5. September
Abwehr- und Mittelfeldspieler Paul Breitner05.09.1951
Ein Löwengeburtstag
Paul Breitner wurde am 5.9.1951 in Bayern geboren.
In seiner Karriere hat er so ziemlich alles erreicht, was ein Fussballspieler erreichen kann. Der vielfache Nationalspieler wurde 5x Deutscher und 2x Spanischer Meister, 2x Pokalsieger und gewann 1x den Pokal der Landesmeister. Mit der Nationalmannschaft wurde er 1972 Europameister, 1974 Weltmeister und 1982 noch einmal Vize-Weltmeister.
Paul Breitner spielte insgesamt neun Jahre (1970-1974 und 1978-1983) für Bayern München, drei Jahre für Real Madrid (1974-1977) und ... ein Jahr (Saison 1977/78) für Eintracht Braunschweig.
Der Grund für seinen Wechsel im Sommer 1977 in die 'Fussballprovinz' nach Braunschweig bestand darin, dass Breitner wegen des Heimwehs seiner Ehefrau unbedingt nach Deutschland zurück wollte und außer dem Mäzen von Eintracht Günter Mast kein Verein bereit war, die (für damalige Verhältnisse) Rekordablösesumme von 1,6 Millionen DM zu bezahlen.
Nachdem Eintracht in der Vorsaison nur knapp die Meisterschaft verpasst hatte (Dritter mit nur 1 Punkt Rückstand auf den Meister), erhofften sich Verantwortliche und Fans von der Verpflichtung des Weltmeisters natürlich einen weiteren Schub in Richtung Deutsche Meisterschaft. Es kam anders. Breitner und Eintracht – das passte nicht zusammen!
Es gab Reibereien in der Mannschaft, die mit Breitner zusammenhingen und in dem Weggang von Torjäger Frank im Winter gipfelten. Die Leistungen auf dem Platz entwickelten sich entsprechend. Nach einem noch zufriedenstellenden Beginn sackten die Blau-Gelben immer weiter ab und fanden sich am Saisonende auf dem 13. Tabellenplatz wieder. Breitner selbst spielte zwar nicht so gut wie erhofft, aber auch nicht wirklich schlecht. Immerhin wirkte er in 30 Bundesligabegegnungen und 5 UEFA-Cupspielen mit und erzielte dabei 11 (10/1) Tore. Im Mannschaftsgefüge passte es aber aufgrund seiner Anwesenheit nicht mehr, was sich auch in der Aussage von Wolfgang Grobe wiederspiegelt: 'Ohne Breitner hätten wir den UEFA-Cup geschafft.'
Eintracht und Breitner beendeten das 'Missverständnis' nach einer Saison. Wenigstens finanziell entstand den Blau-Gelben kein Schaden, da Bayern München eine entsprechende Ablösesumme zahlte.
Nach wie vor gibt es zum Kapitel 'Breitner' zwei Meinungen. Ein Teil der Fans sieht Breitner positiv und vertritt die Auffassung, schuld an der Krise sei nicht er, sondern der Klüngel in der Mannschaft und die Unfähigkeit der anderen, professionell zu arbeiten, gewesen. Andere Fans dagegen sehen Breitner negativ und werfen ihm fehlende Anpassungsbereitschaft vor. Er habe Eintracht immer nur als eher unwillkommene Zwischenstation gesehen. Sie halten ihm zudem seine wenig professionelle Äußerung in der Folgesaison nach dem 6:1-Sieg der Bayern gegen Eintracht vor, als er sagte: 'Wir haben der Eintracht ihre Grenzen aufgezeigt. Für mich ist das eine große Genugtuung'.
Nach Beendigung seiner aktiven Karriere gingen Breitner und Eintracht noch ein weiteres Mal gemeinsame Wege. Als Mast im Dezember 1983 zum neuen Präsidenten des BTSV gewählt wurde, holte er Breitner als sportlichen Berater zu den 'Löwen' (Interview im 'Kicker' vom 28.11.83: 'Für Mast tue ich alles.'). Breitner beendete diese Tätigkeit auf eigenen Wunsch bereits im Juli 1984. Kurz darauf nahm er noch einmal öffentlich zu den Blau-Gelben Stellung. Anlässlich eines Besuchs im ZDF-Sportstudio erklärte er Anfang Dezember 1984, die im Abstiegskampf steckende Eintracht-Mannschaft 'habe sich schon aufgegeben´. Eine weitere Äußerung von ihm, die ihm viele 'Löwen'-Fans übel nahmen, zumal das Team zu diesem Zeitpunkt noch alle Chancen hatte und auch an sich glaubte, wie die Auftritte auf dem Platz danach zeigten.
Breitner hat nicht nur wegen seiner Zeit bei Eintracht die Fussball-Fans immer wieder polarisiert. Während er in jungen Jahren mit der 'Mao-Bibel' abgelichtet wurde, ist er inzwischen als Kolumnist für die 'Bild'-Zeitung tätig ...
Trotz der sportlichen Erfolglosigkeit besucht Breitner Braunschweig regelmäßig, da er hier Teilinhaber eines gastronomischen Betriebes ist. [Stand: Dezember 2010]