24. September
Hamburger SV - Eintracht 0:2 (0:0)24.09.1976
7. Spieltag Bundesliga 1976/77
Am 24.9.1976 musste Eintracht im Volksparkstadion beim Hamburger SV antreten.
Für die Blau-Gelben hatte die Bundesligasaison 1976/77 sehr gut begonnen. Von den ersten sechs Begegnungen hatten sie alle ihre Heimspiele gewonnen (3:1 gegen Eintracht Frankfurt, 3:1 gegen Tennis Borussia Berlin und 1:0 gegen Schalke 04) und auswärts eine ausgeglichene Bilanz erreicht (3:1 bei Fortuna Düsseldorf, 2:2 bei Bayern München und 0:3 beim 1.FC Köln). Mit 9:3 Punkten (2-Punkte-Wertung) standen sie mit einem Punkt Rückstand auf den Tabellenführer 1.FC Köln auf dem 3. Tabellenplatz. Zudem war es ihnen Anfang September gelungen, den Deutschen Meister Borussia Mönchengladbach in der ersten Pokalrunde in dessen Stadion Am Bökelberg mit 2:0 auszuschalten.
Der HSV dagegen wies 7:5 Punkte auf und hatte bereits eine Heimniederlage hinnehmen müssen (3:4 gegen Borussia Dortmund). Mit einem deutlichen Sieg konnten die Hamburger, die in der Vorsaison Vizemeister geworden waren, allerdings an den "Löwen" vorbeiziehen. Mut machte den Hamburgern, dass sie den BTSV in der Vorsaison mit 4:0 vom Platz gefegt hatten.
50.000 Zuschauer bekamen an diesem Tag eine andere Eintracht-Elf zu Gesicht als noch vor 4 ½ Monaten. Zwar war der HSV optisch überlegen und erspielte sich eine Reihe von Torchancen, die modernere Spielauffassung zeigten jedoch die "Löwen". Natürlich war auch etwas Glück dabei, dass die Elbe-Städter keine ihrer Gelegenheiten vor der Pause zu einem Treffer nutzten konnten. Mit der guten Abstimmung und dem reibungslosen Ineinandergreifen der einzelnen Mannschaftsteile hatte sich Eintracht das 0:0 zur Pause aber auch verdient. Nach dem Wechsel wurde der Unterschied zwischen beiden Mannschaften noch deutlicher. Während dem HSV immer weniger einfiel, um das Tor der Braunschweiger zu gefährden, gewannen die Angriffe der Blau-Gelben zunehmend an Zielstrebigkeit. So dauerte es nicht lange, bis Hollmann nach Vorarbeit von Popivoda das 0:1 erzielte (53. Minute). Danach ergaben sich mehrfach Gelegenheiten zur Erhöhung, doch entweder war die Latte oder der Hamburger Torwart im Wege. So dauerte es bis zur 90. Minute, bis Frank mit dem 0:2 letzte Zweifel am Sieg des BTSV zerstreute. Und wer hatte die Vorarbeit geleistet? Natürlich wieder der überragende Danilo Popivoda, über den Rudi Assauer, ehemaliger Bundesligaspieler und später langjähriger Schalke-Manager, nach dem Spiel sagte: "Solch einen Spieler gibt es in der Bundesliga kein zweites Mal."
Eintracht hatte sich mit diesem 2:0-Auswärtssieg auf den 2. Tabellenplatz verbessert und deutlich gezeigt, wer die Nummer 1 in Deutschlands Norden ist. Entsprechend gut gelaunt traten die Fans die Heimreise an. Es machte zur Zeit einfach unheimlich viel Spaß, "Löwen"-Fan zu sein. Da passte es sich gut, dass gerade das neue Eintracht-Buch mit dem Titel "Der Weg zur Spitze – 80 Jahre Eintracht Braunschweig" im Dasbach-Verlag erschienen war. So konnte man sich auch den Rest des Wochenendes mit dem BTSV, seiner Geschichte und seinen Erfolgen befassen.
Die gute Leistung der "Löwen" war es dem "Kicker" wert, mit Franke, Hollmann und Popivoda gleich drei Spieler in die "Elf des Tages" zu berufen. Für "Popi" war es am 7. Spieltag bereits das dritte Mal!
