5. Juni
Der Bundesliga-Skandal05.06.1971
Eintracht – Rot-Weiß Oberhausen 1:1 (1:0)
Am letzten Spieltag der Bundesliga-Saison 1970/71 empfing Eintracht die Mannschaft von Rot-Weiß Oberhausen.
Der BTSV blickte auf eine erfolgreiche Saison zurück. Mit 38:28-Punkten (2-Punkte-Wertung) belegten die "Löwen" Tabellenplatz 4 und konnten von dieser Position nicht mehr verdrängt werden. Die Qualifikation für den neu geschaffenen UEFA-Cup war damit geschafft. Nächste Saison winkten attraktive Spiele gegen europäische Spitzenmannschaften. Das Saisonfinale konnte man daher gelassen angehen.
Ganz anders Rot-Weiß! Die Oberhausener belegten (vor dem bereits abgestiegenen Tabellenletzten Rot-Weiß Essen) mit 26:40-Punkten Tabellenplatz 17 und damit den zweiten Abstiegsplatz. Sie mussten in Braunschweig unbedingt punkten, um den Abstieg noch zu vermeiden. Vom Abstieg bedroht waren außerdem Arminia Bielefeld (16. 27:39), Kickers Offenbach (15. 27:39), Eintracht Frankfurt, Borussia Dortmund und der VfB Stuttgart (je 28:38).
11.000 Zuschauer, darunter 3.000 RWO-Fans, die kostenlos nach Braunschweig befördert worden waren, wollten diese Samstagsbegegnung am 5.6.1971 sehen.
Zur allgemeinen Überraschung entwickelte sich das Spiel zu einem verbissenen Fight. Nicht nur RWO, nein, auch Eintracht kämpfte um jeden Meter Boden. Ausdruck der Verbissenheit war auch eine Handgreiflichkeit zwischen Lothar Ulsass und dem Oberhausener Krauthausen, bei der die Akteure Glück hatten, nicht vom Platz gestellt worden zu sein. Die Begegnung ging letztendlich leistungsgerecht Unentschieden aus. Wolfgang Grzyb hatte die Blau-Gelben in der 44. Minute mit 1:0 in Führung gebracht. Lothar Kobluhn, der Torschützenkönig der Saison, erzielte mit seinem 24. Saisontor in der 62. Minute den Ausgleich zum 1:1. Das war gleichzeitig der Endstand.
Rot-Weiß Oberhausen reichte der Punktgewinn zum Klassenerhalt.
Zwar hatte der Tabellensechzehnte Arminia Bielefeld sein Spiel beim Tabellendritten Hertha BSC Berlin mit 1:0 gewonnen. Dafür jedoch hatte der Tabellenfünfzehnte Kickers Offenbach beim 1. FC Köln mit 2:4 verloren, war dadurch auf den 17. Platz abgerutscht und musste neben RW Essen den bitteren Gang in die Zweitklassigkeit antreten.
So weit, so gut! Wer dachte, die ereignisarme Sommerpause sei angebrochen, sah sich nur 24 Stunden eines Besseren belehrt.
Canellas, der Präsident der nun abgestiegenen Offenbacher Kickers, hatte am 6. Juni zu seinem 50. Geburtstag geladen, und viel Prominenz und Presse war erschienen. Mitten auf der Party spielte Canellas der versammelten Gratulantenschar plötzlich Tonbandmitschnitte von Gesprächen vor, die eindeutig belegten, dass Bundesligaspiele manipuliert und "verschoben" worden waren. Ein Skandal! Spieler hatten Geld genommen, um absichtlich zu verlieren.
Im Rahmen der Enthüllungen tauchte auch ein Telefonat zwischen Ulsass und einem Freund von Canellas auf, in dem dieser dem Eintracht-Kapitän eine Prämie von 20.000 DM anbot für den Fall, dass Eintracht RWO besiegt. Zwar lehnte Ulsass letztendlich ab, verhandelt hatte er jedoch. Der DFB sah hierin ebenfalls einen Verstoß gegen die Lizenzspielerstatuten und behandelte den Fall ähnlich wie die absichtlich verlorenen Spiele anderer Vereine. Ulsass wurde in der Verhandlung vom 7.8.1971 für 12 Monate gesperrt. In der Berufungsverhandlung vom 14.9.1971 wurde die Sperre auf den Zeitraum bis zum 1.1.1972 verkürzt.
