "Platz 11" des Weserstadions, Bayern II generell im Stadion an der Grünwalder Straße und der VfB Stuttgart 2 fast immer im Stadion der Stuttgarter Kickers am Fernsehturm. Mehr 2. Mannschaften gab es in Liga 3 (noch) nicht. Die Folge: Jede Menge Heimspiele der "Amateur"-Teams fielen im Winter aus und mussten im Frühjahr nachgeholt werden. Das wiederum führte zu einer ungleichen Belastung der Drittligavereine im Frühjahr. Von der bis in den April hinein "schiefen" Tabelle einmal ganz zu schweigen.
So war es kein Wunder, dass bei Auftritten von Bayern II, dem VfB II und Werder II im Eintracht-Stadion regelmäßig die Sprechchöre "Amas raus aus Liga 3" und – noch weniger freundlich -- "Wir singen Sch... Amateure" zu hören waren.
In dieser Saison schienen die Blau-Gelben jedoch Glück mit den Ansetzungen zu haben, da sie laut Spielplan alle drei Begegnungen bei den zweiten Mannschaften schon in der Hinrunde austragen sollten.
Als absolut gelungen durfte die Braunschweiger Fangemeinde auch den Saisonstart bezeichnen. Die "Löwen" hatten aus den ersten drei Spielen die Maximalpunktzahl von 9 Punkten geholt und gingen die Aufgabe bei den "kleinen" Bayern, die selbst erst einen Punkt errungen hatten, entsprechend selbstbewusst an.
Eintracht war bereits am Vortag in die Bayrische Landeshauptstadt gereist. Das Punktspiel selbst sollte am Samstag, den 7.8.2010 um 14 Uhr, stattfinden.
Am Vormittag des Spieltages erfuhren die Braunschweiger, dass das Spiel ausfallen müsse, weil der Platz wegen schwerer Regenfälle am Freitag und in der Nacht zum Samstag unbespielbar geworden sei. Ein witterungsbedingter Spielausfall Anfang August? Kann doch nicht sein, oder? Auf Nachfrage wurde den Verantwortlichen des BTSV erklärt, dass der Platz von der Stadt München für das ganze Wochenende gesperrt worden sei. Die "Löwen" mussten daher unverrichteter Dinge wieder abreisen und blieben auf den Reise- und Übernachtungskosten sitzen. Den zeitlichen Aufwand von 2x7 Stunden Busfahrt hatten sie natürlich auch. Wie im Übrigen auch die Fans, die ebenfalls vorher angereist waren bzw. von der Absage in Zügen oder auf der Autobahn erfuhren.
Pünktlich um 14 Uhr, also zur geplanten Anstoßzeit, schien in München die Sonne, und am darauffolgenden Sonntag fand in dem eigentlich doch gesperrten Stadion die Regionalliga-Partie zwischen 1860 II und Eintracht Frankfurt II statt.
Schau an!
Ob der Ausfall vielleicht doch damit zusammenhing, dass Bayerns Profi-Trainer "Feierbiest" van Gaal zur Zeit verstärkt auf die Spieler der 2. Mannschaft zurückgreifen musste, weil viele seiner Profis an der WM teilgenommen hatten und erst Anfang der Woche aus dem Urlaub zurückgekehrt waren? Immerhin hatte sich der Holländer just wenige Tage zuvor über die Situation mehrfach beschwert und im Endspiel um den Liga-Pokal (gegen Schalke) 7 Spieler des U23-Teams eingesetzt.
Ach was, so etwas würden die Bayern bestimmt niiie tun. War einfach Pech! Sicherlich hatten die Bayern alles, aber auch wirklich alles Menschenmögliche unternommen, um die termingerechte Durchführung der Begegnung zu ermöglichen.
Wie dem auch sei! Eintracht verlor nach dieser ausgefallenen Begegnung drei Pflichtspiele in Folge: im Pokal mit 1:2 n.V. gegen die SpVgg Greuther-Fürth, in der Meisterschaft gegen SV Wehen-Wiesbaden ebenfalls mit 1:2 und ... im Nachholspiel bei Bayern München 2 am 25.8.2010 mit 0:1.
Danach allerdings starteten die "Löwen" ihre Erfolgsserie, die mit dem souveränen Aufstieg in die 2. Bundesliga endete.
Bayern II stieg als Tabellenletzter in die Regionalliga ab. Werder Bremen 2 schaffte als Vorletzter auch nicht den sportlichen Klassenerhalt, durfte aber (ebenso wie Wacker Burghausen) in der 3. Liga bleiben, weil zwei Vereine die finanziellen Voraussetzungen für ein weiteres Jahr 3. Liga nicht erfüllen konnten (RW Ahlen, TuS Koblenz).