Während die Fachwelt nach dem 4:1-Sieg von Bayern München über den alten Tabellenführer 1. FC Köln und dem gleichzeitigen 6:0 des neuen Spitzenreiters Borussia Mönchengladbach (über RW Essen) überwiegend von einem Zwei- bzw. Dreikampf um die Deutsche Meisterschaft zwischen Gladbach, Bayern und eventuell den Kölnern ausging, gab es auch einzelne Stimmen, die Eintracht den großen Coup zutrauten. Nachzulesende Formulierungen wie "Die Braunschweiger sind nicht durch Zufall Zweiter" oder "Der Geheimtipp für viele" sowie die Aussage von HSV-Trainer Klötzer, dass der BTSV "bis zum Ende oben mitmischt", gingen in diese Richtung.
Diejenigen, die die "Löwen" mit auf der Rechnung hatten, sollten Recht behalten. Niemals waren die Blau-Gelben der zweiten Deutschen Meisterschaft so nah wie in dieser Saison. Selbst am letzten Spieltag hatten sie noch theoretische Chancen auf den Titel. Am Ende stand mit Tabellenplatz 3 (mit 43:25 Punkten) hinter Meister Borussia Mönchengladbach (44:24) und Schalke 04 (43:25) das beste Ergebnis seit der Meisterschaft 1967 fest. Über Bayern München (7.) und den 1. FC Köln (5.) sprach am Ende niemand.

Eintracht – 1.FC Saarbrücken 3:0 (1:0)24.09.1977
9. Spieltag Bundesliga – 1977/78
Am 24.9.1977 stellte sich die Mannschaft vom 1.FC Saarbrücken zum Punktspiel im Eintracht-Stadion vor.
Der 1.FC Saarbrücken, der 1963 zu den 16 Gründungsmitgliedern der Bundesliga zählte, als Tabellenletzter der Premierensaison jedoch gleich den bitteren Abstieg hinnehmen musste, spielte erst das zweite Jahr wieder im Fussball-Oberhaus. Nach dem Aufstieg 1976 schlossen die Saarländer die erste Saison mit Platz 14 ab. Das Ziel, den Klassenerhalt, erreichten sie mit einem einzigen Punkt Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz (Platz 16). Entsprechend bescheiden waren auch die Ziele für die aktuelle Bundesliga-Saison 1977/78. Wieder war nur vom Klassenerhalt die Rede.
Mit dem Zwischenstand konnten die Saarländer durchaus zufrieden sein. Ähnlich wie die „Löwen“ stellte der FCS zu Hause eine Macht dar und war im Ludwigspark-Stadion noch ungeschlagen. Siegen gegen den FC St.Pauli (4:0), Bayern München (2:1) und den 1.FC Köln (1:0) stand lediglich ein Unentschieden gegen den 1.FC Kaiserslautern (3:3) gegenüber. 7 Heimpunkte und 1 Auswärtspunkt (1:1 bei Werder Bremen) aus vier Begegnungen bedeuteten 8:8-Punkte (2-Punkte-Wertung) und damit einen ordentlichen 10.Tabellenplatz.
Nicht nur die Heimstärke hatte der 1.FC Saarbrücken mit dem BTSV gemeinsam. Auch die Auswärtsschwäche war in der Okerstadt wohl bekannt. Eintrachts makelloser Heimbilanz von 8:0-Punkten standen auswärts 2:6-Punkte gegenüber. Zu wenig, um das erklärte Ziel, die Deutsche Meisterschaft, erreichen zu können!
So betrug der Rückstand der Mannschaft um Franke, Hollmann, Merkhoffer, Breitner, Handschuh, Popivoda und Frank auf den bisher ungeschlagenen Tabellenführer FC Schalke 04 (11:3 Punkte) nach acht Spieltagen schon drei Punkte. Punktgleich mit Eintracht Frankfurt, Fortuna Düsseldorf und dem HSV (8:6) belegte der BTSV den 5. Tabellenplatz.