Damit war das Thema "Bundesliga-Skandal" jedoch noch lange nicht erledigt!
Ausgelöst durch einen Artikel in der "Bild"-Zeitung vom 16.10.1971 wurde schließlich aufgedeckt, dass der Skandal wesentlich größere Ausmaße besaß als bisher angenommen. Es stellte sich heraus, dass weitaus mehr Verstöße begangen wurden, als man bisher schon geahndet hatte. Die eklatantesten Verstöße betrafen folgende Begegnungen:
28. Spieltag: Schalke 04 – Arm. Bielefeld = 0:1 (Zahlung von 40.000 DM an Schalke)
32. Spieltag: 1.FC Köln – RW Oberhausen = 2:4 (Torwart Manglitz vom FC bestochen)
33. Spieltag: Arm. Bielefeld – VfB Stuttgart = 1:0 ( Zahlung von je 15.000 DM an 3 Stuttgarter)
34. Spieltag: Hertha BSC – Arm. Bielefeld = 0:1 (Zahlung von 140.000 DM an Herthaner)
Aber auch Eintrachts Spiel gegen RW Oberhausen wurde wieder Gegenstand der Ermittlungen.
Es stellte sich heraus, dass zusätzlich zu dem Kontakt mit dem Offenbach-Freund ein weiterer Kontakt stattgefunden hatte. Und dieser war weitaus handfester gewesen!
ßber den Eintracht-Spieler Erler hatte der Bielefeld-Gönner Schreiner mit Ulsass Kontakt aufgenommen. Für den Sieg von Eintracht über RWO wurde eine Prämie von 80.000 DM ausgehandelt. Ulsass sah darin – wie bereits in dem Telefonat mit Kickers Offenbach – keine vorwerfbare Handlung. Gewinnen wollte man bekanntlich immer. Schreiner erschien zum Spiel und nahm mit seinem Koffer voller Geld auf der Tribüne Platz. Nach dem Schlusspfiff begab er sich wieder zu seinem Privat-Flugzeug in Waggum. Das Spiel war Unentschieden ausgegangen, also gab es keine Prämie auszuzahlen, meinte er. Das wiederum sah Eintracht-Spieler Max Lorenz ganz anders. Lorenz, der 25 Minuten vor Schluss ausgewechselt worden war und bereits geduscht hatte, hetzte Schreiner hinterher. Dank Unterstützung der Braunschweiger Polizei, die sogar Blaulicht einsetzte, erreichte Lorenz rechtzeitig den Flugplatz. Bei einem Kaffee schwatzte er dem Bielefeld-Gönner die halbe Prämie von 40.000 DM ab und verteilte das Geld noch am selben Tag unter seinen Mannschaftskameraden. Jeder erhielt 2.200 DM.
Verhängnisvoll!
Ulsass und Lorenz erhielten vom DFB-Sportgericht im Januar 1972 eine Geldstrafe von 2.200 DM und wurden jeweils für 2 Jahre gesperrt. In der Berufungsverhandlung im Februar 1972 wurden die Sperren auf den Zeitraum bis zum 31.3.1973 verkürzt. Im August 1972 schließlich erfolgte eine weitere Verkürzung. Die Sperren liefen nun noch bis zum 1.1.1973. Für das Ausland wurde per 16.8.1972 die sofortige Freigabe erteilt. Ulsass wechselte daraufhin sofort nach Österreich. Auch Lorenz lief für die "Löwen" nicht mehr auf.
Die übrigen Eintracht-Spieler wurden vom DFB-Sportgericht im Februar 1972 für drei Monate gesperrt. Die Sperren wurden zunächst ausgesetzt. Als die Spieler den Sachverhalt schließlich zugaben und nicht weiter darauf beharrten, den Betrag als Punktprämie angesehen zu haben, hob der DFB die Sperren auf und verhängte Geldstrafen von je 4.400 DM.
Im Rahmen des Bundesliga-Skandals wurden insgesamt 52 Spieler, 2 Trainer und 6 Funktionäre bestraft. Kickers Offenbach und Arminia Bielefeld wurde die Bundesliga-Lizenz entzogen. Rot-Weiss Essen, die sich nichts zu Schulden kommen ließen, wurde nicht entschädigt.
Dass Eintracht im Bundesliga-Skanal zu den schwer bestraften Vereinen zählt, verstehen bis zum heutigen Tag viele "Löwen"-Fans nicht. Während andere Vereine absichtlich Spiele verloren hatten, ließen sich die Blau-Gelben nur für etwas bezahlen, das sie sowieso vorhatten: Ihr Spiel zu gewinnen.
In der heutigen Zeit sind Siegprämien für Dritte nicht mehr vorwerfbar, kaum noch der Rede wert. Ob nun Uli Hoeness mit Weißwürsten winkt oder 96-Gönner meinen, den Aufstiegskampf in der Regionalliga Nord der Saison 1997/98 über eine Siegprämie für den TuS Celle beeinflussen zu müssen (s. Bericht zum 8.4.1998) – befürchten müssen die Spieler heute nichts mehr, wenn sie Siegprämien von Außenstehenden annehmen.
O tempora, o mores !

Eintracht - Wacker 04 Berlin 2:1 (0:0)05.06.1974
9. Spieltag Aufstiegsrunde zur Bundesliga - 1974
In der Aufstiegsrunde zur Bundesliga trat am 5.6.1974 die Mannschaft von Wacker 04 Berlin im Eintracht Stadion an.
Für den BTSV war dieses Spiel des neunten und damit vorletzten Spieltags der Aufstiegsrunde gleichzeitig das letzte. Am 10. Spieltag waren die 'Löwen' spielfrei.
Nach der ungefährdeten Meisterschaft in der Regionalliga Nord galten die 'Löwen' als Favorit für den Aufstieg in ihrer Gruppe 1. Der Start geriet jedoch mit zwei Niederlagen (0:1 beim 1.FC Nürnberg; 2:3 gegen Wattenscheid 09) total daneben. Die Blau-Gelben zierten das Tabellenende und konnten hieran auch am 3. Spieltag nichts ändern, da sie aussetzen mussten. Überraschend führte zu diesem Zeitpunkt Wacker 04 Berlin mit 5:1-Punkten die Tabelle an. Mit dem 3:1-Sieg des BTSV am 4.Spieltag bei Wacker änderte sich das Bild. In demselben Maße, wie die Berliner nachließen, steigerten sich die 'Löwen'. Drei weitere Siege (3:0 und 1:0 gegen den 1.FC Saarbrücken; 2:0 gegen den 1.FC Nürnberg) und ein Unentschieden (0:0 bei Wattenscheid 09) brachten den BTSV mit nun 9:5-Punkten wieder dicht an die Tabellenspitze heran. Dort thronte mit 10:4-Punkten der 1.FC Nürnberg. Nur noch die Franken und Eintracht kamen für den Aufstieg in Frage. Wattenscheid hatte mit 6:6-Punkten nur noch theoretische Chancen, und die Berliner hatten das Kunststück fertig gebracht, ihren 5 Punkten nach drei Spieltagen keinen weiteren hinzuzufügen.
Da die 'Löwen' den FCN aus eigener Kraft nicht mehr einholen konnten, waren sie dazu verdammt, ihr letztes Spiel zu gewinnen und darauf zu hoffen, dass die am 9. Spieltag spielfreien Franken drei Tage später in Saarbrücken nicht gewinnen. Ausgerechnet der Tabellenletzte 1. FC Saarbrücken, der bisher erst zwei Punkte erspielt hatte, sollte es für den BTSV richten.
Für Trainer Knefler war es an diesem Mittwochabend das letzte Mal, dass er die Blau-Gelben betreute. Bereits zu Beginn des Jahres hatte er zum Saisonende bei Eintracht gekündigt und im Februar einen Vertrag bei Borussia Dortmund, das in diesen Jahren in der zweiten Bundesliga spielte (1972-1976), unterschrieben. Als Nachfolger war Rudi Fassnacht beim BTSV vorgesehen.