Mut machten den Fans der Blau-Gelben jedoch die beiden letzten Auftritte. Erst hatte Eintracht im Hinspiel der ersten Runde des UEFA-Cups bei Dynamo Kiew vor 100.000 Zuschauern sensationell ein 1:1 erreicht (14.9.77), um anschließend den VfL Bochum im Bundesligaduell mit 3:1 zu besiegen (17.9.77). Da die „Löwen“ in diesen Begegnungen endlich überzeugend aufgetreten waren und damit auch die fünf „englischen“ Wochen in Folge überstanden hatten, glaubten viele daran, dass beim Team nun der Knoten aufgegangen wäre. Trotzdem wollten nur noch 14.200 die Partie gegen den FCS sehen. Die Zuschauerzahl war damit von 21.500, über 20.000, 15.500 und 15.000 immer weiter zurückgegangen.
Diejenigen, die an diesem Samstag zu Hause geblieben waren, verpassten etwas.
Der 1. FC Saarbrücken spielte schlechter als gewohnt. Ob es nun daran lag, dass die Saarländer wegen Staus auf der Autobahn mehr als 8 Stunden im Bus verbringen mussten, oder ob sie der spielerischen Klasse der „Löwen“ einfach nichts entgegen zu setzen hatten – egal! Eintracht war hochüberlegen und spielte Chance auf Chance heraus. Immer wieder war es Breitner, der auch ohne den verletzt ausgefallenen Handschuh das Spiel des BTSV wirkungsvoll anschob. Das Eckenverhältnis lautete am Ende 14:0. Erst nach 83 Minuten musste Torwart Franke zum ersten Mal richtig eingreifen.
Am Ende lautete das Ergebnis 3:0. Hollmann (37.Spielminute), Merkhoffer (63.; per Kopf nach Ecke) und Breitner (80.; Foul-Elfmeter) hatten die Treffer erzielt. Ein 6:0 oder 7:0 hätte dem Spielverlauf eher entsprochen.
Die Fans verließen glücklich das Stadion. Die Generalprobe für das Rückspiel gegen Kiew war gelungen. Außerdem nährte der Auftritt die Hoffnungen, dass die „Löwen“ nun doch ernsthaft um die Deutsche Meisterschaft mitspielen könnten.
Die anderen Bundesliga-Ergebnisse kamen dem BTSV ebenfalls entgegen. Bayern München hatte den Tabellenführer Schalke mit 7:1 vom Platz gefegt und Meister Gladbach mit 3:1 in Düsseldorf gewonnen. Eintracht belegte hinter Schalke (13:5 Punkte) und punktgleich mit Frankfurt (14:6) nunmehr bereits den 3. Platz. Mit derselben Punktzahl, aber dem inzwischen schlechteren Torverhältnis folgte der HSV auf Rang 4.
In der 2. Bundesliga Nord hatte Preußen Münster Hannover 96 mit 3:1 besiegt. Die „Roten“ belegten mit 8:10-Punkten aktuell den 13. Tabellenplatz. Auch hiergegen hatte man in Braunschweig nichts einzuwenden.
An den folgenden beiden Spieltagen standen für die „Löwen“ nun die Duelle mit Schalke (auswärts) und dem HSV (zu Hause) an. Richtungsweisende Wochen! Wohin würde der Weg von Niedersachsens Nummer 1 führen? [Stand: September 2013]

Eintracht – Eintracht Frankfurt 4:3 (2:2)24.09.1983
8. Spieltag Bundesliga – 1983/84
Am 24.9.1983 hatte Eintracht den Namensvetter aus Frankfurt zu Gast.
Die Bundesliga-Saison 1983/84 begann für den BTSV wenig verheißungsvoll. Die Lizenz vom DFB hatte der Verein nur erhalten, weil Jägermeister-Boss und Sponsor Günter Mast wieder einmal mit der Zahlung eines Geldbetrags eingesprungen war. Nur reichte das in diesem Fall noch nicht. Vereinspräsident Jäcker hatte daher die Parole ausgegeben, 800.000 DM im Personaletat einzusparen. Während sich andere Vereine namhaft verstärkten (u. a. wechselte Lerby für 1,8 Mln. von Ajax Amsterdam zu Bayern München und Schatzschneider für 1,2 Mln. von 96 zum HSV), konnten sich die Blau-Gelben keine Neuverpflichtungen leisten. Daran änderte auch der gute Dauerkartenverkauf nichts, der immerhin 900.000 DM in die klammen Kassen spülte. Allerdings verloren die "Löwen" aus ihrer Stammelf auch nur den Schweden Hasse Borg an Malmö FF. Die Vereinsführung hatte daher als Ziel einen Mittelfeldplatz ausgegeben. Auch Stammtorhüter Bernd Franke hielt Tabellenplatz 10 für realistisch. Mutige Aussagen, wenn man bedenkt, dass Eintracht die Vorsaison gerade einmal als 15. abgeschlossen hatte! Der Saisonstart misslang jedenfalls. Mit 4:10-Punkten (2-Punkte-Wertung) belegte die nur noch aus 17 Profis bestehende Mannschaft nach sieben Spieltagen Platz 17 der Tabelle, einen Abstiegsplatz. Auswärts waren alle vier Spiele verloren gegangen und auch zu Hause hatte man bereits eine Niederlage hinnehmen müssen. Lediglich die Heimspiele gegen Aufsteiger Waldhof Mannheim (3:2 am 2. Spieltag) und gegen Borussia Mönchengladbach (3:1 am 4. Spieltag) waren gewonnen worden.