15.000 Zuschauer fanden sich im Stadion ein, um Eintracht zu unterstützen.
Sie sahen eine 'Löwen'-Mannschaft, die ihr schwächstes Heimspiel der Aufstiegsrunde ablieferte. In der ersten Halbzeit gelang gar nichts. Eintracht versuchte es nur mit der Brechstange und konnte die Berliner, die geschickt das Tempo verschleppten, so nicht gefährden. Allerdings griff Wacker selbst auch kaum an, sodass Frankes Tor nie in Gefahr geriet. Nach dem Wechsel wurden die Blau-Gelben gefährlicher und erspielten sich Chancen. In der 66. Minute gelang Hollmann schließlich das vielumjubelte 1:0. Danach gaben die Berliner ihren Widerstand auf, und Eintracht drängte bis zum Schluss auf weitere Treffer. Außer einem Elfmeter-Tor von Gersdorff (73.) sprang aber nichts Zählbares heraus. Im Gegenteil! In der 89. Minute erzielte Wacker noch den Anschlusstreffer.
Egal! Der BTSV hatte 2:1 gewonnen und seine Aufstiegschancen damit gewahrt. Nun hieß es abwarten. Eintrachts Stadionsprecher verabschiedete das Publikum mit den Worten 'Schließen Sie den FC Saarbrücken in ihr Abendgebet ein'!
Drei Tage später saß halb Braunschweig vor den Radios und drückte dem 1.FC Saarbrücken die Daumen. Die Saarländer waren zur Freude der Eintracht-Fans mit 2:0 in Führung und mit diesem Ergebnis auch in die Pause gegangen. In Durchgang 2 kam jedoch der 1.FC Nürnberg. 64. Minute 2:1, 80.Minute 2:2! Beide Treffer hätte der Saarbrückener Torwart Sauer wohl nicht zugelassen, wenn er nicht über 80 Minuten mit einem verstauchten, hängenden Arm hätte durchspielen müssen. Saarbrücken hatte aus Verletzungsgründen keinen zweiten Torwart auf der Ersatzbank. So wurde es noch einmal spannend. Und wie! In den letzten 10 Minuten segelte Ecke auf Ecke vor das Saarbrückener Tor. Es war kaum zum Aushalten. Nürnberg drängte und drängte. Dann war das Spiel vorbei. Saarbrückens Abwehr hatte gehalten und das 2:2 verteidigt.
Dank des um ein Tor besseren Torverhältnisses stieg Eintracht – gemeinsam mit Tennis Borussia Berlin, das sich in der Aufstiegsgruppe 2 durchgesetzt hatte, -- nach einjähriger Abstinenz wieder in die Bundesliga auf.

Wetten, dass ...05.06.2004
Schiedsrichter Hoyzer pfeifft Eintracht gegen FC St. Pauli
Zum letzten Spiel der Saison 2003/2004 in der Regionalliga Nord empfing Eintracht am 5.6.2004 den Kult-Club vom Hamburger Millerntor.
Eintracht hatte sein erklärtes Saisonziel, den direkten Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga, verpasst. Nach einem phantastischen Saisonstart mit 19 Punkten aus 7 Begegnungen war es steil bergab gegangen. Der vor der Saison verpflichtete offensive Mittelfeldspieler Daniel Graf erlitt einen Kreuzbandriss und die Blau-Gelben verloren Spiel auf Spiel. Bis zur Winterpause hatte die Mannschaft in 12 Spielen lediglich weitere 8 Punkte eingefahren. Nachdem auch das erste Spiel im neuen Jahr verloren gegangen war, zogen die Verantwortlichen im Verein die Reißleine, entließen Trainer Reinders und holten bald darauf Michael Krüger als Nachfolger. Unter ihm stabilisierte sich der BTSV und arbeitete sich wieder auf Tabellenplatz 6 vor. Mehr war nicht drin! Vom sechsten Platz waren die "Löwen" nicht mehr zu verdrängen. Auch nicht vom Tabellensiebten FC St. Pauli, der 5 Punkte weniger aufwies. Auch für die Paulianer, die ebenso wie Eintracht Absteiger aus der 2. Liga waren, ging es also um nichts mehr.
Als Aufsteiger standen dagegen Rot-Weiß Essen und Dynamo Dresden bereits fest.
Da die Eintracht-Fans durch die Leistungen der letzten Wochen versöhnt waren, fand sich zum Saisonabschluss an diesem Samstag noch einmal die beachtliche Kulisse von 15.000 Zuschauern im Stadion an der Hamburger Straße ein. 3.000 davon hatte St. Pauli mitgebracht.
Beide Mannschaften agierten offensiv. Die Zuschauer bekamen daher ein munteres Spiel mit einer Vielzahl von Chancen auf beiden Seiten zu sehen. Am Ende behielten die "Löwen" mit 3:2 – nicht unverdient – die Oberhand. Mazingu mit Freistoß (7. Minute), Arnold mit Dribbling um den gegnerischen Torhüter (33.) und erneut Mazingu (56.) hatten den BTSV jeweils in Führung gebracht. Zweimal hatten die Braunhemden ausgleichen können (17., 46.), den dritten Rückstand konnten sie nicht mehr kontern – zumindest nicht mit einem Treffer, der Anerkennung fand.
Geschossen hatte St. Pauli allerdings zwei Tore mehr. Kurz vor dem Halbzeitpfiff war ein Treffer wegen vermeintlichen Foulspiels aberkannt worden, und fünf Minuten vor dem Ende soll der Ball im Aus gewesen sein, bevor ihn ein Pauli-Spieler ins Eintracht-Tor geschossen hatte. Während die "Löwen"-Fans in der Südkurve zu dem ersten aberkannten Treffer kaum etwas sagen konnten, da sich die Szene vor der Nordkurve abgespielt hatte, schien das zweite erzielte Tor regulär gewesen zu sein. Von Aus-Ball keine Spur!
Wer war doch gleich der Schiedsrichter? Robert Hoyzer? Na ja, einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. Hoyzer kann gern wiederkommen, dachten die Fans.
Ganz im Gegensatz dazu haderte der St. Pauli-Trainer in den Interviews nach dem Spiel mit der Schiedsrichterleistung.
Anfang 2005 tauchten erste Gerüchte auf, dass Schiedsrichter Hoyzer und auch andere Unpartaiische Fussballspiele gegen Bezahlung manipuliert hätten. Am 27.1.2005 war es dann so weit. Robert Hoyzer gestand, mehrere Spiele gegen ein Gesamt"honorar" von 70.000 Euro im Interesse einer kroatischen Wett-Mafia "verpfiffen" zu haben. Er habe mit seinen Entscheidungen dafür gesorgt, dass die Wett-Mafia, die in einem Berliner Café aus und ein ging, mit ihren hohen Einsätzen auf bestimmte Spiele große Gewinne erzielte. Zu den "verschobenen" Spielen habe auch die Partie Eintracht gegen St. Pauli gehört. Inhalt der Absprache sei sowohl die Halbzeitführung als auch der Sieg Eintrachts gewesen. Bei einer weiteren "verschobenen" Begegnung habe es sich um das Pokalspiel des Drittligisten SC Paderborn gegen die Bundesligamannschaft des Hamburger SV von August 2004 gehandelt (4:2).
Während Eintracht und seine Spieler in die Geldgeschäfte nicht einbezogen waren und daher auch nie zu den Beschuldigten zählten, hatten Paderborner Spieler Geldzahlungen erhalten. Der DFB nahm daher Ermittlungen auf. Da die betroffenen Spieler jedoch versicherten, das Geld als Siegprämie angesehen und nichts von einer Manipulation gewusst zu haben, und etwas anderes nicht zu beweisen war, wurden die Verfahren eingestellt. Für Außenstehende, die die Aufzeichnung des Paderborner Pokalspiels (und dabei insbesondere die Szene, die zum zweiten Elfmeter zum 4:2 führte,) gesehen hatten, blieb ein fader Beigeschmack.
Hoyzer wurde vom DFB am 28.4.2003 lebenslang gesperrt. Darüber hinaus verurteilte ihn das Landgericht Berlin im anschließenden Strafverfahren durch Urteil vom 17.5.2005 zu einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren und 5 Monaten (ohne Bewährung). Das Urteil wurde im Revisionsverfahren bestätigt.
Die verschobenen Spiele von Eintracht und Paderborn blieben in der Wertung. Eintrachts Spiel, weil die Saison 2003/2004 bereits vorüber war, das des SC Paderborn, weil bereits zwei weitere Pokalrunden gespielt waren. Der durch das frühe Pokal-Aus geschädigte Hamburger SV erhielt eine Entschädigung von im Ergebnis etwa 2 Millionen Euro.
Zwei andere Spiele aus der laufenden Saison dagegen wurden wiederholt: Die Zweitligabegegnung LR Ahlen gegen Wacker Burghausen und die (von einem anderen Schiedsrichter manipulierte) Partie in der Regionalliga Nord Hertha BSC Berlin 2 gegen Arminia Bielefeld 2.