Für die "Löwen" wurde es also Zeit für einen weiteren doppelten Punktgewinn, wenn sie verhindern wollten, bereits früh in der Saison im Abstiegskampf festzustecken. Die Eintracht aus Frankfurt schien dafür der geeignete Gegner zu sein, denn ebenso wie der BTSV hatten die Hessen auswärts noch nicht punkten können. Mit 5:9-Punkten bei nur einem errungenen Sieg waren sie in der Tabelle nur wenig besser postiert (14.).
Das Spiel wurde auch zum Duell zweier befreundeter Trainer. Der neue "Löwen"-Coach Ristic war 1974 vom jetzigen Frankfurter Trainer Zebec als Spieler zu den Blau-Gelben geholt worden und hatte unter diesem zwischen 1978 und 1980 auch als Co-Trainer beim HSV gearbeitet.
Lediglich 12.000 Zuschauer, damit noch weniger als der schon knapp kalkulierte Schnitt von 14.000, passierten die Stadiontore. Sie bekamen ein schwaches Spiel zu sehen, wurden aber durch die Anzahl der Treffer entschädigt – und, sofern sie "Löwen"-Fans waren, auch durch das Ergebnis.
Die Blau-Gelben wirkten an diesem Samstag konfus und energielos. Allerdings waren die Frankfurter nicht besser. Dennoch hätten die Adlerträger einen Punkt verdient gehabt, der Fussballgott wollte es jedoch anders. Die zweimalige Führung der Hessen (28. und 40. Minute) glichen Lux (35.) und Keute (45.) jeweils zeitnah aus. So ging es mit einem 2:2 in die Pause. Nach dem Wechsel brachte Studzizba, den Ristic im Gegensatz zu seinem Vorgänger Maslo nicht weiter als Libero, sondern als Spielgestalter einsetzte, Eintracht erstmalig in Führung (52.). Dieses Mal gelang den Frankfurtern der Ausgleich (65.). Deren Freude währte aber nur kurz. Bereits zwei Minuten später sorgten sie mit einem Eigentor selbst für die erneute Führung der "Löwen". 4:3! So blieb es bis zum Schluss.
Jubel auf den Rängen. Der BTSV hatte sich mit diesem Sieg auf den 15. Tabellenplatz verbessert.
Merkhoffers Einsatz, der trotz der im Spiel erlittenen Oberschenkelverletzung bis zum Ende durchhielt, hatte sich also gelohnt. Was niemand zu diesem Zeitpunkt ahnte: Dieses 419. Bundesligaspiel von "Pferde-Franz" sollte sein letztes bleiben. Der lädierte Oberschenkel zwang ihn fünf Monate später dazu, einen Antrag auf Sport-Invalidität zu stellen.
Eintracht holte aus den folgenden drei Punktspielen zwei weitere Siege und löste sich damit ein wenig aus der Abstiegszone. Am Saisonende durften sich die Fans über einen 9. Tabellenplatz (32:36 Punkte) freuen.
Für die Frankfurter dagegen gingen die Sorgen über den 34. Spieltag hinaus. Sie hatten lediglich Tabellenplatz 16 erreicht und mussten in die Relegation. Hier setzten sie sich gegen den Dritten der 2. Bundesliga, den MSV Duisburg (1:1/5:0) durch und konnten letztendlich doch noch den Klassenerhalt bejubeln.